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Stieffamilien und Jugendhilfe - Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns

Title: Stieffamilien und Jugendhilfe - Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns

Term Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Ruppe (Author)

Social Work
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Das Statistische Bundesamt veröffentlichte im August 2004 unter dem Titel „Zahl der Ehescheidungen steigt auf fast 214 000 im Jahr 2003“die Scheidungszahlen für 2003 in Deutschland. „Seit 1993 ist die Zahl der Ehescheidungen mit Ausnahme des Jahres 1999 beständig angestiegen und hat im Jahr 2003 einen neuen Höchststand erreicht. Von den im Jahr 2003 geschiedenen Ehepaaren hatte die Hälfte Kinder unter 18 Jahren. Gegenüber 2002 hat sich die Zahl der von der Scheidung ihrer Eltern betroffenen minderjährigen Kinder um 6,3% erhöht.“

Anhand solcher Zahlen ist davon auszugehen, dass das klassische Familienbild mit leiblichem Vater und Mutter und ihren gemeinsamen Kindern immer mehr der Vergangenheit angehört und Stief- und Teilfamilien die Familientypen der Zukunft sind, denn Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 40% der Geschiedenen wieder heiratet.
Stieffamilien bilden heute hochkomplexe Familienkonstellationen mit höchst unterschiedlichen Strukturen, an denen meist mehrere Haushalte beteiligt sind. Trotz steigender Scheidungszahlen wurde ihnen lange Zeit kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Welche Konflikte und Schwierigkeiten Stieffamilien zu bewältigen haben und welche Hilfestellung die Jugendhilfe dabei geben kann, diese zu bewältigen, soll nachfolgend erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 STIEFFAMILIEN

2.1 DEFINITION

2.2 STATISTISCHE ANGABEN

2.3 STIEFFAMILIEN IM SOZIALEN KONTEXT

3 PROBLEMBEREICHE VON STIEFFAMILIEN UND HANDLUNGSFELDER DER JUGENDHILFE

3.1 HANDLUNGSRAHMEN UND AUFTRAG DER JUGENDHILFE

3.2 HILFSMÖGLICHKEITEN FÜR DIE SPEZIELLEN PROBLEMBEREICHE VON STIEFFAMILIEN

3.2.1 HILFE ZUR ERZIEHUNG

3.2.2 ERZIEHUNGSBERATUNG

3.2.3 SOZIALPÄDAGOGISCHE FAMILIENHILFE

3.2.4 ERZIEHUNGSBEISTAND

3.2.5 SOZIALE GRUPPENARBEIT

4 RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die spezifischen Konfliktlagen und Herausforderungen von Stieffamilien in Deutschland und untersucht, inwieweit die Angebote der Jugendhilfe hierbei als Unterstützung und pädagogische Intervention fungieren können.

  • Definition und Komplexität der Familienform Stieffamilie
  • Statistische Einordnung von Stieffamilien in Deutschland
  • Sozialer Kontext und gesellschaftliche Wahrnehmung (Stigma der "Stief"-Bezeichnung)
  • Rechtliche Grundlagen und Auftrag der Jugendhilfe (SGB VIII)
  • Analyse spezifischer pädagogischer Hilfsangebote für Stieffamilien

Auszug aus dem Buch

2.3 Stieffamilien im sozialen Kontext

Bei meinen Recherchen zur Definition der Stieffamilie fiel mir die negative Besetzung des Präfix „Stief“ auf, was auch in Redewendungen aus dem täglichen Sprachgebrauch deutlich wird. Ein Beispiel ist der Ausdruck „stiefmütterlich behandelt“, der in Nachschlagewerken für sinnverwandte Wörter mit Vernachlässigung und Voreingenommenheit gleichgesetzt wird.

Auch Schuhmann-Gliwitzki/Meier (1990), wie auch Krähenbühl u.a. (1987), welche ausführliche Befragungen von Stieffamilien vorgenommen haben und deren Ergebnisse eine Grundlage dieser Arbeit ist, stellten gleichermaßen negative Assoziationen zum Begriff Stieffamilie fest, wie z.B. Distanz und Fremdheit und der Gedanke an Märchen. Tatsächlich treten in etlichen Märchen der Gebrüder Grimm besonders Stiefmütter als böse, hartherzige Frauen auf, die ihre Stiefkinder hassen, verstoßen oder sogar umbringen z.B. Schneewittchen, Hänsel und Gretel etc. Obwohl die Märchen von vergangenen Zeiten erzählen, sprechen sie doch gegenwärtige Gefühle an. Es wird deutlich, dass das Ideal der Kernfamilie in der Gesellschaft vorherrscht, sowie die unausgesprochene Auffassung, dass es Kindern in Kernfamilien besser ginge. Phantasien vom bösen Stiefvater, der schlägt und missbraucht, wie von der bösen Stiefmutter, welche die Kinder vernachlässigt, sind auch heute noch allgegenwärtig und setzen Mitglieder solcher Familien dem Druck aus, gegenteiliges zu beweisen und möglichst normal zu sein. Verschiedene Literaturen verweisen darauf, dass Stieffamilien sich gegen diese Bezeichnung wehren und sich in der Öffentlichkeit nicht als solche zu erkennen geben, um ihr „Anderssein“ gegenüber der „Normal“- bzw. Kernfamilie zu verbergen. Oberflächlich betrachtet, bestehen tatsächlich Ähnlichkeiten mit der Kernfamilie, denn es leben zwei Erwachsene mit einem oder mehreren Kindern in einer Lebensgemeinschaft und doch sind die Unterschiede in Struktur, Vorgeschichte der Mitglieder, Entwicklungsphasen, ihren Problembereichen und im Ansehen in der Gesellschaft ganz erheblich.

Dieser Andersartigkeit muss bei der Beratung und Planung von Hilfen Rechung getragen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg von Scheidungszahlen und die damit verbundene Zunahme von Stieffamilien als zukunftsweisende Familienkonstellation, für die bislang kaum spezifische Aufmerksamkeit existiert.

2 STIEFFAMILIEN: Dieses Kapitel definiert Stieffamilien als komplexe Familienform, liefert statistische Daten zur Verbreitung in Deutschland und diskutiert den sozialen Kontext sowie die negative gesellschaftliche Konnotation des Begriffs.

3 PROBLEMBEREICHE VON STIEFFAMILIEN UND HANDLUNGSFELDER DER JUGENDHILFE: Dieser Hauptteil erläutert den rechtlichen Auftrag der Jugendhilfe nach dem SGB VIII und untersucht konkrete Hilfsangebote wie Erziehungsberatung, Familienhilfe und soziale Gruppenarbeit im Kontext der spezifischen Stieffamilien-Konflikte.

4 RESÜMEE: Das Resümee fasst zusammen, dass zwar Hilfsmöglichkeiten existieren, aber der Mangel an spezialisierter Literatur für die Beratung von Stieffamilien in der Sozialen Arbeit eine Lücke in der bedarfsgerechten Unterstützung darstellt.

Schlüsselwörter

Stieffamilien, Jugendhilfe, Patchwork-Familien, Erziehungshilfe, SGB VIII, Familienberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Rollenkonflikte, Scheidungsfolgen, Kindeswohl, Stiefeltern, Verhaltensauffälligkeiten, Familienkonstellation, Erziehungsberatung, Beziehungsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Lebensumständen von Stieffamilien und den Möglichkeiten, wie die Jugendhilfe diese Familien bei der Bewältigung ihrer spezifischen Konflikte unterstützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition und Statistik von Stieffamilien, die gesellschaftliche Wahrnehmung dieses Familienmodells, der rechtliche Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie pädagogische Interventionsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Stieffamilien eine eigenständige Familienform mit speziellen Herausforderungen sind, die bei der Planung und Durchführung erzieherischer Hilfen durch die Jugendbehörden explizit berücksichtigt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse, wie beispielsweise der Familien-Survey des Deutschen Jugendinstitutes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die rechtlichen Grundlagen des SGB VIII als auch die konkrete Anwendung von Hilfen zur Erziehung, wie etwa Erziehungsbeistand oder sozialpädagogische Familienhilfe, auf die spezifischen Konfliktsituationen in Stieffamilien detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Stieffamilien, Jugendhilfe, SGB VIII, Erziehungshilfe, Rollenkonflikte, Familienberatung und der rechtliche Schutzauftrag.

Warum wird der Begriff "Stief" so kritisch gesehen?

Die Autorin weist darauf hin, dass das Präfix „stief“ im Deutschen historisch und kulturell negativ besetzt ist, oft assoziiert mit Märchenfiguren wie der „bösen Stiefmutter“, was zu einer Stigmatisierung und dem Wunsch nach Verheimlichung der Familienform führen kann.

Welche Rolle spielt die "Vergangenheitsbewältigung" in Stieffamilien?

Ein zentraler Konfliktpunkt ist, dass die neu gebildete Stieffamilie oft auf die noch nicht abgeschlossene emotionale Bewältigung früherer Trennungen oder Verluste durch Tod trifft, was das Zusammenwachsen der neuen Einheit massiv erschweren kann.

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Details

Title
Stieffamilien und Jugendhilfe - Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns
College
University of Osnabrück
Course
Hilfen zur Erziehung
Grade
1,0
Author
Sandra Ruppe (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V76126
ISBN (eBook)
9783638805186
ISBN (Book)
9783638807432
Language
German
Tags
Stieffamilien Jugendhilfe Möglichkeiten Handelns Hilfen Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Ruppe (Author), 2005, Stieffamilien und Jugendhilfe - Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76126
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