Online-Journalismus. Wie Printartikel sich von Online-Artikeln unterscheiden

Eine quantitative und qualitative Untersuchung anhand überregionaler Zeitungen in Deutschland


Magisterarbeit, 2007

239 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung

A Theoretischer Ansatz
2 Die Zeitung und ihre Sprache
3 Das Internet als neues Medium
3.1 Zeitung im Internet
3.2 Studien zu Rezeptionsunterschieden beim Lesen auf Papier und auf dem Bildschirm
3.3 Studien zum Vergleich von Printmedien mit ihrem Onlinependant
4 Überblick zur Literaturlage

B Untersuchungsgegenstand
5 Richtlinien für das Schreiben von Online-Texten
6 Der Teaser
7 Korpuslinguistik
7.1 Die zur Untersuchung ausgewählten Medien
7.1.1 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung
7.1.2 Die Süddeutsche Zeitung
7.1.3 Die Netzeitung
7.2 Vorgehensweise beim Zusammenstellen des Korpus
7.3 Die journalistischen Textsorten in den untersuchten Zeitungen
7.3.1 Die Nachricht
7.3.2 Die Meldung
7.3.3 Der Bericht / Die Reportage
7.3.4 Das Interview
7.3.5 Der Kommentar
7.3.6 Die Glosse

C Untersuchung des Korpus
8 Quantitative Analyse des Korpus
8.1 Vorgehensweise bei der empirischen Analyse des Korpus
8.2 Überprüfung der theoretischen Annahmen durch empirische Untersuchungen am Korpus
8.2.1 Umfang des Datenmaterials
8.2.2 Häufigkeit und Verteilung der Teaser
8.2.3 Chi-Quadrat-Test für die Verteilung der Teaser
8.2.4 Verteilung der Artikel in den Zeitungen auf die einzelnen Wochentage
8.2.5 Verteilung der Teaser in den Zeitungen auf die einzelnen Wochentage
8.3 Durchschnittliche Länge der Artikel
8.3.1 Arithmetisches Mittel für die Wortanzahl der Artikel
8.3.2 Median der Artikel-Wortanzahl
8.3.3 Standardabweichung und Spannweiten bei der Artikel-Wortanzahl
8.3.4 Arithmetisches Mittel für die Satzanzahl der Artikel
8.3.5 Durchschnittliche Länge der Sätze
9 Zuordnung der journalistischen Textformen zu den untersuchten Zeitungen
9.1 Häufigkeiten und Verteilung der Textsorten
9.2 Chi-Quadrat-Test in Bezug auf die Verteilung der Textsorten
10 Analyse der Überschriften
10.1 Die Wortartenstile der Überschriften
10.1.1 Kategorieneinteilung für die Wortartenstile
10.1.2 Analyse der Überschriftenstile der Zeitungen
10.2 Durchschnittliche Überschriftenlänge
11 Die Verständlichkeit der untersuchten Artikel
11.1 Verständlichkeitsformeln
11.2 Berechnung der Formel am Korpus
11.3 Ergebnisse der Berechnung nach der Verständnisformel von AMSTAD am Korpus
12 Qualitative Analyse des Korpus
12.1 Ausgewählte Beispiele der SZ
12.1.1 „Israel muss sich zurückziehen“
12.1.2 „Brüchige Meinungsfront“
12.1.3 „Anschlag auf Marktplatz“
12.2 Ausgewählte Beispiele der F.A.Z.
12.2.1 „Eine Friedenstruppe für den Südlibanon?“
12.2.2 „Nachschub aus Syrien“
12.2.3 „Ahmadineschad schreibt der Bundeskanzlerin“
12.2.4 Der unzufriedene Bundespräsident
12.3 Ein Artikel der NZ im Vergleich

D Schlussbetrachtung
13 Zusammenfassung der Ergebnisse
14 Ausblick
15 Literaturverzeichnis

Anhang I

Anhang II

Anhang III

Anhang IV

Anhang V

Abbildungsverzeichnis

Diagramm 1: Artikelanzahl der Zeitungen pro Wochentag

Diagramm 2: Teaseranzahl der Zeitungen pro Wochentag

Diagramm 3: Durchschnittliche Wortanzahl der Artikel

Diagramm 4: Mediane und Mittelwerte bezüglich der Wortanzahl der Zeitungen

Diagramm 5: Artikellängenverteilung der Zeitungen

Diagramm 6: Mediane und Mittelwerte der Zeitungen bezüglich der Satzanzahl pro Artikel

Diagramm 7: Mittelwerte der Zeitungen bezüglich der Wortanzahl pro Satz

Diagramm 8: Mittelwerte und Mediane der Zeitungen bezüglich der Wortanzahl pro Satz

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Absolute Häufigkeiten, Artikel mit Wort- und Satzumfang

Tabelle 2: Absolute Häufigkeiten, Teaser mit Wort- und Satzumfang

Tabelle 3: Absolute Häufigkeiten, Teaser F.A.Z. und SZ (E-Paper & Online)

Tabelle 4: Bedingte Häufigkeiten gerundet, Teaser F.A.Z. und SZ (E-Paper & Online)

Tabelle 5: Differenztabelle der absoluten und bedingten Häufigkeiten

Tabelle 6: Chi-Quadrat-Wert-Berechnung

Tabelle 7: Wortanzahl der Artikel der untersuchten Zeitungen

Tabelle 8: Mediane der Wortanzahl der Artikel

Tabelle 9: Wortanzahl der Artikel als arithmetisches Mittel, als Median und mit Standardabweichung

Tabelle 10: Wortanzahl der Artikel als arithmetisches Mittel, als Median und mit Standardabweichung

Tabelle 11: Arithmetisches Mittel und Mediane der Satzanzahl der Artikel in den Zeitungen

Tabelle 12: Absolute Häufigkeiten der Textsorten der Artikel

Tabelle 13: Bedingte Häufigkeiten der Textsorten der Artikel

Tabelle 14: Absolute Häufigkeiten; Wortanzahl der Überschriften nach dem größten Wortumfang

Tabelle 15: Verteilung der Wortarten der Artikel-Überschriften

Tabelle 16: Verteilung der Wortarten der Artikel-Überschriften auf Kategorien

Tabelle 17: Bedingte Häufigkeiten der Wortanzahl der Überschriften der Artikel

Tabelle 18: Differenztabelle der absoluten und bedingten Häufigkeiten der Überschriften der Artikel

Tabelle 19: Chi-Quadrat-Wert-Berechnung der Überschriften der Artikel

Tabelle 20: Wortanzahl der Überschriften nach dem größten Mittelwert

Tabelle 21: Anzahl der Stichproben und Artikel der untersuchten Zeitungen

Tabelle 22: Lesbarkeitswerte der untersuchten Zeitungen

1 Einleitung

Online-Journalismus: Wie Printartikel sich von Online-Artikeln unterscheiden -
Eine quantitative und qualitative Untersuchung anhand überregionaler Zeitungen in Deutschland

„Internetjournalismus unterscheidet sich grundsätzlich vom Zeitungsjournalismus.“[1]

Die Anzahl der Nutzer des Internets hat in den letzten Jahren rasant zugenommen: Noch im Jahre 1998 gaben acht Prozent der Westdeutschen und sechs Prozent der Ostdeutschen an, mindestens einmal pro Woche das Internet in der Freizeit zu nutzen. Sechs Jahre später sind in Westdeutschland über 38 Prozent und in Ostdeutschland über 33 Prozent der Menschen Internetnutzer.[2] Seit über zehn Jahren haben sämtliche überregionale Zeitungen einen Internetauftritt.[3]

In dieser Arbeit wird untersucht, wie deutsche überregionale Printmedien sowohl ihren Print- wie auch ihren Internetauftritt sprachlich gestalten. Für die Untersuchung werden drei über-regionale Zeitungen betrachtet: Die Süddeutsche Zeitung (SZ), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und die Netzeitung (NZ), die nur im Internet verfügbar ist.

Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich über die Woche vom 17.07.2006 bis 21.07.2006. Um den Untersuchungsgegenstand einzugrenzen, wird sich die Autorin nur mit den Artikeln des Ressorts Politik der Zeitungen beschäftigen. Sprachlich werden dabei die Artikelformen und Textsorten, die die jeweiligen Medien verwenden, verglichen.

Es wird geklärt, welche Rolle das Internet als Zeitungsmedium spielt. Dabei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Printzeitung dargestellt. Untersucht wird, inwiefern das Medium Internet Einfluss auf die Textgestaltung hat. Es wird ein Unterschied zwischen der Lesbarkeit von Texten auf Papier (Printzeitung) und Texten auf dem Monitor (Onlinezeitung) vermutet. Hierbei werden nicht nur die Textsorten und Artikelformen betrachtet, es soll auch die grammatikalische Gestaltung untersucht werden. Mit Hilfe der Korpuslinguistik sollen außerdem die Text- und Satzlänge sowie die Wortanzahl der Artikel im Korpus in die Ana-lyse einbezogen werden. Zur Veranschaulichung wird die Verständlichkeit von Artikeln in den Print- und Online-Zeitungen verglichen. Dieser Vergleich wird mit Hilfe von Verständlichkeitsformeln durchgeführt. Besondere Berücksichtigung in der Betrachtung wird auch der Teaser als neue Textform finden.

Da in der gesichteten Literatur keine ähnlichen Untersuchungen statt gefunden haben beziehungsweise die Zeitungssprache im Internet nicht explizit betrachtet wurde, wird in dieser Arbeit der Vergleich von Zeitungsartikeln im Printmedium und online mit verschiedenen Ansätzen betrachtet. Ein Schwerpunkt wird auf der quantitativen Auswertung liegen. Dabei liegt die Fragestellung bezüglich der Artikelgestaltung zugrunde, inwiefern sich Print- und Onlinemedien in Bezug auf ihre Satzumfänge pro Artikel, durchschnittliche Satzlängen und Wortlängen unterscheiden. Ein Augenmerk wird auch auf die Verständlichkeit der Korpus­texte gelegt. Qualitativ werden dann starke Unterschiede sowie Artikelüberschriften und Teaser analysiert. Explizit eingegangen wird auch auf den Aspekt der Verständlichkeit der Artikel.

Die Arbeit wurde nach den Regeln der neuen Rechtschreibung erstellt. Zitate, die nach alter Rechtschreibung geschrieben wurden, werden ohne besondere Kennzeichnung übernommen, eine Anpassung an die neue Schreibweise erfolgt nicht.

A Theoretischer Ansatz

Mit dem Internet ist ein neues Medium in die Mediengeschichte eingetreten, das in ihr eine paradoxe Stellung einnimmt: es hat von allen etablierten Medien etwas und ist doch zugleich etwa[s] anderes […].“[4]

2 Die Zeitung und ihre Sprache

Der Einstieg in die Begriffsdefinitionen beginnt zunächst mit dem Medium Zeitung. Unter dem Begriff Medium wird ein Mittel der Kommunikation verstanden.[5] Bei dieser verein­fachten Definition zählen im weitesten Sinne als Medium alle Träger von Sprache und anderen Zeichen.[6]

Auch wenn der Begriff „Zeitung“ kein Fachwort, sondern im Alltagsverständnis präsent ist, soll als Grundlage für diese Arbeit eine genaue Definition der mehr als einhundert Begriffsbestimmungen[7] gelten: „Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit.“[8] In dieser Begriffsbestimmung wird die Aufgabe der Zeitung deutlich: „Jüngstes Gegenwartsgeschehen (Aktualität) zu vermitteln […]“[9]. Präzisierend muss ergänzt werden, dass die Zeitung sowohl „soziales Register, lokale Informationsplattform, Orientierungs- und Hintergrundinformationsmedium und Forum des öffentlichen Diskurses“[10] ist.

PFEIL zweifelt zunächst in ihren Ausführungen an, ob es überhaupt eine „Zeitungssprache“ gibt.[11] Aufgrund der Problematik, dass es stilistische Unterschiede zwischen den einzelnen Zeitungstypen und selbst zwischen den einzelnen Ressorts gibt[12], legt sich PFEIL auf folgende Definition von Zeitungssprache fest: Unter „dem Begriff ′Zeitungssprache′ [ist] mit wenigen Ausnahmen alles zu subsumieren, was sprachlich in einer Zeitung enthalten ist.“[13] PFEIL weist darauf hin, dass die Zeitungssprache sich aus mehreren heterogenen Teil­bereichen aufbaut.[14] Diese zeigen aufgrund ihrer inhaltlichen, thematischen und funktionalen Unterschiede stilistische Varianten.[15] Die Autorin stellt abschließend fest, dass die Zeitungssprache als Subsystem der Standardsprache zu sehen ist.[16] DOVIFAT sieht als besonderes Merkmal der Sprache in der Zeitung an, „daß also die Sprache lebensnah und verständlich bleiben muß.“[17]

Bei der Diskussion um eine Zeitungssprache drängt sich auch die Frage nach einem Zeitungsstil auf. Der Stil selbst ist aus linguistischer Sicht „ein Teilaspekt von Texten“[18]. Im Sinne von SOWINSKI handelt es sich dabei um einheitliche und harmonische Formmerkmale. Diese sind aufgrund bewusster Gestaltung beziehungsweise Kombination entstanden und stehen somit anderen möglichen Gestaltungsformen wie auch der Gestaltungslosigkeit entgegen.[19] Es handelt sich also um eine Auswahl aus möglichen Formen. Allerdings muss beachtet werden, dass „die stilistische Selektion keine freie, x-beliebige Wahl sein kann: Sie unterliegt vielmehr verschiedenerlei Einschränkungen (`Selektionsrestriktionen´).“[20] Allgemein formuliert kann man bei Stil „zu einer Auffassung des Sprachstils als der charakteristischen Eigenart der sprachlichen Ausdrucks- und Darstellungsweise[21] kommen. Als Besonderheit kommt beim journalistischen Stil hinzu, dass dieser zweckmäßig sein muss. „Wer die Feder ansetzt, um für eine Zeitung zu schreiben, wird als erstes der Lesewerbung, dem Leseanreiz zu genügen haben. Dazu ist Verständlichkeit die erste Forderung.“[22] Wie bei der Definition zur Zeitungssprache wird die Verständlichkeit des Zeitungsstextes in den Vordergrund gerückt.

Der Online-Journalismus ist im engeren Sinne ist das Verfassen von Artikeln exklusiv für das Web.[23] Entstanden ist der Internet-Journalismus Mitte der 90er Jahre.[24] Diese Art von Journalismus erlebte im Jahre 1997 den ersten Boom. Anfangs stellten etablierte Medienunternehmen Webmagazine in das Internet – „mit den gleichen Inhalten, wie sie in den bereits bestehenden, hauseigenen Produkten, wie Zeitungen und Zeitschriften, veröffentlicht wurden.“[25] BRÜGGEMANN schränkt in Bezug auf einen anderen Schreibstil durch das World Wide Web ein, dass die „häufig genannten Unterschiede zwischen Print- und Web-Stil […] eher eine Anpassung an die jüngere Zielgruppe […] oder an die Produktionszwänge unter hohem Zeitdruck“[26] seien. Unter Bezugnahme auf den Zeitdruck und die Unterbesetzung geht der Autor noch weiter und behauptet, dass statt der oft postulierten Stilerfordernisse des World Wide Webs die Deutsche Presse-Agentur den Stil der Web-Nachrichten in Deutschland prägt.[27] MEIER fasst zusammen: „Insgesamt ist der Journalismus im Internet schwerer abgrenzbar als im Print-[…]bereich.“[28]

3 Das Internet als neues Medium

„Das Internet ist ein riesiges weltweites Netzwerk, das Millionen von Computern verbindet.“[29]

Im Jahre 1989 wurde das Word Wide Web als Informationsdienst des Internets am Genfer Kernforschungszentrum CERN zunächst dazu entwickelt, die Zusammenarbeit von weltweit verstreuten Forschergruppen zu unterstützen. Erfolgreich ist das Internet aufgrund seiner schnell erlernbaren Dokumentenauszeichnungssprache (HTML) und der einfach bedienbaren Zugangssoftware (Web-Browser).[30] „Internet“ und „World Wide Web“ sind keine Synonyme.[31] Unter Internet ist ein weltweiter Verbund von Computernetzwerken, an die Rechner angeschlossen sind, die über das Internet-Protokoll miteinander kommunizieren, zu verstehen.[32] Die synonymen Begriffe Web, World Wide Web und WWW bezeichnen ein auf Hypertext basierendes Informations- und Quellensystem für das Internet.[33] Das World Wide Web eröffnet für die Zeitungsgestaltung neue Möglichkeiten, die sich mit den vier Schlagwörtern „Multimedia, Hypertext, Interaktivität und computergestützte Kommunikation.“[34] umreißen lassen.

3.1 Zeitung im Internet

„Online-Zeitungen sind eines der Versuchslabore für neuartige Textgestaltung.“[35]

Bei Online-Zeitungen wird statt Papier als Trägermedium der Bildschirm als Textschirm für die Zeitung benutzt.[36] Noch im Jahre 1999 weist LEHR darauf hin, dass die Geschichte der elektronischen Zeitung zu kurz sei, „als daß eine dem Printmedienmarkt vergleichbare Entwicklung mit entsprechenden Ausprägungsformen der Produkte hätte stattfinden können.“[37] Ähnlich äußert sich CHAPMAN in seiner Arbeit. Er geht davon aus, unter der Annahme eines evolutionären Medienwandels, es sich erst im Laufe der Zeit zeigen würde, ob Online-Journalismus vorhanden ist.[38] Dagegen behauptet HÖBERMANN schon früher: „Kein Zweifel – die Medienlandschaft wird sich durch das Netz-Medium tief greifend verändern.“[39] Die Autorin stellt klar: „Die gelungene elektronische Zeitung ist kein Abklatsch des gedruckten Blattes, sondern ein völlig neues, eigenes Konzept.“[40]

Als einen der wichtigsten Unterschiede von Onlinezeitungen im Vergleich mit Printzeitungen weist SCHMITZ darauf hin, dass sich die Zeitung im Internet, unter anderem potenziell – zunehmend auch tatsächlich – durch größere Informationsfülle[41] und schnellere Aktualisierung auszeichnet.[42] In einer jüngeren Arbeit spricht SCHMITZ dann von einer Koalition der Print- und Online-Zeitungen als neue intermediale Form.[43]

Einen weiteren interessanten Aspekt betrachtet SCHMITZ in Bezug auf die Entstehung von Neuem, „ohne dass man dass sogleich bemerkte.“[44] Zur plastischen Anschauung benutzt SCHMITZ die „Wolf“-Metapher von MEIER: „Mit der Erkenntnis von Situationen starker ereignis- oder auch prozeßhafter Veränderung verhält es sich in etwa so, wie es überscharf im Märchen von Rotkäppchen dargestellt ist: Man vermutet das Gewohnte, daß also im Bett der Großmutter eben die Großmutter liegt, so daß einem zunächst nur abweichende Einzelheiten, eine nach der anderen, auffallen, bis man endlich wahrnimmt (und unter Umständen sogleich erfährt), daß es sich um etwas ganz anderes handelt, daß es eben der Wolf und nicht die Großmutter ist, mit dem man es zu tun hat.“[45] SCHMITZ schließt daraus für das Internet, dass die Sprache zum Wolf geworden wäre, der es sich im Bett der Großmutter bequem mache.[46] Das Fazit: „Neue (mediale) Kommunikationsformen bringen auch immer neue spezifische Ausdrucksformen mit sich.“[47] Bezüglich des Internets bedeutet dies, dass im World Wide Web – wenn auch vielleicht nicht gleich beachtet oder bemerkt - neue Textsorten, neue Textgestaltungsmuster und neue Formen textueller Strukturen existieren.[48]

Zur Diskussion, ob die Zeitung im Web auch eine Zeitung sei, sei diesbezüglich auf die Begriffsdefinition Zeitung[49] in dieser Arbeit verwiesen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Online-Zeitung die meisten Ansprüche erfüllen soll, die auch an die gedruckte Zeitung gestellt werden.[50] Das World Wide Web erfüllt die Voraussetzungen für das Zeitungsformat und übertrifft sie laut BRÜGGEMANN sogar – nämlich in Bezug auf die Interaktivität („Forum“), den Speicherplatz („soziales Register“) und die Vernetzung („Informationsplattform“).“[51]

Die ersten Online-Angebote deutschsprachiger Zeitungen stammen aus dem Jahre 1994.[52] Nach JAKOBS sind – ohne Erläuterungen in welchem Umfang - sämtliche überregionale Zeitungen erst seit elf Jahren (September 1996) mit einem Angebot im Internet vertreten.[53] Allerdings findet sich bei den Autoren BERNHARD und MEYER-LUCHT der Hinweis, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung erst im Jahre 2001 journalistisch online gegangen ist.[54]

3.2 Studien zu Rezeptionsunterschieden beim Lesen auf Papier und auf dem Bildschirm

Im Unterschied zur Printausgabe stellt die Rezeption von Texten am Bildschirm andere Anforderungen an den Leser. Zu diesem Thema werden in der Literatur Studien zitiert, die Besonderheiten von Online-Texten und das Leseverhalten am Monitor untersuchen. HOLZAPFEL stellt eine Studie aus den USA vor, in der 131 Studenten ein und denselben Text sowohl am Bildschirm wie auch auf Papier lesen mussten.[55] Der auf dem Bildschirm gelesene Text, war nach Aussagen der Studenten sowohl schwerer zu verstehen, wie auch weniger glaubwürdig.[56] NIELSEN[57] stellt in einem Aufsatz zu einer Studie fest, dass Texte am Bildschirm im Vergleich zu Print-Texten zu 25 Prozent langsamer gelesen werden.[58] Eine Begründung ist laut MEIER die schnellere Augenermüdung durch die grobe Pixelauflösung der Schrift auf dem Bildschirm. Außerdem übe die statische und unkomfortable Lesehaltung einen Einfluss auf das Rezeptionsverhalten aus.[59]

Um zu klären, warum auf dem Monitor gelesene Texte schwerer verstanden werden, bietet sich eine Betrachtung der Unterschiede zwischen den Bedingungen des Lesens von Printzeitungen gegenüber den Online-Exemplaren an. Laut SCHMITZ ist der erste Punkt, dass der klassische Zeitungsleser eine Menge von Papierseiten im standardisierten Hoch- und Großformat in der Hand hält – während der Online-Zeitungsleser vor einem einzigen flachen Bildschirm, in meist viel geringer Größe im Querformat sitzt.[60] Ein Printzeitungsleser blättert die Zeitung mit Armen und Händen durch, während der Leser online mit kleinen Hand- und Fingerbewegungen per Tastatur, Maus oder Pad, den Bildschirm per Klicks mit verschiedenen Inhalten füllen kann.[61] Außerdem ist wichtig zu unterscheiden, dass der Leser der Papierzeitung sowohl jede einzelne Seite oder auch je zwei Seiten komplett im Auge behalten und sich auf dieser Fläche orientieren kann, „um fest gedruckten, fein verteilten Farbpigmenten (größtenteils nur schwarz-weiß) […] Sachinformationen zu entnehmen.“[62] Während der Leser der Online-Zeitung nur die auf dem Bildschirm ausgebreiteten Zeichen im Blick hat, „die in ihren veränderlichen Farbpixeln bei derzeit noch nicht optimaler Auflösung, doch in üppigen Farbeinsatz […] entweder Sachinformationen oder aber Links zu anderen Informationsgruppen enthalten.“[63]

Diese Voraussetzungen sind zu beachten, wenn die Rezeptionsunterschiede zwischen Druck und Bildschirm betrachtet werden. Außerdem wird in der Literatur darauf hingewiesen, dass Leser Texte auf dem Bildschirm nicht lesen, sondern „scannen“.[64] Dieser Begriff ist problematisch und wird in der Literatur nicht klar abgrenzt. In der deutschen Literatur wird der Begriff aus den englischen Studien nicht übersetzt. Das englische Verb „to scan“ ist mit „überfliegen, absuchen“ zu übersetzen. Beziehungsweise wird ein einfacher Sachverhalt nämlich das Überfliegen des Textes mit einem neuen Wort versehen. So versteht STORRER unter „scannen“ auf dem Bildschirm: „Die Nutzer suchen […] den Text nach Kernaussagen und Schlüsselwörtern ab, die für ihren aktuellen Informationsbedarf relevant sind“[65]. Laut NIELSEN überfliegen die Leser die Texte am Bildschirm nicht immer und suchen nach einzelnen Wörtern, sondern sie suchen sich Stichwörter, bis hin zu Sätzen und Absätzen heraus.[66] STORRER behauptet, dass die Rezeption von Texten auf dem Bildschirm langsamer und ermüdender als auf dem Papier sei.[67] Sie bezieht sich auf einer von MORKES und NIELSEN durchgeführten britischen Studie,[68] welche herausgefunden hat, dass Web-Benutzer nicht lesen, sondern stattdessen den Text überfliegen.[69] BITTNER stimmt zunächst ebenfalls zu, dass bei digitalen Medien, aus dem Lesen das Scannen geworden ist.[70] Allerdings schränkt BITTNER ein, dass das Scannen als Form des Lesens an sich nicht so neu sei: „[…] seit Jahrzehnten lesen wir auf diese Weise Zeitung – und je mehr Zeitungen man liest, desto ausgeprägter ist diese selektive Wahrnehmung wohl.“[71] Leider untermauert BITTNER seine Aussagen nicht. Aber auch SEIBOLD betont: „Der Begriff „Scannen“ als Beschreibung einer Leseform ist relativ neu, das Phänomen aber alt.“[72]

In dieser Arbeit wird sich auf den Begriff Scannen für das Überfliegen von Seiten auf einem Bildschirm festgelegt. Als Fazit wird sich aufgrund der überzeugenden Argumentation der Meinung von SCHMITZ[73] und STORRER[74] angeschlossen, dass das Lesen von Zeitungen im Internet mehr Scannen erfordert als das Lesen der Printvariante.

In Bezug auf die Nutzungsstudien zu der Rezeption von Zeitung im Internet, stellt STORRER die Frage[75]: „Muss man für eine Online-Zeitung anders schreiben als für eine gedruckte Zeitung?“[76] Für die Antwort betrachtet CHAPMAN die Charakteristika des World Wide Web: „Aktualität, Entgrenzung, Interaktivität, Multimedialität, Nonlinearität und Ubiquität.“[77] CHAPMAN schlussfolgert aus diesen Eigenschaften des Mediums Web einen Einfluss auf die Sprache von Online-Zeitungen.[78] „Ebenso sollten die veränderten Rezeptionsbedingungen die Sprache beeinflussen.“[79] CHAPMAN erläutert nicht auf welche Weise und von welcher Art von Einfluss die Sprache im Internet unterworfen ist. Der Autor schlussfolgert, dass die Rezeptionsform beim Lesen von Online-Texten eine veränderte Textgestaltung erfordert.[80] STORRER schlägt vor: „Empfohlen wird eine schnörkellose Sprache mit kurzen Sätzen. Schachtelkonstruktionen, Schmuck- und Füllwörter sowie Silbenschleppzüge sind zu vermeiden.“[81] Ebenso empfiehlt das Autorenteam MORKES und NIELSEN, Texte des Onlinejournalismus kurz und bündig zu verfassen, da dadurch eine bessere Lesbarkeit gewährleistet wäre.[82] Eine exakte Vorgabe gibt NIELSEN. In Bezug auf das 25-prozentige langsamere Lesen am Bildschirm gegenüber Lesen auf Papier, meint der Autor, dass man nicht nur 25 Prozent weniger schreiben, sondern 50 Prozent weniger schreiben sollte.[83] Außerdem sollte für die bessere „Überfliegbarkeit“ des Textes im Online-Artikel mit mehreren Zwischenüberschriften gearbeitet werden.[84]

Bezüglich der Kürze von Artikeln, untersuchen MORKES und NIELSEN in einer weiteren Studie[85] die Fragestellung: „Wie kurz ist zu kurz?“[86] Für die Untersuchung wurde ein Text nach den Kriterien aus dem Aufsatz „Concise, SCANNABLE, and OBJECTIVE: How to write for the Web.“ bearbeitet.[87] Der Text wurde dabei auf 54 Prozent der Originallänge gekürzt. Das Resümee der Arbeit: Selbst wenn eventuell wichtige Informationen für den Leser weggekürzt wurden, bevorzugten die Probanden auf dem Bildschirm die kürzere Version. Dabei wurde von den Studienteilnehmern sogar angenommen, dass diese voll-ständiger als das Original sei.[88] Auch ZÜRN weist darauf hin, dass allgemein angenommen wird, dass für die Online-Varianten die Texte stark gekürzt würden[89], um „Rücksicht auf die anstrengende Lektüre am Bildschirm zu nehmen“[90]. Die Autoren SCHWIESAU und OHLER plädieren an den Online-Journalisten, dass er „sprachlich noch mehr auf Kürze, Einfachheit, Verständlichkeit achten [muss] als in anderen Medien.“[91] Bezüglich der Verständlichkeit nimmt CHAPMAN an, dass die Texte im Web für ein breites Publikum geschrieben wären.[92] Hierzu äußert sich CHAPMAN eher allgemein: „Es kann deshalb angenommen werden, dass Texte leicht verständlich geschrieben werden, um eine breite Leserschaft zu erreichen und um den Lesebedingungen entgegenzuwirken.“[93] Gegen das Kürzen der Online-Texte gegenüber den Printversionen spricht sich MEIER aus: „Webtexte brauchen nicht kürzer zu sein als Print-Texte. Sie müssen nur anders aufbereitet werden.“[94] MEIER erläutert nicht, in welcher Form die Print-Texte „anders“ aufbereitet werden müssen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Befunde beziehungsweise die Annahmen bezüglich der Rezeption von Texten am Bildschirm Konsequenzen auf die Gestaltung von Artikeln in Webzeitungen haben. Zu beachten ist dabei aber auch das Konzept der Zeitung. Möchte das Muttermedium nur eine reine Kopie der Printzeitung im World Wide Web veröffentlichen, dann werden – ungeachtet aller Erkenntnisse zur Online-Rezeption - keine weiteren Bearbeitungen vorgenommen.[95] Soll die Zeitung im Internet die Printausgabe ergänzen, dann werden die Beiträge „für die maschinelle Inhaltserschließung aufbereitet und um Links ergänzt […], die zu thematisch verwandten Beiträgen im Archiv, zu Hintergrundinformationen oder zu externen Sites führen.“[96] Zu beachten ist aber, dass Journalisten, die die Online-Zeitung als Alternative zur Printausgabe - also als eigenständiges neues Medium - nutzen wollen, „anders“ schreiben müssen.[97] „Sie produzieren Texte für den Computerbildschirm und müssen sich auf die dafür typischen Rezeptionsformen einstellen.“[98]

3.3 Studien zum Vergleich von Printmedien mit ihrem Onlinependant

Studien mit einer Analyse von Print- und Online-Zeitungen liegen nur für die Jahre 1996 (von WAGNER[99] und von RING[100] ), 1997 (von NEUBERGER[101] ) und 2000 (von ZÜRN[102] ) vor.[103] Diese sind nicht mehr aktuell, dass zeigt zum Beispiel die Studie von WAGNER aus dem Jahre 1996. So schrieb der Autor über seine Studie als Ausblick für Internetzeitungen: „Denkbar wären z. B. kurze Berichte im Stil von Leads, in denen Verweise zu vollständigen Fassungen und von dort zu weiteren Berichten führen, die das Thema vertiefen, ev. auch zu weiteren Angeboten im Netz.“[104] Dies ist bei allen in dieser Arbeit untersuchten Zeitungen bereits der Fall.

Sehr intensiv beschäftigte sich NEUBERGER mit dem Print- und Online-Vergleich von Tageszeitungen.[105] Unter den fünf untersuchten Medien befindet sich die SZ. Der Autor verglich die Textlänge zwischen Online- und Printausgaben. Ein Manko an dem Vergleich ist, dass bei Veränderungen nicht festgestellt wurde, wie die Artikel inhaltlich verändert wurden.[106] NEUBERGER stellte bezüglich der SZ -Ausgabe im Internet fest, dass in dieser die Artikel aus dem Printmedium unverändert wiedergegeben sind.[107] Seine Schlussfolgerung: Die SZ bietet „online das gedruckte Original an.“[108]

Bei der Studie von Zürn zeigt sich noch die Ignoranz der Print-Muttermedien gegenüber ihren Online-Auftritten. Der Autor resümiert: „Bei den Ergebnissen der inhaltsanalytischen Analyse auf Satzebene waren ebenfalls keine wesentlichen Veränderungen zwischen Online- und Printausgabe festzustellen.“[109]

Allen Studien ist gemeinsam, dass keine beziehungsweise sehr wenig Unterschiede zwischen Print- und den dazugehörigen Online-Artikeln gefunden wurden. Zur Erklärung soll die Feststellung FÜSSELS dienen, dass ein offenbar allgemeines Gesetz der Mediengeschichte sagt, „daß ein neues Medium das vorhergehende nicht schlagartig ablöst, sondern die alten Inhalte in vertrauten äußeren Formen weiter tradiert werden“.[110] Dies bedeutet auf den Gegen-stand dieser Arbeit bezogen, dass das neue Medium Internet zunächst traditionsgemäß die vertrauten Formen der Printartikel eins zu eins übernimmt. Erst später setzen sich neue journalistische Inhalte und Formen durch, die ausschließlich für das Internet produziert werden.[111]

4 Überblick zur Literaturlage

Der Umfang der recherchierten Literatur ist überschaubar. Aufgrund der Thematik ist die verwendete Literatur meist nicht älter als acht Jahre.[112] Speziell zum Vergleich von Online-Texten mit ihren Printpendants wurde wenig Literatur gefunden. Zwar wurden Analysen von Zeitungsartikeln, die online gestellt wurden, durchgeführt, allerdings waren keine beziehungsweise kaum Unterschiede zwischen den analysierten Online- und Print-Texten feststellbar. Außerdem wurde bei den vorliegenden Studien darauf verzichtet, die Artikel linguistisch analysierend zu betrachten.

Literatur über die Rezeption von Texten am Bildschirm ist vor allem in dem Bereich der Psychologie zu finden. Allerdings werden die Erkenntnisse und Untersuchungen so fachspezifisch dargestellt, dass auf eine Berücksichtigung dieser Literatur verzichtet wurde.[113] Als theoretische Grundlage dienen Studien zum Lesen von Texten auf dem Bildschirm, die aus dem Internet entnommen wurden. Die Untersuchungen auf die sich in dieser Arbeit bezogen werden, wurden von dem Forscherteam NIELSEN und MORKES durchgeführt. Kritisch zu sehen ist, dass die Erkenntnisse von NIELSEN und MORKES nur im Internet und in keiner Fachzeitschrift erschienen sind. Zu bemängeln ist außerdem die geringe Probandenanzahl von beispielsweise nur 51 Internetnutzern[114]. Problematisch ist auch die Auswahl der Versuchspersonen, da es sich um eine homogene Auswahlgruppe handelt, wie beispielsweise die Leser einer Boulevard-Zeitung.[115] Da in der gesichteten Literatur keine anderen Studien als die von MORKES und NIELSEN zitiert, sondern sich auch auf diese gestützt werden, beispielsweise bei STORRER[116] und SEIBOLD[117], ist zu vermuten, dass bisher keine anderen verwendbaren Studien vorliegen.

Die Problematik, ob die Zeitung auf dem Bildschirm überhaupt eine Zeitung im Sinne der Zeitungsdefinition sei, wird vor allem im Rahmen der Kommunikationswissenschaft behandelt.[118]

Die Erkenntnisse der veränderten Rezeption von Bildschirm-Texten werden detailliert und beispielsweise in Form von Anweisungen für das Schreiben von Online-Texten in populärwissenschaftlichen Werken wie zum Beispiel von LACKERBAUER[119] sowie vom Autorenteam SCHWIESAU und OHLER[120] wiedergegeben.

In dieser Arbeit wurden die in der Literatur vorhandenen Untersuchungen und Methoden auf die Thematik der Arbeit angewandt. Beispielsweise wurde zwar mit der Lesbarkeitsformel von AMSTAD[121] gearbeitet, allerdings wurden nicht verschiedene Zeitungsressorts mit einander verglichen, sondern Artikel, die online oder im Printmedium erschienen sind.

B Untersuchungsgegenstand

„Aus der Sicht textlinguistischer Forschung stellen Zeitungen im Internet einen interessanten Untersuchungsgegenstand dar.“[122]

5 Richtlinien für das Schreiben von Online-Texten

Wie schon im Kapitel 2.2 anhand der Rezeptionsstudien erläutert, müssen besonders Texte auf dem Bildschirm so verfasst sein, dass sie für den Leser sowohl verständlich wie auch zu überfliegen beziehungsweise „scannbar“ sind. Unter verständlichen Texten werden in der gesichteten Literatur, Texte mit kurzen und geläufigen Wörtern sowie Sätzen mit einfacher Struktur verstanden.[123]

Konkret zur Satzlänge wird LACKERBAUER in seinem populärwissenschaftlichen Handbuch mit Hinweisen zum Verfassen von Texten im Internet: „Ein Satz sollte maximal 20 Wörter lang sein. Alles andere steigert die Unleserlichkeit.“[124]

PFAMMATER gibt als Richtlinie für das Schreiben von Online-Artikeln vor: „Prägnant sein: Den Umfang einschränken. Versuchen eine Reduktionsrate des Umfangs von „Print-to-Web“ von 50 Prozent zu erreichen.“[125]

STORRER hingegen wendet ein, dass die Empfehlung, Texte für den Bildschirm um 50 Prozent zu kürzen, nicht einfach stur befolgt werden sollte.[126] Aber auch sie weist darauf hin, dass für den scannenden Leser die Kerninformation durch Kürze und Prägnanz besser übermittelt wird.[127]

Am ausführlichsten beschreibt PFAMMATER die Regeln für das Schreiben von Online-Artikeln. So weist er darauf hin, dass der Leser nicht gezwungen werden sollte, lange ununterbrochene Textblöcke lesen zu müssen. PFAMMATER führt weiter aus, dass die Scanning-Mechanismen der Rezipienten unterstützt werden können durch: „Aussagekräftige Titel und Seitenbezeichnungen […]; [k]lare Strukturen durch Titel, Untertitel, Lead, Zwischentitel und Bodytext […]; [a]ktive Formen, direkte Rede und zielpublikumsgerechte Ansprache; [k]urze Zusammenfassungen anbieten, so kann sich der User schnell ein Bild über die gebotene Information machen und sich sicher entscheiden ob er weiterlesen, weiterscrollen oder einem Link folgen soll.“[128]

6 Der Teaser

„Typisch online: der Teaser“[129]

„Der Internet-Journalismus hat uns eine kleine neue Textform beschert: Der Teaser reißt auf der Startseite einer Website ein Thema an und soll zum Klicken verlocken.“[130] Der Teaser führt inhaltlich in einen Text ein und dient als Anreißer und „Interessenwecker“.[131] Der Anreißer soll dem Leser die Frage beantworten: „Wer tut was und warum?“.[132] In der Literatur werden für die Länge eines Anreißers zwei bis drei Sätze vorgeschlagen.[133] Gemäß MEIER wird die Länge der Teaser durch das Layout vorgegeben. Demnach können Teaser nur ein paar Wörter oder zwei bis drei Sätze umfassen.[134]

Allerdings ist der Teaser nicht ein reines Phänomen der Online-Zeitung. Im Sinne eines „Anreißers“ merkt BUCHER in Bezug auf Printzeitungen an, dass in Tageszeitungen eine neue Textsorte entstanden sei, „die bisher in keinen journalistischen Lehrbuch und in keiner kommunikations- und textwissenschaftlichen Bestandsaufnahme auftaucht: der Anreißer.“[135] Ein Teaser kann aus Überschriften und/oder Leadsätzen bestehen oder aus einem speziellen Text.[136]

Bei der Gestaltung der Teaser wird bei den Zeitungen unterschiedlich vorgegangen. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass der erste Satz eines Artikels automatisch der Teasertext zum Anklicken wird.[137] Eine mögliche Teaserform ist der reine Überschriften-Teaser.[138] Hierbei muss der Verfasser den nachfolgenden Inhalt des Teasers in maximal zehn Wörtern genau auf den Punkt bringen.[139] Außerdem gibt es noch Teaser mit Überschriften und einem Text. Laut Lackerbauer ist diese Teaserform – ohne weitere Erläuterung – jene, die am häufigsten im Web angewendet wird.[140] Weiter unterscheidet LACKERBAUER den Teaser mit Bild als Aufmacher, bei dem das Bild die Aufmerksamkeit des Lesers wecken soll.[141]

Für MEIER fasst ein „guter“ Teaser den angekündigten Text zusammen und erzeugt Spannung, indem der Teaser etwas verspricht oder eine Frage aufwirft.[142] SEIBOLD beschreibt die Eigenschaften des „Ideal-Teasers“, einem Teaser, der möglichst viel Aufmerksamkeit bekommt. „In einem Satz: Der ideale Teaser steht ganz oben auf der Startseite, hat ein Bild und einen Vorspann, […] beschreibt eine aktuelle Nachricht, die möglichst viel Überraschung, Schaden, Emotion und Sex/Erotik enthält, ist möglichst eindeutig und in wenigen, kurzen Worten formuliert, enthält Reizwörter […].“[143]

7 Korpuslinguistik

Beim Vergleich von Zeitungsartikeln in Print- und Onlineversionen wurde die Methode der Korpuslinguistik benutzt. Nach Sichtung der Literaturlage wird darauf verzichtet, einen breiten Überblick über die Gegenstandsforschung zur Korpuslinguistik darzustellen. Es wird sich schwerpunktmäßig auf die Methode – und nicht auf die Geschichte – der Korpus­linguistik konzentriert. In den Ausführungen wird sich nur auf die aktuelle und umfassende Einführung von LEMNITZER und ZINSMEISTER[144] bezogen.

Was unter einem Korpus zu verstehen ist, definieren die Autoren LEMNITZER und ZINSMEISTER wie folgt: „Ein Korpus ist eine Sammlung schriftlicher [...] Äußerungen. Die Daten des Korpus sind typischerweise digitalisiert, d. h. auf Rechnern gespeichert und maschinenlesbar.“[145] In dieser Arbeit wurden die Zeitungsartikel der Printausgaben elektronisch im PDF-Format gespeichert. Die Onlineartikel wurden aus dem Netz heruntergeladen und in einem Word-Dokument verarbeitet.

Die Korpuslinguistik selbst definiert sich als wissenschaftliche Tätigkeit, die die Äußerungen natürlicher Sprachen, ihre Elemente und Strukturen beschreibt.[146] Auf Grundlage von Ana­lysen authentischer Texte, die in Korpora zusammengefasst sind, werden Theorien gebildet.[147]

Das Autorenteam LEMNITZER und ZINSMEISTER unterscheidet drei Ansätze in der Korpusanalyse.[148] Im Folgenden wird nur auf die zwei für die Analyse relevanten Ansätze eingegangen. Beim korpusbasierten, quantitativen Ansatz, „werden auf der Grundlage von rohen [...] Korpora quantitative Daten extrahiert.“[149] Allerdings können diese quantitativen Daten auch qualitativ interpretiert werden.[150] Ein Beispiel für einen korpusbasierten, quantitativen Ansatz ist die absolute Häufigkeit, mit der ein Wort in einem Text beziehungsweise in einem Korpus vorkommt. Bei diesem Ansatz bleiben die Daten, die aus den Korpora ab­geleitet sind, uninterpretiert.[151]

Da in dieser Arbeit das Korpus nicht nur analysiert, sondern auch interpretiert wird, rückt der korpusbasierte, quantitativ-qualitative Ansatz in den Fokus. Bei diesem Ansatz ist das Korpus „die ausschließliche Basis für linguistische Untersuchungen, andere Quellen wie Experimente und Sprecherbefragungen werden ausgeschlossen.“[152] Die Hauptquelle ist die linguistische Erkenntnis der Beobachtung des Sprachgebrauchs.[153] Gemäß LEMNITZER und ZINSMEISTER wird in dieser Arbeit das Korpus im Sinne des korpusbasierten, quantitativ-qualitativen Ansatzes untersucht.

Ein wichtiger Aspekt bei der Erstellung und Untersuchung von Korpora ist, inwieweit sich die festgestellten Phänomene aus den Korpora auf den entsprechenden Sprachausschnitt über­tragen lassen. Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist die deutsche Sprache in Zeitungsartikeln, die zum einen gedruckt und zum anderen im Internet erscheinen. Auf Grund der schier unerfassbaren Datenmenge, die jeden Tag produziert wird, stellen LEMNITZER und ZINSMEISTER fest, dass man es bei einem derartigen „Untersuchungsobjekt zunächst mit einem nicht präzise abgrenzbaren Phänomenbereich zu tun“[154] hat. Statistisch gesehen be­deutet dies, dass die Grundgesamtheit nicht präzise festgelegt werden kann.[155] Das Verhältnis zwischen Stichprobe (hier: Print- und Online-Artikel ausgewählter Zeitungen) und Grundgesamtheit (alle Print- und Online-Artikel deutscher Tageszeitungen) ist in der Korpuslinguistik kompliziert, da die Grundgesamtheit nicht abgeschlossen ist.[156] Daher ist eine Generalisierung der Ergebnisse dieser Untersuchung für Unterschiede zwischen Printartikeln und Online-Artikeln im Ressort Politik von überregionalen Zeitungen nicht möglich. Es können nur Tendenzen festgestellt und Vermutungen getroffen werden. Die Aussagen und Ergebnisse dieser Arbeit gelten nur für die Artikel der vorgestellten Zeitungen im Ressort Politik im Zeitraum vom 17.07.2006 bis 21.07.2006.

7.1 Die zur Untersuchung ausgewählten Medien

Für die Gegenüberstellung von sprachlichen Unterschieden in Printzeitungen und Online-Zeitungen wurde eine Zeitungsart festgelegt. Die Autorin beschränkt sich beim Vergleich auf die Artikel großer überregionaler Tageszeitungen in Deutschland. Diese wurden zum einen deshalb ausgewählt, weil durch die Überregionalität davon ausgegangen werden kann, dass örtliche Besonderheiten weitgehend ausgeblendet werden und zwar sowohl in thematischer wie auch in sprachlicher Hinsicht. Zum anderen sind die überregionalen Tagesblätter Deutschlands alle mit einem Internet-Auftritt vertreten.[157] Nach PFEILS Definition werden zu den überregionalen Tageszeitungen „alle jene Zeitungen gerechnet, die einen Anspruch darauf erheben können, ’Zeitung für Deutschland’ zu sein, wenn man einmal im Bereich der Bundesrepublik bleiben will.“[158] Exakter erläutert MEYN die Überregionalität, er spricht allerdings von „überregionalen Qualitätszeitungen“[159]. Als überregionale Qualitätszeitung nimmt er die Verbreitung, den Umfang der Berichterstattung und die Zahl der Auslandskorrespondenten als Maßstab.[160]

Als Untersuchungsgegenstand wurden drei überregionale Tageszeitungen ausgewählt. Dabei handelt es sich um die Süddeutsche Zeitung (SZ), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und die Netzeitung (NZ).[161] Die NZ ist eine überregionale Zeitung, die nur online verfügbar ist und sich deshalb hervorragend als Vergleichsobjekt anbietet. Die Vorstellung der Medien erfolgt nur überblickartig, da das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf einem Vergleich der Artikel im Printmedium mit den Artikeln als Online-Dokument liegt. Auf eine kommunika­tionswissenschaftliche Betrachtung der Zeitungen wird verzichtet.

7.1.1 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Dabei nutzen wir die Print-Texte wie einen Steinbruch, kürzen sie […,] binden sie in vernetzte Strukturen ein.“[162]

Die F.A.Z. erscheint seit 1949 in Frankfurt am Main.[163] Sie besitzt ein weltweites Korrespondentennetz, dadurch ist eine internationale und von den Nachrichtenagenturen unabhängige Berichterstattung möglich.[164] MEYN beurteilt die F.A.Z. als politisch unabhängig.[165] Die Herausgeber der Zeitung selbst schätzen die F.A.Z. als „die große, meinungsbildende Zeitung für Deutschland“[166] ein. Bezüglich des Meinungstyps wird in der Selbstdarstellung betont, dass die F.A.Z. weder ein Lokal- noch ein Regional- und auch kein Boulevard- oder Sensa­tionsblatt sei. „Sie [wolle] für ganz Deutschland sprechen.“[167]

Inhaltlich möchte die F.A.Z. dem Wort „Allgemeine“ im Titel gerecht werden: „Das Verhältnis von politischer, wirtschaftlicher und kultureller Berichterstattung hält sich die Waage.“[168] Derzeit erscheint die Zeitung sechsmal wöchentlich plus der Sonntagszeitung „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Die F.A.Z. ging als letzte überregionale Tageszeitung im Januar 2001 mit einem journali­stischen Angebot online.[169] Das Autorenteam BERNHARDT und MEYER-LUCHT betont, dass „in dem traditionsbewussten Haus, das auf seiner Titelseite weder Fotos noch Farbe duldet“[170], die Skepsis gegenüber dem Internet-Engagement entsprechend groß sei. Bei der adäquaten Umsetzung der Print-Marke online, geht der derzeitige Redaktionsleiter Kai Pritzsche folgendermaßen vor: Er kombiniert aktuelle Berichterstattung und Hintergrund­themen, die speziell für die Online-Nutzung aufbereitet werden.[171] Pritzsche erläutert, dass die Redaktion Print-Texte wie einen Steinbruch nutzt. Die Texte von den Redakteuren werden gekürzt und in vernetzte Strukturen eingebunden.[172]

7.1.2 Die Süddeutsche Zeitung

Die SZ kommt seit 1945 in München heraus. Sie erscheint täglich von montags bis sonnabends. Die SZ spricht von sich selbst als „die größte überregionale Abonnement-Tageszeitung“[173] mit täglich 1,16 Millionen Leser laut Mediaanalyse 2005.[174] Zielgruppe sind laut eigenen Angaben „Formal Höhergebildete (Abitur, Studium), Einkommensstarke, Fach- und Führungskräfte“.[175]

Laut MEYN besitzt die SZ einen breiten überregionalen Nachrichten- und Meinungsteil, ergänzt durch eine umfangreiche Auslands-Berichtserstattung.[176] Selber sieht sich die SZ als meinungsfreudig und unabhängig.[177] „Sie legt Wert auf kritische Redakteure und kritische Leser.“[178]

Besonders im Sprachlichen sticht die SZ hervor: „Viele loben ihre journalistische Brillanz vor allem in Glossen und Reportagen.“[179] MEYN charakterisiert die SZ als politisch unabhängig.[180] Genauso sieht das die SZ selbst: „Als meinungsbildendes Weltblatt mit lokaler und regionaler Verankerung sind ihr die Prinzipien Liberalität, Toleranz und redaktionelle Un­abhängigkeit besonders wichtig.“[181]

7.1.3 Die Netzeitung

Die NZ ist nur im Internet lesbar. MEIER bezeichnet die NZ als E-Zine[182], als ein journali­stisches Webmagazin, das kein Ableger eines bereits bestehenden Printangebotes ist.[183] „E‑Zines sind […] journalistische Magazine die wirtschaftlich selbständig und redaktionell ausschließlich für das Web produziert werden.“[184] Die NZ stellt die erste deutsche Zeitung, die ausschließlich im Internet erscheint, dar.[185]

Ihren Betrieb hat die Webseite im November 2000 aufgenommen.[186] Die NZ bietet einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Meldungen in den Ressorts Ausland, Deutschland, Vermischtes, Wirtschaft, Internet, Entertainment, Kultur, Auto und Technik, Arbeit und Beruf, Reise und Wetter.[187] Gemäß dem Chefredakteur Maier der Internetseite verbindet die NZ eine schnelle Aufbereitung der Nachrichtenlage mit dem Gestaltungsansatz eines kri-tischen und unabhängigen Journalismus.[188] Maier und sein Stellvertreter Widmann weisen darauf hin, dass die Redaktion sich am klassischen Produkt Tageszeitung – wie es vom Papier her bekannt sei – orientiere. Dies sei profilprägend und gleichzeitig Qualitätsmaßstab.[189]

Die NZ veröffentlicht täglich etwa 150 Texte.[190] MEYER-LUCHT präzisiert, dass die Texte vor allem kurze, nachrichtliche Texte seien, die selten mehr als 2.500 Zeichen umfassen würden.[191] Ein Thema wird in mehreren kürzeren Artikeln behandelt.[192] Der Großteil der Artikel basiert auf Agenturmaterial oder anderen Medienberichten.[193]

7.2 Vorgehensweise beim Zusammenstellen des Korpus

Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich über fünf Wochentage im Zeitraum vom 17.Juli bis 21.Juli 2006.[194] Die Onlineversionen der F.A.Z. und SZ sowie der Internetauftritt der NZ wurden täglich 13 Uhr aufgerufen.[195] Die Wahl der Uhrzeit wurde an NEUBERGER angelehnt: „Mit dem Ausdruck der Artikel wurde um 12 Uhr mittags begonnen, da bekannt war, daß zu diesem Zeitpunkt die Überarbeitung für den Tag abgeschlossen war.“ (Neuberger 1999a, 251). Auch für diese Arbeit wurde die Mittagszeit als angemessener Zeitpunkt er­achtet, allerdings wurde erst 13 Uhr mit dem Abruf der Artikel begonnen.[196] Somit zählen Nachrichten, die an einem Tag beispielsweise 14 Uhr online erschienen sind, zum darauf folgenden Tag. Die Ausnahme von dieser Regelung bildet Freitag, der 21.Juli 2006. Nachrichten, die an diesem Tag später als 13 Uhr erschienen sind, wurden im Korpus nicht berücksichtigt.

Da die Gesamtausgaben der Zeitungen über den Zeitraum einer Woche sowohl ein zu großes Korpus[197] ergeben und für Unübersichtlichkeit und auf Grund der verschiedenen Ressorts für Unvergleichbarkeit gesorgt hätten, wurde sich auf das Ressort Politik beschränkt. Dabei ist zu beachten, dass bei der F.A.Z. die Artikel des Links „Politik aktuell“ ausgewählt wurden, bei der SZ der Link „Politik“ und bei der NZ die Links „Deutschland“ und „Ausland“[198].

Als eine Analyseeinheit wurde ein Artikel mit der Überschrift, den Zwischenüberschriften und dem Fortsetzungsteil gezählt. Nicht mitgezählt wurden die Bildunterschriften. Die Verlinkungen innerhalb der Artikel wurden nicht beachtet. Links außerhalb der Artikel wurden bei entsprechender Tagesaktualität angeklickt,[199] sie wurden nicht zum Artikel gezählt.

Für die Auswertung der Printausgaben wurde das so genannte E-Paper, welches die gedruckte Zeitung in digitalisierter Form wiedergibt, verwendet.[200] Als Kontrollmöglichkeit lagen die gedruckten Zeitungen vor.

Bei den Printmedien kam es vor, dass es zu zwei eigenständigen Artikeln mit eigener Überschrift eine Art Gesamtüberschrift mit Einleitung gab. In einem solchen Fall wurde die Überschrift mit dem Erläuterungstext extra als ein Artikel gezählt. Anschaulich zeigt dies das Beispiel der SZ mit der Gesamtüberschrift „Eskalation im Nahen Osten“ für die Artikel „Arabische Kakophonie“ und „Diskrete Vor-Sondierungen“ im Anhang I und in der Ta­belle C, SZ E-Paper vom 17. Juli 2006.

Aufgrund der Vergleichbarkeit der drei Zeitungen in semantischer und methodischer Hinsicht, wurde bei den Printausgaben der F.A.Z. und SZ darauf verzichtet, die Seiten Feuilleton und ähnliche Seiten mit reinen Meinungs- und Kommentarartikeln in den Korpus aufzunehmen. Dies war notwendig, da solche Artikelformen und –inhalte bei der NZ nicht vorkamen.

7.3 Die journalistischen Textsorten in den untersuchten Zeitungen

Für die umfassende Untersuchung von Unterschieden der Artikel in Online- und Print-zeitungen soll außerdem auf die Textsorten der einzelnen Medien im Korpus eingegangen werden. Da eine tiefere semantische Analyse der Texte nicht durchgeführt wird, soll die Artikel-Kategorisierung eine bessere Beurteilung und Einschätzung der Medien ermöglichen.

Die Betrachtung der Textsorten wird nicht detailliert erfolgen, da sie keinen Schwerpunkt in dieser Arbeit einnehmen und die Analyse nur unterstützen sollen. Unter diesem Gesichtspunkt wird sich hauptsächlich auf die Definitionen von ROLOFF[201] und LÜGER[202] bezogen. Es werden nur die in dem Korpus auftretenden Texsorten erläutert.

Die erfolgten Zuordnungen der Textsorten zu den Artikeln finden sich im Anhang II in den Tabellen A bis E unter der Spalte „Textsorte“ wieder. War in den Texten die Textsorte angegeben, dann wurde diese übernommen.[203] Außerdem wurde der im Kapitel 6 ausführlich dargestellte Teaser als Textsorte mit aufgenommen. Bei besonderen Darstellungsarten, wie beispielsweise ein Überblick über die Artikel anderer Zeitungen[204] wurde dies entsprechend, zum Beispiel mit „Zeitungsrundschau“, vermerkt.

Bei den folgenden Betrachtungen der Texttypen werden für diese Arbeit die Textsorten harte und weiche Nachricht sowie die Meldung zu den referierenden Texten gezählt.[205] Der Bericht beziehungsweise die Reportage und das Interview werden interpretierenden Texten zu­geordnet.[206] Zu den kommentierenden Textsorten zählen der Kommentar und die Glosse.[207] Laut BURGER sind die Textsorten des Boulevardjournalismus die Reportage oder die Story.[208] Die Orientierung an allen Textsorten sei charakteristisch für die „traditionsbewußten, politisch primär konservativen Tageszeitungen wie […] FAZ“[209].

7.3.1 Die Nachricht

Gemäß LÜGER ist die Nachricht die Urform der journalistischen Arbeit.[210] Nachrichten sollen „den Leser aktuell, sachlich, d.h. ohne Beigabe von Kommentierungen, und möglichst umfassend informieren“.[211] Diesen Anforderungen entspricht laut LÜGER die Nachrichtenform „harte Nachricht“.[212] Charakteristisch für die „harte Nachricht“ ist, dass das Neue schon im Titel steht und der Text mit dem Maximum an Informationen beginnt.[213] Im Haupttext folgen dann die Präzisierungen und Zusatzinformationen mit abnehmender Wichtigkeit.[214] Dadurch ist es möglich, die Lektüre des Artikels abzubrechen ohne wichtige Informationen zu verlieren.

Die weitere Form „weiche Nachricht“ hat dagegen Variationsmöglichkeiten und konzentriert sich zum größten Teil auf die Darstellung von Skandalen, Unglücksfällen, Naturkatastrophen sowie Informationen über Prominente und Verbrechen.[215] Aus dieser Themenauswahl wird ersichtlich, dass weiche Nachrichten vor allem auf ihre möglichst sensationelle Aufmachung und ihrem Unterhaltungswert basieren. Weiche Nachrichten zeichnen sich „gerade durch variationsreiche Textgestaltung und lesewerbende Informationspräsentation aus.“[216] Auf­gebaut sind weiche Nachrichten so, dass in der Einleitung häufig originelle Vorkommnisse, Zitate oder humorvolle Gags vorangestellt werden.[217] Die Informationen im Mittelteil werden in chronologischer Anordnung wiedergegeben.[218] Ein weiteres unterscheidendes Merkmal zu den harten Nachrichten ist das Vorkommen appellativer Strategien[219], also Mittel der Handlungs- oder Meinungssteuerung.

7.3.2 Die Meldung

Die Meldung wird auch als Kurznachricht bezeichnet und weist tatsächlich einige nach­richtenähnliche Züge auf.[220] Die sachlich und wertungsneutral wirkende Vermittlung der Information ähnelt dem Typ der harten Nachrichten.[221] „Im Vordergrund der Meldung steht eine Kerninformation […], die als ganze nicht kommentiert wird.[222]

Im Gegensatz zur Nachricht sind die Überschriften knapper gehalten.[223] Laut LÜGER sind Meldungen weniger im Ressort Politik zu finden und „werden Meldungen über politische Sachverhalte aufgenommen, dann häufig mit Informationen, die einer eigentlich politischen Dimension entbehren.“[224]

7.3.3 Der Bericht / Die Reportage

Wie die harte Nachricht zeichnet sich der Bericht durch eine sachbezogene und möglichst objektive Mitteilungsform aus.[225] Dennoch unterscheiden sich Berichte in Bezug auf den Textaufbau von der harten Nachricht: „Berichttexte sind dagegen im Hinblick auf Ganz­lektüre konstituiert, und das zugrunde liegende Hauptgeschehen wird als chronologisch geordnete Folge von Handlungssequenzen dargestellt.“[226]

Laut LÜGER wurde die Trennung von Bericht und Reportage in der Literatur teilweise aufgegeben.[227] Allerdings gibt es sprachliche Unterschiede. „Ganz allgemein kann man die Reportage als eine konkrete, stark persönlich gefärbte Geschehens- oder Situationsdarstellung auffassen.“[228] Die Augenzeugenperspektive ist Grund dafür, dass Reportagen dem Leser eine möglichst geringe Distanz zum Berichteten suggerieren.[229]

7.3.4 Das Interview

Für BURGER ist allen Arten von Interviews gemeinsam, dass es sich um eine dialogische Kommunikation zwischen einem Interviewer und einem oder mehreren Interviewten handelt.[230] Im Sinne von LÜGER steht diese Textsorte inhaltlich gesehen nicht allein, sondern ergänzt die Berichterstattung zu einem Thema.[231] „Allerdings ist zu berücksichtigen, daß der authentische Charakter […] bei der Verschriftlichung zum Teil verloren geht.“[232] Damit ist nicht nur das Weglassen außer- beziehungsweise parasprachlicher Mittel gemeint, sondern auch die redaktionelle Überarbeitung wie beispielsweise Auslassungen, Umstellungen und Umformulierungen. Daraus schließt LÜGER, dass das in der Zeitung veröffentlichte Interview nur noch wenige Merkmale der spontanen mündlichen Sprache aufweist.[233]

7.3.5 Der Kommentar

Eine Hauptfunktion journalistischer Kommentare ist die unabhängige Interpretation, die Erklärung beziehungsweise Erläuterung von Tagesereignissen und politischen Entwicklungen.[234] „Ausgangspunkt in Kommentaren ist gewöhnlich die Problematisierung von Sach­verhalten, Positionen oder Handlungsprinzipien, z. B. durch Infragestellen gegebener Aussagen, durch Anführen kontroverser oder rechtfertigender Argumente, die das Strittige bzw. das als strittig Erwartete zum Gegenstand der Auseinandersetzung machen.“[235] ROLOFF gibt zu bedenken, dass ein „Kommentar nicht objektiv und in sich ausgewogen sein“[236] kann. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass die subjektive Sicht und das subjektive Urteil des Ver­fassers wiedergegeben werden.[237] Kennzeichnend für den Kommentar sind eine hohe Frequenz von Behauptungen und Bewertungen, also eine argumentative Textstruktur.[238]

7.3.6 Die Glosse

Die Glosse hat im Gegensatz zum Kommentar einen zugespitzten und polemischen Stil.[239] „Die Haltung des Autors zum Textgegenstand ist distanziert-spöttisch, die Argumentation wirkt eher unterhaltend als überzeugend wollend.“[240] Ein weiteres Merkmal der Glosse ist, dass ein großes Vorwissen beim Leser vorausgesetzt wird und folglich die Hintergründe des Themas nicht referiert werden.[241] Somit ist eine Konzentration auf den gewählten Aspekt des Themas möglich. Für DOVIFAT ist die „Glosse die kürzeste und die schwerste journalistische Stilform.“[242]

C Untersuchung des Korpus

8 Quantitative Analyse des Korpus

8.1 Vorgehensweise bei der empirischen Analyse des Korpus

Zur Systematisierung und Nachprüfbarkeit wurden alle Artikel in den Tabellen A bis E im Anhang II erfasst. Zum Auszählen der Texte wurde die Lesbarkeitsstatistik des Text­verarbeitungsprogramms Word von Microsoft verwendet. Die Auszählung der Artikel erfolgte ohne Überschriften und Teaser, da diese Elemente extra statistisch ausgewertet wurden. Dadurch wird eine Verzerrung der Häufigkeiten und Durchschnittswerte verhindert. So besitzt bei der Online-Zeitung NZ fast jeder Artikel einen dazugehörigen Teaser. Dies würde sich bei der durchschnittlichen Artikellänge dahingehend äußern, dass die Artikel durch die Berücksichtigung der kurzen Teaser durchschnittlich einen niedrigeren Wort- und Satzumfang besitzen. Diese Verzerrung würde sich noch mehr beispielsweise im Vergleich mit dem durchschnittlichen Artikelumfang der SZ verstärken, da diese in der Stichprobe auffällig wenig Teaser aufweist.

Mit Hilfe der Lesbarkeitsstatistik wurde pro Artikel ausgezählt, wie viele Sätze und Wörter[243] der jeweilige Text besitzt. Außerdem werden die Durchschnittswerte der Zeichen pro Wort und der Wörter pro Satz im jeweils untersuchten Artikel[244] angegeben.

Zur statistischen Auswertung wurde das Microsoft-Computerprogramm Excel mit seinen statistischen Berechnungsfunktionen genutzt.[245] Die Daten wurden aus der Worddatei in die Exceldatei übertragen. Dabei wurden Daten, die auffielen, sofort kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Außerdem wurden unwahrscheinliche Werte mit den Excel-Funktionen Minimum und Maximum überprüft und auftretende Fehler gegebenenfalls berichtigt.

8.2 Überprüfung der theoretischen Annahmen durch empirische Untersuchungen am Korpus

In dieser Magisterarbeit soll vor allem empirisch untersucht werden, ob die Artikel im Internet tatsächlich im Durchschnitt einen knapperen Satzbau besitzen und kürzer sind. Mit Hilfe der Statistik soll überprüft werden, ob die Artikel der reinen Webzeitung „Netzeitung“ wirklich im Durchschnitt kürzere Artikel aufweisen. Also ob die „Idealvorstellungen“ einer Onlinezeitung, wie in den Teilen A und B dieser Arbeit dargestellt, auch tatsächlich existiert. Außerdem fließt der durchschnittliche Artikelumfang in die Betrachtungen ein. Die Autorin dieser Arbeit vertritt die These, dass sowohl in den Online-Ausgaben der Printmedien wie auch in der Netzeitung, die Artikel im Durchschnitt kürzer ausfallen, wenn von den Theorien und den Studien über das Rezipieren am Bildschirm ausgegangen wird.

8.2.1 Umfang des Datenmaterials

Das Korpus wurde nach semantischen Gesichtspunkten zusammengestellt – dafür wurden alle Artikel des jeweiligen Politik-Ressorts der untersuchten Zeitung im Untersuchungszeitraum in die Datensammlung aufgenommen. Dadurch kommt es zu einer unterschiedlichen Gewichtung der Anzahl der jeweiligen Artikel pro Zeitung, die aber mit den Mitteln der Statistik keine Verzerrung der Ergebnisse zur Folge haben werden.

Da davon auszugehen ist, dass die Online-Pendants der Printzeitung eine Ergänzung darstellen, dürfte die Artikelanzahl der Printexemplare höher sein als bei den Online-Pendants. Bei der NZ, als eigenständige überregionale Zeitung im Web, ist davon auszugehen, dass diese mindestens genauso viele Artikel wie eine der Printzeitungen hat. Möglicherweise weist die NZ eine höhere Anzahl von Artikeln auf, da für den Online-Journalismus kleinere, dafür aber mehr Artikel charakteristisch sind.[246] Andererseits kann im Vergleich auch ein geringerer Artikelumfang vorliegen, da das Ressort Politik ein Grund dafür sein könnte, da dieses Ressort im Onlinebereich einen geringeren Artikelumfang aufweist. Für die folgende Auswertung wird angenommen, dass die NZ einen gleichen Artikelumfang wie eine der beiden Zeitungen F.A.Z. oder SZ besitzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Absolute Häufigkeiten, Artikel mit Wort- und Satzumfang des Ressorts Politik nach größtem Wortumfang geordnet im Zeitraum 17.07. - 21.07.2006

In der Tabelle 1 sind die Zeitungen in der Reihenfolge des Wortumfangs ihrer Artikel auf­geführt. Bezüglich der Frage der ausreichenden Größe des Korpus wird sich auf die Untersuchungen in der Literatur gestützt. So umfasst beispielsweise das Korpus von CHAPMAN insgesamt 27.710 Wörter und 2.033 Sätze.[247] Bei PFEIL beinhaltet das Korpus (Artikel mit Titeln) 59.229 Wörter und 2.912 Sätze.[248] Dagegen spricht WAGNER von einem Korpus mit 653„Berichten“[249], ZÜRN gibt 1.804 Artikel[250] an. Das größte Korpus in der vorliegenden Literatur ist bei NEUBERGER zu finden. Der Autor nahm in sein Korpus insgesamt 2.407 Print- und Online-Artikel auf.[251] Allerdings ist zu beachten, dass bei WAGNER, ZÜRN und NEUBERGER die Printartikel mit ihrem Online-Pendant nur bezüglich der Übernahme und eventueller Veränderungen der Online-Artikel verglichen wurden. Es fanden keine weiteren näheren Betrachtungen bezüglich der Art der Veränderung statt. Aufgrund dieser Zahlen ist das Korpus dieser Arbeit mit 522 Artikeln, 241.598 Wörtern und 13.625 Sätzen im Mittelfeld der Untersuchungen zu sehen. Die Größe des Korpus sollte damit für den Print-/Online-Vergleich von Zeitungsartikeln überregionaler Zeitungen ausreichend sein. Auf der einen Seite ist der Korpusumfang genügend, um Schlussfolgerungen für die Artikel des Ressorts Politik ausgewählter überregionaler Zeitungen in einer Woche zu ziehen. Aber andererseits ist die Korpusgröße immer noch überschaubar und handhabbar, was linguistische und empirische Untersuchungen angeht.

Zu beachten ist der Umfang der Artikel in den Printzeitungen gegenüber den Online-Varianten. So ist aus Tabelle 1 ablesbar, dass die SZ mit 182 Einheiten und die F.A.Z. mit 176 Einheiten im Korpus vertreten sind. Die Anzahl der Artikel der drei Online-Zeitungen ist mit insgesamt 164 Einheiten geringer ist als die Artikelanzahl einer einzelnen Printzeitung. Diese ungleiche Verteilung wird in der statistischen Betrachtung berücksichtigt.

8.2.2 Häufigkeit und Verteilung der Teaser

Bei der Vermutung zur Anzahl der Wörter in den erfassten Teasern, wird sich auf die im Kapitel 6 vorangegangene Darstellung des Teasers gestützt. Aufgrund der Annahme, dass der Teaser ein Merkmal von Zeitungen im Web sei, wird vermutet, dass die Online-Zeitungen sowohl mehr Teaser wie auch eine höhere Wortanzahl aufweisen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Absolute Häufigkeiten, Teaser mit Wort- und Satzumfang des Ressorts Politik nach größtem Wortumfang geordnet im Zeitraum 17.07. - 21.07.2006

In der Tabelle 2 zeigt sich bei der der Reihenfolge der Teaser nach Wortanzahl geordnet, eine andere Anordnung als bei der Tabelle 1 für die Rangfolge der Wortanzahl pro Artikel. Überraschenderweise weist aber die größte Anzahl von Teasern eine Printzeitung – nämlich die F.A.Z. – auf. Hiermit wäre die Annahme von BUCHER, nämlich dass der Anreißer auch ein Merkmal für Printzeitungen sei, bestätigt.[252] Allerdings zeigt sich, dass die Printzeitung SZ die wenigsten Teaser besitzt. In Bezug auf den Wort- und Satzumfang der Teaser steht die NZ mit 1.530 Wörtern und 105 Sätzen als reine Online-Zeitung an erster Stelle.

Um herauszufinden, ob es sich um einen Zufall oder um einen Zusammenhang zwischen Auftreten von Teasern und Zeitungstyp handelt, beispielsweise dass die Teaseranzahl bei der F.A.Z.- Printausgabe zufälligerweise in der zugrunde liegenden Stichprobe am höchsten ist, werden im nächsten Schritt die bedingten Häufigkeiten[253] ermittelt. Diese werden benötigt, um herauszufinden, ob das Merkmal „die meisten Teaser sind bei den Online-Ausgaben vertreten“ das andere Merkmal „dafür sind weniger Teaser in den Printausgaben vertreten“ beeinflusst. Bei dieser Betrachtung fällt die NZ heraus, da diese nur online vertreten ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Absolute Häufigkeiten, Teaser F.A.Z. und SZ (E-Paper & Online) des Ressorts Politik im Zeitraum 17.07. - 21.07.2006

Die Tabelle 3 ist die Grundlage zur Berechnung der bedingten Häufigkeiten. Die bedingten Häufigkeiten berechnen sich über die Randverteilungen[254]. Das Produkt der jeweiligen Randsummen wird durch die Gesamtsumme dividiert.[255] Die anderen bedingten Häufigkeiten werden nach vorgenannter Berechnung errechnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Bedingte Häufigkeiten gerundet, Teaser F.A.Z. und SZ (E-Paper & Online) des Ressorts Politik im Zeitraum 17.07. - 21.07.2006 mit absoluten Häufigkeiten in Klammern

Zum besseren Vergleich sind in Tabelle 4 die absoluten Häufigkeiten in Klammern auf­geführt. Bei der Betrachtung der Daten fällt auf, dass bei einer angenommenen Unabhängigkeit der Teaser mit der Erscheinungsform (Druck oder online) bei der F.A.Z. 35 Online-Teaser vorliegen müssten, im Korpus aber nur 27 Teaser vorzufinden sind. Bei der SZ ist die gegenteilige Tendenz beobachtbar. Bei angenommener Unabhängigkeit des Auftretens von Teasern, müssten beim E-Paper elf Teaser vorhanden sein. Die angenommene Teaseranzahl ist fast viermal höher als die Anzahl von drei der tatsächlich vorhandenen Teaser. Es ist also anzunehmen, dass das Verwenden von Teasern davon abhängig ist, ob der Artikel in der Print- oder in der Online-Ausgabe erscheint.

8.2.3 Chi-Quadrat-Test für die Verteilung der Teaser

Um zu klären, ob die Verteilung der Teaser für das Ressort Politik im Untersuchungszeitraum abhängig vom Zeitungstyp ist, wird für eine genaue Analyse der Chi-Quadrat-Test heran­gezogen. Der Chi-Quadrat-Test prüft, ob die Verteilung der Teaser in den Ausgaben „E-Paper“ und „Online“ von einander unabhängig sind oder nicht.

Hierfür werden die folgenden Hypothesen aufgestellt:

Die „Nullhypothese“, HAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Die Verteilung der Teaser auf die Ausgaben „E-Paper“ und „On­line“ ist unabhängig.

Die „Gegenhypothese“, HAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten: Die Verteilung der Artikel auf die Ausgaben „E-Paper“ und „Online“ ist vom Zeitungstyp abhängig.[256]

Wie bei den bedingten Häufigkeiten fällt auch hier die NZ bei der Betrachtung aufgrund des fehlenden Printpendants heraus.

Für die Berechnung werden aus der Tabelle 4 die Differenz aus den tatsächlich beobachteten Werten und den theoretisch erwarteten Werten benötigt. Die bedingte Häufigkeit wird von der absoluten Häufigkeit abgezogen.[257]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Differenztabelle der absoluten und bedingten Häufigkeiten

Würden die Differenzen in den einzelnen Zellen „Null“ betragen beziehungsweise gegen „Null“ tendieren, wären die Merkmale unabhängig. In diesem Fall würde kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Artikel und der Art der Zeitung bestehen. Diese Vermutung kann der Chi-Quadrat-Test be- oder widerlegen.[258]

Der Chi-Quadrat-Wert berechnet sich für jede Zelle folgendermaßen: Die berechneten Differenzen von absoluter und bedingter Häufigkeit werden quadriert. Das Quadrat wird durch die bedingte Häufigkeit dividiert. Die so für die einzelnen Zellen entstandenen Zahlen werden aufsummiert.[259]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 6: Chi-Quadrat-Wert-Berechnung

Alle Zellen der Tabelle 6 werden aufsummiert. Dies ergibt den Chi-Quadrat-Wert 14,2. Mit diesem Wert wird überprüft, welche Hypothese anzunehmen ist.

Für die Interpretation wird die Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten-Tabelle Anhang III benutzt. Für das Lesen der Tabelle wird der Freiheitsgrad (df)[260] benötigt. Dieser berechnet sich nach der Formel: df=(m‑1)*(n‑1).[261] Der Wert muss also bei der Zahl eins abgelesen werden. Zum Ablesen wird weiterhin α benötigt. Die Größe α ist Bestandteil des Konfidenzintervalls[262] und wird als Irrtumswahrscheinlichkeit dafür bezeichnet, dass der untersuchte Parameter nicht in das Konfidenzintervall fällt. Statistiker gehen von einer 95 bis 99,9-prozentigen Sicherheit bei der Überdeckung dieses Intervalls aus.[263] Das bedeutet, dass ein Konfidenzintervall zu 95 bis99,9 Prozent den berechneten Parameter enthält. Die Irrtumswahrscheinlichkeit kann 0,1 bis 5 Prozent betragen, was einem α von 0,001 bis 0,05 entspricht. Die Autorin geht von einer Irrtumswahrscheinlichkeit in Höhe von 0,01[264] aus. Daher ist aus der Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten-Tabelle als kritischer Wert „6,6“ abzulesen. Mit diesem Wert kann entschieden werden, welche Hypothese angenommen wird.

[...]


[1] Mathias Döpfner: Der Journalismus lebt. Die Welt vom 8. Mai 2006, S. 9.

[2] Vgl. Statistisches Bundesamt 2006, S. 526.

[3] Vgl. Jakobs 1998, S, 91.

[4] Bucher 1999, S. 9.

[5] Vgl. Schmitz 1995, S. 12.

[6] Vgl. Schmitz 1995, S. 12.

[7] Vgl. Dovifat 1976, S. 16.

[8] Dovifat 1976, S. 16.

[9] Dovifat 1976, S. 17.

[10] Schönbach 1995, S. 340.

[11] Vgl. Pfeil 1977, S. 8.

[12] Hierauf wird nicht eingegangen, da diese Thematik zu komplex und nicht relevant ist, da sich in dieser Arbeit auf e i n e n Zeitungstyp und e i n Ressort beschränkt wurde.

[13] Pfeil 1977, S. 11.

[14] Pfeil 1977, S. 10f.

[15] Vgl. Pfeil 1977, S. 10.

[16] Pfeil 1977, S. 11.

[17] Dovifat 1976, S. 161.

[18] Sandig 1986, S. 18.

[19] Vgl. Sowinski 1991a, S. 12.

[20] Sanders 1990, S. 19.

[21] Sowinski 1991a, S. 12.

[22] Dovifat 1976, S. 167.

[23] Brüggemann 2002, S. 90.

[24] Vgl. Meier 2002, S. 463.

[25] Vgl. Meier 2002, S. 463.

[26] Brüggemann 2002, S. 91.

[27] Vgl. Brüggemann 2001, S. 91.

[28] Meier 2002, S. 464.

[29] Meier 2002, S. 463.

[30] Vgl. Storrer 2001, S. 174.

[31] Brüggemann 2002, S. 12.

[32] Vgl. Meier 2002, S. 463.

[33] Vgl. Meier 2002, S. 472.

[34] Storrer 2001, S. 175.

[35] Schmitz 2001, S. 217.

[36] Vgl. Schmitz 2001, S. 214.

[37] Lehr 1999, S. 40.

[38] Chapman 2003, S. 123.

[39] Höbermann 1998, S. 299.

[40] Höbermann 1998, S. 299.

[41] So ist der Bildschirm im Gegensatz zur Papierzeitung weder durch Seitenzahl noch durch Anzeigenblöcke begrenzt. Dennoch warnt HÖBERMANN, dass das Internet nicht als bis ins unendlich verlängerte Zeitungsseite zu sehen ist (vgl. Höbermann 1998, S. 300).

[42] Vgl. Schmitz 2001, S. 208.

[43] Vgl. Schmitz 2004, S. 81.

[44] Schmitz 2004, S. 82.

[45] Meier 1993, S. 286.

[46] Schmitz 2004, S. 82.

[47] Wetzstein 1995, S. 96.

[48] Vgl. Bittner, S. 23.

[49] Siehe Kapitel 1 „Die Zeitung und ihre Sprache“.

[50] Vgl. Schmitz 2001, S. 217.

[51] Brüggemann 2002, S, 15.

[52] Jakobs 1998, S. 91.

[53] Vgl. Jakobs 1998, S, 91.

[54] Vgl. Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 151.

[55] Vgl. Holzapfel 2000.

[56] Vgl. Holzapfel 2000

[57] Die Studien von NIELSEN sind vor allem im Netz einsehbar. Es ist keine Printveröffentlichung bekannt. Laut eigenen Angaben wurden erste Studien in den Jahren 1994 und 1997 durchgeführt (vgl. Nielsen 2000).

[58] Vgl. Nielsen 1997.

[59] Vgl. Meier 2002, S. 58f.

[60] Vgl. Schmitz 2001, S. 217.

[61] Vgl. Schmitz 2001, S. 217.

[62] Schmitz 2001, S. 217.

[63] Schmitz 2001, S. 218.

[64] Das Autorenteam SCHWIESAU und OHLER hingegen spricht nicht von „Scannen“ der Texte durch den Leser, sondern gehen davon aus, dass Online-Nutzer „oberflächlicher“ lesen würden. (Vgl. Schwiesau/Ohler 2003, S. 287). Sie beziehen sich dabei auf Studien, deren Quelle (www.poynterextra.org/et/i.htm) die Verfasserin der Arbeit leider nicht aufrufen konnte (letzter Versuch am 26.03.2006).

[65] Storrer 2001, S. 181.

[66] Vgl. Nielsen 1997.

[67] Vgl. Storrer 2001, S. 181.

[68] Diese Studie weist in den Augen der Verfasserin dieser Schrift erhebliche Mängel auf. So wurden nur 51 Internetnet-Nutzer untersucht, die zudem von der Zeitungswebseite „Sun“ rekrutiert wurden. Die Auswahl ist insofern willkürlich und damit bedenklich. Weiterhin gibt die Autorin zu bedenken, dass es sich um die eng­lische und nicht um die deutsche Sprache handelt, so dass nicht einfach eine Übertragung der Ergebnisse stattfinden kann.

[69] Vgl. Morkes/Nielsen 1997.

[70] Vgl. Bittner 2003, S. 5.

[71] Bittner 2003, S. 5.

[72] Seibold 2002, S. 52.

[73] Vgl. Schmitz 2001, S. 217f.

[74] Vgl. Storrer, S. 181.

[75] Ebenso vgl. Chapman 2003, S. 123.

[76] Storrer 2001, S. 173.

[77] Chapman 2003, S. 123.

[78] Vgl. Chapmann 2003, S. 123.

[79] Chapman 2003, S. 123.

[80] Hier äußerst sich CHAPMAN nur ungenau und ungenügend: „Abgesehen von den Erkenntnissen aus den oben angeführten Studien sollten Online-Journalisten alleine durch ihre alltäglichen Erfahrungen aus er Praxis über die Rezeptionsbedingungen ihrer Leser Bescheid wissen.“ (Chapman 2003, S. 123.)

[81] Storrer 2001, 181 f.

[82] Vgl. Morkes/Nielsen 1997.

[83] Begründet wird dieser Vorschlag, dass nicht nur die Lesegeschwindigkeit am Bildschirm beachtet werden sollte, sondern auch das Wohlfühlgefühl beim Lesen (Nielsen 1997). Diese Aussage ist aber sehr subjektiv und auch nicht durch Studien untermauert, so dass dieses Argument zum 50-prozentigen Kürzen von Texten wirklich vernachlässigt werden kann.

[84] Nielsen 1997.

[85] Die Ergebnisse dieser Studie sind noch vorsichtiger zu behandeln, als die der Studie von MORKES/NIELSEN 1997. Hier sind es nur 21 Teilnehmer, die auch noch in zwei Gruppen unterteilt werden.

[86] Im Original: „How concise is too concise?“ (Morkes/Nielsen 1998).

[87] Vgl. Morkes/Nielsen 1997 & vgl. Morkes/Nielsen 1998.

[88] Vgl. Morkes/Nielsen 1998.

[89] Ein weiterer Grund für die Kürzung sind laut Zürn, die geringeren Ladezeiten. Dies ist allerdings bei den meisten Internet-Nutzern hinfällig, da durch neuere Technologien (wie Wireless-Lan, DSL) auch bei größeren Seiten beziehungsweise Dateien die Ladezeiten sehr kurz sind.

[90] Zürn 2000, S. 322.

[91] Schwiesau/Ohler 2003, S. 287.

[92] Vgl. Chapman 2003, S. 123.

[93] Chapman 2003, S. 123.

[94] Meier 2002, S. 64.

[95] Vgl. Storrer 2001, S. 173.

[96] Storrer 2001, S. 173.

[97] Vgl. Storrer 2001, S. 173.

[98] Storrer 2001, S. 173.

[99] Nachzulesen bei Wagner 1998, S. 191-211.

[100] Nachzulesen – zitiert nach Neuberger 1999a, S. 245 - in Ring, Petra: Zeitung im Internet. Ein Vergleich über die Olympiaberichterstattung 1996 von „Die Welt“ und „Welt online“. Unveröffentlichte Magisterarbeit, 2 Bde., Bd.1, Univ. München 1997.

[101] Nachzulesen in Neuberger 1999a, S. 242-264.

[102] Nachzulesen in Zürn 2000. Zürn lehnt seine Untersuchung an der von Neuberger (1999a) an.

[103] Die aktuellste Studie, die die Autorin zum Thema fand, stammt aus dem Jahre 2003 (von Volker Bernhardt und Robin Meyer-Lucht, nachzulesen bei Bernhardt/Meyer-Lucht 2004) vor. Allerdings bezieht sich diese Studie eher auf marktwirtschaftliche als auf linguistische Aspekte und ist somit zu vernachlässigen.

[104] Wagner 1998, S. 209.

[105] Vgl. Neuberger 1999a, S. 251.

[106] Vgl. Neuberger 1999a, S. 259.

[107] Vgl. Neuberger 1999a, S. 258.

[108] Neuberger 1999a, S. 258.

[109] Zürn 2000, S. 322.

[110] Füssel 1999, S. 1.

[111] Vgl. Meier 2002, S. 463.

[112] Ausnahmen bilden die Abhandlungen über den Begriff Zeitung, bspw. vgl. Pfeil 1977 und Dofivat 1976, aber auch die Methode der Verständlichkeitsformeln wie bspw. vgl. Amstad 1978.

[113] Bspw. vgl. Tauber, Marianne (1984): Leserangepasste Verständlichkeit. Der Einfluss von Lesbarkeit und Gliederung am Beispiel von Zeitungsartikeln. Bern-Frankfurt am Main-New York.

[114] Vgl. Morkes/Nielsen 1997.

[115] Vgl. Morkes/Nielsen 1997.

[116] Bspw. vgl. Storrer 2001, S. 181f.

[117] Bspw. vgl. Seibold 2002, S. 52.

[118] Mit der Begründung „Eine Zeitung im Internet kann es nicht geben, da eine Zeitung ein Printobjekt ist.“ verklagte der Aachener Zeitungsverlag einen regionalen Anzeigenblatt-Verleger, der ein Angebot unter dem Titel „Zeitung im Netz“ ins Internet gestellt hatte. Die Richter entschieden, dass es Zeitungen im Web doch gebe (vgl. Brüggemann 2002, 14ff.). Hier böte sich eine kommunikationswissenschaftliche Betrachtung an, die von der Zeitung als Trägermedium ausgehen würde. Auf diese Betrachtung wird verzichtet, um beim linguistischen Schwerpunkt der Arbeit zu bleiben.

[119] Lackerbauer 2003

[120] Schwiesau/Ohler 2003, ab S. 285ff.

[121] Amstad 1978

[122] Jakobs 1998, S. 107.

[123] Z. B. vgl. Christmann 1989, S. 12.

[124] Lackerbauer 2003, S. 87.

[125] Pfammater 2004, S. 125.

[126] Bei dieser Empfehlung ist auch die semantische Auswirkungen des ursprünglichen Textes in dem gekürzten Text zu beachten. Davon abgesehen und auch anders als das Fazit der Autoren MORKES und NIELSEN, zieht - laut Meinung der Verfasserin- eine faktische Halbierung eines Textes unweigerlich Informationsverlust nach sich.

[127] Vgl. Storrer 2001, S. 182.

[128] Pfammater 2004, S. 125.

[129] Schwiesau/Ohler 2003, S. 286.

[130] Meier 2002, S. 64.

[131] Vgl. Lackerbauer 2003, S. 78.

[132] Lackerbauer 2003, S. 78.

[133] Bspw. vgl. Lackerbauer 2003, S. 92.

[134] Vgl. Meier 2002, S. 64.

[135] Bucher 1995, S. 49.

[136] Schwiesau/Ohler 2003, S. 287.

[137] Vgl. Schwiesau/Ohler 2003, S. 288.

[138] Vgl. Lackerbauer 2003, S. 99.

[139] Vgl. Lackerbauer 2003, S. 99.

[140] Vgl. Lackerbauer 2003, S. 99.

[141] Vgl. Lackerbauer 2003. S. 99ff.

[142] Vgl. Meier 2002, S. 64.

[143] Seibold 2002, S. 145.

[144] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006.

[145] Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 7.

[146] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 9.

[147] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 9.

[148] LEMNITZER und ZINSMEISTER gehen vom korpusbasierten, quantitativen Ansatz, vom korpusbasierten, quantitativ-qualitativen Ansatz und dem korpusgestützten, qualtitativen Ansatz aus (vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, 32). Für die vorliegende Arbeit kommen aber nur die zwei erstgenannten Ansätze in Frage.

[149] Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 33.

[150] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 34.

[151] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 37.

[152] Lemnitzer,/Zinsmeister 2006, S. 36.

[153] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 36.

[154] Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 50.

[155] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 50.

[156] Vgl. Lemnitzer/Zinsmeister 2006, S. 51.

[157] Jakobs 1998, S. 91

[158] Pfeil 1977, S. 45.

[159] Meyn 2004, S. 94.

[160] Meyn 2004, S. 94.

[161] Diese passen sowohl zur Definition von PFEIL (1977) wie auch zur Definition von Meyn (2004).

[162] Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 154 (Zitat von Kai Pritzsche).

[163] Vgl. Meyn 2004, S. 95.

[164] Vgl. Meyn 2004, S. 95.

[165] Vgl. Meyn 2004, S. 96.

[166] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2006, S. 1.

[167] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2006, S.5.

[168] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2006, S. 5.

[169] Vgl. Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 151.

[170] Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 152.

[171] Vgl. Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 154.

[172] Vgl. Bernhardt/Meyer-Lucht 2004, S. 154.

[173] Süddeutsche Zeitung o. J.

[174] Vgl. Süddeutsche Zeitung o. J.

[175] Süddeutsche Zeitung o. J.

[176] Vgl. Meyn 2004, S. 94.

[177] Vgl. Süddeutsche Zeitung o. J.

[178] Süddeutsche Zeitung o. J.

[179] Vgl. Meyn 2004, S. 94.

[180] Vgl. Meyn 2004, S. 96.

[181] Süddeutsche Zeitung o. J.

[182] Das ist die Kurzform von Electronic Magazine (vgl. Meier 2002, S. 459).

[183] Vgl. Meier 2002, S. 459.

[184] Meier 2002, S. 459.

[185] Vgl. Meier 2002, S. 459.

[186] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 162.

[187] Netzeitung o. J.

[188] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 163.

[189] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 164.

[190] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 164.

[191] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 164.

[192] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 164.

[193] Vgl. Meyer-Lucht 2004, S. 164.

[194] Der Untersuchungszeitraum wurde in Absprache mit Redakteuren (z. B. mit der Chefin vom Dienst bei der F.A.Z. Frau Dr. Elena Geus, F.A.Z.) so gewählt, dass sowohl thematisch keine Artikel zum damals Medien beherrschenden Thema Fußball-Weltmeisterschaft auftauchen wie auch keine zeitliche Überschneidung mit dem politischen und somit medialen Sommerloch stattfindet.

[195] In den vorgestellten Studien, die auch einen Vergleich von Online- und Printmedien untersuchten, wurde verschieden vorgegangen. ZÜRN untersuchte drei gesamte Zeitungsausgaben, dabei lud er zwei Onlinezeitungen am ersten und am dritten Tag herunter. Die dritte Online-Zeitung lud er am zweiten und vierten Tag herunter. Als Zeitpunkt wählte der Autor acht Uhr (vgl. Zürn 2000, 320). NEUBERGER wählte fünf Tageszeitungen mit ihren Online-Auftritten und untersuchte diese am 7./9. und 12. Juli 1997. Mit dem Ausdrucken der Artikel begann NEUBERGER um 12 Uhr.

[196] Dagegen heißt es zum Aspekt des Zeitpunktes, wann die Aktualisierung von Artikeln in der Online-Zeitung abgeschlossen sei, in der theoretischen Darlegung bei den Autoren SCHWIESAU und OHLER: „Die Ereignisse sind im Inland gegen 18 Uhr in der Regel gelaufen.“ (Schwiesau/Ohler 2003, 294). Allerdings ist davon auszugehen, dass sich die meisten Zeitungsleser früh bis mittags über die Nachrichtenlage informieren, dazu schreibt SEIBOLD sehr anschaulich und ergänzt seine Ausführungen mit einer Grafik (Seibold 2002, S. 97). Daher ist 13 Uhr durchaus vertretbar, zumal „spätere“ Artikel sich im nächsten Tag wieder finden.

[197] So gibt ZÜRN an, dass für zwei Erhebungstage einer Zeitung etwa 800 bis 1.200 Din-A-4-Blätter anfielen (vgl. Zürn 2000, 324).

[198] Bei der NZ gibt es keinen Link „Politik“. Die Kontaktdaten der Artikel unter „Deutschland“ und „Ausland“ verweisen aber auf das Ressort und Ansprechpartner „Politik“.

[199] Entsprechende Artikel hinter den Links wurden als neue Analyseeinheit aufgenommen.

[200] Als E-Paper wird die Internet-Ausgabe der SZ und der F.A.Z. auf deren Webseiten bezeichnet. Allerdings kann unter E-Paper auch eine auf „elektronischem Papier basierende Zeitung, die sich zusammengerollt in der Jackentasche verstauen lässt“ (Internet Wörterbuch o. J.) verstanden werden. E-Paper wird in dieser Arbeit als „Internet-Ausgabe einer klassischen Zeitung“ (Internet Wörterbuch o. J.) definiert.

[201] Vgl. Roloff 1982.

[202] Vgl. Lüger 1983.

[203] Dies war beispielsweise beim Artikel „Israels Ziele“ (F.A.Z. E-Paper, 19.07.2006) der Fall. Hier wurde die angegebene Textsorte Leitglosse übernommen.

[204] Zum Beispiel „Stimmen der Anderen“ (F.A.Z. E-Paper 17.07.2006).

[205] Vgl. Roloff 1982, S. 11ff.

[206] Vg. Roloff 1982, S. 27ff.

[207] Vgl. Roloff 1982, S. 65ff.

[208] Burger 1984, S. 50.

[209] Vgl. Burger 1984, S. 50.

[210] Vgl. Lüger 1983, S. 66.

[211] Lüger 1983, S. 66.

[212] Vgl. Lüger 1983, S. 66.

[213] Vgl. Lüger 1983, S. 67.

[214] Vgl. Lüger 1983, S. 67.

[215] Vgl. Lüger 1983, S. 66.

[216] Lüger 1983, S. 70.

[217] Vgl. Lüger 1983, S. 71.

[218] Vgl. Lüger 1983, S. 71.

[219] Vgl. Lüger 1983, S. 72.

[220] Vgl. Lüger 1983, S. 72.

[221] Vgl. Lüger 1983, S. 72.

[222] Lüger 1983, S. 72f.

[223] Vgl. Lüger 1983, S. 73.

[224] Lüger 1983, S. 73.

[225] Vgl. Lüger 1983, S. 74.

[226] Lüger 1983, S. 74f.

[227] Vgl. Lüger 1983, S. 76.

[228] Lüger 1983, S. 76.

[229] Vgl. Lüger 1983, S. 77.

[230] Vgl. Burger 1984, S. 58.

[231] Vgl. Lüger 1983, S. 95.

[232] Vgl. Lüger 1983, S. 95.

[233] Vgl. Lüger 1983, S. 95.

[234] Vgl. Lüger 1983, S. 82.

[235] Lüger 1983, S. 82f.

[236] Roloff 1982, S. 67.

[237] Vgl. Roloff 1982, S. 67.

[238] Vgl. Lüger 1983, S. 83.

[239] Vgl. Lüger 1983, S. 86.

[240] Lüger 1983, S. 86.

[241] Vgl. Lüger 1983, S. 87.

[242] Dovifat 1976, S. 179..

[243] Die Auszählfunktion erfasst nur die graphematischen Wörter, also die wahrnehmbaren Einheiten des geschriebenen Textes (vgl. Bünting/Bergenholtz 1995, S. 39f.). Für die Analysen, beispielsweise der Artikellängen, werden die lexikalischen und grammatischen Wörter nicht notwendig gebraucht, daher wurde auf deren Auszählung verzichtet.

[244] Es wurde darauf verzichtet, die Gesamtzahl der Zeichen und Absätze in die Statistik aufzunehmen, da diese Größen durchaus vernachlässigt werden können. Anstatt der Gesamtzeichenanzahl ist es für die Auswertung sinnvoller, Wort- und Satzanzahl zu vergleichen. Aus technischen Gründen und fehlender Plausibilität wurde auf die Auszählung der Absätze verzichtet. Auch FÜHLAU schließt sich der Meinung an, dass Absätze als Einheit zu willkürlich und zu grob für detaillierte Angaben seien (vgl. Fühlau 1982, S. 38). Dementsprechend wurde auch die durchschnittliche Anzahl der Sätze pro Absatz als irrelevant angesehen.

[245] Es wurde auf Programme wie das umfangreiche Statistikpaket SPSS verzichtet, da die geplanten statistischen Berechnungen problemlos von Excel berechnet werden können. Außerdem fand sich in der gesichteten Literatur kein Hinweis auf die Notwendigkeit eines Statistikprogramms, so dass auf die Anwendung eines solchen gänzlich verzichtet wird.

[246] Die Länge der Artikel bei der NZ beschreibt die Chefredakteurin Domenika Ahlrichs: „Wenn wir mal lange Artikel haben, stückeln wir die in mehrere Teile […].“ (E-Mail vom 27. Juni 2006)

[247] Chapman 2003, S. 125.

[248] Pfeil 1977, S. 250.

[249] Vgl. Wagner 1998, S. 198.

[250] Vgl. Zürn 2000, S. 320.

[251] Neuberger 1999a, S. 254.

[252] Vgl. Bucher 1995, S. 49.

[253] Die bedingten Häufigkeiten definieren die Verteilung eines Merkmals unter der Bedingung des anderen. Es ist von Interesse, ob ein Merkmal das andere beeinflusst oder ob die Merkmale unabhängig von einander sind. Die Unabhängigkeit der Merkmale ist über die Randverteilung nachweisbar (vgl. Schlobinski 1996, 98).

[254] Dies ist die Summe der absoluten Häufigkeiten jeder Zeile beziehungsweise Spalte.

[255] Die Berechnung am Beispiel für die Teaser des F.A.Z. E-Papers: die Randsumme aus der Spalte „E-Paper“ wird mit der Randsumme der Zeile „F.A.Z.“ multipliziert und durch die Gesamtanzahl der Belege dividiert; also: . Die bedingte Häufigkeit für Artikel bezüglich der Teaser in der F.A.Z. beträgt demnach etwa 36,3.

[256] Beim Chi-Quadrat-Test wird immer die Nullhypothese überprüft. Diese ist immer so gestellt, dass sie lautet: Die Merkmale sind unabhängig. Die zu untersuchende Behauptung, die Hypothese 1, widerspricht der Nullhypothese. Sie lautet also: Die Merkmale sind von einander abhängig.

[257] Das wäre beim vorangegangenen Beispiel Artikel im Bereich „Druck“ der Zeitung „F.A.Z.“ die folgende Rechenoperation: 43-36,3=6,7.

[258] Hinweis der Autorin: Für eine hinreichend genaue Chi-Quadrat-Verteilung ist eine Zellenhäufigkeit von mindestens fünf Belegen notwendig (Vgl. Schlobinski 1996, 159). Dies ist in der gesamten Untersuchung dieser Arbeit gewährleistet.

[259] Die Berechnung am Beispiel des Bereiches „E-Paper“ der „F.A.Z“. Für die Zelle „E-Paper“ ergibt sich als Differenz beim Abzug der bedingten Häufigkeit von der absoluten Häufigkeit der Wert 6,7. Quadriert wird dieser Wert zu 44,89. Diese Zahl wiederum durch die bedingte Häufigkeit von 36,3 dividiert, dies ergibt gerundet den Wert 1,2. Diese Berechnung wird für jede Zelle wiederholt.

[260] In der Statistik wird der Freiheitsgrad auch mit „df“(aus dem Englischen „degree of freedom“) bezeichnet (vgl. Schoblinski 1996).

[261] Die Differenz der Zeilensumme mit eins wird multipliziert mit der Differenz der Spaltensumme mit eins. Am Beispiel der Tabelle 6 lautet die Rechnung: n=(2-1)*(2-1)=1.

[262] Das Konfidenzintervall ist der Bereich, der „durch eine statistische Größe plus oder minus einer Fehlergrenze defniert ist (Rumsey 2004, S. 204).

[263] Vertiefend dazu Schlobinski 1996, 141f.

[264] Die Irrtumswahrscheinlichkeit beträgt also 1 Prozent.

Ende der Leseprobe aus 239 Seiten

Details

Titel
Online-Journalismus. Wie Printartikel sich von Online-Artikeln unterscheiden
Untertitel
Eine quantitative und qualitative Untersuchung anhand überregionaler Zeitungen in Deutschland
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistische Linguistik und Sprachgeschichte)
Note
1,1
Autor
Jahr
2007
Seiten
239
Katalognummer
V79687
ISBN (eBook)
9783638840965
ISBN (Buch)
9783638841030
Dateigröße
2287 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Online-Journalismus, Printartikel, Online-Artikel, Statistischer Vergleich, Tageszeitung online
Arbeit zitieren
Annika Fischer (Autor), 2007, Online-Journalismus. Wie Printartikel sich von Online-Artikeln unterscheiden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79687

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