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Der Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino

Analysiert auf der Grundlage der dargestellten Männlichkeiten in Billy Elliot von Stephen Daldry

Title: Der Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christine Cornelius (Author)

Film Science
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"Lads do football." Lange schien für die Männer der britischen Arbeiterklasse festzustehen, was männlich und was „unmännlich“ ist. Ausgehend von dem Verlust tradierter Männerberufe bildeten sich jedoch nach und nach neue, alternative Formen von Männlichkeit heraus. In den vergangenen Jahren hat das Neue Britische Kino mit Filmen wie The Full Monty / Ganz oder Gar nicht vermehrt auf diese Entwicklung reagiert. Der Begriff der Männlichkeit ist dabei eng mit der Working Class verknüpft, weil es vor allem Arbeiter sind, die auf Grund der gesellschaftlichen Umbrüche nach neuen Identifikationsmodellen suchen.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino. Als Grundlage der Analyse dienen vor allem die dargestellten Männlichkeiten in Stephen Daldrys Billy Elliot / Billy Elliot – I will dance. Vor dem Hintergrund des Bergarbeiterstreiks von 1984/85 zeigt der Film verschiedene Formen von Männlichkeit auf, die an Hand des Konflikts zwischen Billy und seinem Vater und Bruder einander gegenübergestellt werden.
In der Hausarbeit wird zunächst auf die englische Filmbewegung des Free Cinema eingegangen. Der Exkurs soll einen Vergleich zwischen Mr. Elliot und den Angry young men des Free Cinema an späterer Stelle ermöglichen. Im Anschluss werden gesellschaftliche Faktoren beleuchtet, die auf lange Sicht zu einer Veränderung des Männlichkeitsbildes beigetragen haben. Als besonderer Faktor wird für Großbritannien der Einfluss der Politik Margret Thatchers berücksichtigt.
Ein eigenes Kapitel widmet sich der Antwort des britischen Kinos auf das veränderte Männlichkeitsbild, wobei insbesondere auf Peter Cattaneos Film The Full Monty eingegangen wird, weil er exemplarisch für eine neue Form von Männlichkeit steht. Mit der Analyse der verschiedenen Männlichkeitsbilder in Billy Elliot folgt der umfassendste Teil der vorliegenden Arbeit. Es wird zunächst gezeigt, welche Art von Männlichkeit Billys Vater und Bruder vertreten und welche Rolle der Bergarbeiterstreik im Film spielt. Anschließend folgt eine Analyse der von Billy und seinem Freund Michael dargestellten Männlichkeit, bevor näher auf den Vater-Sohn-Konflikt zwischen Billy und Mr. Elliot eingegangen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Männlichkeitsbild im Free Cinema

3 Männlichkeit in der Krise

3.1 Männlichkeit im Spiegel der Gesellschaft

3.2 Die Auswirkungen des Thatcherism auf das britische Männlichkeitsbild

4 Die Antwort des britischen Kinos auf das veränderte Männlichkeitsbild

4.1 Verschiedene Formen von Männlichkeit

4.2 Männlichkeit in The Full Monty

5 Hegemoniale Männlichkeit in Billy Elliot

5.1 Billys Vater

5.2 Billys Bruder Tony

5.3 Die Bedeutung des Bergarbeiterstreiks in Billy Elliot

6 Alternative Männlichkeit in Billy Elliot

6.1 Billy als Repräsentant alternativer, polymorpher Männlichkeit

6.2 Billys Freund Michael

6.3 Billy und sein Vater

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel männlicher Identitätsmodelle im Neuen Britischen Kino, wobei der Film „Billy Elliot“ als zentrale Fallstudie dient. Dabei wird analysiert, wie sozioökonomische Faktoren, wie der britische Bergarbeiterstreik und der Thatcherismus, traditionelle hegemoniale Männlichkeitsbilder unter Druck setzen und alternative Formen der Selbstverwirklichung ermöglichen.

  • Traditionelle hegemoniale Männlichkeit vs. alternative Lebensmodelle
  • Einfluss des sozioökonomischen Kontextes auf das Rollenverständnis
  • Die symbolische Bedeutung von Tanz und Musik als Ausdruck von Individualität
  • Der Generationskonflikt zwischen Vater und Sohn vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche
  • Der Wandel des britischen Kinos von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart

Auszug aus dem Buch

6.1 Billy als Repräsentant alternativer, polymorpher Männlichkeit

Gleich in den ersten Sequenzen wird deutlich, wie Billys Alltag aussieht: Er kocht für seine Großmutter und kümmert sich um sie. Einmal in der Woche wird er von seinem Vater zum Boxunterricht geschickt, der ihm jedoch wenig Freude bereitet. Billys Vater und Bruder reden kaum mit ihm, und wenn, dann geschieht es in einem barschen, abweisenden Tonfall. In der Familie ist Billy weitgehend auf sich selbst gestellt. Eine erwachsene Bezugsperson fehlt dem Elfjährigen, seine Mutter ist vor Jahren gestorben und für ihn bloß noch eine verblassende Erinnerung.

Billys erster Kontakt mit dem Ballett beruht auf einem Zufall und ist ironischerweise auf den Arbeiterstreik zurückzuführen: Weil die Boxhalle als Suppenküche für die Streikenden umfunktioniert wurde, finden Box- und Ballettunterricht in einem gemeinsamen Raum statt. Billy soll der Tanzlehrerin Mrs. Wilkinson die Schlüssel für die Halle wiedergeben und wartet neben ihrer nur aus Mädchen bestehenden Gruppe auf sie. Die kleinen Tänzerinnen fordern ihn auf, mitzumachen, doch Billy weigert sich zunächst und schreckt vor seinen eigenen Vorurteilen zurück. Als er sich doch entschließt, mitzumachen, entdeckt Mrs. Wilkinson sofort sein Talent. Billy macht der Unterricht wider Erwarten so viel Spaß, dass er auch weiterhin zu den Stunden geht. Die Reaktion seines Vaters erahnend, sagt er ihm nicht, wofür er die für das Boxtraining bestimmten fünfzig Pence in Wahrheit ausgibt.

Mrs. Wilkinson, die ihn bald einzeln fördert und ihn schließlich auf die Royal Ballett School vorbereitet, wird für Billy erwachsene Bezugsperson und Mutterersatz zugleich. Sie ist die einzige Erwachsene, die ihn ernst nimmt. Zu Mrs. Wilkinson hat Billy Vertrauen, was besonders deutlich wird, als er sich von ihr den Brief seiner Mutter vorlesen lässt, der mit „always be yourself“ endet. Diese Aufforderung verbindet die Tanzlehrerin mit Billys Mutter.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse am Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino anhand von Stephen Daldrys „Billy Elliot“ und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung soziologischer und filmwissenschaftlicher Perspektiven.

2 Das Männlichkeitsbild im Free Cinema: Dieses Kapitel liefert einen historischen Exkurs über das „Free Cinema“ der 1950er und 60er Jahre und dessen Darstellung zorniger, hegemonialer Männlichkeit, um einen Kontrast zum späteren britischen Kino aufzubauen.

3 Männlichkeit in der Krise: Es wird erörtert, wie gesellschaftliche Umbrüche und politische Maßnahmen wie der Thatcherismus zur Erosion traditioneller Identitätsmodelle der Arbeiterklasse und einer daraus resultierenden „Krise der Männlichkeit“ geführt haben.

4 Die Antwort des britischen Kinos auf das veränderte Männlichkeitsbild: Hier wird untersucht, wie zeitgenössische Filme, insbesondere „The Full Monty“, auf die veränderte ökonomische und soziale Situation reagieren und neue, alternative Formen von Männlichkeit entwerfen.

5 Hegemoniale Männlichkeit in Billy Elliot: Dieses Kapitel analysiert die Rollen von Billys Vater und Bruder, die in ihrer harten, kämpferischen Haltung das traditionelle, krisengeschüttelte Männlichkeitsbild der Working Class verkörpern.

6 Alternative Männlichkeit in Billy Elliot: Hier steht die Figur Billys im Mittelpunkt, der durch seine Leidenschaft für den Tanz ein polymorphes und individualistisches Männlichkeitsbild repräsentiert, das mit gesellschaftlichen Erwartungen bricht.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass „Billy Elliot“ den Übergang von einer starren, hegemonialen Vorstellung von Männlichkeit hin zu einem diversifizierten, individuellen Verständnis von Mannsein im Neuen Britischen Kino exemplifiziert.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Neues Britisches Kino, Billy Elliot, Working Class, Hegemoniale Männlichkeit, Thatcherismus, Bergarbeiterstreik, Identitätswandel, Sozialrealismus, Individuelle Selbstverwirklichung, Rollenklischees, Free Cinema, Polymorph, Gender.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Bild von Männlichkeit im britischen Kino der 1990er Jahre gewandelt hat und welche Auswirkungen gesellschaftliche Umbrüche wie Arbeitslosigkeit und der Niedergang der Schwerindustrie darauf haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Strukturwandel der britischen Gesellschaft, die Krise der männlichen Identität, der Kontrast zwischen traditionellen Rollenbildern und individueller Selbstverwirklichung sowie die filmische Darstellung dieser Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Wandel von einer hegemonialen, harten Männlichkeit hin zu einer polymorphen, individuellen Männlichkeit am Beispiel des Films „Billy Elliot“ aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, gestützt auf soziologische Publikationen und Fachliteratur zur Repräsentation von Männlichkeit im Film.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Figurenkonstellation in „Billy Elliot“, beleuchtet die historische Bedeutung des Bergarbeiterstreiks und kontrastiert diese mit dem historischen Kontext des „Free Cinema“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Männlichkeit, Working Class, Billy Elliot, Identitätswandel, Hegemonie und gesellschaftliche Konstrukte.

Warum spielt der Bergarbeiterstreik eine so große Rolle für das Männlichkeitsbild?

Der Streik symbolisiert eine alte, männlich dominierte Gemeinschaft, deren Identität eng mit körperlicher Arbeit verknüpft ist. Sein Scheitern verdeutlicht den Verlust des traditionellen Ernährermodells.

Inwieweit lässt sich der Vater von Billy als „damaged Everyman“ bezeichnen?

Er repräsentiert einen Mann, dessen Lebensentwurf durch äußere ökonomische Umstände zerstört wurde, was ihn zwar verhärtet und aggressiv macht, aber im Kern seine tragische, verlorene Situation spiegelt.

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Details

Title
Der Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino
Subtitle
Analysiert auf der Grundlage der dargestellten Männlichkeiten in Billy Elliot von Stephen Daldry
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Filmwissenschaft)
Course
New British Cinema
Grade
1,3
Author
Christine Cornelius (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V78647
ISBN (eBook)
9783638846530
ISBN (Book)
9783638925488
Language
German
Tags
Wandel Männlichkeitsbildes Neuen Britischen Kino British Cinema
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Cornelius (Author), 2005, Der Wandel des Männlichkeitsbildes im Neuen Britischen Kino, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78647
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