Die zunehmende Globalisierung in den letzten Jahrzehnten sorgte für grundlegende Veränderungen in fast allen Güter- und Dienstleistungs-märkten. Technologische Innovationen, Just-in-Time- (JIT) und Just-in-Sequence-Konzepte (JIS), aber auch eine damit einhergehende Komplexität und immer größer werdende Konkurrenz auf fast allen Märkten führen zu immer neuen Herausforderungen für Produzenten von Sachgütern und Dienstleistungen, die auch im Bereich des Supply-Chain-Management (SCM) anzutreffen sind.
Lieferanten werden somit auch immer mehr in den Produktionsprozess mit eingebunden, so dass der Auswahl von Lieferanten eine besondere Rolle zu teil geworden ist.
Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Prozess der Lieferantenbewertung und -auswahl auseinander und soll eine mögliche Vorgehensweise zeigen, wie Unternehmen ihren Beschaffungsmarkt anhand ausgewählter Kriterien und Instrumente untersuchen können.
Zuerst werden Grundlagen, Bedeutung sowie Vorzüge des Lieferantenratings und eine Prozessdarstellung der Lieferantenauswahl erläutert. Als nächstes werden externe und interne Kriterien aufgeführt, anhand derer ein Lieferantenrating durchgeführt werden kann. Darauf folgen Instrumente des Lieferantenratings, die in einfache, klassische und moderne Instrumente untergliedert sind. Der vorletzte Punkt behandelt die aus der Sicht der Autoren fünf gängigsten Verfahren, die bei einem Lie-ferantenrating angewandt werden können.
Schließlich wird die Hausarbeit mit einer kritischen Reflexion abgerundet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen und Bedeutung des Lieferantenratings
3. Vorzüge eines ausgereiften Lieferantenratings
4. Prozessdarstellung der Lieferantenauswahl
5. Kriterien der Bewertung
5.1 Anforderungen an die Bewertungskriterien
5.2 Interne Faktoren
5.3 Externe Faktoren
5.3.1 Einkaufspreise
5.3.2 Qualität
5.3.2.1 Qualität der angebotenen Leistung
5.3.2.2 Qualität der erbrachten Leistung
5.3.3 Lieferservice
5.3.4 Weitere externe Kriterien
6. Instrumente des Lieferantenratings
6.1 Einfache Ratinginstrumente
6.2 Klassische Ratinginstrumente
6.2.1 ABC-Analyse
6.2.2 SWOT-Analyse
6.3 Moderne Ratinginstrumente
6.3.1 Balanced Scorecard (BSC)
6.3.2 Individual-Matrix
7. Bewertungsverfahren
8. Kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht den Prozess der Lieferantenbewertung und -auswahl, um eine systematische Vorgehensweise aufzuzeigen, wie Unternehmen ihren Beschaffungsmarkt mittels definierter Kriterien und Instrumente analysieren können.
- Bedeutung und Nutzen eines strukturierten Lieferantenratings
- Prozessschritte der Lieferantenauswahl
- Differenzierung zwischen internen und externen Bewertungskriterien
- Methodische Ansätze von einfachen über klassische bis hin zu modernen Ratinginstrumenten
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Einkaufspreise
Die externen Faktoren beziehen sich im Gegensatz zu den internen nicht auf die Abnehmerseite, sondern auf die Lieferantenseite. Wichtige Bewertungsparameter, die sich im Laufe der Zeit in größeren Unternehmen wie Siemens oder John Deere herauskristallisiert haben, sind die Einkaufspreise, die Qualität der angebotenen sowie der erbrachten Leistung und der Lieferservice. Im Folgenden werde ich darauf näher eingehen.. Im letzten Unterpunkt werden dann weitere externe Kriterien zusammengefasst und kurz erläutert.
Um den Bereich der Einkaufspreise zu betrachten, sollte auf drei große Aspekte geachtet werden. Zum einen das Konditionenmodell des Lieferanten, das Kalkulationsmodell für die Einkaufspreise und schließlich die Folgekosten, die durch den möglichen neuen Lieferanten entstehen. Unter den Bereich des Konditionenmodells fallen bspw. die verschiedenen Rabattarten, die ein Lieferant in seine Liefer- und Zahlungsbedingungen integriert hat. So kann er z. Bsp. Funktions-, Mengen-, oder Zeitrabatte gewähren.
Funktionsrabatte können bei Durchführung einer bestimmten Funktion gewährt werden. Werden durch den Abnehmer Mengen in großem Volumen abgenommen, ist es möglich, Mengenrabatte zu erhalten. Zeitrabatte können für einen bestimmten Zeitraum gewährt werden (Saisonrabatte, Auslaufrabatte, etc).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Kontext der Globalisierung und die wachsende Bedeutung des Lieferantenmanagements.
2. Grundlagen und Bedeutung des Lieferantenratings: Definiert den Begriff des Lieferantenratings als strukturiertes Analyseinstrument.
3. Vorzüge eines ausgereiften Lieferantenratings: Erläutert die Vorteile wie Risikominimierung, Kostensenkung und verbesserte Lieferantenbeziehungen.
4. Prozessdarstellung der Lieferantenauswahl: Visualisiert den Auswahlprozess mittels eines Filtermodells.
5. Kriterien der Bewertung: Klassifiziert Anforderungen in interne und externe Faktoren zur objektiven Lieferantenbeurteilung.
6. Instrumente des Lieferantenratings: Unterteilt Ratinginstrumente in einfache, klassische und moderne Ansätze zur Leistungsbewertung.
7. Bewertungsverfahren: Stellt verschiedene quantitative und qualitative Methoden wie Scoring-Modelle oder Kennzahlenvergleiche vor.
8. Kritische Reflexion: Fasst den Nutzen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses durch Lieferantenrating zusammen.
Schlüsselwörter
Lieferantenrating, Lieferantenbewertung, Beschaffungsmanagement, Lieferantenauswahl, Einkaufspreise, Qualitätssicherung, Lieferservice, ABC-Analyse, SWOT-Analyse, Balanced Scorecard, Scoring-Modell, Kennzahlensysteme, Supply-Chain-Management, Konditionenmodell, Prozessoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Bewertung und Auswahl von Lieferanten im Kontext eines modernen Supply-Chain-Managements.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Bewertungskriterien, die Anwendung unterschiedlicher Ratinginstrumente und die Wahl geeigneter Bewertungsverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine methodische Vorgehensweise aufzuzeigen, mit der Unternehmen ihre Beschaffungsmärkte transparent und objektiv untersuchen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden gängige betriebswirtschaftliche Controllinginstrumente wie die ABC-Analyse, SWOT-Analyse und Balanced Scorecard analysiert und auf ihre Eignung im Lieferantenrating geprüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Auswahlprozesses, die Detaillierung interner und externer Kriterien sowie die Vorstellung verschiedener Ratinginstrumente und Verfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Lieferantenrating, Beschaffung, Scoring-Modell, Lieferqualität und Lieferantenauswahl.
Was unterscheidet interne von externen Faktoren bei der Bewertung?
Interne Faktoren beziehen sich auf die Struktur des Abnehmerunternehmens, während externe Faktoren die Leistungsseite des Lieferanten (Preis, Qualität, Service) adressieren.
Warum wird das Scoring-Modell im Buch besonders hervorgehoben?
Das Scoring-Modell wird bevorzugt, da es eine transparente Entscheidungsfindung ermöglicht, qualitative Kriterien quantifizierbar macht und leicht automatisierbar ist.
Welche Rolle spielt die "Kritische Reflexion" am Ende?
Sie betont, dass ein Lieferantenrating keine einmalige Aufgabe ist, sondern einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess darstellt, von dem beide Seiten profitieren können.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem der Subjektivität bei Bewertungen um?
Sie empfehlen, abteilungsübergreifende Gremien wie ein "Sourcing Committee" einzusetzen, um unterschiedliche Fachperspektiven in die Bewertung einfließen zu lassen.
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- Benjamin Augustin (Author), Christian Zumsande (Author), 2007, Der Prozess des Lieferantenrating - Kritierien, Instrumente, Reflexion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77529