Das Taufkleid - die Taufe als Ritual und deren Bedeutung


Seminararbeit, 2005

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Taufe?

3. Der Ablauf des heutigen Taufritus
3.1 Eröffnung der Feier
3.2 Eröffnung der Messe, bzw. des Wortgottesdienstes
3.3 Spendung der Taufe
3.4 Entlassung

4. Die Symbole des Taufritus
4.1 Kreuzzeichen
4.2 Wasser
4.3 Öl
4.4 Taufkerze
4.5 Taufkleid

5. Liturgische Gewänder
5.1 Geschichte
5.2 Bedeutung und Farbsymbolik

6. Das Taufkleid
6.1 Geschichte des Taufkleides
6.2 Die Symbolik des Taufkleides

7. Schluss

8. Quellenangabe
8.1 Literaturverzeichnis
8.2 Internetrecherche

9. Anhang

1. Einleitung

Für das Thema meiner Seminararbeit habe ich das Taufkleid gewählt.

Hierfür erscheint es mir notwendig, mich zuerst mit der Taufe als Ritual und deren Bedeutung zu befassen.

Da das Taufkleid ein Symbol des Taufsakramentes ist, ist es meines Erachtens wichtig, auch auf die weiteren Symbole der Taufe einzugehen, und mich dann anschließend speziell mit dem Taufkleid zu beschäftigen.

Während meiner Informationsrecherche musste ich feststellen, dass es sehr viele Angebote zum Thema Taufkleid gibt. Besonders im Internet finden sich unzählige Versandhandel, Online-Shops, etc., jedoch wird nirgends darauf eingegangen, warum und seit wann es das Taufkleid gibt, welche Symbolik und Bedeutung dahinter steht.

Um diesen Verdacht, dass nur sehr wenige, die genaue Bedeutung des Taufkleides kennen, näher zu untersuchen, habe ich mich in einem Internet-Forum umgehört und auch dort stellte sich heraus, dass die Bedeutung des Taufkleides wenig bekannt ist. Es gehört zum Ritus der Taufe, bekommt jedoch im Vorfeld wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Daher empfinde ich es als besonders wichtig und interessant, die Geschichte und Bedeutung des Kleides in den Vordergrund zu stellen.

2. Was ist Taufe?

Schon früher war die Geburt eines Kindes etwas Geheimnisvolles, etwas Göttliches. Daher kam offensichtlich schon damals der Wunsch auf, „das Geheimnis der Geburt und das göttliche Geschenk eines Kindes durch Riten auszudrücken.“[1] Diese Riten beinhalteten häufig die Symbolik des Wassers als Waschung und Reinigung. Das Kind wird gewaschen und somit von allem befreit, „was sein wahres Wesen verhüllt.“[2] Durch das Wasser kommt das Kind mit der „wahren Quelle des Lebens“[3] in Berührung.[4]

Die Taufe ist schon immer ein Zeichen dafür gewesen, dass der Täufling eine Verbindung eingeht; er geht eine Bindung mit Jesus Christus ein und symbolisiert somit, dass er bereit ist, mit ihm gemeinsam sein Leben zu gestalten.[5]

Jesus selbst berührt während des Ritus das Kind und „gießt ihm sein göttliches Leben und seine bedingungslose Liebe ein“[6], somit wird dargestellt, dass Gott uns einen „neuen Bund der Freundschaft und Liebe“[7] schenkt und uns Menschen so annimmt, wie wir sind.

Ferner soll der Taufritus uns die Augen öffnen und erkennen lassen, dass das Kind nicht nur Kind der Eltern, der Familie, sondern ein Kind Gottes ist, welcher so einen neuen Anfang setzt.[8]

Gott lässt uns im Leben und Tod nicht alleine, Er hält seine schützende Hand und seine heilende Kraft stellvertretend für uns alle über das Kind.

Durch die Taufe bekommt jedes Kind einen Engel an die Seite gestellt.[9] Somit werden die Eltern entlastet; sie müssen nicht mehr alles richtig machen, denn nun hilft Gott, dem Kind den richtigen Weg zu weisen.[10]

Des Weiteren entsteht durch die Taufe eine Eingliederung in die Kirchengemeinschaft, in die Gemeinschaft derer, die an das Leben nach dem Tod glauben und ihr Leben an Hand dieses Glaubens gestalten. Die Taufe ist folglich auch eine Zusage der Auferstehung und Zeichen des Glaubens.[11]

Früher wurde der Täufling nicht wie es heute üblich ist, mit Wasser begossen, sondern dreimalig untergetaucht.

Dies hatte eine sehr symbolische Bedeutung.

„Die Taufe verbindet uns mit dem gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Christus.“[12]

Durch das dreimalige Untertauchen wurden der Tod und die Auferstehung dargestellt.
Der Täufling taucht unter und nimmt so am Tod Jesu Anteil, aber er taucht wieder auf, so wie Jesus vom Tode auferstand.

Das Geschehen des Todes Jesu wird folglich symbolisiert und somit für den Täufling wirksam.

Durch den Tod hat Jesus die Menschen von ihren Sünden befreit und so wurde durch das Untertauchen auch der Getaufte von all seinen Sünden freigesprochen.

Das Auftauchen symbolisiert also den Eintritt in ein neues Leben, wie auch die Taufe der Beginn eines neuen Lebens ist.[13]

3. Der Ablauf des heutigen Taufritus

3.1 Eröffnung der Feier

Zu Beginn findet die Begrüßung statt. Der Pfarrer fragt die Eltern nach dem Namen des Kindes, und was sie sich von der Kirche erbitten. Die Eltern deklarieren folglich öffentlich, dass sie selbst die Taufe für ihr Kind wollen und bestätigen somit vor der versammelten Gemeinde, dass sie ihr Kind im Glauben erziehen wollen.

3.2 Eröffnung der Messe, bzw. des Wortgottesdienstes

Pfarrer, Eltern und Paten zeichnen dem Täufling das Zeichen Jesu, ein Kreuz, auf die Stirn, somit verdeutlichen sie die Bereitschaft dazu, das Kind christlich und im Glauben an Gott zu erziehen.

Im Anschluss daran benennt der Pfarrer die wichtigsten Heiligen der katholischen Kirche[14]. Die Gemeinde antwortet: „Bittet für uns!“

Der Täufling wird Teil der Gemeinschaft der Heiligen (Gemeinschaft der Getauften). Diese, die nun benannt werden, sind bereits verstorben und somit, nach Glauben der Kirche, bei Gott. Sie werden gebeten, auf den Täufling herabzuschauen und ihm ihre besondere Obacht zuteil kommen zu lassen.

Es folgen Lesungen aus der Heiligen Schrift, welche eventuell erläutert werden.

3.3 Spendung der Taufe

Der Pfarrer lobt Gott für seine Werke. „Er [Gott] ist Spender des Lebens. Das Hauptsymbol für Leben ist Wasser.“[15] So wird das Taufwasser gesegnet.

Bei der heute üblichen Kindertaufe übernehmen Eltern und Paten die Verantwortung für das Kind und die Erziehung im Glauben.

Ihr eigenes Vertrauen und den Glauben in und an Gott bringen sie im Taufbekenntnis zum Ausdruck.

Zuerst erteilen sie allem Bösen in der Welt eine Absage.

(Pfarrer: „Widersagt ihr…?“ – Alle: „Wir widersagen!“)

Anschließend wird das Vertrauen und der Glaube an Gott „in der uralten, dreigliedrigen Form“[16] aufgezeigt.

(Pfarrer: „Glaubt ihr an Gott Vater… (Sohn, Heiligen Geist)? – Alle: „Wir glauben!“)

Nun wird dem Täufling meist dreimalig vom Pfarrer das Taufwasser über den Kopf gegossen, der dabei die Worte spricht: „«Name», ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! – Amen!“

Anschließend wird das Kind mit Chrisam und Katechumenenöl gesalbt.

Jesus selbst war ein Gesalbter (christos – griech.: ‚Der Gesalbte’). Da der Täufling nun zu Jesus gehört, wird auch er gesalbt. Die Salbung mit Chrisam symbolisiert zusätzlich, dass das Kind nun etwas Besonderes ist. In früheren Zeiten wurden Priester, Propheten und Könige für ihre Ämter gesalbt. Der Täufling ist folglich vor Gott genauso bedeutend, wie einst Könige und Propheten es waren.

Die Salbung mit Katechumenenöl, welches das Öl der Heilung ist, soll verdeutlichen, dass die heilende Kraft Jesu auf das Kind wirkt und es beschützt.[17]

Nachdem dem Kind das weiße Kleid als Zeichen der Reinheit und Unschuld angelegt worden ist, wird die Taufkerze an der Osterkerze, welche symbolisch für die Auferstehung Jesu steht, entzündet.

„Die Kinder (die Paten übernehmen sie stellvertretend) erhalten nun ihre kleine Osterkerze“[18] ; dieses steht sinnbildlich dafür, dass ihnen durch die Taufe die Auferstehung und das ewige Leben geschenkt wird.

Im Anschluss daran werden die Fürbitten gesprochen und es kann die Eucharistiefeier stattfinden.

Im weiteren Verlauf wird das ‚Vaterunser’ gebetet als Zeichen dafür, dass wir alle und nun besonders das neugetaufte Kind, Kinder Gottes sind.

3.4 Entlassung

Der Pfarrer segnet nun alle Anwesenden. „Er spricht ihnen im Auftrag Gottes dessen Segen, Hilfe und Schutz zu.“[19][20]

4. Die Symbole des Taufritus

Das Sakrament der heutigen Taufe besteht aus unterschiedlichen Ritualen, welche alle mit verschiedenen Symbolen verknüpft werden.

Da diese Symbole ebenso zur Taufe gehören wie das weiße Gewand, das Taufkleid, möchte ich sie an dieser Stelle kurz erwähnen.

[...]


[1] Grün, Taufe, S. 15.

[2] Grün, Taufe, S.15.

[3] Grün, Taufe, a.a.O.

[4] Vgl. Grün, Taufe, S.14f.

[5] Vgl. Frisch, Sakramente, S.10 und dgl. S. 19.

[6] Grün, Taufe, S.17.

[7] Frisch, Sakramente, S.15.

[8] Vgl. Grün, Taufe, S.16f.

[9] Vgl. Grün, Taufe, a.a.O.

[10] Vgl. Grün, Taufe, S. 17.

[11] Vgl. Frisch, Sakramente, S. 18f.

[12] Ott/Ott, Eltern, S. 38.

[13] Vgl. Ott/Ott, Eltern, S. 38.

[14] Heilige Maria, heiliger Joseph, heiliger Johannes der Täufer, heiliger Petrus, heiliger Paulus, weiter der Namenspatron des Kindes, sowie der Eltern und Paten, der Kirche und des Ortes (vgl. Gotteslob, S. 86 und www.kath-kirche-eisenstadt.at).

[15] www.pfarre-schwechat.at.

[16] www.pfarre-schwachat.at.

[17] Vgl. Grün, Taufe, S.26f.

[18] www.pfarre-schwechat.at.

[19] www.pfarre-schwechat.at.

[20] Vgl. www.pfarre-schwechat.at und Frisch, Sakramente, S. 28ff.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das Taufkleid - die Taufe als Ritual und deren Bedeutung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Einführung in die Kirchengeschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V77535
ISBN (eBook)
9783638830676
ISBN (Buch)
9783638831161
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Taufkleid, Taufe, Ritual, Bedeutung, Einführung, Kirchengeschichte
Arbeit zitieren
Julia Wenigmann (Autor), 2005, Das Taufkleid - die Taufe als Ritual und deren Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77535

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