Die Alzheimer-Krankheit betrifft aufgrund des demographischen Wandels immer mehr Menschen. Ob primär - als Betroffene - oder sekundär - als Kinder und Enkel der Betroffenen. Wie man mit Alzheimer-Kranken umgehen kann, raten die Broschüren der Alzheimer-Stiftungen: Patienten fördern, Verständnis zeigen, sich auf den gesundheitlichen Abbau einstellen, Geduld wahren - das sind die Vorschläge. Auch die Frage, wie man mit kleinen Kindern über die Krankheit spricht und wie man den Kontakt zu den kranken Familienmitgliedern gestalten kann, wird hier erwähnt.
Diese Arbeit untersucht die Verhaltenshinweisen, die in Ratgeberliteratur vorgeschlagen werden, gleicht sie mit psychologischen Ansichten ab und untersucht letztendlich, inwiefern diese Richtlinien in den fiktiven Geschichten der Kinderliteratur umgesetzt werden. Beispiel ist hier "Meine Oma Gisela", ein amerikanisches Kinderbilderbuch für 5- bis 9-jährige Kinder, welches die Geschichte von Katja und ihrer Oma Gisela erzählt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Alzheimersche Krankheit
2.1 Anfangsstadium
2.2 Fortschritt der Krankheit
2.3 Endstadium
3. Reaktion der Familie
4. Erfahrungsberichte
5. Kommunikation mit Kindern
6. Psychologische Perspektive
7. Tatsächliche Kenntnis und Umgang
8. Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur
9 Literaturteil: Meine Oma Gisela
9.1 Klappentext und Vorbemerkungen
9.2 Inhalt
9.3 Anhang
9.4 Charaktere und deren Umgang mit der Krankheit
9.4.1 Oma Gisela
9.4.2 Katja
9.4.3 Die Eltern
9.5 Erzählperspektive und Stil
10 Meine Oma Gisela in der Praxis
11 Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Umgang von Familien mit Alzheimer-Erkrankten unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Ratschläge und analysiert, inwiefern das Kinderbuch "Meine Oma Gisela" als Vorbild für einen kindgerechten Umgang mit dieser Krankheit dienen kann.
- Demographische Entwicklung und Alzheimer-Prävalenz
- Die Auswirkungen von Demenz auf das familiäre Zusammenleben
- Kommunikationsstrategien im Umgang mit Kindern
- Psychologische Perspektiven und kindliche Bewältigungsmechanismen
- Literarische Analyse des Kinderbuchs "Meine Oma Gisela"
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur
Gabriele Kreutzner sieht in dem Verfassen und Lesen von Kinder- und Jugendliteratur, die sich mit dem Thema Alzheimer beschäftigt die Chance, „eine nicht-wertende, unbelastete Perspektive auf eine Person einzunehmen, die anders ist, anders wird ... und dann zu beschreiben, was hierdurch ausgelöst wird, wie andere darauf reagieren, was passiert.“ (Kreutzner 2004) Kreutzner schreibt, Kinder schöben Menschen nicht in Erwachsenenkategorien; sie erhofft durch die Thematisierung im Kinderbuch einen respektierenden Blick auf einen Betroffenen zu ermöglichen. Wichtig sei, so Kreutzner, zuerst den Menschen in seiner Individualität zu sehen und auch trotz der Krankheit noch die positiven Fähigkeiten und liebenswerten Eigenheiten des Einzelnen zu sehen. „[O]hne moralischen Zeigefinger“ (Kreutzner 2004) könne diese Literatur „alternative Umgangsweisen aufzeigen [...], die den Menschen mit Demenz in seiner eigenen Wirklichkeit annimmt und akzeptiert ... ohne die Schwierigkeiten zu verleugnen, die sich durch die fortschreitende Krankheit und ihre Auswirkungen ergeben können.“ (Kreutzner 2004) Humor sieht sie als wichtige und richtige Vorgehensweise, als „Bündnispartner“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der emotionalen Herausforderungen durch Alzheimer im familiären Umfeld und Einordnung der demographischen Relevanz des Themas.
2. Die Alzheimersche Krankheit: Definition des Krankheitsbildes, der Symptome und der verschiedenen Stadien von Demenz.
3. Reaktion der Familie: Analyse der Belastungen für Angehörige und der Bedeutung von Stabilität und Akzeptanz für den Patienten.
4. Erfahrungsberichte: Darstellung der oft schwierigen Situation von Kindern, die mit dementen Großeltern in einem Haushalt zusammenleben.
5. Kommunikation mit Kindern: Erörterung der Notwendigkeit ehrlicher Aufklärung, um Ängste und Schuldgefühle bei Kindern abzubauen.
6. Psychologische Perspektive: Expertenmeinungen zur vorurteilsfreien, intuitiven Herangehensweise von Kindern an Alzheimer-Erkrankte.
7. Tatsächliche Kenntnis und Umgang: Untersuchung der unbedarften Einstellung und Wissenslücken bei Kindern und Jugendlichen bezüglich Alzheimer.
8. Die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur: Potenzial von Literatur zur Vermittlung eines respektvollen Blicks auf betroffene Personen.
9 Literaturteil: Meine Oma Gisela: Detaillierte Analyse des Kinderbuchs, seiner Charaktere, der Erzählperspektive und der pädagogischen Intention.
10 Meine Oma Gisela in der Praxis: Bericht über die positive Resonanz beim Einsatz des Buches in einem Seniorenheim.
11 Ergebnis: Zusammenfassende Bewertung der Eignung des Buches als Hilfsmittel für Familien und Kinder im Umgang mit Alzheimer.
Schlüsselwörter
Alzheimer, Demenz, Kinderliteratur, Familiendynamik, Pflege, Kommunikation, Psychologie, Katja, Oma Gisela, Bewältigungsstrategien, Angehörige, Aufklärung, Empathie, Vorbildfunktion, Trauer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Umgang mit Alzheimer-Krankheit innerhalb von Familien und untersucht, wie Literatur für Kinder dabei helfen kann, das Thema verständlich und bewältigbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Krankheitsbild Demenz, die psychologischen Auswirkungen auf Kinder, kommunikative Hilfestellungen und die Funktion spezifischer Kinderliteratur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Kinderbuch "Meine Oma Gisela" zur Entlastung und zum besseren Verständnis für betroffene Kinder beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse von Ratgeber- und Fachliteratur mit einer inhaltlichen Untersuchung eines konkreten Kinderbuchs sowie einem Praxisbericht aus einem Seniorenheim.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medizinische Theorie, die psychologische Perspektive, Erfahrungsberichte von Angehörigen und die detaillierte Analyse der Charaktere und des Stils in "Meine Oma Gisela".
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Alzheimer, Demenz, Kinder- und Jugendliteratur, Familienhilfe, psychologische Bewältigung, Kommunikation mit Kindern und pädagogische Aufklärung.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in "Meine Oma Gisela" von medizinischen Ratgebern?
Das Buch verzichtet auf komplexe medizinische Details und konzentriert sich stattdessen auf den emotionalen Alltag und den respektvollen Umgang zwischen Generationen durch kindgerechte Erzählweise.
Welches Ergebnis zeigt die praktische Überprüfung im Seniorenheim?
Die Anwendung in einem Seniorenheim bestätigte, dass das Buch sowohl Kindern als auch Erwachsenen half, den Umgang mit der Krankheit entspannter und offener zu gestalten.
- Arbeit zitieren
- Mareike Hachemer (Autor:in), 2007, Alzheimer in der Kinder- und Jugendliteratur - Ein Vergleich zwischen den Verhaltenshinweisen in Ratgebern und den Verhaltensmustern in Unterhaltungsliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78225