Einführung in die Spielpädagogik. Bildungs- und Erziehungstheorien


Vordiplomarbeit, 2004

35 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spieltheorie in der Vergangenheit

3. Allgemeine Spielpädagogik

4. Das Wesen des Spiels
4.1. Aufgaben und Funktion des Spiels

5. Pädagogische Spielkonzeption
5.1 Bereiche der Spielpädagogik
5.1.1 Aktion
5.1.2 Reflexion
5.1.3 Spieldidaktik
5.1.4 Spielmethodik
5.2 Bewertung von Spielmitteln
5.3 Schaffung von Spielgelegenheiten

6. Aufgaben als Spielpädagoge

7. Bedeutung des Spiels für die Entwicklung der Kinder

8. Spielen – Arbeiten – Lernen – Entdecken
8.1. Spielen und Arbeiten
8.2 Spielen und Lernen
8.3 Spielen und Entdecken

9. Spielentwicklung
9.1. Spielalter
9.2. Spielwelten

10. Formen und Arten des Spiels (nach Piaget 1959)
10.1. Funktionsspiel/ Übungsspiele
10.2. Symbol- und Rollenspiele
10.3. Regelspiele

11. Spielen ist unerschöpflich
11.1 Mädchenspiele – Jungenspiele
11.2 Konstruktionsspiele

12. Schlussteil

13. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Im Spiel und in der Liebe ist alles möglich“, besagt ein altes Sprichwort.

Das Spiel taucht aber nicht nur in der Liebe auf, sondern wir können es überall erleben. Mal mehr, mal weniger. Beispiele hierfür sind das Glücks-, Theater-, Gemeinschafts- oder Gedankenspiel. Doch was ist Spiel überhaupt, woher kommt es und warum spielt es eine so große Rolle im menschlichen Leben. Schon immer und über Generationen hinweg war das Spiel ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung des Menschen.

Die Fähigkeit zu Spielen ist ein Kulturphänomen besonderer Art, vielleicht sogar die Wurzel der Kulturfähigkeit. Daher verdient das Spiel des Kindes unsere spezielle Aufmerksamkeit. Ein spielendes Kind ist eine Selbstverständlichkeit, denn Kind sein und Spiel gehören in unserem Verständnis unweigerlich zusammen. Im Spiel wird immer das ganze Individuum involviert. Es werden dabei alle Sinne angesprochen.

Es beeinflusst uns direkt oder auch indirekt. Was wir verinnerlichen und welche Erfahrungen wir daraus ziehen, bleibt jedem selbst überlassen. Zentrales Thema in dieser Arbeit ist hauptsächlich das Spiel im Kindesalter. Es soll geklärt werden, wie das Kind in seiner Entwicklung durch das Spiel beeinflusst wird. Das kindliche Spiel ist demnach der Ausgangspunkt für sein individuelles Wachsen an Erfahrungen. Es stellt sich die Frage in welchen Zusammenhang das Spiel mit der Realität zu bringen ist, welchen Einfluss es auf das Kind hat und wie man sinnvoll spielt beziehungsweise auch spielen lernt.

Hierbei sollen die Zusammenhänge von Spiel, Arbeit, Lernen und Erziehen genauer beleuchtet werden.

Es ergeben sich bestimmte Spielformen, die sich auch auf die Entwicklung berufen. Das Spielen oder auch Spielen lernen durchläuft einen stufenförmigen Prozess, wobei sich die Spielformen gegenseitig beeinflussen. Das Konstruktionsspiel folgt dem Funktionsspiel und daraufhin folgt das Rollenspiel. Für die kognitive Entwicklung eines Individuums hat das Spiel somit eine wichtige Funktion. Es werden soziale Rollen (siehe Rollenspiel) und das Verhalten im System von Regeln und Normen (siehe Regelspiel) eingeübt. Spielen ist nicht nur ein unreflektierter Zeitvertreib, sondern es trägt sehr viel für die Entwicklung und unser Befinden bei.

Da das Spiel in seinem Wesen sehr komplex ist, bleibt es nicht aus, sich den Aufgaben eines Spielpädagogen zuzuwenden und wie dieser sein Wissen sinnvoll einsetzt, damit die Fähigkeiten eines Kindes angesprochen werden.

Das Alter und die Schaffung von Spielwelten sind wichtig für das heranwachsende Kind.

Durch die Spielwelt kann es in eine andere Welt abtauchen und sich sozusagen seine eigene schaffen. Das Alter ist auch ein wichtiger Faktor, da das Spiel dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst sein sollte. Sonst könnte es eventuell über- oder unterfordert werden.

Daran wird ersichtlich, dass der Spielpädagoge eine wichtige Rolle einnimmt, indem er animiert zum Spielen und die Aufgaben passend stellt.

Zu Beginn der Arbeit im 2. Kapitel, werde ich die allgemeinen Punkte der Spielpädagogik erklären. Die Attribute und der Charakter des Spiels werden aufgewiesen, sowie die Frage, wie man Spiel definiert.

2. Spieltheorie in der Vergangenheit

Über die Bedeutung des Spiels hat sich sogar schon Aristoteles auseinandergesetzt. Auf ihn geht die Katharsis-These zurück. Aristoteles vertrat die These, dass Spielen eine reinigende Wirkung auf die Psyche des Menschen ausübt und Entspannung bringt. Gesellschaftsfeindliche Tendenzen wie Aggression und übertriebener Egoismus kann durch das Spiel auf unschädliche Weise abgelebt werden.

Seit Rousseau (1762) wird das Spiel nicht nur geduldet, sondern als ein ureigenstes Recht des Kindes angesehen. Er war der Erste, der die Kinder nicht als ,,kleine Erwachsene" ansah, sondern als vollständige Menschen mit Gefühlen und Erwartungen an das Leben, die es verdienen, ernst genommen zu werden. Es war ihm wichtig, dass das Spiel ein Spiel bleibt und nicht in Arbeit ausartet. Den Grundstein für die Kinderforschung hat Rousseau gelegt. Er sah in den Tätigkeiten des Kindes eine bedeutende Ausdrucksform menschlichen Lebens.

Mit dem Kinderspiel auf psychologischer Ebene beschäftigte sich der Volkserzieher Fröbel (1782). Er gilt als Begründer der Kindergartenbewegung. Durch neu erfundene Spiel- und Beschäftigungsmitteln versuchte er die Schöpferkraft in den Kindern zu fördern. Fröbel war der Ansicht, dass wenig strukturiertes Spielzeug einen größeren Reichtum an Spielideen anspricht, als zu stark strukturierte und naturalistische Materialien.

Eine psychologische und biologische Bedeutung des Spiels entdeckte ein Professor in Basel und Tübingen namens Groos (1861). Seine Theorie wurde als Einübungstheorie bezeichnet, weil für ihn das Spiel eine Vorwegnahme der Lebenssituation der Erwachsenen in einer Umgebung, die die Ernsthaftigkeit des Erwachsenenlebens noch nicht belastet, dargestellt.

Groos teilte die Spiele in die ihm am wichtigsten scheinenden Übungsbereiche ein. Diese sind die sensorischen Spiele, motorischen Spiele und Spiele der höheren geistigen Funktionen.

Der Psychologe Claparede (1909) entwickelte die Theorie der Ich-Ausdehnung im Spiel. Durch das Spiel weitet sich das Ich, dringt in Regionen des Handelns und des Fühlens vor, eignet sich Fertigkeiten und soziale Kompetenzen an, in denen es sich selber neu zu erfahren vermag. Für Claparede ist das keine Vorübung auf spätere Tätigkeiten, sondern vielmehr eine Selbsterfahrung durch das Kennen lernen der eigenen Möglichkeiten.

Mit der sozialen Nützlichkeit des Spiels befasste sich Mead (1956). Seiner Meinung nach findet der Spieler seine Identität durch das Verständnis der Rollen des Anderen.

Die Vorstellung, dass im Spiel auch soziale Fähigkeiten gelernt werden können, hat sich auf die Spielpädagogik sehr stark ausgewirkt.

In diesem Zusammenhang muss noch die Kinderforschung und psychoanalytische Spieltheorie Freuds als Ansatz erwähnt werden. Nach Beobachtungen von Kinderspielen durch Schüler Freuds, wurden Teile der psychoanalytischen Thematik im Kinderspiel wieder gefunden und heilende Kräfte entdeckt, die das Kinderspiel enthält.

Daraus entwickelte man bedeutende Therapieformen für Kinder, welche die Spieltherapie wäre.

3. Allgemeine Spielpädagogik

Was ist eigentlich Spielpädagogik? Um diesem Sachverhalt auf den Grund zu gehen, sollte zunächst der Begriff erklärt werden. Mit dem Begriff Pädagogik wird die hierache Abhängigkeit verdeutlicht. Folglich wird Professionalität und Verantwortungsbewusstsein vorausgesetzt.

Der Begriff „päd“ verweißt auf Kinder und Jugendliche, sollte jedoch nicht gänzlich darauf beschränkt werden, denn auch für Erwachsene hat das Spiel eine große Bedeutung.

Die Spielpädagogik ist das Ergebnis einer Entwicklung. Sie ist auf einer Reihe von Wurzeln begründet, das heißt, sie war schon immer in den verschiedensten Kulturen vorzufinden. Somit kann man sie auch als eine Art Urphänomen bezeichnen. Sie hat sich gleichzeitig und gegenseitig beeinflusst.

Die Spielpädagogik ist die ursprüngliche menschliche Form des Lernen und der Entwicklung. Sie bietet eine Hilfe für die Planung, Gestaltung und Reflexion von Spielsituationen.

In der Spielpädagogik kann man pädagogische Absichten methodisch unterstützen. Immer ist sie ziel- und zweckgerichtet und findet in einem pädagogischen Kontext statt.

Durch gemeinsames Spiel soll Spaß und Lust am gemeinsamen Entdecken geschaffen werden. Spiele sollen anregen in direktem Kontakt zu eigenen Gefühlen und denen der anderen Teilnehmer zu treten. Statt eingeengter Kommunikationsmuster soll kontaktreiche Interaktion stattfinden. (Reichel 1987, S. 6) Kennenlern-, Warming up- und Wahrnehmungsspiele stehen in der Tradition der Spielpädagogik. Wichtig für die Spielpädagogik sind kooperative Spiele, die als Gegenpol zu den, oft sich durch Konkurrenz und Leistung, Wettbewerb, Sieg und Niederlage auszeichnenden, traditionellen Spielen stehen. Ein wichtiger Akzent liegt immer auf dem Spaß und Lust am gemeinsamen tun, auf Spontanität und Kreativität, auf Ungezwungensein und auf dem Grundsatz, dass das Mitmachen wichtiger ist als die Reproduktion von Ergebnissen. Die Spielpädagogik hat folglich die Entwicklung des Lebens in all seiner Lebendigkeit und Vielfalt zur Aufgabe. Die Pädagogik des Spiels soll nicht von „Zwang“, „Pflicht“ und „Müssen“ geprägt sein, sondern von Freiheit, Selbstbestimmtheit und Muße.

Jeder mit Erziehung befasste Mensch hat auch mit Spiel zu tun. Das können die Eltern, Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen, Animateure oder auch Therapeuten sein.

„Ganz gleich ob sich Pädagogen oder Psychologen theoretisch mit dem Spiel auseinandersetzen oder nicht, ganz gleich auch, ob Lehrer und Erzieher sich seiner bedienen und aus welchen Gründen sie dies tun, das Spiel ist immer bereits Bestandteil des tatsächlichen pädagogischen Geschehens, bestimmt die erzieherischen Zustände, Eigenschaften und Prozesse mit.“ (Kreuzer 1883, S. 17)

Ein „subjektsensibler“ Pädagoge und pädagogisches Intervenieren von der jeweiligen Situation ist Voraussetzung. Der Pädagoge muss die Planung und das pädagogische Eingreifen von den jeweiligen Menschen mit ihren Bedürfnissen, Wünschen, Fähigkeiten und Defiziten abhängig machen. Er muss den schmalen Grat zwischen festlegender Planung und planungsloser Freiheit sicher gehen können.

4. Das Wesen des Spiels

Eine eindeutige Definition des Spiels gibt es nicht, da es viele verschiedene Merkmale von Spiel gibt. Im Wörterbuch für Pädagogik wird Spiel folgendermaßen definiert:

„Im Unterschied zum Zweckbestimmten, geplanten Arbeiten ist Spiel (die Vf.) eine zweckfreie, spontane, freiwillige, von innen heraus motivierte, lustbetonte und fantasiegeleitete Tätigkeit, die nach bestimmten Regeln verläuft. Da der Begriff nicht eindeutig definiert werden kann, wurde in der spieltheoretischen Literatur versucht für unterschiedliche Spielformen gemeinsame Merkmale und Funktionen des Spiels herauszuarbeiten. Dabei wurde betont, dass im konkreten Spiel nicht immer alle Merkmale auftreten müssen und es Übergangsphänomene zwischen Spiel und Arbeit oder Spiel und Erkunden gibt. Folgende Merkmalsbeschreibungen kennzeichnen den Begriff: Das Spiel erfolgt freiwillig, selbstbestimmt und zweckfrei um seiner selbst Willen und frei von äußeren Zwängen. Es findet losgelöst vom Ernst des Alltags statt und aktiviert Fantasievorstellungen. Es ermöglicht in der handelnden Auseinandersetzung mit Mitspielern und Objekten Realitätserfahrungen und die Verarbeitung von Alltagsproblemen. In diesen Interaktionsprozessen finden Lernvorgänge statt, die für die soziale, kognitive und psychomotorische Entwicklung von großer Bedeutung sind. Das Spiel geht von einer Idee aus, ist zielgerichtet und dennoch offen für wechselvolle Veränderungen im Verlauf, dessen Ergebnis und Ende nicht vorhersehbar ist. Es erfüllt sich im Hier und Jetzt und wird von der Aktivität und Emotionalität der Spieler getragen, wobei der periodische Wechsel von Spannung und Entspannung charakteristisch ist. Das Spiel erfordert auch bei offenen und variabel gestalteten Verläufen die Verständigung über Regeln. Es macht Spaß, ist mit lustbetonten Gefühlen verbunden und mit Ängsten unvereinbar.“ (Schaub und Zenke 1995, S. 328)

Das wichtigste am Spiel jedoch ist, das es sich von fast allen anderen Handlungs- und Erlebnisbereichen unterscheidet. Das Spiel setzt Spaß voraus. Meist ist es mit angenehmen Gefühlen verbunden oder diese werden hervorgerufen. Spielen ist in seiner Erscheinung ungezwungen und frei.

Auch die Spieler an sich müssen frei sein, das heißt frei von den äußeren Zwängen und sekundären Zweckbestimmungen, sonst können sie das Spiel zwar betreiben, sich ihm aber nicht überlassen.

Ein wesentliches Merkmal des Spielverhaltens ist die Lust am Tätigsein, beziehungsweise die Funktionslust. Der Erfolg steht nicht an erster Stelle wie bei der Arbeit. Wird nämlich das Resultat zunehmend betont, kann ein Leistungszwang entstehen. Auch der Nicht-Ernst-Charakter ist wichtig. Das Spiel verlangt kein vorzeigbares Produkt, Profit oder Ergebnis sondern die Aktivität selbst verschafft die Befriedigung. Für die Spielenden sind somit der Ablauf der Handlung und die Tätigkeit an sich interessant. Das Spielen ist somit eine aktive, freiwillige Handlung.

Die Einstellung des Spielers zur Tätigkeit ist für das Empfinden von Lust und Unlust entscheidend. Die Freiwilligkeit ist unabdingbare Voraussetzung, damit das Spiel nicht als lästig empfunden wird, obwohl es Mühe und Anstrengung erfordert. Die Teilnahme sollte auch revidierbar sein. Spiele haben zwar ein „Ewigkeitscharakter“, können jedoch durch äußere Faktoren abgebrochen werden, zum Beispiel durch Hunger, Müdigkeit oder durch den Spielleiter. Der spielende Bewegungsablauf ist ambivalent.

Kennzeichnend für das Spiel ist der Wechsel von An- und Entspannung, durch Zufall und Regelung, Eingriff und Eigendynamik. Dies kann man zum Beispiel bei Wettspielen oder „Mensch ärgere dich nicht“ beobachten. Ist ein Spiel langweilig, wird es meist beendet. Daraus ergibt sich das Erfordernis, das Spiel so zu konzipieren, dass der Ausgang, so lange es sinnvoll erscheint, offen bleibt. Dazu müssen die Kräfte so verteilt werden, dass kein Übergewicht auf der einen oder anderen Seite entsteht.

„Die spielerische Bewegung ist in sich geschlossen, zum Beispiel durch Spielfeldbegrenzung, durch Regeln und durch materiale Eigenarten. Spiele sind von einer zeitentrückten Gegenwärtigkeit gekennzeichnet. Die Bewegungen des Spiels sind nicht zukunftsbezogen, sondern bleiben in der Gegenwart. Keine ihrer Phasen determiniert die folgende schon eindeutig. Jede Phase, jeder Moment birgt seine eigenen Überraschungen.“ (Fritz 1993, S. 78)

Spielen, Lernen und Arbeiten werden von den Erwachsenen als verschiedene Tätigkeit eingestuft. Diese langläufige Meinung kann man so nicht stehen lassen. Beim Spiel wird nämlich unter anderem gelernt, Verhalten geübt bzw. verstärkt. Meist geschieht dies unbewusst. In den nachfolgenden Kapiteln kann das Thema noch vertieft werden.

Das Spiel ist in allen Gebieten eine nützliche und wertvolle Tätigkeit nicht nur für Kinder.

In dem Gedicht „Verwandlung und Spiel“ von Eigen und Winkler wird das Spiel folgendermaßen beschrieben:

„Alles Geschehen in unserer Welt gleicht einem großen Spiel, in dem von vornherein nichts als die Regeln festliegen. Ausschließlich diese sind objektiver Erkenntnis zugänglich. Das Spiel ist weder mit dem Satz seiner Regeln noch mit der Kette von Zufällen, die seinen Ablauf individuell gestalten, identisch.

Es ist weder das eine noch das andere, weil es beides zugleich ist, und es hat unendliche viele Aspekte- so viele man eben in Form von Fragen hineinprojiziert.“ (Eigen und Winkler 1981, S. 11)

4.1. Aufgaben und Funktion des Spiels

Das Spiel ist eine angemessene Art und Weise sich die Umwelt handhabbar und begreifbar zu machen. Also ist das Spiel eine wesentliche Form der Sozialisation und dient auch der Unterhaltung. Im Spiel werden symbolische Abbildungen und Verfremdung der Realität vorgenommen. (Baer 1995, S. 9) Das muss auch geschehen, um in der Spielwelt neue Erfahrungen machen zu können. Man kann in ihr die Wirklichkeit vereinfacht und interpretiert nachleben. Es entsteht die Möglichkeit in eine unterhaltsamere Welt, die einen scheinbar zweckfreien Zeitvertreib darstellt, zu entfliehen. Das Spiel erfüllt, objektiv betrachtet, keinen Selbstzweck, sondern bestimmte Aufgaben und Funktionen. Zum Beispiel vermittelt es Bestätigung durch Gewinn oder Erfolg bei manueller Geschicklichkeit im Spiel. Wissen und Verhaltensweisen werden für den „Ernstfall des Lebens“ über das Spiel gelernt. Weiterhin schafft es Abwechslung gegenüber der frustrierenden, langweiligen Arbeit, der einseitiger Anforderungen in der Schule oder dem spannungslosen Alltag. Auch die Neugier, die in jedem von uns steckt, wird befriedigt. Im Spiel sammelt man neue Erfahrungen mit sich selbst, mit Material oder anderen Menschen. Welche Aufgaben es erfüllen soll, ist abhängig von der Art des Spiels und von der Arbeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Spielpädagogik. Bildungs- und Erziehungstheorien
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
35
Katalognummer
V78985
ISBN (eBook)
9783638835312
ISBN (Buch)
9783638837996
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Spielpädagogik, Bildungs-, Erziehungstheorien
Arbeit zitieren
Sandra Pauliks (Autor:in), 2004, Einführung in die Spielpädagogik. Bildungs- und Erziehungstheorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78985

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