Caesars Ermordung. Die Attentäter und ihre Absichten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Caesars Verhalten vor seiner Ermordung und die ihm zugetragenen Ehrungen und Würden als mögliche Ursache der Verschwörung

III Die Verschwörer und ihre Motive

IV Das Attentat und seine Vorzeichen

V Die Folgen und unbedachten Konsequenzen der Tat

VI Schluss

Literatur- und Quellenverzeichnis:

I Einleitung

Caesar, wohl eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Antike, ein über die Jahrhunderte stets zum Vergleich mit anderen großen Männern der Geschichte, wie Kaiser Karl VIII. und Napoleon herangezogener Feldherr, dessen Ruhm, Ehre und Aura bis heute nachhallt.

Doch was steckt hinter diesem Ansehen? Wird es ihm in Anbetracht seiner Ermordung mit Recht zuteil? Oder war diese eher eine von unrealistischen Absichten und Idealen geleitete Tat? Ist Caesar zu weit gegangen oder hat er dem unaufhaltsamen Lauf der Dinge gemäß mit seinem hohen Maß an Führungsqualität, Ehrgeiz, Können und Verstand gehandelt?

Wer waren seine Mörder, welchen individuellen Motiven gingen sie nach und was erreichten sie dem gemessen schlussendlich?

Die folgende Arbeit versucht all diesen Fragen, zumindest ansatzweise, auf den Grund zu gehen. Vorerst werden dabei, resultierend aus Caesars Verhalten, vor allem in den letzten Jahren vor seinem Tod, mögliche Ursachen für seine spätere Ermordung herausgefiltert, woraufhin in Punkt drei die einzelnen Charaktere der Verschwörung, ihr offizieller Plan und ihre eigentlichen Hintergründe aufgezeigt werden. Punkt vier behandelt den Verlauf des Attentats an sich. Schlussendlich wird in Punkt fünf verdeutlicht, was dabei nicht bedacht wurde und welche augenblicklichen Resultate die Tat nach sich zog, bis im Schlussteil nochmals resümierend auf die eingangs gestellten Fragen eingegangen und versucht wird zu beantworten, inwiefern der Mord an Caesar gerechtfertigt oder doch einfach blauäugig ausgeführt war.

II Caesars Verhalten vor seiner Ermordung und die ihm zugetragenen Ehrungen und Würden als mögliche Ursache der Verschwörung

Nach Beendigung des Bürgerkrieges hatte Caesar quasi jegliche politische Macht auf seine Person konzentriert und auch der Senat hielt nicht damit zurück, ihn durch andauernde Ehrungen immer weiter emporzuheben.

So übernahm er im Februar 44 neben dem 5. Konsulat, der censorischen Vollmacht (praefectura morum), auch die Diktatur auf Lebenszeit, womit diese endgültig ihren Charakter als Notstandsmaßnahme verlor. Zu den tribunicischen Ehrenrechten wurde ihm ausdrücklich die Unverletzlichkeit (sacrosanctitas) verliehen. Ihm wurde freigestellt, stets und überall vom Triumphgewand und dem curulischen Stuhl Gebrauch zu machen und als Kleidung wurde ihm das Ganzpurpurgewand der altrömischen Könige ersonnen. Er erhielt den Titel „Vater des Vaterlandes“ (pater patriae), sein Geburtstag wurde zum staatlichen Feiertag erklärt, sein Geburtsmonat, der Quinctilis, erhielt den Namen Julius und in allen Tempeln Roms sollten Statuen von ihm aufgestellt werden, wobei eine davon die Reihe der Standbilder der sieben Könige Roms ergänzte. Alle vier Jahre sollten ihm zu Ehren Festspiele gegeben, ferner jährlich von Staatswegen Gelübde für Caesar gebracht werden. Bei Schauspielen wurde ihm ein goldener Sessel und ein mit Edelsteinen verzierter Goldkranz zur Verfügung gestellt, bei Zirkusprozessionen wurde ein Götterbildnis mit seinen Zügen mitgeführt. Als divus Julius sollte der neue Gott gemeinsam mit der Clementia in einem Tempel verehrt werden.[1]

Eines Tages jedoch begaben sich der gesamte Senat, alle Magistrate und Konsuln zu Caesar, um ihm gemeinsam neue Ehrenbeschlüsse mitzuteilen. Da empfing er die vornehmste Körperschaft Roms sitzend, ohne sich zu erheben und erzürnte damit alle maßlos.

Die wohl größte Grundlage zu einer Verschwörung gegen ihn bot aber die sich ausbreitende Vermutung, er würde nach der Königswürde streben. Dazu gaben wiederum einige Vorfälle den Anlass. Denn die in den verschiedenen Ehrungen begegnenden Hinweise auf Romulus-Quirinus und die alten Könige bekunden, dass er keinerlei Scheu hegte, immer wieder an das verfemte Königtum zu erinnern. Tatsächlich aber lastete auf den Vorstellungen vom Königtum im Volk die Erinnerung an Tyrannei, weshalb seit jeher der Fluch der Vorväter darauf liege bzw. der Eid geleistet wurde, wonach des Todes ist, wer nach dem Diadem strebt. Wahrscheinlich nur zum Schein lehnte Caesar daher den Königstitel öffentlich stets ab. So fand man eines Tages eine Caesarstatue auf der Rednertribüne mit dem Diadem geschmückt, welches die Volkstribunen Gaius Epidius Marullus und Lucius Caesetius Flavus sofort abnehmen ließen. Wenig später begrüßten ihn einige Bürger auf dem Heimweg mit dem Zuruf „König“, woraufhin er erwiderte „Ich bin nicht König, vielmehr Caesar“[2]. Daraufhin ließen eben diese Volkstribunen einen der Rufenden unter Zustimmung des Publikums durch ihre Amtsdiener abführen, um ihn vor dem Volksgericht abzuurteilen. Caesar wiederum ließ beide Volkstribunen vom Senat absetzen und von der Senatsliste streichen. Dieser Vorfall jedoch zeigte sein wahres Verhältnis zur römischen Republik. Er, der angeblich zum Schutz des vergewaltigten Volkstribunats in den Bürgerkrieg eingetreten war, setzte sich willkürlich über die tribunicische Unverletzlichkeit hinweg.[3] Wahrscheinlich aus Einsicht in sein fehlerhaftes Verhalten, wollte er nun in einem spektakulären Staatsakt noch einmal klarstellen dennoch nicht nach der Königswürde zu streben. So streckte ihm sein Mitkonsul beim traditionellen Umlauf der Luperci das weiße Königsdiadem entgegen, welches er unter begeistertem Beifall des Volkes zweimal, damit es auch jeder sehen konnte, zurückwies.[4] Damit weigerte er sich, die ihm vom Volk durch den Konsul angebotene Königswürde anzunehmen.

Dennoch ging ein Gerücht herum, dass nach der Prophezeiung der Sibyllinischen Bücher sich die Parther, gegen welche Caesar einen Feldzug plante, erst dann den Römern unterwerfen würden, wenn ein König gegen sie zu Felde ziehe. Daher wagten sich einige mit der Behauptung hervor, man solle Caesar nur als König derjenigen Völker ausrufen, welche der römischen Botmäßigkeit unterstanden, aber nicht für Rom.[5] Dazu später aber noch einmal.

[...]


[1] Cassius Dio 6(4)

[2] Plutarch, Fünf Doppelbiographien, Caesar(60)

[3] Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann, S. 296

[4] Plutarch,Caesar(61)

[5] Appian, Römische Geschichte, 110(461)

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Caesars Ermordung. Die Attentäter und ihre Absichten
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Altertumswissenschaften)
Veranstaltung
Von der Republik zum Prinzipat
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V79648
ISBN (eBook)
9783638869829
ISBN (Buch)
9783638876384
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Caesars, Ermordung, Attentäter, Absichten, Republik, Prinzipat
Arbeit zitieren
Claudia Zimmermann (Autor), 2007, Caesars Ermordung. Die Attentäter und ihre Absichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79648

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Caesars Ermordung. Die Attentäter und ihre Absichten



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden