MTV – drei Buchstaben, die keinem Jugendlichen oder jungem Erwachsenen fremd sind. Jeder weiß, dass sie für Music Television stehen und die Mehrheit dieser befindet sich in enger Verbindung mit diesem Fernsehprogramm. MTV startete 1981 mit dem Video „Video killed the Radio Star“ und war der erste Fernsehsender, der rund um die Uhr Musikvideos ausstrahlte. Nach dem Vorbild von MTV sind mittlerweile viele weitere Musikprogramme entstanden. Was aber macht den Reiz von Musikprogrammen aus? Warum reicht nicht die Rezeption von Musik via Radio aus? Warum wird die visuelle Rezeption wichtiger?
Das Ziel dieser Arbeit ist es, unter Berücksichtigung von Literatur und ausgesuchten Studien herauszuarbeiten, welchen Nutzen Jugendliche aus dem Konsum von Musikvideos ziehen.
Die zwei zentralen Forschungsfragen lauten:
a) Was macht MTVIVA so interessant für Jugendliche und warum nutzen sie Musikprogramme?
b)Werden Jugendliche durch die Inhalte in Musikvideos beeinflusst? Erhöhen einschlägige Musikvideos beispielsweise die Bereitschaft zu Gewalt (Sex, Zigaretten- und Alkoholkonsum)?
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSDEFINITIONEN
2.1 NUTZUNGSDATEN VON MTVIVA
2.2 DER BEGRIFF JUGENDLICHE
3 WARUM SO VIELE ZUSCHAUEN
3.1 MUSIKVIDEOS ALS BEGLEITER DURCH DEN NACHMITTAG
3.2 DIE LÄSSIGKEIT DER VEEJAYS
3.3 DAS SET VON MTV
3.4 SZENEZUGEHÖRIGKEIT
3.5 MEDIENKOMPETENZ
4 ZUSAMMENFASSUNG
5 WIE SIE ZUSCHAUEN UND ZUHÖREN
5.1 DER UNTERHALTUNGSHÖRER
5.2 DER EMOTIONALE HÖRER
6 ZUSAMMENFASSUNG
7 WAS SIE SICH ANSCHAUEN
7.1 MYTHOS IN VIDEOS
7.2 TUN SIE WAS SIE SEHEN?
8 HYPOTHESEN RUND UM DIE REZEPTIONSWEISEN VON MUSIKCLIPS
9 CONCLUSIO
10 WEITERE FORSCHUNGSFRAGEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss und den persönlichen Nutzen von Musikvideos für Jugendliche. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, warum Musiksender wie MTV und VIVA für junge Menschen so attraktiv sind und wie sich die Rezeption dieser audiovisuellen Inhalte auf deren Alltag und Verhalten auswirkt.
- Analyse des Nutzungsverhaltens von Jugendlichen gegenüber Musiksendern.
- Untersuchung der psychologischen und sozialen Funktionen von Musikvideos.
- Betrachtung von Mythen und Weltbildern in der Musikvideokultur.
- Diskussion über mögliche Auswirkungen von Gewalt- und Sexdarstellungen auf jugendliche Rezipienten.
- Auseinandersetzung mit dem Konzept der Medienkompetenz im Jugendalter.
Auszug aus dem Buch
Mythos in Videos
Tanja Busse hat in ihrem Buch „Mythos in Musikvideos: Weltbilder und Inhalte von MTV und VIVA“ mehrere Musikvideos untersucht und ist dabei auf die Erkenntnis gestoßen, dass viele Themen und Inhalte auf Mythen verweisen. Busse vertritt also die Meinung, dass der Gesamtheit der Musikvideos einige gemeinsame Mythen zugrunde liegen und somit das Weltbild und -verständnis der Musikvideokultur prägen.
Diese Einteilung nach Busse lässt sich vereinfacht in den folgenden sechs Gruppierungen beschreiben:
- Thema Liebe
- Thema Schönheit
- Thema Reichtum
- Thema der Selbstdarstellung und der Heldenhaftigkeit
- Thema des Körperkults, des Tanzes und des Spaßes
- Thema des Paradieses, der Weltschöpfung und der Zeit
Das Thema Liebe wird laut Busse in den Videos als eine Übermacht dargestellt, die einer Sucht gleicht. Außerdem wird sie als eine absolute Liebe dargestellt. Videos zeigen also eine Welt, in der es gilt, den Traumprinzen oder die Traumprinzessin zu finden. Während diese in der wirklichen Welt selten der Fall ist, gaukeln Videos doch die einzig wahre Liebe vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den historischen Erfolg von Musikfernsehsendern wie MTV und VIVA und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Nutzen und der Wirkung für Jugendliche.
2 BEGRIFFSDEFINITIONEN: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Arbeit, wie die Zielgruppe der Jugendlichen und die Nutzungsgewohnheiten basierend auf vorliegenden Studiendaten.
3 WARUM SO VIELE ZUSCHAUEN: Hier werden die Gründe für die hohe Popularität von Musikvideos bei Jugendlichen analysiert, darunter die Rolle von Identifikationsfiguren wie Veejays und das Bedürfnis nach Szenezugehörigkeit.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Dieses Kapitel fasst die Faktoren zusammen, die das Musikfernsehen für Jugendliche attraktiv machen, und nutzt empirische Ergebnisse einer Befragung zur Einordnung des Medienkonsums.
5 WIE SIE ZUSCHAUEN UND ZUHÖREN: Der Fokus liegt hier auf dem Rezeptionsverhalten, wobei zwischen dem "Unterhaltungshörer" und dem "emotionalen Hörer" unterschieden wird.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse zu den Konsummustern der Jugendlichen und die Anwendung der Adorno-Hörertypologie auf das Musikfernsehen.
7 WAS SIE SICH ANSCHAUEN: Dieses Kapitel thematisiert die inhaltlichen Mythen in Musikvideos und diskutiert kritisch die Frage nach der Beeinflussung von Jugendlichen durch Gewalt- oder Sexdarstellungen.
8 HYPOTHESEN RUND UM DIE REZEPTIONSWEISEN VON MUSIKCLIPS: Eine Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Hypothesen zum Verständnis und zur Wirkung von Musikvideos auf die Phantasie und das Verhalten der Rezipienten.
9 CONCLUSIO: Die Schlussfolgerung führt die Ergebnisse zusammen und lässt Jugendliche durch Zitate aus Studien selbst über ihr Erleben beim Videokonsum berichten.
10 WEITERE FORSCHUNGSFRAGEN: Dieses abschließende Kapitel wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen wie die Interaktivität im Musikfernsehen und die Notwendigkeit von Ländervergleichen bezüglich der Zensur von Inhalten.
Schlüsselwörter
Musikvideos, MTV, VIVA, Jugendliche, Medienkompetenz, Rezeptionsverhalten, Unterhaltungshörer, emotionaler Hörer, Musikfernsehen, Jugendkultur, Wirkungsforschung, Medienkonsum, Identifikation, Gewaltbereitschaft, Mythen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Musikvideos und Musiksendern wie MTV und VIVA im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt Themen wie die Nutzungsgewohnheiten, die Identifikation mit Sendern und Veejays, die inhaltliche Gestaltung der Videos durch Mythen sowie die Auswirkungen des Medienkonsums auf das jugendliche Verhalten ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welchen Nutzen Jugendliche aus dem Konsum von Musikvideos ziehen und wie sie mit der dort dargestellten, oft realitätsfernen Welt umgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Literaturanalysen, die Auswertung bestehender Studien sowie die Anwendung musik- und medienpsychologischer Typologien (z.B. nach Adorno) genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Nutzungsgründe, die Differenzierung von Hörertypen, die Untersuchung der inhaltlichen "Mythen" in Videos und die kritische Diskussion über Medieneinflüsse wie Gewalt oder Sex.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Musikvideos, Medienkompetenz, Jugendkultur, Rezeptionsverhalten und den Einfluss von Massenmedien.
Welche Rolle spielt die Typologie von Adorno für die Analyse?
Die Arbeit nutzt Adornos Typologie, um jugendliche Zuschauer in die Idealtypen des "Unterhaltungshörers" und des "emotionalen Hörers" einzuteilen, um ihr unterschiedliches Nutzungsverhalten besser beschreiben zu können.
Was sagt die Studie über den Zusammenhang von Rap-Videos und Gewalt aus?
Die Arbeit zitiert Untersuchungen, die bei Jugendlichen mit sehr hohem Konsum von Rap-Videos eine Korrelation mit bestimmten auffälligen Verhaltensweisen feststellen, betont aber, dass Ursache und Folge schwer voneinander zu trennen sind.
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- Mag. Sabine Maschler (Author), 2004, Jugendliche Rezeption von Videoclips, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79217