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Kreationismus vs. Darwinismus

Wie die Kontroverse um fundamentalistisch-religiöse Werte vs. wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse die amerikanische Nation spaltet

Titel: Kreationismus vs. Darwinismus

Seminararbeit , 2007 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Koehler (Autor:in)

Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Begegnet man heute Zeit z.B. in den Medien der westlichen Welt dem Begriff „Religiöser Fundamentalismus“, so weckt dies häufig Assoziationen mit tschadorverhüllten Musliminnen, radikalen Islamisten oder auch allgemein mit extrem konservativ-religiösen Wertvorstellungen. Dass es jedoch amerikanische Protestanten waren, die bereits Anfang des letzten Jahrhunderts den Begriff Fundamentalismus prägten, gerät darüber fast in Vergessenheit. Für sie stand eine klare Abgrenzung von „liberalen“ Protestanten, und deren laxe Interpretation des christlichen Glaubens sowie eine Rückbesinnung auf das Fundament der christlichen Tradition – einhergehend mit einer buchstabengetreuen Bibelauslegung, dem Literalismus – im Vordergrund.

Protestantische Fundamentalisten organisieren sich heute in den USA u.a. in tendenziell militanten Gemeinden Evangelikaler als Anhänger eines kreationistischen Gedankenguts. Sie vertreten weitgehend die Schöpfungsgeschichte gemäß der biblischen Genesis und lehnen wissenschaftliche Evolutionstheorien z.B. nach Darwin ab.

Bei der Betrachtung und Bewertung der Kontroverse Kreationismus vs. Darwinismus spielt die besondere Situation der USA im Hinblick auf ihr verfassungsgeschütztes Selbstverständnis bzgl. der Trennung zwischen Staat und Kirche bzw. Religion eine wichtige Rolle.

...

Warum im Amerika des 20. und 21. Jahrhunderts, in einem der fortschrittlichsten Staaten der Welt, Religion und insbesondere die strikte Ablehnung einiger bedeutender Erkenntnisse der Wissenschaft noch immer einen so großen Einfluss genießt, versucht diese Arbeit im Folgenden zu analysieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Evolutionstheorie Darwins

3. Sozialdarwinismus

4. Kreationismus

5. Die Entwicklung der Kreationismus/Darwinismus-Debatte: Vom „Affenprozess“, „Intelligenten Designern“ und „Pastafarians“

6. Schlussbetrachtung

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Kontroverse zwischen fundamentalistisch-religiösen Werten und wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen der Evolutionstheorie in den Vereinigten Staaten. Dabei wird analysiert, wie das spezifische verfassungsrechtliche Verhältnis von Staat und Kirche die Debatte prägt und warum dieser Konflikt trotz des wissenschaftlichen Fortschritts weiterhin tief in die US-amerikanische Gesellschaft hineinreicht.

  • Historische Genese und Einfluss des Kreationismus in den USA.
  • Wissenschaftliche Fundierung der Evolutionstheorie vs. biblische Schöpfungslehre.
  • Rolle des Sozialdarwinismus als politischer und gesellschaftlicher Diskussionspunkt.
  • Juristische Auseinandersetzungen um Lehrpläne an öffentlichen Schulen (vom Scopes Trial bis zu modernen Urteilen).
  • Entstehung von Gegenbewegungen und satirischen Reaktionen wie der „Church of the Flying Spaghetti Monster“.

Auszug aus dem Buch

3. Sozialdarwinismus

Das Phänomen des Sozialdarwinismus basiert u.a. auf der Übertragung der biologischen Selektionstheorie Darwins auf die gesellschaftliche Ebene. Aufgrund seines Missbrauchs in Zusammenhang mit Rassenideologie und Antisemitismus während des Dritten Reichs in Deutschland ist es in heutiger Zeit eines der am kontroversesten diskutierten. Ob die damalige Berufung auf den englischen Wissenschaftler rechtens war, ist äußerst fragwürdig – wie folgender Abschnitt zeigen soll.

Ein Wegbereiter des Sozialdarwinismus war der britische Philosoph und Soziologe Herbert Spencer. In seinem Werk „Growth, Development, Structure and Function“ schreibt er zur „Nature of Sociology“:

“It is a truth in Sociology, comparable to the biological truth that the first step in the production of any living organism, high or low, is a certain differentiation whereby a peripheral portion becomes distinguished from a central portion. And such exceptions to this biological truth as we find in those minute non-nucleated portions of protoplasm that are the very lowest living things, are paralleled by those exceptions to the sociological truth, seen in the small incoherent assemblages formed by the very lowest types of men.”

Spencer ging davon aus, dass menschliche Gesellschaften wie biologische Arten einem Entwicklungsprozess unterliegen, in dem Erfolg und Überleben der Stärksten einer Generation zur permanenten Verbesserung der Gruppe führt. Der Begriff des Stärksten konnte hier sowohl im direkten Sinne als auch metaphorisch zum Beispiel im Sinne kultureller Überlegenheit verstanden sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entstehung des Begriffs Fundamentalismus in den USA und skizziert die verfassungsrechtliche Spannung zwischen der Trennung von Staat und Kirche sowie der Debatte um die Evolutionstheorie.

2. Die Evolutionstheorie Darwins: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge der Theorie Charles Darwins und zeigt auf, warum sie mit der biblischen Genesis und der traditionellen Sonderstellung des Menschen in Konflikt geriet.

3. Sozialdarwinismus: Hier wird der problematische Transfer biologischer Selektionsprinzipien auf die menschliche Gesellschaft untersucht, der oft missbräuchlich zur Rechtfertigung sozialer Hierarchien verwendet wurde.

4. Kreationismus: Es werden die verschiedenen Strömungen des Kreationismus und deren sozioökonomische Hintergründe sowie die ablehnende Haltung gegenüber wissenschaftlicher Evolutionstheorien dargestellt.

5. Die Entwicklung der Kreationismus/Darwinismus-Debatte: Vom „Affenprozess“, „Intelligenten Designern“ und „Pastafarians“: Das Kapitel analysiert chronologisch die rechtlichen und gesellschaftlichen Kämpfe um Lehrinhalte, von wegweisenden Gerichtsprozessen bis hin zu modernen satirischen Protestbewegungen.

6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die tiefe Verflechtung von religiösem Glauben und amerikanischem Selbstverständnis zusammen und konstatiert, dass dieser gesellschaftliche Konflikt weiterhin aktuell bleibt.

7. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Kreationismus, Darwinismus, Evolutionstheorie, Sozialdarwinismus, Scopes Trial, Intelligent Design, Fundamentalismus, Establishment Clause, USA, Religion, Wissenschaft, Schöpfungsgeschichte, Bildungspolitik, Pastafarians, Säkularisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Konflikt zwischen der Lehre der Evolution und fundamentalistisch-religiösen Schöpfungsvorstellungen in den USA.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die wissenschaftlichen Grundlagen Darwins, die politische Instrumentalisierung durch den Sozialdarwinismus, die rechtliche Verankerung des Religionsunterrichts und die kulturelle Spaltung innerhalb der amerikanischen Nation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum religiöse Vorbehalte gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen in einem technologisch hoch entwickelten Land wie den USA auch heute noch einen solch starken Einfluss auf das öffentliche Leben ausüben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verfolgt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der durch eine historische Analyse von Diskursen, juristischen Grundsatzentscheidungen und soziologischen Hintergründen untermauert wird.

Was umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil beleuchtet die Evolutionstheorie, die Fehlinterpretation des Sozialdarwinismus, die Ausdifferenzierung des Kreationismus sowie die historische Entwicklung der Rechtsstreitigkeiten in den USA.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Die Arbeit lässt sich vor allem über die Begriffe Kreationismus, Evolution, Religion, Politik und die verfassungsrechtliche "Establishment Clause" definieren.

Wie reagieren die USA auf das Konzept des Intelligent Design?

Das Konzept wird oft als ein moderner Versuch der Kreationisten gewertet, ihre Lehre durch einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich wieder in die öffentlichen Klassenzimmer zu integrieren, was zu massiven politischen Debatten in Bundesstaaten wie Kansas führt.

Was hat es mit den "Pastafarians" auf sich?

Es handelt sich um eine satirische Bewegung, die aufzeigt, wie religiöse Argumente instrumentalisiert werden, indem sie die Anerkennung ihrer eigenen "Religion" im Unterricht mit demselben Recht wie die Kreationisten einfordern.

Welche Bedeutung hat das Establishment Clause in diesem Zusammenhang?

Es bildet den verfassungsrechtlichen Rahmen, der die Trennung von Staat und Kirche garantiert und damit die Grundlage für die juristischen Siege der Evolutionstheorie gegen religiös motivierte Lehrverbote bietet.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kreationismus vs. Darwinismus
Untertitel
Wie die Kontroverse um fundamentalistisch-religiöse Werte vs. wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse die amerikanische Nation spaltet
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
„Kultur und Gesellschaft: America Divided?“
Note
2,0
Autor
Julia Koehler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V77343
ISBN (eBook)
9783638828154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreationismus Darwinismus Gesellschaft America Divided
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Koehler (Autor:in), 2007, Kreationismus vs. Darwinismus , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77343
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