Du und deine Stimme - ein musikalisches Unterrichtsvorhaben zur Förderung der Persönlichkeit von Hauptschülern


Examensarbeit, 2007
34 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtssequenz
1.1. Rahmenbedingungen
1.2. Inhalte des Tertials
1.3. Erwartungen des Lehrers
1.4. Erwartungen der Schüler

2. Warum habe ich dieses Thema gewählt?
2.1. Musikpädagogische Begründung

3. Reflexion der Unterrichtseinheit
3.1. Fragebogen 2
3.2. Persönliche Reflexionsschleife
3.3. Ausblick

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang
5.1. Fragebogen 1 und 2 + Auswertungsbogen
5.2. Unterrichtsskizze (beispielhaft)
5.3. Reflexionsbogen während der Einheit
5.4. Bewertungsbogen für die Schüler
5.5. Bewertungsbogen des Lehrers für die Ordner

1. Unterrichtssequenz

Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass ich in meiner Arbeit stets die Begriffe „Lehrer“ und „Schüler“ verwende und auf die Differenzierung männlich / weiblich verzichten werde.

1.1. Rahmenbedingungen

Zunächst möchte ich die Rahmenbedingungen erläutern, die mir für mein An­gebot zur Verfügung standen.

Für die Siebt- bis Neuntklässler ist das Schuljahr für alle Fächer exklusive Mathematik, Deutsch und Englisch in Tertiale gegliedert. In jedem Tertial haben die Schüler die Möglichkeit sich ihren Stundenplan aus den Angebotsveran­staltungen der Lehrer zu erstellen. Hierfür haben sie gewisse Vorga­ben.

Im Fächerverbund „Musik-Sport-Gestalten“ müssen die Schüler 48 Punkte er­reichen. Einen Punkt erreichen sie mit einer Stunde Veranstaltung (= eine Tertialwochenstunde), wobei die meisten Angebote zweistündig sind und somit zwei Tertialwochenstunden umfassen. Außerdem gibt es zehn Pflichtthemen, die alle Schüler im Bereich MSG besuchen müssen. Für den musikalischen Bereich sind dies Singen / Rhythmik, Instrumente / Orchester, Berühmte Kompo­nisten und Musical / Oper. Um die 48 Punkte zu sammeln und alle Pflicht­themen zu besuchen, haben die Schüler neun Tertiale Zeit. Jeder Schüler hat deshalb für jeden Fächerverbund ein Übersichtsblatt, auf dem er seine Punkte verwalten kann. Selbstverständlich helfen hier die Klassenlehrer.

Das erste Tertial beginnt mit dem Schuljahresanfang und endet vor den Weihnachtsfe­rien. Daraus ergibt sich, dass ich 11 doppelstündige Veranstaltungen für mein Angebot „Du und deine Stimme“ zur Verfügung hatte. Die folgenden Tertiale sind etwas kürzer. Das zweite geht bis zu den Osterferien, das dritte bis zum Schuljahresende.

1.2. Inhalte des Tertials

Ich beabsichtigte in meiner Planung vor der ersten Schulwoche noch „Gesangsunterricht“ mit einer kleinen Lerngruppe zu gestalten. Diese Planung musste ich jedoch bereits in der ersten Stunde verwerfen, da sich mehr Schüler für meinen Kurs entschieden hatten als gedacht.

Während der ersten Schultage lief immer, erst die Anmeldung und Organisation der Tertiale und so stand ich bei der ersten Veranstaltung vor zwei Schülern und siebzehn Schülerinnen.

Mit 19 Schülern ist eine Arbeitsform im Sinne von individueller Stimmbildung nicht möglich. Deshalb habe ich den Theorieblock eingeflochten und auch den praktischen Teil so geändert, dass man nun eher von Chorarbeit sprechen konnte.

Um die Planung klar strukturiert und knapp erklären zu können, bediene ich mich meines Stoffverteilungsplans, den ich im Folgenden ergänze und so den Überblick über das Tertial gebe. An entsprechenden Stellen werde ich methodische oder didaktische Kommentare einbringen, allerdings werde ich mich aus Platzgründen auf die Wesentlichsten beschränken. Jede Stunde, unabhängig vom Thema, beinhaltet ein 15-minütiges Einsingen nach bestimmten Kriterien. Nach der Lockerung des gesamten Körpers und besonders der „Stimmwerkzeuge“ wird die Stimme selbst gelockert und letztlich mit konkreten Gesangsübungen geschult. Vokalausgleich, Zwerchfellarbeit und ähnliches wird mit Unterstützung des Keyboards geübt. Zunächst führt dies der Lehrer mit den Schülern durch, gegen Ende des Tertials wird das Einsingen in die Hände der Schüler gegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Benotung ist aus der Anlage 5.5. ersichtlich. Die Zahl in Klammer gibt Aufschluss über die Gewichtung der Note. Mir war die mündliche und gesangliche Leistung sehr wichtig, die schriftlichen Teile zählen daher nur einfach. Die Transparenz der Note hat sich als sehr wichtig herausgestellt. Die Schüler fühlten sich in diesem Tertial wesentlich persönlicher bewertet, als dies in theoretischeren Bereich der Fall ist. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass die meisten Schüler mit ihrer Note sehr zufrieden waren. Es gab wenige Überraschungen, da die Schüler nicht damit gerechnet haben, dass Ordner und mündliche Leistung tatsächlich so korrekt benotet werden. Besonders die Achtklässler, die zum Ende hin besonders unzuverlässig und kontraproduktiv waren, haben sich hier in Teilen ungerecht benotet gefühlt. Dies wurde in einem gemeinsamen Gespräch jedoch geklärt, wobei die Noten nicht geändert wurden.[1]

1.3. Erwartungen des Lehrers

Zu Beginn des Tertials hatte ich mit einer geringeren Motivation der Schüler gerechnet. Trotzdem bestand natürlich die Hoffnung, die Schüler aus ihren Reserven zu locken und die gesteckten Ziele, trotz der anfänglich zwingenden Änderungen, erreichen zu können. Auf die genaue Zielbestimmung gehe ich in Kapitel 2.1. genauer ein.

„Wenig Aufwand, eine gute Note und ein einfaches Leben bei der lockeren Referendarin“, so in etwa wurde mir die Einstellung der Schüler zu Beginn deutlich gemacht.

Warum ich von „weniger“ ausgegangen bin, fällt schwer zu erklären. Vielleicht kam dies durch das, von anderer Leute Vorurteile, geprägte Bild von Hauptschülern und dem Wissen um die geringe Stellung des Bereiches Musik im Fächerkanon der Hauptschule.

Doch nicht nur der Lehrer hatte Erwartungen, auch die Schüler waren gespannt und wurden direkt gefragt, welche Erwartungen sie an das Tertial hätten.

1.4. Erwartungen der Schüler

Mein erster Fragebogen sollte nicht zur Planung, sondern zur Ist-Bestimmung dienen. Ich wollte herausfinden, welche Vorerfahrungen die Schüler mitbringen und auf welches musikalische Wissen aufgebaut werden kann.

[...]


[1] LSG = Lehrer-Schüler-Gespräch

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Du und deine Stimme - ein musikalisches Unterrichtsvorhaben zur Förderung der Persönlichkeit von Hauptschülern
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Bad Mergentheim, früher: BA Bad Mergentheim  (Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung )
Veranstaltung
Seminar für Didaktik und Lehrerbildung
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V75838
ISBN (eBook)
9783638808538
ISBN (Buch)
9783656203759
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit stand in Zusammenhang mit einer Präsentation, auf welche im Text auch hingewiesen wird.
Schlagworte
Stimme, Unterrichtsvorhaben, Förderung, Persönlichkeit, Hauptschülern, Seminar, Didaktik, Lehrerbildung
Arbeit zitieren
Madeleine Wagner (Autor), 2007, Du und deine Stimme - ein musikalisches Unterrichtsvorhaben zur Förderung der Persönlichkeit von Hauptschülern , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75838

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