Sprache als Kommunikationsmittel


Hausarbeit, 2001
19 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Flexibilität der Sprachen
2.1 Sprachen sind Grenzenlos
2.2 Keine Sprache ohne Grammatik
2.3 Sprache wird ununterbrochen verändert

3 Geist der Sprache
3.1 Laut und Sinn, Bedeutung der sprachlichen Äußerung
3.2 Sprache zieht Bewusstsein an
3.3 Sprache und Denken

4 Kommunikation technisch und real
4.1 Das Kommunikationsmodell
4.2 Forschungsbeispiel

5 Stellungnahme

1 Einleitung

Was ist eine Sprache?

„Eine Sprache ist ein Kommunikationsmittel, nach dem der Mensch, in jeder Gemeinschaft auf andere Weise , seine Erfahrungen nach Einheiten analysiert, die seinen semantischen Inhalt und eine lautlichen Ausdruck haben, nach den Monemen. Dieser lautliche Ausdruck gliedert sich seinerseits in distinktive , aufeinanderfolgende Einheiten, die Phoneme die von bestimmter Anzahl in jeder Sprache vorkommen, deren Art und wechselseitige Beziehungen ebenfalls von Sprache zu Sprache verschieden sind. Dies impliziert, dass wir den Ausdruck „Sprache“ allein zur Bezeichnung eines zweifach gegliederten und lautlich manifestierten Kommunikationsmittels verwenden., dass außer dieser gemeinsamen Grundlage nichts im eigentlichen Sinne zur Sprache als System gehört, was nicht von einer Sprache zur andern verschieden sein könnte; in diesem Sinne ist es zu verstehen, wenn gesagt wird, dass die sprachlichen Gegebenheiten „willkürlich“, „konventionell“ seien.“[1]

Dieser Versuch von André Martinet Sprache zu formulieren soll eine Einleitung zum Thema Sprache als Kommunikationsmedium darstellen, die Vielseitigkeit, die bei genauerer Betrachtung entsteht.

Um über dieses Thema schreiben zu können, möchte ich vorab erst bestimmte Begriffe erklären, die aus der Sprachwissenschaft stammen.

Die Semantik:

befasst sich mit der Bedeutung dem Inhalt eines Wortes; Teilgebiet der Linguistik auf dem man sich mit den Bedeutungen sprachlicher Zeichen u. Zeichenfolgen befasst.

Das Monem:

Es ist die kleinste bedeutungstragenden Spracheinheit. Als Beispiel hierfür, Ausdrücke wie: „Hä, oh, ehm, etc.“

Das Phoneme:

Es ist die kleinste bedeutungsunterscheidende, aber nicht selbst bedeutungstragende sprachliche Einheiten (z.B. /b/,/p/) Bein und Pein Das Phonem lässt hierbei zwei verschiedene Wörter entstehen..[2]

2 Die Flexibilität der Sprachen

2.1 Sprachen sind Grenzenlos

„Sprachen haben keine natürlichen geografischen Grenzen“

„Sprache ist kein wohldefiniertes Konzept in der Linguistik. Umgangsprachlich sagen wir zwar, deutsch ist eine Sprache, holländisch eine andere, aber einige Dialekte des Deutschen gleichen holländischen Dialekten mehr als anderen, etwas entfernteren Dialekten des Deutschen. Wir sagen, dass das Chinesische eine Sprache mit vielen Dialekten ist und dass Französisch, Italienisch und spanisch unterschiedliche Sprachen sind. Doch die Verschiedenartigkeit chinesische „Dialekte“ lässt sich ungefähr mit derjenigen der romanischen Sprachen vergleichen. Ein Linguist würde in Unkenntnis politischer Grenzen oder Institutionen „Sprache“ und „Dialekt“ nicht so unterscheiden, wie wir es im normalen Sprachgebrauch tun. Auch hätte er keine klaren alternativen Begriffe anzubieten, die etwa dasselbe leisten könnten.

Außerdem kann es sogar innerhalb der enger gefassten „Sprachen“ eine beträchtliche Vielfalt geben. So könne zwei Dialekte dessen, was wir als eine einzige Sprache auffassen, gegenseitig unverständlich sein. Im allgemeine wird ein Individuum mehrere Sprechweisen beherrschen, die zum Teil mit den veränderlichen sozialen Bedingungen des Diskurses zusammenhängen.[3]

2.2 Keine Sprache ohne Grammatik

Ein Sinnvoller Begriff von „Sprache“ als Gegenstand rationaler Forschung kann nur auf der Grundlage recht weitgehender Abstraktionen entwickelt werden. Die Frage, wie man dabei verfahren soll, ist kontrovers. Wir können uns eine ideale homogene Sprachgemeinschaft vorstellen, in der es keine Stil- oder Dialektvariationen gibt. Wir können weiter annehmen, dass die Sprachkenntnis der Sprachgemeinschaft im Geist jedes ihrer Mitglieder gleichförmig repräsentiert ist als ein Element in einem System kognitiver Strukturen. Wir wollen diese Repräsentation der Sprachkenntnis der idealen Sprecher-Hörer die Grammatik der Sprache nenn. Wir müssen sorgfältig die Grammatik, die als eine mentale Struktur betrachtet wird, von der Grammatik der Linguisten unterscheiden, die eine klar formulierte Theorie ist , mit der genau die Regeln und grammatischen Prinzipien im Geist des idealen Sprecher-Hörer ausgedrückt werden sollen. Die Grammatik der Sprache bestimmt die Eigenschaften eines jeden Satzes der Sprache. Für jeden Satz bestimmt die Grammatik Aspekte seiner phonetischen Form, seiner Bedeutung und vielleicht noch einiges mehr. Die Sprache ist die Menge der Sätze, die von der Grammatik beschrieben werden. Die von der Grammatik genierte Sprache ist unendlich. Unter Absehung von unerheblichen Beschränkungen wie Zeit, Aufmerksamkeit und Gedächtnis können Menschen im Prinzip Sätze von beliebiger Länge und Komplexität verstehen und verwenden.

Sprache ist an den Hörsinn gebunden und es erzwingt anders als das Sehen, zeitliche Sequenzzierung der Kommunikation, also Herstellung einer Ordnung im Nacheinander. Die jeweils anklingenden Unterscheidungen müssen einander im Nacheinander Sinn ergeben; ihre Rekursionen benötigen Zeit und können sich nicht aus der gleichzeitig gesehenen Welt ergeben und dies auch dann nicht, wenn man jemanden Sprechen sieht Entsprechend erfordert Sprache eine zeitlich flexible Organisation, die mögliche Sequenzen nicht schon strukturell festlegt. D.h. es benötigt eine Grammatik.[4]

2.3 Sprache wird ununterbrochen verändert

Sprache ist in ständiger Bewegung. altenglisch ® PDE Great vowel shift 15.-17. Jahrhundert . Die große Vokalverschiebung in der die langen Vokale verschoben wurden: ME®PDE; [a: ]®[ei] ® [a:pril] ® [eipril], [e:]®[i:] ®swe:te®sweet

Anhand eines Beispiels aus dem Englischen kann sehr gut dargestellt werden, wie sich die Sprache verändert, wie in dem von mir gewählten Beispiel durch Einfluss von Besuchern sich die Aussprache von Wörtern verändert. In Martha’s Vineyard, einer relativ isolierten Insel an der Küste von Neu England, hat sich eine weitaus dramatischer sozialer Wechsel der Sprache ereignet. Das Resultat aus einer unzählbaren Zahl von Urlaubern, die in den Sommermonaten die Insel die Insel besuchten. Dieser soziale Wechsel hatte sprachliche Konsequenzen zur Folge. Forschungen haben ergeben, dass auf dieser Insel der Vokallaut der Wörter „house, mouth, loud“ zwei verschiedene Arten der Aussprache ergeben haben.[5] Vielleicht noch mehr einfügen?

3 Geist der Sprache

3.1 Laut und Sinn, Bedeutung der sprachlichen Äußerung

(Auch Taubstummensprache wird in diesen zeitlichen Duktus eingepasst, und selbstverständlich auch mit der Schrift, der Brailleschrift.)

Das Medium der Akustik erfordert deshalb von Anfang an höhere Abstraktionen und deswegen auch entschiedenere Bedeutungsfestlegungen der einzelnen Komponenten.

Die Sprache hat mithin eine ganz eigentümliche Form. Als Form mit zwei Seiten bestehen sie in der Unterscheidung von Laut und Sinn. Wer diese Unterscheidung von Laut und Sinn nicht handhaben kann, kann nicht sprechen.

Sprachliche Kommunikation ist also zunächst: Prozessieren von Sinn im Medium der Lautlichkeit. Von Medium ist hier nicht deshalb die Rede, weil Laute, Formen in Wahrnehmungsmedium verwendbaren Wörtern kondensiert sind und als solche dann lose gekoppelt zur Verfügung stehen. Das wiederum setzt Grammatik voraus, die sicherstellen, das genügend Spielraum für die Bildung von Sätzen besteht und es gleichwohl nicht beliebig zugehen kann, sondern genügend Redundanzen für Rekursionen, für rasches Verstehen und vor allem für rasches Sprachlernen vorhanden sein.

Um selber eine spracheigene Differenz von Medium und Form einrichten zu können, muss das mediale Substrat der Sprache, die Differenz von Laut und Sinn, unterspezifiziert sein. Ohne Unterspezifikation wäre nichts mehr zu sagen, weil alles immer schon gesagt ist. Dies Problem wird durch die Differenzierung von Worten und Sätzen gelöst. Auch Worte sind zwar Lautkonstellationen mit Sinn; aber sie legen noch nicht fest, zu welchen Sätzen sie kombiniert werden. Erst über diese Differenz vermittelt die Sprache der Kommunikation die Fähigkeit zu vorübergehender Anpassung an vorübergehende Lagen; und dann auch die Fähigkeit zu vorübergehenden Sinnkonstruktionen, die man später bestätigen oder widerrufen kann. Und erst so kann man damit rechnen, dass Kommunikation an Kommunikation anschließen kann und immer etwas zu sagen bleibt.[6]

Sprache, eingebettet in nichtsprachliches Verhalten, heißt also: das sprachliches Ereignis verknüpft die nichtsprachlichen Verhaltenskette des Sprechers mit der nichtsprachlichen Verhaltenskette des Hörers.

Sprache als eine teilweise der Willkür unterliegende Serie informationshaltiger Zeichen: damit haben wir nach dem Kontaktlaut, nach Ausruf und Zuruf den dritten, wichtigsten Faden im Gewebe der Sprache.

Ein Zeichen steht für etwas, es bedeutet etwas. In ihrer wichtigsten , in ihrer menschlichen Funktion basiert die Sprache darauf, dass sprachliche Äußerung Bedeutung haben.[7] Ob ein Satz für einen Sprecher Bedeutung hat, erkennen wir daran, dass er Satz sozusagen in die Situation passt, in welcher der Sprecher ihn produziert. Ob ein Satz für einen Hörer Bedeutung hat, ist von allem aus dem Verhalten des Hörer zu ersehen, das von diesem Satz ausgelöst wird. Der Satz „ gib mir den Apfel“, gesprochen von einem kleine Kind, das nicht so hoch greifen kann, hat offensichtlich für das Kind die gleiche Bedeutung wir für den erwachsenden Hörer, der daraufhin dieser Bitte nachkommt.

[...]


[1] André Martinet: Grundzüge der Allgemeinen Sprachwissenschaft, S. 28, W. Kohlhammer, Stuttgart, 1967

[2] Duden: Fremdwörterbuch, S.509, 600, 709 Brockhaus, Mannheim, 1990

[3] Noam Chomsky: Regeln und Repräsentation, Suhrkamp, Frankfurt/M, 1981

[4] Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, S.213, 218-220 Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1997

[5] Peter Trudgill: Sociolinguistics, S.9,10, Pinguin, London, 1995

[6] Niklas Luhmann. Die Gesellschaft der Gesellschaft, S.213, 214 Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1997

[7] Für den Begriff: „Bedeutung haben“ würde ich einen anderen Begriff, der aus Luhmann bereits verwendet wurde einfügen: „Sinn haben“

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Sprache als Kommunikationsmittel
Hochschule
Universität Konstanz
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V78907
ISBN (eBook)
9783638830911
ISBN (Buch)
9783638832649
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Kommunikationsmittel
Arbeit zitieren
Marco Kaiser (Autor), 2001, Sprache als Kommunikationsmittel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78907

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