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Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen

Title: Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Stefanie Sieber (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Selbstverletzendes Verhalten ist ein Störungsbild, das erst in der letzen Zeit in der Öffentlichkeit und auch in Fachkreisen bewusster wahrgenommen wird. Gerade deshalb und auch, weil viele Menschen, auch Sozialarbeiter, mit Unverständnis und Ablehnung auf ein solches Verhalten reagieren, hat mich die intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema sehr interessiert. Ich hoffe es ist mir gelungen eine umfassende Beschreibung den selbstverletzenden Verhaltens seiner Ursachen, Funktionen und den Möglichkeiten einen therapeutischen Umgang damit zu finden.
Ich werde mich in der vorliegenden Arbeit zunächst auf der Ebene der Begriffsbestimmung an die Thematik der Selbstverletzung annähern und einen Definitionsversuch geben. Bei der Kategorisierung selbstverletzenden Verhaltens orientiere ich mich an der Untersuchung von Walsh et al. (1988) , der pathologisches selbstverletzendes Verhalten hinsichtlich des Verletzungsgrades, der psychischen Verfassung des Betroffenen und der sozialen Akzeptanz in von nicht pathologischen Verhaltensweisen abgrenzt. Es gibt bisher keine eigenständige Diagnose selbstverletzenden Verhaltens, auf diese Problematik und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Handlungszusammenhänge der sozialen Arbeit werde ich in Kapitel 4 eingehen. Im Folgenden wende ich mich der Thematik des selbstverletzenden Verhaltens bei jungen Frauen zu. Ich gehe zunächst auf die Erscheinungsformen und Schweregrade selbstverletzender Verhaltensweisen ein, um anschließend die Entstehungszusammenhänge von Selbstverletzung näher zu beleuchten. Ausführlich befasse ich mich in Abschnitt 5.3 mit den psychischen Funktionen selbstverletzenden Verhaltens für die Betroffenen. Ich gehe hier besonders auf die Funktionen der Selbstregulation, der Bewältigung von belastenden Lebensereignissen und die sozialen Funktionen selbstverletzenden Verhaltens ein. Da Selbstverletzung ein Phänomen ist, das sehr gehäuft bei Frauen auftritt beschäftige ich mich im Folgenden mit den denkbaren Zusammenhängen der weiblichen Sozialisation mit dem Verhalten der Selbstverletzung. Hierbei gehe ich näher auf die Rolle des weiblichen Körpers ein und setze mich in diesem Zusammenhang mit der symbolischen Bedeutung von Haut und Blut als Objekte selbstverletzenden Verhaltens auseinander. Anschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die therapeutischen Ansätze in der Behandlung der von selbstverletzendem Verhalten und gehe dann auf die Aufgaben der Sozialen Arbeit näher ein Betroffenen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Kategorisierung selbstverletzenden Verhaltens

4. Diagnose der Selbstverletzung

5. Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen

5.1 Erscheinungsformen und Schweregrade

5.2 Entstehungszusammenhänge

5.3 Psychische Funktionen

5.3.1 Selbstregulation

5.3.2 Bewältigung von belastenden Lebensereignissen

5.3.3 Soziale Funktionen

6. Selbstverletzung und Weiblichkeit

6.1 Emotionale Sozialisation der Frau

6.2 Der weibliche Körper

6.2.1 Die symbolische Bedeutung von Blut und Haut

6.2.2 Die symbolische Bedeutung der Haut bei Selbstverletzung

7. Interventionsmöglichkeiten bei selbstverletzendem Verhalten

7.1 Psychotherapeutische Behandlung

7.2 Aufgaben der Sozialen Arbeit

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht selbstverletzendes Verhalten bei jungen Frauen unter besonderer Berücksichtigung psychischer Funktionen und geschlechtsspezifischer Aspekte, um daraus Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit abzuleiten.

  • Begriffsbestimmung und Abgrenzung (Suizidalität, Automutilation)
  • Psychische Funktionen: Selbstregulation und Stressbewältigung
  • Zusammenhang zwischen weiblicher Sozialisation und Selbstverletzung
  • Symbolik von Körper, Blut und Haut
  • Handlungskonzepte und präventive Strategien der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

Regulation von Gefühlen

Eine der zentralen emotionalen Kompetenzen des Menschen ist die Regulation der eigenen Gefühle. Diese Gefühle der Situation anpassen, sie bewältigen und den jeweiligen sozialen Regelungen gemäß ausdrücken zu können ist wichtiger Bestandteil einer gesunden Persönlichkeit. Defizite in der Emotionsregulation stellen einen Risikofaktor für die Entstehung von psychischen Störungen dar. So auch für die Entstehung von selbstverletzendem Verhalten, welches als Kompensation für die unzureichende Fähigkeit Gefühle zu regulieren eingesetzt werden kann. Hierbei spielt die Beendigung unangenehmer Gefühlszustände, das Auflösen von Anspannung und das Wiedererlangen der Kontrolle über die eigenen Emotionen eine bedeutende Rolle. Das selbstverletzendes Verhalten kann wie ein Ventil wirken um emotionalen Schmerz, Gefühle von Wut, Panik, Angst nach außen abzuleiten. Durch den Akt der Selbstverletzung werden dieser emotionale Schmerz in physische Form gebracht, die für den Betroffenen oft leichter zu ertragen und zu kontrollieren ist.

Durch selbstverletzendes Verhalten können jedoch nicht nur negative Gefühlszustände beendigt werden. Für viele Betroffene impliziert das selbstverletzende Verhalten auch eine aktive Herstellung von positiven Gefühlen. Empfindungen von Erleichterung, Trost, Beruhigung treten ein und darüber hinaus können Betroffene sich durch ihr Verhalten selbst in rauschhafte oder tranceähnliche Zustände versetzen, die einen gewissen „Kick“ beinhalten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Selbstverletzung und umreißt den methodischen und inhaltlichen Rahmen der Arbeit.

2. Begriffsbestimmung: Hier wird der Begriff der Automutilation definiert und von artifiziellen Störungen sowie suizidalem Verhalten abgegrenzt.

3. Kategorisierung selbstverletzenden Verhaltens: Anhand dreier Faktoren (Verletzungsgrad, psychischer Zustand, soziale Akzeptanz) werden vier Gruppen der Selbstverletzung unterschieden.

4. Diagnose der Selbstverletzung: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle klinische Einordnung und die Problematik der fehlenden eigenständigen Diagnosekriterien.

5. Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen: Dieser Hauptteil analysiert Erscheinungsformen, Ursachen sowie psychische Funktionen wie Selbstregulation und Bewältigung von traumatischen Lebensereignissen.

6. Selbstverletzung und Weiblichkeit: Es werden Zusammenhänge zwischen weiblicher Sozialisation, Körperbild und der symbolischen Bedeutung von Blut und Haut für die Selbstverletzung untersucht.

7. Interventionsmöglichkeiten bei selbstverletzendem Verhalten: Das Kapitel bietet einen Überblick über psychotherapeutische Ansätze und konkrete Aufgabenbereiche für die Soziale Arbeit.

8. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und den eigenen professionellen Lernprozess.

Schlüsselwörter

Selbstverletzendes Verhalten, Automutilation, junge Frauen, Emotionsregulation, psychische Störungen, Sozialisation, Körperbild, Trauma, Schnittverletzungen, Soziale Arbeit, Prävention, Beratung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Selbstfürsorge, Dissoziation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von selbstverletzendem Verhalten bei jungen Frauen, wobei insbesondere die Ursachen, Funktionen und Handlungsmöglichkeiten für Sozialarbeiter im Vordergrund stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Kategorisierung der Selbstverletzung, die psychischen Funktionen (wie Stressabbau), die Rolle der weiblichen Sozialisation sowie therapeutische und sozialpädagogische Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, eine umfassende Beschreibung des Störungsbildes zu liefern, die Hintergründe (besonders bei jungen Frauen) zu beleuchten und Wege für einen fachgerechten Umgang in der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Theorien, unter anderem unter Einbezug von Modellen wie denen von Walsh et al. oder Petermann/Winkel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Diagnose, die detaillierte Darstellung psychischer Funktionen und die spezifische Untersuchung der Zusammenhänge zwischen weiblicher Identität, Körpererleben und Selbstverletzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbstverletzung, Emotionsregulation, traumatische Erfahrungen, Weiblichkeit, psychische Funktionen und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.

Warum spielt die symbolische Bedeutung von Blut und Haut eine Rolle?

Die Haut dient als Grenze und Kommunikationsmedium. Das Fließen von Blut wird oft als Reinigungsakt oder Ausdruck der Lebendigkeit empfunden, was Betroffenen hilft, ihre inneren psychischen Schmerzen nach außen hin zu objektivieren.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit bei diesem Thema?

Die Soziale Arbeit hat die Aufgabe, durch Beratung, Unterstützung in der Bewältigung von Lebenskrisen und durch präventive Ansätze betroffenen jungen Frauen einen konstruktiven Umgang mit ihren Gefühlen zu ermöglichen, statt nur das Symptom zu sehen.

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Details

Title
Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen
College
University of Freiburg
Grade
1,2
Author
Stefanie Sieber (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V79671
ISBN (eBook)
9783638860291
ISBN (Book)
9783638859721
Language
German
Tags
Selbstverletzendes Verhalten Frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Sieber (Author), 2006, Selbstverletzendes Verhalten junger Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79671
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