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Kriminalität bei jugendlichen Spätaussiedlern - Möglichkeiten der Prävention

Title: Kriminalität bei jugendlichen Spätaussiedlern - Möglichkeiten der Prävention

Term Paper , 2007 , 33 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Elena Kott (Author)

Social Work
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Ziel meiner Arbeit ist es, einen Beitrag zum Verständnis zu leisten, wie und warum sich delinquente Handlungen bei jungen männlichen Aussiedlern entwickeln können. Welche Rolle spielen dabei Anpassungsschwierigkeiten, die jugendliche Aussiedler nach ihrer Ankunft in Deutschland haben sowie mitgebrachte soziokulturelle Prägungen aus den Herkunftsländern.
Ausgehend von der aktuellen Problematik im Umgang mit jugendlichen Spätaussiedlern ist festzuhalten, dass im Rahmen der sozialpädagogischen Arbeit auch Ursachen und Hintergründe, die zu verschiedenen delinquenten Verhaltensweisen führen, und individuelle soziokulturelle Zusammenhänge erkannt werden müssen, um pädagogische Lösungsansätze in der sozialen Arbeit mit dieser Gruppe entwickeln zu können.
Im Weiteren folgt zunächst eine Betrachtung der Herkunft der jungen Spätaussiedler und der dort gemachten Erfahrungen, die den Hintergrund für deren Probleme in Deutschland beleuchten. Dabei werden verschiedene Aspekte, wie Bedeutung der Familie, schulische und berufliche Bildung, Freizeitverhalten, aber auch Gewalt- und Drogenerfahrungen thematisiert. Anschließend erfolgt eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kriminalität und dessen Übertragung auf die Jugendlichen. Neben einer allgemeinen Begriffsklärung und der Unterscheidung verschiedener Kriminalitätsbereiche wird insbesondere der Anteil der Aussiedler an der Kriminalitätsentwicklung im Vergleich zu Deutschen und Ausländern berücksichtigt. Im dritten Kapitel werden dann die Integrationsverläufe und Risikofaktoren betrachtet, die zur Kriminalität bei jugendlichen Aussiedlern führen. In den folgenden beiden Kapiteln werden dann verschiedene Erklärungsansätze und Präventionsstrategien vorgestellt. Am Beispiel eines Projekts offener Jugendarbeit in Berlin-Marzahn werden diese Lösungsansätze abschließend konkretisiert sowie notwendige sozialpädagogische Kompetenzen aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wo kommen die jugendlichen Spätaussiedler her?

Was bringen sie mit?

2. Zur Kriminalität bei jugendlichen Aussiedlern

2.1 Begriffsklärung Kriminalität, Jugend und Jugendkriminalität

2.2 Entwicklung der Aussiedlerkriminalität in Deutschland

2.3 Tatverdächtige junge Aussiedler in Niedersachsen

3. Integrationsverläufe jugendlicher Aussiedler und Risikofaktoren,

die Kriminalitätsentwicklung bedingen

4. Erklärungsansätze der Aussiedlerkriminalität

4.1 Gewalt

4.2 Kriminalität

5. Kriminalprävention

5.1 Primäre, sekundäre und tertiäre Prävention

5.2 Arbeitskreis „Spätaussiedler“

5.3 Offene Jugendarbeit mit gewalttätigen Aussiedlerjugendlichen in

Berlin-Marzahn

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe für die Entstehung delinquenten Verhaltens bei männlichen jungen Aussiedlern nach deren Ankunft in Deutschland. Im Fokus stehen dabei die Rolle von Integrationsschwierigkeiten sowie der Einfluss soziokultureller Prägungen aus den Herkunftsländern auf die Lebensbewältigung in der neuen Heimat.

  • Soziokulturelle Hintergründe und Erfahrungen von Spätaussiedlern
  • Entwicklung und Ausprägung von Jugendkriminalität
  • Risikofaktoren für die Kriminalitätsentwicklung bei jungen Migranten
  • Pädagogische Lösungsansätze und Präventionsstrategien in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

a) Kontaktaufbau

Für die meisten Aussiedlerjugendlichen sind die ersten Kontakte zu einer unbekannten pädagogischen Fachkraft, die aus für sie undurchsichtigen Gründen Interesse zeigt, eine Stresssituation. Die Gespräche verlaufen monoton, und die Jugendlichen wirken in ihnen stark abweisend.

Um den Zugang zur Zielgruppe der jugendlichen Aussiedler wie auch zu deren Angehörigen zu erleichtern und ein langfristiges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen, werden vermehrt Mitarbeiter mit Migrationshintergrund (Key-Personen, in diesem Fall russischsprechende Fachkräfte) eingesetzt, die migrationsspezifische und soziokulturelle Hintergründe aus eigener Erfahrung kennen und letztendlich in der Muttersprache kommunizieren können. Das hat noch einen Vorteil, weil lang andauernde Zusammenarbeit in interkulturellen Teams zu einer interkulturellen Kompetenzerhöhung des ganzen Teams führt. Durch die gewonnene Erfahrung, den Austausch in regelmäßigen Teambesprechungen und durch Reflexion mit Kollegen aus einem anderen Kulturkreis werden die Nichtmigranten zu Spezialisten für die Situation ihrer Zielgruppe. Eine solche Förderung interkultureller Teams bietet die Chance, bedarfsorientierte Angebote und angemessene Behandlungen für Migranten zu erarbeiten (vgl. Salman 1999, S. 20).

Das erste Kennenlernen ist durch zweckgebundene Tätigkeiten viel einfacher. Wenn die Fachkraft z. B. bei der Beratung in der Jugendgerichtshilfe, in der Schule oder bei der Durchführung von Projekttagen tätig ist. Auch um Hilfe und Unterstützung von Fachkräften annehmen zu können, brauchen jugendliche Aussiedler mehr als andere Jugendliche die persönliche Ansprache und besondere Einladungen durch ihnen bekannte Fachkräfte (vgl. Schäfer 2002, S. 62).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden die demografische Ausgangslage der Aussiedler sowie die Zielsetzung der Arbeit, die Ursachen delinquenten Verhaltens dieser Gruppe zu untersuchen, dargelegt.

1. Wo kommen die jugendlichen Spätaussiedler her? Was bringen sie mit?: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Lebensumstände und Sozialisationsbedingungen der Jugendlichen in den Herkunftsländern, um deren Verhalten in Deutschland besser einordnen zu können.

2. Zur Kriminalität bei jugendlichen Aussiedlern: Es erfolgen eine begriffliche Einordnung von Kriminalität sowie eine Analyse der statistischen Entwicklung und des Tatverdächtigenaufkommens unter Aussiedlern in Deutschland und Niedersachsen.

3. Integrationsverläufe jugendlicher Aussiedler und Risikofaktoren, die Kriminalitätsentwicklung bedingen: Hier werden die verschiedenen Integrationsfelder (kognitiv, ökonomisch, gesellschaftlich) untersucht und Faktoren beleuchtet, die das Entstehen krimineller Verhaltensweisen begünstigen.

4. Erklärungsansätze der Aussiedlerkriminalität: Basierend auf kriminologischen und soziologischen Forschungen werden theoretische Ansätze, insbesondere zur Gewaltentstehung und Anomietheorie, diskutiert.

5. Kriminalprävention: Dieses Kapitel stellt Strategien der primären, sekundären und tertiären Prävention vor und konkretisiert diese anhand von Beispielen aus der offenen Jugendarbeit.

Schlusswort: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine erfolgreiche Prävention die Einbeziehung der Migrationsbiografie sowie eine zielgerichtete Anpassung sozialpädagogischer Ansätze erfordert.

Schlüsselwörter

Spätaussiedler, Jugendkriminalität, Kriminalprävention, Sozialarbeit, Integration, Migrationshintergrund, Delinquenz, Gewalt, Soziokulturelle Prägung, Jugendliche, Identität, Sozialpädagogik, Risiko, Lebensbewältigung, Peergroup.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Kriminalität bei jugendlichen männlichen Spätaussiedlern und den Möglichkeiten, diese durch gezielte präventive Maßnahmen in der Sozialen Arbeit zu verhindern oder zu reduzieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Herkunft und Sozialisation der Jugendlichen, die statistische Kriminalitätsentwicklung, Integrationsbarrieren sowie theoretische Erklärungsansätze für delinquentes Verhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie und warum delinquente Handlungen bei jungen männlichen Aussiedlern entstehen können, und daraus pädagogische Lösungsansätze abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse und theoretische Auseinandersetzung, die Daten aus Statistiken (z.B. vom Landeskriminalamt) sowie bestehende Studien und Expertenmeinungen zur Sozialen Arbeit mit jungen Migranten auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Betrachtung der Herkunftsbedingungen, eine statistische Analyse der Kriminalität, die Erörterung theoretischer Erklärungsmodelle (wie der Anomie-Theorie) und die Vorstellung von Präventionskonzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Spätaussiedler, Jugendkriminalität, Kriminalprävention, Integration und Sozialpädagogik charakterisiert.

Welche Rolle spielt die „mitgenommene Generation“ in der Argumentation der Autorin?

Die „mitgenommene Generation“ beschreibt Jugendliche, die nicht freiwillig nach Deutschland eingewandert sind. Dieser Status ist laut Autorin ein signifikanter Risikofaktor, da er mit dem Verlust von vertrauten Beziehungen und Status einhergeht, was die Integration erschwert.

Warum wird im Kontext der Prävention ein „ganzheitlicher Ansatz“ gefordert?

Ein ganzheitlicher Ansatz ist notwendig, weil die komplexen Problemlagen der Jugendlichen flüssige Übergänge zwischen den Handlungsebenen der Prävention erfordern und nur so ein effektives Eingehen auf ihre Bedürfnisse möglich ist.

Welche Bedeutung haben „Key-Personen“ bei der pädagogischen Arbeit mit dieser Zielgruppe?

Key-Personen, oft Mitarbeiter mit eigenem Migrationshintergrund, können als Sprach- und Kulturvermittler fungieren, die bestehenden Stress bei ersten Kontakten reduzieren und Vertrauen zu den Jugendlichen aufbauen.

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Details

Title
Kriminalität bei jugendlichen Spätaussiedlern - Möglichkeiten der Prävention
College
University of Applied Sciences Hanover
Grade
2,0
Author
Elena Kott (Author)
Publication Year
2007
Pages
33
Catalog Number
V76464
ISBN (eBook)
9783638881999
Language
German
Tags
Kriminalität Spätaussiedlern Möglichkeiten Prävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elena Kott (Author), 2007, Kriminalität bei jugendlichen Spätaussiedlern - Möglichkeiten der Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76464
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