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Frühförderung aus systemtheoretischer Sicht

Titre: Frühförderung aus systemtheoretischer Sicht

Dossier / Travail , 2006 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Sven Jürgens (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Die Systemtheorie von Niklas Luhmann kann als die umfassenste Gesellschaftstheorie der heutigen Zeit angesehen werden. Über ihr zentrales Element, die Kommunikation, kann sie Prozesse der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und zwischenmenschlicher Beziehungen schlüssig erklären.
Auch in der Heilpädagogik hat die Systemtheorie in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und gilt als wichtige Grundlage zum Verständnis von Behinderung, aber auch für die Zusammenarbeit mit betroffenen Familien.
Die vorliegende Arbeit richtet ihren Blick auf das heilpädagogische Arbeitsfeld Frühförderung, das sich an den Leitprinzipien Familienorientierung, Ganzheitlichkeit, Interdisziplinarität und Soziale Integration ausrichtet. Diese sollen aus systemtheoretischer Perspektive dahingehend überprüft werden, ob sie sich in ihrer Entstehung und Zielsetzung soziologisch beschreiben lassen können.
Auf Grund ihrer Anerkennung in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen kann die Systemtheorie dazu dienen, das System Frühförderung durch eine soziologische Untermauerung in seiner Bedeutung zu bestärken und somit ein Stück weit gegen finanzpolitische Gefährdungen abzusichern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Systemtheorie nach Niklas Luhmann

1.1 Merkmale von Systemen

1.2 Beziehungen zwischen Systemen

1.3 Kommunikation als System

1.4 Systemdifferenzierung

2 Das System Frühförderung

2.1 Prinzipien der Frühförderung

2.1.1 Ganzheitlichkeit

2.1.2 Interdisziplinarität

2.1.3 Familienorientierung

2.1.4 Soziale Integration

2.2 Frühförderung im Wandel

2.2.1 „Von der dominanten Kindförderung zur Einbeziehung der Lebenswelt“

2.2.2 „Von der rein ambulanten Förderung zum Ausbau des mobilen Dienstes“

2.2.3 „Von der Dominanz der Fachleute zur Zusammenarbeit mit den Eltern“

2.2.4 „Von der Monofachlichkeit zur Interdisziplinarität“

Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Handlungsfeld der Frühförderung durch die systemtheoretische Brille von Niklas Luhmann. Ziel ist es, bestehende Strukturen und Prozesse der Frühförderung auf ihre systemtheoretische Fundierung hin zu überprüfen und den historischen Wandel der Praxis soziologisch zu erklären.

  • Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann (System/Umwelt, Kommunikation, Differenzierung).
  • Systemtheoretische Analyse der vier Kernprinzipien der Frühförderung.
  • Untersuchung von Paradigmenwechseln in der pädagogischen Arbeitsweise.
  • Die Rolle von Autonomie und Kommunikation in der Zusammenarbeit mit Eltern und interdisziplinären Teams.

Auszug aus dem Buch

1.1 Merkmale von Systemen

Ein System besteht in seiner Grundeinheit aus Elementen, die aneinander gekoppelt als Strukturen auftreten. Die dynamischen Prozesse der Erschaffung, Verbindung und Trennung der Elemente eines Systems grenzen dieses gegen seine Umwelt ab. Dies soll nun anhand einiger grundlegender systemtheoretischer Begriffe verdeutlicht werden.

Operationen bilden die Elemente eines Systems durch den Akt der Unterscheidung und Bezeichnung, wobei jeweils eine räumlich, zeitlich und thematisch spezifische Form gesetzt wird. „Jede Bestimmung, jede Bezeichnung, alles Erkennen, alles Handeln vollzieht als Operation das Etablieren einer solchen Form“ (Luhmann 1997, S. 62); Luhmann macht deutlich, dass die Elemente eines Systems nicht ausschließlich dessen Willen unterliegen, sondern als Produkt der Systemprozesse immer automatisch mitentstehen.

Strukturen sind relativ stabile Verbindungen von Elementen, also eine Selektion aus vielen Möglichkeiten mit gewisser Dauerhaftigkeit. Eine Struktur „grenzt Wahlmöglichkeiten ein, verbürgt eine gewisse Sicherheit von Erwartungen“ (Krause 2001, S. 205), sie ist also einerseits eine Einschränkung des Möglichen, erhöht dadurch aber gleichzeitig den Grad der Effizienz eines Systems.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Systemtheorie nach Niklas Luhmann: Einführung in die zentralen Begriffe der Systemtheorie, wie Operationen, Strukturen, Autopoiesis und Systemdifferenzierung, als theoretische Basis für die Analyse.

2 Das System Frühförderung: Anwendung der systemtheoretischen Konzepte auf die Grundprinzipien und die historische Entwicklung der Frühförderung.

Schlüsselwörter

Frühförderung, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Ganzheitlichkeit, Interdisziplinarität, Familienorientierung, Soziale Integration, Autopoiesis, Kommunikation, Struktur, Lebenswelt, Behinderung, Differenzierung, System, Umwelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Praxisfeld der Frühförderung auf Basis der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die systemtheoretische Fundierung der Frühförderung, ihre Kernprinzipien sowie der Wandel von der monofachlichen zur interdisziplinären Zusammenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob sich Strukturen und historische Veränderungen in der Frühförderung durch eine systemtheoretische Betrachtungsweise begründen und erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Theorieanwendung, indem sie Begriffe aus Luhmanns Systemtheorie auf die bestehenden Konzepte der Frühförderung überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst die systemtheoretischen Grundlagen und wendet diese anschließend auf die Prinzipien (Ganzheitlichkeit, Interdisziplinarität etc.) und den Wandel der Frühförderung an.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Systemtheorie, Frühförderung, Interdisziplinarität, Autopoiesis und soziale Integration.

Wie definiert der Autor das „System Frühförderung“?

Er betrachtet es als ein System, das durch interdisziplinäre Kommunikation und die Einbeziehung der Lebenswelt versucht, Entwicklungsgefährdungen bei Kindern zu kompensieren.

Warum ist die „soziale Adresse“ für Kinder in der Frühförderung so bedeutsam?

Aus systemtheoretischer Sicht ist die Anerkennung als „soziale Adresse“ die Voraussetzung für jegliche Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Kommunikationsprozess, unabhängig vom tatsächlichen Kommunikationsvermögen.

Welche Rolle spielen die Eltern laut der Analyse?

Eltern werden nicht mehr als Laien oder Kotherapeuten, sondern als Experten für ihr Kind und Partner im interdisziplinären Team verstanden, deren Autonomie zu respektieren ist.

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Résumé des informations

Titre
Frühförderung aus systemtheoretischer Sicht
Université
University of Cologne
Note
1,3
Auteur
Sven Jürgens (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
24
N° de catalogue
V80722
ISBN (ebook)
9783638875226
ISBN (Livre)
9783638875516
Langue
allemand
mots-clé
Frühförderung Sicht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sven Jürgens (Auteur), 2006, Frühförderung aus systemtheoretischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80722
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Extrait de  24  pages
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