Ziel der Arbeit ist es, die Bedingungen, Chancen und Risiken der beiden alternativen Internationalisierungsstrategien Export und Direktinvestition (DI) für deutsche kleine und mittlere Unternehmungen (KMU) in Mittel- und Osteuropa (MOE) zu analysieren. Um eine solide Analyse gewährleisten zu können, widmet sich der Autor als Ausgangspunkt seiner Untersuchung zunächst der Erörterung wichtiger theoretischer Grundlagen des Internationalisierungsphänomens - zunächst von Unternehmen im Allgemeinen, dann von KMU im Speziellen. Um gleichzeitig einen Praxisbezug der Arbeit sicherstellen zu können, werden diese theoretischen Grundlagen immer wieder durch Ergebnisse empirischer Studien ergänzt. Auf diesen Grundlagen aufbauend werden dann die Länder MOE als Internationalisierungsmärkte für deutsche KMU untersucht. Zunächst wird dazu ein Überblick über den Transformationsprozess der mittel- und osteuropäischen Länder gegeben, da dieser Wandel erst zu ihrer Einbindung in die Weltwirtschaft geführt hat und somit den Grundstein für die Internationalisierung von KMU in diesen Märkten bildet. Anschließend widmet sich der Autor dann der ausführlichen Analyse der aktuellen Bedingungen in MOE. Hierauf aufbauend werden im Folgenden die beiden Alternativen Export und DI als mögliche Internationalisierungsstrategien deutscher KMU in MOE diskutiert. Dem Autor gelingt es dabei systematisch die Fein- und Besonderheiten beider Strategiealternativen speziell für deutsche KMU in MOE herauszuarbeiten und wichtige Erfolgsfaktoren ihrer erfolgreichen Ausgestaltung zu folgern. Abschließend kann dann die Deduktion der Chancen und Risiken beider Strategiealternativen für deutsche KMU erfolgen und gleichzeitig können grundsätzliche strategische Verhaltensempfehlungen für die jeweiligen Strategiealternativen herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung, Ziel und Gang der Untersuchung
2 Internationalisierung als Strategie
2.1 Die Begriffe Internationalisierung und Internationalisierungsstrategie
2.2 Motive und Ziele der Internationalisierung
2.3 Erfolgsfaktoren der Internationalisierung
2.4 Chancen und Risiken der Internationalisierung
2.5 Der Prozess der Internationalisierung im Überblick
2.5.1 Auslandsmarktforschung und Zielplanung
2.5.2 Die Marktauswahl
2.5.3 Der Markteintritt
2.5.4 Die Marktbearbeitung
2.6 Die Internationalisierung von kleinen und mittleren Unternehmungen (KMU)
2.6.1 Der Begriff der KMU und ihre spezifischen Merkmale
2.6.2 Gründe der Internationalisierung von KMU
2.6.3 Besonderheiten der Internationalisierung von KMU
2.6.4 Internationalisierungsprofile, -formen und -ansätze von KMU
3 Die Märkte Mittel- und Osteuropas (MOE) im Fokus der Internationalisierung deutscher KMU
3.1 Die Transformation der Märkte MOE und ihre Einbindung in die Weltwirtschaft
3.1.1 Kennzeichnung der Transformationsländer MOE und Ziel der Transformation
3.1.2 Der Wandel im Überblick
3.1.3 Die gegenwärtigen Bedingungen
3.2 Export als Internationalisierungsstrategie deutscher KMU in MOE
3.2.1 Der Exportbegriff
3.2.2 Theoretische Erklärungsansätze für den Export
3.2.3 Exporte hemmende und fördernde Einflussfaktoren
3.2.4 Motive für den Export und durch Exporte ausgelöste Effekte
3.2.5 Erfolgsfaktoren exportierender Unternehmen
3.3 Direktinvestition als Internationalisierungsstrategie deutscher KMU in MOE
3.3.1 Der Direktinvestitionsbegriff und seine Klassifikation
3.3.2 Theoretische Erklärungsansätze für Direktinvestitionen
3.3.3 Direktinvestitionen hemmende und fördernde Einflussfaktoren
3.3.4 Motive für Direktinvestitionen und durch Direktinvestitionen ausgelöste Effekte
3.3.5 Erfolgsfaktoren direktinvestiver Tätigkeiten
3.4 Export- und Direktinvestitionsaktivitäten deutscher KMU in MOE – eine empirische Bestandsaufnahme und stilisierte Fakten
4 Kritische Überprüfung der Bedingungen der Märkte MOE hinsichtlich der Chancen und Risiken für Exporte und Direktinvestitionen deutscher KMU
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch die Bedingungen, Chancen und Risiken der beiden primären Internationalisierungsstrategien – Export und Direktinvestition – für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa (MOE).
- Internationalisierung als strategische Herausforderung für KMU
- Strukturelle Analyse der Transformationsmärkte in Mittel- und Osteuropa
- Vergleichende Untersuchung der Strategien Export versus Direktinvestition
- Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und Motive für das Auslandsengagement von KMU
- Empirische Einordnung der aktuellen Aktivitäten deutscher KMU in der Region
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Die gegenwärtigen Bedingungen
Polen präsentiert sich mit einer Fläche von 312.685 km² und rund 38 Millionen (Mio.) Einwohnern gegenwärtig gut. Seit Transformationsbeginn 1990 nähert sich die Wirtschaftsstruktur Polens immer stärker der der EU-15 Staaten an. Knapp 50% der Bruttowertschöpfung erfolgt im Dienstleistungssektor und nur noch zu 24% im Industriebereich. Zwar sind große Teile der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt, aber diese erwirtschaftet nur rund 3% vom BIP. Über 60% der Wertschöpfung werden mittlerweile im Privatsektor erzeugt und das BIP wächst seit einigen Jahren kontinuierlich an. Für 2006 wird ein Wert von 258 Milliarden (Mrd.) Euro prognostiziert. Die erhöhte Inflationsrate des Jahres 2004 – bedingt durch die Preissteigerungen nach EU Beitritt – wird für 2006 auf nur gut 1% prognostiziert.
In den letzten zehn Jahren hat Polen eine führende Position hinsichtlich Wirtschaftsentwicklung und Investitionsattraktivität eingenommen. Aufgrund seiner geografisch günstigen Lage, der Marktgröße von knapp 38 Mio. Konsumenten, der bisherigen Wachstumsperformance und dem noch hohen Entwicklungspotenzial zieht Polen seit Mitte der 1990er Jahre ausländische Investoren an. Polen ist zudem reich an Rohstoffen wie Steinkohle, Schwefel und Kupfer. Die meisten Importe Polens werden aus Deutschland bezogen. Deutschland ist Polens wichtigster Handelspartner. Bis auf einige Übergangsfristen bspw. in der Arbeitnehmerfreizügigkeit oder dem Grundstücksrecht, ist in Polen die Schaffung eines einheitlichen EU-Rechtsbestands formal vollzogen. Die Umsetzung ist aber z.T. noch zögerlich. Es gelten die Zollbestimmungen der EU: gemeinsamer Außenzoll und Wegfall der Zölle im innergemeinschaftlichen Handel. Ausländische natürliche und juristische Personen können zudem jegliche Unternehmensform in Polen gründen. Der Einkommensteuersatz ist zwischen 19% und 40% progressiv gestaffelt (ab 2009 zwischen 18% und 32%), der Körperschaftsteuersatz beträgt 19%.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung, Ziel und Gang der Untersuchung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Globalisierung ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von Internationalisierungsstrategien speziell für deutsche KMU auf den Märkten Mittel- und Osteuropas.
2 Internationalisierung als Strategie: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Internationalisierung und analysiert Ziele, Motive, Erfolgsfaktoren sowie Chancen und Risiken dieses unternehmerischen Prozesses, insbesondere unter Berücksichtigung KMU-spezifischer Besonderheiten.
3 Die Märkte Mittel- und Osteuropas (MOE) im Fokus der Internationalisierung deutscher KMU: Dieser Abschnitt beleuchtet den Transformationsprozess der MOE-Länder und analysiert detailliert die beiden Strategien Export und Direktinvestition anhand von theoretischen Erklärungsansätzen, Einflussfaktoren und einer empirischen Bestandsaufnahme.
4 Kritische Überprüfung der Bedingungen der Märkte MOE hinsichtlich der Chancen und Risiken für Exporte und Direktinvestitionen deutscher KMU: Hier werden die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammengeführt, um die spezifischen Erfolgsaussichten sowie die potenziellen Barrieren für Exporte und Direktinvestitionen in MOE kritisch zu bewerten.
5 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und zieht ein Resümee über die Internationalisierungsstrategien für deutsche KMU in der Zielregion.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Export, Direktinvestition, KMU, Mittel- und Osteuropa, MOE, Transformationsmärkte, Markteintritt, Wettbewerbsvorteile, Strategie, Erfolgsfaktoren, Globalisierung, Außenhandel, Joint Venture, Wirtschaftstransformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Möglichkeiten deutscher kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), in den Märkten Mittel- und Osteuropas (MOE) aktiv zu werden, und bewertet die Vor- und Nachteile von Export gegenüber Direktinvestitionen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben den theoretischen Grundlagen der Internationalisierung werden die wirtschaftlichen Transformationsprozesse in MOE, die spezifischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen und die strategischen Entscheidungswege bei der internationalen Marktbearbeitung behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Chancen, Risiken und Bedingungen für die zwei alternativen Internationalisierungsstrategien – Export und Direktinvestition – in der MOE-Region wissenschaftlich fundiert herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine kritische Literaturanalyse, verknüpft theoretische Konzepte (wie das eklektische Paradigma oder Theorien zur technologischen Lücke) mit empirischen Erkenntnissen und veranschaulicht diese durch eine Bestandsaufnahme aktueller Daten zur Marktlage.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und methodische Herleitung der Internationalisierung von KMU, die detaillierte Analyse der MOE-Länder als Zielmärkte sowie die tiefgreifende Untersuchung der Strategien Export und Direktinvestition inklusive ihrer Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?
Zentrale Begriffe sind neben Internationalisierungsstrategie und KMU vor allem der Transformationsprozess, komparative Kostenvorteile, Direktinvestitionen, Joint Ventures und spezifische länderspezifische Rahmenbedingungen in MOE.
Wie bewertet der Autor die Erfolgschancen für KMU?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Chancen für deutsche KMU in MOE überwiegen, sofern sich die Unternehmen auf hochwertige Qualitätsprodukte spezialisieren und bei Direktinvestitionen auf kooperative Formen wie Joint Ventures setzen.
Warum wird die kooperative Form des Joint Ventures so hervorgehoben?
Da KMU oft unter Ressourcenknappheit leiden, ist eine 100%-Tochtergesellschaft häufig schwer realisierbar. Ein Joint Venture mit einem lokalen Partner in MOE bietet den Vorteil, dass der Partner landesspezifische Marktkenntnisse und Kontakte einbringt, was das Risiko mindert.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Daniel Heinen (Author), 2007, Export vs Direktinvestition. Bedingungen, Chancen und Risiken alternativer Internationalisierungsstrategien deutscher KMU in Mittel- und Osteuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78340