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Kann es einen „idealen Wohlfahrtsstaat“ geben? - Eine theoretische Untersuchung auf Basis von Rational Choice

Titel: Kann es einen „idealen Wohlfahrtsstaat“ geben? -  Eine theoretische Untersuchung auf Basis von Rational Choice

Hausarbeit , 2007 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Steffen Kroggel (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage danach, wie sich „das Wesen“ oder die Charakteristika des Sozial- oder Wohlfahrtsstaates bestimmen lassen, haben viele Autoren und Fachrichtungen beschäftigt. Ein in der Politikwissenschaft populärer Ansatz, das Phänomen des Wohlfahrtsstaates theoretisch und empirisch zugänglich zu machen, stammt von Gøsta Esping- Andersen. Dabei konzipiert er den Begriff des Wohlfahrtsstaats aus funktionaler Perspektive, indem er die „soziale Staatsbürgerschaft“ als zentrale Idee des Wohlfahrtsstaates benennt. Im Zentrum dieser Begrifflichkeit steht die „Gewährung sozialer Rechte“, die er in den beiden basalen Elementen der „De-Kommodifizerung“ und „Stratifizierung“ verortet. Letztlich heben diese beiden Begrifflichkeiten darauf ab, das Ausmaß zu bestimmen, in dem wohlfahrtsstaatliche Sozialleistungen einerseits eine tatsächliche Sicherheit bieten (im Sinne einer tatsächlichen Alternative zur Erwerbstätigkeit) und andererseits universell über alle Bevölkerungsschichten hinweg zur Verfügung stehen (im Sinne einer Gleichbehandlung aller).

Als Idealtyp eines Wohlfahrtsstaates könnte demnach derjenige Staat gelten, der beide Prinzipien in bestmöglicher Ausprägung zu gewährleisten in der Lage ist; kurz: umfangreiche und universelle soziale Sicherheiten in gleichem Umfang für jeden. Aus normativer Perspektive mag sich dies durchaus nach einem vertretbaren Maßstab anhören, den man an Wohlfahrtsstaaten anlegen kann. Dabei geht man stillschweigend davon aus, dass dieses Ideal irgendwie auch tatsächlich erreichbar ist. Letztlich gilt es dies aber zunächst einmal zu klären. Daher soll in der hier vorliegenden Arbeit folgende Frage behandelt werden: Ist das oben skizzierte Ideal des Wohlfahrtsstaates auch tatsächlich realisierbar?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Begriff des Wohlfahrtsstaates nach Esping- Andersen

2.1) De-Kommodifizierung

2.2) Stratifizierung

3.) Rational Choice und der ideale Wohlfahrtsstaat nach Esping- Andersen

3.1) Rational Choice – die zugrundegelegten Annahmen

3.2) Der ideale Wohlfahrtsstaat nach Esping- Andersen und seine Implikationen für rationale Akteure

3.3) Der ideale Wohlfahrtsstaat nach Esping- Andersen und seine Implikationen für die Erwerbstätigkeit

4.) Der ideale Wohlfahrtsstaat und das „kollektive Dilemma“

4.1) Sozialleistungen als exklusives Kollektivgut

4.2) Der ideale Wohlfahrtsstaat und das Dilemma des exklusiven Kollektivguts „Sozialleistungen“

5.) Der ideale Wohlfahrtsstaat als Paradoxon – Implikationen und Fazit der Betrachtung des idealen Wohlfahrtsstaates aus der Perspektive von Rational Choice

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht theoretisch auf Basis der Rational-Choice-Theorie, ob das von Gøsta Esping-Andersen definierte Ideal eines Wohlfahrtsstaates, das durch maximale De-Kommodifizierung und minimale Stratifizierung gekennzeichnet ist, in der Realität tatsächlich umsetzbar ist.

  • Funktionale Definition des Wohlfahrtsstaates nach Gøsta Esping-Andersen
  • Anwendung der Rational-Choice-Theorie und des SEU-Modells auf wohlfahrtsstaatliche Akteure
  • Analyse von Sozialleistungen als exklusive Kollektivgüter
  • Untersuchung des Paradoxons der Selbstauflösung bei idealer Ausgestaltung
  • Kritische Würdigung der Realisierbarkeit sozialer Rechte

Auszug aus dem Buch

3.1) Rational Choice – die zugrundegelegten Annahmen

Wenn man von Rational Choice spricht, ist nicht immer ganz klar, welche Annahmen nun konkret vorausgesetzt werden. In der wissenschaftlichen Debatte, wird oft stillschweigend davon ausgegangen, der Leser wisse schon, was gemeint sei, wenn von Rational Choice gesprochen wird. Tatsächlich aber werden implizit teilweise sehr unterschiedliche Prämissen vorausgesetzt und mit dem Label „Rational Choice“ versehen (vgl. Kunz, 2004, S.35). Es erscheint daher an dieser Stelle angebracht, die zentralen Annahmen, die der vorliegenden Arbeit zu Grunde liegen, kurz zu skizzieren. Zunächst einmal soll von der weitgehend akzeptierten Annahme ausgegangen werden, dass das Handeln von Akteuren zielgerichtet ist und immer unter bestimmten Restriktionen erfolgt. Der Aspekt der Zielgerichtetheit hebt darauf ab, dass Akteure bestimmte Bedürfnisse haben, deren Befriedigung sie anstreben. Diese Bedürfnisbefriedigung erlangen sie, indem sie bestimmte Güter – materieller oder immaterieller Art – erwerben. Der Nutzen eines Gutes misst sich demnach daran, wie sehr ein Gut das Bedürfnis des Akteurs befriedigt. Es erscheint daher logisch, dass zugleich davon ausgegangen wird, dass Akteure dasjenige Gut erwerben, dass ihnen die bestmögliche Befriedigung ihrer Bedürfnisse – den meisten Nutzen – verspricht und in diesem Sinne rational handeln. Dabei unterliegen Akteure aber bestimmten Restriktionen – es besteht eine Diskrepanz zwischen ihren Bedürfnissen und den Möglichkeiten ihrer Befriedigung (Knappheit der Güter) (vgl. Ebenda, S. 34ff.). Nur wenn Akteure Restriktionen unterliegen, ist auch die Annahme der Nutzenmaximierung sinnvoll.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob das Ideal des Wohlfahrtsstaates nach Esping-Andersen in der Realität realisierbar ist.

2.) Der Begriff des Wohlfahrtsstaates nach Esping- Andersen: Dieses Kapitel definiert den Wohlfahrtsstaat über die Konzepte der De-Kommodifizierung und Stratifizierung als Gewährleistung sozialer Rechte.

3.) Rational Choice und der ideale Wohlfahrtsstaat nach Esping- Andersen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Rational-Choice-Theorie dargelegt und auf den Idealtypus des Wohlfahrtsstaates angewendet, um das Verhalten rationaler Akteure zu modellieren.

4.) Der ideale Wohlfahrtsstaat und das „kollektive Dilemma“: Das Kapitel analysiert Sozialleistungen als exklusive Kollektivgüter und zeigt auf, dass ihre Bereitstellung zu einem Dilemma für den idealen Wohlfahrtsstaat führt.

5.) Der ideale Wohlfahrtsstaat als Paradoxon – Implikationen und Fazit der Betrachtung des idealen Wohlfahrtsstaates aus der Perspektive von Rational Choice: Das Fazit zieht den Schluss, dass der ideale Wohlfahrtsstaat aufgrund ökonomischer Anreize zwangsläufig zur Selbstauflösung neigt.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Gøsta Esping-Andersen, Rational Choice, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Soziale Rechte, Kollektivgut, Nutzenmaximierung, Erwerbstätigkeit, Sozialleistungen, SEU-Modell, Transaktionskosten, Tritt-Brett-Fahrer, Realisierbarkeit, Mikroebene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Realisierbarkeit eines idealen Wohlfahrtsstaates, der auf den Konzepten von Gøsta Esping-Andersen basiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der De-Kommodifizierung und Stratifizierung sowie deren Auswirkungen auf das Handeln rationaler Akteure.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob das Ideal des Wohlfahrtsstaates – maximale soziale Sicherheit für alle ohne Diskriminierung – tatsächlich realisierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Rational-Choice-Handlungstheorie und das Subjective Expected Utility (SEU) Modell als analytisches Instrumentarium.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Esping-Andersen, leitet daraus einen Idealtypus ab und untersucht die ökonomischen Folgen für Erwerbstätige und den Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wohlfahrtsstaat, Rational Choice, Kollektivgut, De-Kommodifizierung und Stratifizierung sind die zentralen Begriffe.

Warum bezeichnet der Autor Sozialleistungen als "exklusives Kollektivgut"?

Obwohl sie als Kollektivgut allen zur Verfügung stehen sollen, sind sie exklusiv, da ihre Bereitstellung durch knappe Ressourcen begrenzt ist und der Konsum des Einzelnen die Verfügbarkeit für andere mindert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Realisierbarkeit?

Der Autor verneint die Realisierbarkeit, da der ideale Wohlfahrtsstaat durch rationale Akteure und systemische Kosten zu einer ökonomischen Selbstauflösung führt.

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Details

Titel
Kann es einen „idealen Wohlfahrtsstaat“ geben? - Eine theoretische Untersuchung auf Basis von Rational Choice
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Wohlfahrtsstaaten im Vergleich
Note
1,0
Autor
Steffen Kroggel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V76849
ISBN (eBook)
9783638826433
ISBN (Buch)
9783638873147
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kann Wohlfahrtsstaat“ Eine Untersuchung Basis Rational Choice Wohlfahrtsstaaten Vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Kroggel (Autor:in), 2007, Kann es einen „idealen Wohlfahrtsstaat“ geben? - Eine theoretische Untersuchung auf Basis von Rational Choice, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76849
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Leseprobe aus  19  Seiten
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