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Kohlhaas - Bearbeitungen des historischen Stoffs von Heinrich von Kleist und Elisabeth Plessen im Vergleich

Title: Kohlhaas - Bearbeitungen des historischen Stoffs von Heinrich von Kleist und Elisabeth Plessen im Vergleich

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Reifenrath (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Einem Mann widerfährt Ungerechtigkeit. An einer Zollstation werden vermeintlich widerrechtlich zwei Pferde des reisenden Händlers konfisziert. Als er die beiden Tiere wieder abholen will, erhält er sie in extrem abgemagertem Zustand zurück. Der Mann, Kohlhaas mit Nachnamen, lässt seinen bis dato untadeligen Lebenswandel als Familienvater hinter sich zurück und greift zur Selbstjustiz. Er wird gefasst, begnadigt und am Ende dennoch hingerichtet. Soweit die Parallelen zwischen Elisabeth Plessens Roman „Kohlhaas“ und Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Davon abgesehen erfährt der auf einer wahren Begebenheit beruhende Stoff bei den beiden Autoren aber sehr unterschiedliche Bearbeitungen. Spricht Kleist von dem Pferdehändler „Michael“, so berichtet Plessen von „Hans“ Kohlhaas, der einen Gemischtwarenladen betreibt. Während Michael Kohlhaas Vorsteher des nach ihm benannten brandenburgischen Dörfchens Kohlhaasenbrück ist, lebt Hans Kohlhaas unter ärmlichen Verhältnissen vor den Toren Berlins in Cölln. Und stirbt Michaels Frau Lisbeth noch im Dienste des Anliegens ihres Mannes, was bei Kleist ein zentrales Motiv für die späteren Rachezüge Kohlhaas’ ist, so bleibt dieses Schicksal Hans’ Gemahlin Margarete bei Elisabeth Plessen erspart.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Texte aufgezeigt, historische Quellen untersucht und die bei beiden Autoren prägnanten sprachlichen Besonderheiten beleuchtet werden. Nicht zuletzt sollen einzelne, auffällige Motive, sowie politische und historische Bezüge aufgegriffen und ausgewertet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zum Inhalt der beiden Texte

1.1. Heinrich von Kleist – „Michael Kohlhaas“ – Der Inhalt

1.2 Elisabeth Plessen – „Kohlhaas“ – Der Inhalt

1.3 Die historische Vorlage im Vergleich mit Plessen und Kleist

2. Sprachliche Besonderheiten

2.1 Sprachliche Besonderheiten bei Heinrich von Kleist

2.2 Sprachliche Besonderheiten bei Elisabeth Plessen

3. Politisch-historischer Hintergrund und Interpretation

3.1 Zwischen Napoleon und preußischem Feudalismus – politische Konflikte zu Zeiten Kleists

3.2 Zwischen 68er Revolution und RAF-Terrorismus – politische Konflikte zu Zeiten Plessens

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ und Elisabeth Plessens Roman „Kohlhaas“. Das primäre Ziel ist es, den Umgang der beiden Autoren mit der historischen Vorlage zu vergleichen, ihre spezifischen sprachlichen Gestaltungsmittel zu analysieren und die politisch-historischen Intentionen hinter den jeweiligen Bearbeitungen des Stoffes aufzudecken.

  • Vergleichende Analyse der inhaltlichen Umsetzung bei Kleist und Plessen.
  • Untersuchung der Treue zur historischen Vorlage und den verwendeten Quellen.
  • Analyse der charakteristischen sprachlichen Stilmittel beider Autoren.
  • Kontextualisierung der Werke durch politisch-historische Hintergründe der jeweiligen Entstehungszeit.
  • Erörterung von Motiven und die Rolle der Selbstjustiz innerhalb der Texte.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sprachliche Besonderheiten bei Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist zeichnet sich durch eine ihm ganz eigene Art des Schreibens aus. Seine Texte erscheinen oft sehr hastig, sehr schnell erzählt zu sein, dem Leser wird das Gefühl vermittelt, als schreibe Kleist, ohne dabei Luft zu holen. Exemplarisch für diesen Schreibstil mag die Stelle dienen, die am Tag der Beerdigung Lisbeths vielleicht die Schlüsselszene des weiteren Geschehens darstellt:

Da die drei Tage, ohne Überlieferung der Pferde, verflossen, so rief er Hersen; eröffnete ihm, was er dem Jungherrn, die Dickfütterung derselben anbetreffend, aufgegeben; fragte ihn zweierlei, ob er mit ihm nach der Tronkenburg reiten und den Jungherrn holen; auch, ob er über den Hergeholten, wenn er bei Erfüllung des Rechtsschlusses, in den Ställen von Kohlhaasenbrück, faul sei, die Peitsche führen wolle? und da Herse, so wie er ihn nun verstanden hatte: „Herr, heute noch!“ aufjauchzte, und, indem er die Mütze in die Höhe warf, versicherte: einen Riemen, mit zehn Knoten, um ihm das Striegeln zu lehren, lasse er sich flechten! so verkaufte Kohlhaas das Haus, schickte die Kinder in einen Wagen gepackt, über die Grenze; rief, bei Anbruch der Nacht, auch die übrigen Knechte zusammen, sieben an der Zahl, treu ihm jedweder, wie Gold; bewaffnete und beritt sie, und brach nach der Tronkenburg auf.

Dieser außergewöhnliche, hier zitierte Satz beschreibt die Atemlosigkeit Kleists sehr treffend. Eine Vielzahl von Handlungen, ein Dialog und der Ablauf eines gesamten bedeutsamen Tages werden hier ohne Pause zusammengefasst. Auf diese, für ihn charakteristische Art und Weise gibt Kleist im konkreten Fallbeispiel die wilde Entschlossenheit, aber auch die umsichtige Handlungskompetenz Michael Kohlhaas’ gekonnt wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Selbstjustiz im Kohlhaas-Stoff ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Texte von Kleist und Plessen zu untersuchen.

1. Zum Inhalt der beiden Texte: Hier werden die Novelle von Kleist und der Roman von Plessen inhaltlich zusammengefasst und die historische Quelle im Vergleich mit den literarischen Bearbeitungen analysiert.

2. Sprachliche Besonderheiten: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse des spezifischen Schreibstils beider Autoren, wobei Kleists atemlose Erzählweise und Plessens erzähltechnische Experimente im Fokus stehen.

3. Politisch-historischer Hintergrund und Interpretation: Hier werden die Werke in ihren jeweiligen zeithistorischen Kontext – die napoleonische Zeit bei Kleist und die Ära der 68er bzw. der RAF bei Plessen – eingeordnet.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Plessen sich stärker an historischen Tatsachen orientiert, während Kleist den Stoff künstlerisch und politisch eigenwillig transformiert.

Schlüsselwörter

Michael Kohlhaas, Hans Kohlhase, Heinrich von Kleist, Elisabeth Plessen, Selbstjustiz, historische Vorlage, Literaturvergleich, Sprachstil, politische Motive, 16. Jahrhundert, napoleonische Zeit, 68er Bewegung, RAF-Terrorismus, Interpunktion, Erzählweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die literarischen Bearbeitungen des historischen Stoffs um Kohlhaas durch Heinrich von Kleist und Elisabeth Plessen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die inhaltlichen Unterschiede, die sprachlichen Stilmittel der Autoren sowie die politisch-historischen Hintergründe der jeweiligen Entstehungszeiten.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die Analyse der Unterschiede zwischen den Werken und die Untersuchung, inwieweit sich die Autoren an die historischen Fakten anlehnen oder diese künstlerisch verfremden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die sowohl den Inhalt als auch stilistische Merkmale und den historischen Kontext gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Inhaltsunterschieden, den sprachlichen Auffälligkeiten wie Interpunktion bei Kleist oder Ich-Erzählweise bei Plessen sowie der politischen Interpretation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Michael Kohlhaas, Selbstjustiz, Literaturvergleich, historische Vorlage und den jeweiligen Kontext der Entstehungszeit.

Wie unterscheidet sich die Schreibweise von Kleist von derjenigen Plessens?

Während Kleist für seine atemlose Erzählweise und eigenwillige Interpunktion bekannt ist, experimentiert Plessen mit der Ich-Perspektive, Anachronismen und der Reflexion über den eigenen Schreibprozess.

Welchen Einfluss hatte der historische Kontext auf die jeweilige Interpretation des Stoffes?

Kleist reflektiert die politische Situation seiner Zeit zwischen napoleonischer Herrschaft und preußischem Feudalismus, während Plessen ihr Werk im Kontext der 68er-Bewegung und der Auseinandersetzung mit der RAF-Ära verfasst.

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Details

Title
Kohlhaas - Bearbeitungen des historischen Stoffs von Heinrich von Kleist und Elisabeth Plessen im Vergleich
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Course
Proseminar „Kleist: Prosa“, Wintersemester 2005/2006
Grade
1,0
Author
Florian Reifenrath (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V76362
ISBN (eBook)
9783638804837
Language
German
Tags
Kohlhaas Bearbeitungen Stoffs Heinrich Kleist Elisabeth Plessen Proseminar Prosa“ Wintersemester
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Reifenrath (Author), 2006, Kohlhaas - Bearbeitungen des historischen Stoffs von Heinrich von Kleist und Elisabeth Plessen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76362
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