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Die Erweiterung des Wortschatzes in französisch-basierten Kreolsprachen

Title: Die Erweiterung des Wortschatzes in französisch-basierten Kreolsprachen

Term Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Evelyn Glose (Author)

French Studies - Linguistics
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"A creole arises when a pidgin becomes the mother tongue of a speech community. The simple structure that characterized the pidgin is carried over into the creole but since a creole, as a mother tongue, must be capable of expressing the whole range of human experience, the lexicon is expanded and frequently a more elaborate syntactic system evolves." (Todd 1974: 3)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem, was Todd mit „the lexicon is expanded“ umschreibt. Wie erweitern Kreolsprachen ihren Wortschatz und auf welche Modelle greifen sie zurück? Wie stark ist dabei der Einfluss der Basissprache, wie stark der von Substratsprachen? Als Basissprache gilt in diesem Fall das Französische; man kann jedoch davon ausgehen, dass Kreolsprachen auf englischer oder portugiesischer Basis ähnliche, wenn nicht sogar die selben Mechanismen zur Wortschatzerweiterung benutzen.
Die Arbeit soll ohne Anspruch auf Vollständigkeit einen Überblick über die Neologie-Modelle geben, derer sich die (französisch-basierten) Kreolsprachen bedienen, gleichzeitig aber auch Besonderheiten aufzeigen, die den Kreolsprachen bei der Erweiterung ihres Wortschatzes eigen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 WORTSCHATZERWEITERUNG IN FRANZÖSISCH-BASIERTEN KREOLSPRACHEN

2.1 durch Entlehnung

2.2 durch Bedeutungswandel

2.2.1 Bedeutungserweiterung und Bedeutungsverengung

2.2.2 Metapher und Metonymie

2.2.3 Kohyponymische Übertragung

2.2.4 Volksetymologie

2.3 durch Wortbildung

2.3.1 Konversion

2.3.2 Komposition

2.3.3 Derivation

2.3.4 Reduplikation

3 ZUSAMMENFASSUNG

4 BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen der Wortschatzerweiterung in französisch-basierten Kreolsprachen. Dabei wird analysiert, wie diese Sprachen ihr Lexikon durch Entlehnung, Bedeutungswandel und Wortbildung bereichern und inwiefern der Einfluss der Basissprache Französisch sowie von Substratsprachen hierbei eine Rolle spielt.

  • Prozesse der Wortschatzerweiterung (Entlehnung, Bedeutungswandel, Wortbildung).
  • Die Rolle der Basissprache Französisch im Vergleich zu Substratsprachen.
  • Soziolinguistische Faktoren wie Diglossie und Prestige.
  • Die Produktivität verschiedener Wortbildungsverfahren (Konversion, Komposition, Derivation, Reduplikation).
  • Untersuchung konkreter Beispiele aus verschiedenen kreolischen Sprachräumen.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Metapher und Metonymie

Bedeutungswandel ausgehend von metaphorischen oder metonymischen Assoziationen und Innovationen tritt wie in allen anderen Sprachen insgesamt sehr häufig auf, wobei auffällt, dass in den Kreolsprachen Metonymien frequenter als Metaphern sind.

Das Ergebnis metaphorischer Verwendung von Ausdrücken wird auch Bedeutungsübertragung genannt, während der Wandel, auf den die Metonymie hinauslaufen kann, auch Bedeutungsverschiebung betitelt wird (vgl. Bußmann 1990: 126). Diese Benennungen sind insofern richtig, als dass es sich bei der Metapher tatsächlich um eine bildhafte Übertragung einer Konzeptbezeichnung auf ein anderes Konzept handelt, wobei die Similarität der beiden Konzeptbereiche ausschlaggebend ist:

Im Allgemeinen geht die Übertragung vom Naheliegenden auf das Ferne, vom Bekannten, bereits Verstandenen auf das Fremde und Neue, vom Anschaulichen, Greifbaren auf das Abstrakte, Nicht-Dingliche, vom Natürlichen auf das künstlich Geschaffene. (Blank 2001: 74-75)

Zweifellos ist es anschaulicher, einen Abszess mit dem französischen Wort clou ‚Nagel’ zu beschreiben, wie es im Kr Gua der Fall ist (klou ‚Abszess’) (vgl. Detges 2005, 3. Sitzung: 10). Auch das Konzept Kopf, das in vielen Sprachen metaphorisch mit dem Konzept Obst/Gemüse belegt wird (vgl. dt. ‚Birne’, ‚Rübe’), findet sich in den Kreolsprachen ähnlich beschrieben: Im Kr Réu und Sey bedeutet koko sowohl ‚Kokosnuss’, als auch ‚Kopf’ (vgl. Chaudenson 1974: 913 bzw. D’Offay u.a. 1982: 168), wobei D’Offay/ Lionnet auf die diastratische Einordnung familier hinweisen. Gleichzeitig erwähnen sie das Syntagma koko latet, eine „expression imagée pour ‚la tête’.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der theoretischen Ausgangslage von Kreolsprachen und deren Lexikerweiterung sowie Vorstellung der untersuchten Datenbasis.

2 WORTSCHATZERWEITERUNG IN FRANZÖSISCH-BASIERTEN KREOLSPRACHEN: Analyse der sprachwissenschaftlichen Modelle, durch die Kreolsprachen ihren Wortschatz vergrößern, unterteilt in Entlehnung, Bedeutungswandel und Wortbildung.

2.1 durch Entlehnung: Untersuchung der Übernahme von Lexemen aus der französischen Gebersprache zur Bezeichnung neuer oder spezifischer Begriffe.

2.2 durch Bedeutungswandel: Beschreibung von semantischen Innovationsprozessen, die zu Bedeutungserweiterungen, -verengungen oder -verschiebungen führen.

2.2.1 Bedeutungserweiterung und Bedeutungsverengung: Erläuterung, wie sich das semantische Spektrum von Wörtern durch Generalisierung oder Spezialisierung basierend auf prototypischen Nutzungen verändert.

2.2.2 Metapher und Metonymie: Analyse von bildhaften Konzeptübertragungen und Bedeutungsverschiebungen durch räumliche oder zeitliche Nähe der Konzepte.

2.2.3 Kohyponymische Übertragung: Erklärung der Verschiebung von Bezeichnungen zwischen Unterbegriffen eines gemeinsamen Oberbegriffs, oft bei Tier- und Pflanzenarten.

2.2.4 Volksetymologie: Untersuchung von Prozessen, bei denen Wörter aufgrund mangelnder Kenntnis der wahren Etymologie reanalysiert und lautlich angepasst werden.

2.3 durch Wortbildung: Untersuchung der verschiedenen Techniken der Morphologie zur Bildung neuer Lexeme.

2.3.1 Konversion: Beschreibung des Übergangs von einer Wortart in eine andere ohne formale Veränderung des Wortes.

2.3.2 Komposition: Analyse der Bildung neuer Lexeme durch die Verbindung zweier oder mehrerer freier Morpheme.

2.3.3 Derivation: Untersuchung der Wortbildung durch Affigierung und deren Produktivität im kreolischen Kontext.

2.3.4 Reduplikation: Analyse der Wortmodifikation durch Wiederholung als Mittel der Intensivierung oder Bedeutungsvariation.

3 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Beobachtungen in den soziolinguistischen Gesamtrahmen der Kreolgesellschaften.

4 BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Kreolsprachen, Wortschatzerweiterung, Französisch, Entlehnung, Bedeutungswandel, Wortbildung, Konversion, Komposition, Derivation, Reduplikation, Soziolinguistik, Neologismen, Sprachkontakt, Lexikologie, Diglossie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den linguistischen Mechanismen, durch die französisch-basierte Kreolsprachen ihren Wortschatz erweitern, um den kommunikativen Anforderungen ihrer Sprecher gerecht zu werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Entlehnungsprozesse, verschiedene Arten des Bedeutungswandels sowie morphologische Verfahren der Wortbildung wie Konversion, Komposition, Derivation und Reduplikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Neologie-Modelle zu geben, derer sich diese Kreolsprachen bedienen, und dabei Besonderheiten aufzuzeigen, die durch den Kontakt mit der französischen Basissprache und Substratsprachen entstanden sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Untersuchung, die auf der Analyse existierender Wortschatzbeispiele aus verschiedenen kreolischen Sprachräumen basiert und diese mit theoretischen Modellen der Sprachwissenschaft vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei großen Bereiche Entlehnung, Bedeutungswandel (einschließlich Metaphern und Volksetymologie) sowie Wortbildung (mit Schwerpunkt auf Konversion und Komposition).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kreolsprachen, Wortschatzerweiterung, Sprachkontakt, Lexikologie, Konversion und Derivation.

Warum spielt die Diglossie eine wichtige Rolle bei der Entlehnung?

Da Französisch als prestigeträchtige Schriftsprache in den Kreolgesellschaften existiert, dient sie als primäre Quelle für Entlehnungen, insbesondere wenn es um neue oder abstrakte Konzepte geht.

Welchen Einfluss haben afrikanische Substratsprachen?

Besonders bei der Reduplikation wird ein Einfluss afrikanischer Substratsprachen vermutet, deren Wortbildungsmodelle durch Kontakt in das kreolische Lexikon übernommen wurden.

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Details

Title
Die Erweiterung des Wortschatzes in französisch-basierten Kreolsprachen
College
LMU Munich  (Institut für Romanische Philologie)
Course
Hauptseminar "Romanisch-basierte Kreolsprachen"
Grade
1,3
Author
Evelyn Glose (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V77966
ISBN (eBook)
9783638834841
ISBN (Book)
9783638837651
Language
German
Tags
Erweiterung Hauptseminar Romanisch-basierte Kreol Lexikon Wortschatz Französisch französisch-basiert Réunion Haiti Guadeloupe Martinique pidgin creol Neologismus Derivation Komposition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Evelyn Glose (Author), 2007, Die Erweiterung des Wortschatzes in französisch-basierten Kreolsprachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77966
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