Mitte der 90er Jahre befanden sich die Medien in einem einzigartigem Aufstieg doch seit dem Jahr 2001 befinden sie sich in einer ebenso einzigartigen Krise. Hohe Verluste und Streichung von Arbeitsplätzen im erhofften Zukunftsmarkt der Online-Inhalte sind keine Seltenheit. Offenbar erhoffte man sich mit kostenpflichtigen Artikeln ein gewinnbringendes Geschäft, was sich im Nachhinein als grosse Illusion herausstellte. Daraus folgt, dass sich der New-Media-Sektor nicht richtig durchsetzen konnte. Trotz des enormen Erfolges des Internets hadern die professionellen Medien mit den Herausforderungen die an sie gestellt werden. Es wurde zwar viel Aufwand und grosse Investitionen in Onlineprojekte gesteckt aber die meisten von ihnen scheiterten. Bekannte Beispiele sind: Bertelsmann mit Lycos und Springer mit Bild.de. Das flüchtige Wesen des Internetnutzers macht es der althergebrachten Medienbranche auch nicht gerade einfach mit ihren Kunden langfristig zu planen. Aus dieser Not entwickelten sie Portale. Eine Einstiegswebsite die den User gar nicht auf die Idee kommen lassen sollte auf andere Angebote im Web zurückzugreifen. Doch die Rechnung ging nicht auf, die meisten Nutzer ignorierten die Portale oder nahmen bestenfalls die E-Maildienste in Anspruch. Die Ausnahmen von der Regel sind Spiegel.de und Heise.de, welche sich im laufe der Zeit zu richtigen Marken im Internet entwickelten. Was die professionellen Medien aufgrund dessen zuletzt gebrauchen können, ist eine neue Konkurrenz. Eine die schneller ist und bei Google im Ranking ganz vorne steht, sich gegenseitig vernetzt, authentisch ist und sich einem grossen Leserkreis erfreut. All diese Merkmale erfüllt ein Weblog.
„Mathias Müller von Blumencron, Chefredaktor von Spiegel Online, machte sich im November 2004 nicht gerade zum König der Blogger-Herzen, als er in einem Interview kundtat, 99 Prozent aller Blogs seien `Müll` und nachschob, `oder zumindest nicht journalistisch relevant`.“ Dieser Aussage haben Blogger jedoch mehrere Argumente entgegenzuhalten.
Ihr Motto lautet: Don`t hate the media. Become the media.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung des Themas
- Was sind Weblogs?
- Entstehung und Entwicklung von Weblogs
- Graswurzel-Journalismus
- Aktueller Stand: Medienkritik dank Watchblogs
- Der BILDblog.de
- Blogger vs. Journalisten
- Ungleiche Ausgangslage
- Der Inhalt zählt
- Einfluss von PR und Werbung
- Wer recherchiert besser?
- Einfluss von Vernetzung und Schnelligkeit
- Gewinner und Verlierer
- Fazit
- Selbstkritische Beurteilung der Erarbeitung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Weblogs und deren Bedeutung für die Medienkritik. Im Vordergrund steht die Analyse des Einflusses, den Weblogs auf die traditionelle Medienlandschaft haben.
- Entstehung und Entwicklung von Weblogs
- Weblogs als neue Form des Journalismus
- Medienkritik durch Weblogs
- Vergleich von Weblogs und traditionellen Medien
- Einfluss von Weblogs auf die Medienlandschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die Einordnung des Themas und beleuchtet den aktuellen Stand der Medienlandschaft im Kontext des Aufkommens von Weblogs. Kapitel 2 definiert Weblogs und unterscheidet sie von anderen Internet-Plattformen. In Kapitel 3 wird die Entstehung und Entwicklung von Weblogs beleuchtet, wobei auch die Bedeutung des 11. September 2001 für die Verbreitung von Blogs hervorgehoben wird. Kapitel 4 widmet sich dem Thema "Graswurzel-Journalismus" und stellt den Zusammenhang zwischen Weblogs und dieser neuen Form des Journalismus her.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Themen Weblogs, Medienkritik, Graswurzel-Journalismus, traditionelle Medien, Internet, Online-Inhalte, Vernetzung und Schnelligkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Weblog (Blog)?
Ein Weblog ist eine webbasierte Plattform, auf der Autoren (Blogger) regelmäßig Inhalte veröffentlichen, die oft persönlich, authentisch und vernetzt sind.
Was versteht man unter Graswurzel-Journalismus?
Graswurzel-Journalismus bezeichnet eine Form der Berichterstattung, die von Bürgern und Amateuren (oft über Blogs) statt von professionellen Medienhäusern ausgeht.
Was sind Watchblogs?
Watchblogs sind spezialisierte Weblogs, die traditionelle Medien kritisch beobachten und Fehler oder Manipulationen aufdecken, wie zum Beispiel der BILDblog.
Warum haben professionelle Medien Probleme mit dem Internet?
Viele Verlage scheiterten an kostenpflichtigen Modellen und der Schnelllebigkeit der Nutzer, während Blogs oft ein höheres Google-Ranking und eine engere Vernetzung erzielen.
Welches Ereignis förderte die Verbreitung von Blogs?
Der 11. September 2001 gilt als wichtiger Wendepunkt, der das Bedürfnis nach schnellen, individuellen Informationen und Blogs massiv steigerte.
- Quote paper
- Isabelle Walther (Author), 2006, Digitale Wachhunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77861