Oliver E. Williamsons Transaktionskostenökonomik. Entwicklung und Grundlagen


Essay, 2007

63 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung aus dogmenhistorischer Perspektive

3 Grundlegende Definitionen und begriffliche Abgrenzungen
3.1 Transaktion
3.2 Transaktionskosten

4 Verhaltensannahmen
4.1 Begrenzte Rationalität
4.2 Opportunismus

5 Dimensionen von Transaktionen
5.1 Faktorspezifität
5.2 Unsicherheit
5.3 Häufigkeit
5.4 Exkurs: Die fundamentale Transformation

6 Beherrschung und Überwachung von Transaktionen
6.1 Vertragsrechtliche Grundlagen
6.2 Beherrschungs- und Überwachungsstrukturen

7 Abgrenzungen von Transaktionskosten
7.1 Markttransaktionskosten
7.2 Unternehmenstransaktionskosten
7.3 Politische Transaktionskosten

8 Kritik am Ansatz der Transaktionskostenökonomik

9 Einordnung in die Neue Institutionenökonomik
9.1 Principal-Agent-Theorie
9.2 Property-Rights-Theorie
9.3 Neue Politische Ökonomie und Verfassungsökonomik

10 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die maßgeblich durch die Arbeiten Oliver E. Williamsons geprägte Transaktionskostenökonomik hat sich bis heute zu den grundlegenden und einflussreichsten Forschungsansätzen der Ökonomik entwickelt. Ihr Ursprung geht in die 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurück, wobei als Ausgangspunkt in der Regel die grundlegende Erkenntnis von Coase gesehen wird, dass die Koordination ökonomischer Aktivitäten über Märkte nicht kostenlos vonstatten geht (Coase 1937, S. 387-394). Diese Kosten können so hoch sein, dass der Markt als Koordinationsmechanismus versagt und andere Formen der Abwicklung von Transaktionen gewählt werden. Coase begründet damit die Entstehung von Unternehmen, in denen eine entsprechende Transaktion zu geringeren Kosten als über Märkte erfolgen kann (Coase 1937, S. 404-405).

Im Anschluss an die durch die Herangehensweise von Coase geprägten Arbeiten wurde die Transaktionskostenökonomik maßgeblich von Williamson weiterentwickelt und generalisiert. Somit wird nunmehr der Anspruch erhoben, nicht ausschließlich die Alternativen Markt und Unternehmen, sondern sämtliche Koordinations- bzw. Vertragsformen unter dem Aspekt der Transaktionskosten untersuchen zu können (Williamson 1990a, S. 17-20).

Die vorliegende Untersuchung verfolgt in diesem Kontext sowohl den Anspruch, die Transaktionskostenökonomik in ihren konzeptionellen Grundlagen fokussiert darzulegen als auch insbesondere eine dogmenhistorische Fundierung ihrer Entwicklung im Kontext maßgeblicher Ansätze des ökonomischen Denkens vorzunehmen. Da sich das Fundament der Transaktionskostenökonomik aus einer Vielzahl unterschiedlicher Arbeiten speist, diese Entwicklung und dogmenhistorische Fundierung in den gängigen Übersichtswerken der Transaktionskostenökonomik bzw. der Neuen Institutionenökonomik jedoch mitunter gänzlich fehlt oder lediglich kurz behandelt wird, gilt es diese Lücke zu schließen und Williamsons zentrale Arbeiten adäquat zu verorten. Im Zuge dessen wird der Blick hier ausdrücklich nicht auf aktuelle und weit über Williamson hinausgehende Ansätze gerichtet, sondern an entsprechender Stelle auf ausgewählte Veröffentlichungen verwiesen, die diese aktuellen Entwicklungen auf oftmals herausragende und umfassende Weise dokumentieren. Die nachfolgende Untersuchung ist wie folgt aufgebaut. Zu Beginn wird in Kapitel Zwei ausführlich auf die Entwicklung der Transaktionskostenökonomik von ihren dogmenhistorischen Vorläufern bis hin zu den fundamentalen Arbeiten von Williamson eingegangen. Im Anschluss gibt das dritte Kapitel erste Definitionen zentraler transaktionskostenökonomischer Begriffe und thematisiert damit verbundene Abgrenzungsprobleme.

Mit der Einführung der menschlichen Verhaltensannahmen beginnt in Kapitel Vier die Darstellung des Analyserahmens der Transaktionskostenökonomik. Dabei wird der Einfluss dieser vom traditionellen ökonomischen Menschenbild abweichenden und als realitätsnäher angesehenen Annahmen auf die Durchführung von Transaktionen aufgezeigt. Als zweiter wesentlicher Aspekt wird im fünften Kapitel der Einfluss der Dimensionen auf das Zustandekommen und die Effizienz von Transaktionsbeziehungen betrachtet. Zudem erfolgt ein kurzer Exkurs, der das Konzept der fundamentalen Transformation thematisiert. Den Analyserahmen abschließend führt Kapitel Sechs die grundlegenden Beherrschungsstrukturen ein, die in der Regel je nach Ausprägung der Verhaltensannahmen und Dimensionen von Transaktionen zur institutionellen Ausgestaltung von Transaktionsbeziehungen herangezogen werden.

Nachdem das konzeptionelle Gerüst eingeführt ist, wendet sich das siebente Kapitel weitergehenden Abgrenzungen von Transaktionskosten zu. Die in der Literatur vorherrschende und maßgeblich von Soziologen und Ökonomen geäußerte Kritik am Ansatz der Transaktionskostenökonomik wird in Kapitel Acht skizziert. Im Anschluss gibt das neunte Kapitel eine Einordnung der hier betrachteten Transaktionskostenökonomik in den Gesamtkontext der Neuen Institutionenökonomik, wobei insbesondere die Principal-Agent-Theorie und die Property-Rights-Theorie sowie darüber hinaus die Neue Politische Ökonomie und die Verfassungsökonomik skizziert werden. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Betrachtung.

2 Entwicklung aus dogmenhistorischer Perspektive

Wie eingangs angedeutet, stellt der Aufsatz „The Nature of the Firm“ von Coase aus dem Jahr 1937 traditionell den Ausgangspunkt der Entwicklung der Transaktionskostenökonomik dar. Dies muss als eine ungenaue Interpretation angesehen werden, denn die Idee der Analyse und Relevanz von Transaktionen und den mit ihnen verbundenen Kosten wurde implizit unter anderem schon von Smith im Jahre 1776 aufgegriffen (hier Smith 1776/1904). Um eine exakte Einordnung der Transaktionskostenökonomik vorzunehmen und ihre Tradition in der Ökonomik zu beleuchten, erfolgt daher zunächst eine einführende chronologische Übersicht über die für die Entwicklung der Transaktionskostenökonomik essentiellen Arbeiten:[1]

Als prägender Ökonom der Klassiker hat Smith bereits in seinem Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ (Smith 1776/1904) die Grundgedanken von Transaktionen in Unternehmen und den mit ihrer Existenz einhergehenden Transaktionskosten aufgezeigt; allerdings noch ohne sie so zu benennen. Die Klassiker setzen ihren Betrachtungen voraus, dass gesellschaftliche Phänomene aus dem Zusammenspiel individueller Handlungen entsprechend des methodologischen Individualismus erklärt werden können. Eine zentrale Annahme der klassischen Theorie bildet das menschliche Selbstinteresse, die eigene wirtschaftliche Situation im Rahmen der jeweilig existierenden institutionellen Rahmenbedingungen stetig zu verbessern. Institutionen spielen also eine zentrale Rolle. Bei Smith findet sich ein grundlegender Gedanke zu unternehmensinternen Transaktionen in seinem bekannten Beispiel zur Produktion von Stecknadeln. So beschreibt er den Produktionsablauf arbeitsteilig als eine Aneinanderreihung verschiedenster Arbeitsabläufe, wobei jede Weitergabe der Stecknadel hin zu dem folgenden Produktionsschritt als Transaktion aufgefasst werden kann (Smith 1776/1904, Book I, Chapter I). Dabei erwähnt Smith ebenso den Einfluss der Arbeitsteilung auf die Größe einer Unternehmung (Smith 1776/1904, Book I, Chapter II). Zudem wird die Institution Markt eingehend behandelt, wobei institutionelle Rahmenbedingungen die Aufgabe haben, sicherzustellen, dass die Wirtschaftssubjekte bei der Verfolgung ihrer eigenen Interessen quasi „von einer unsichtbaren Hand geleitet“ auf Märkten agieren und maßgeblich dazu beitragen die gesellschaftliche Wohlfahrt zu erhöhen.

Einen weiteren frühen Ansatz zu dem, was später als Transaktionskosten in der Transaktionskostenökonomik behandelt wird, gibt Mill in „The Principles of Political Economy“, wobei sein besonderer Beitrag im Bereich der Geldtheorie anzusiedeln ist (Mill 1848). Dort wird die Entstehung der Institution Geld so begründet, dass dadurch die so genannten Reibungsverluste – im späteren Sinn analog zu Transaktionskosten – im Vergleich zu einer Naturaltauschwirtschaft vermindert werden können. Geld also einem Reibung vermindernden Gleitmittel innerhalb eines Wirtschaftssystems gleichgesetzt wird (Mill 1848, Book 1, Preliminary Remarks).

Auf die Vorteile einer unternehmensinternen Spezialisierung von Sachkapital und Arbeitskräften weist Marshall bereits in seinen „Principles of Economics“ (Marshall 1890) hin. Marshall zeigt auf, dass arbeitsteiliges Wirtschaften und Spezialisierung Effizienzvorteile in Form von Quasi-Renten ermöglichen und diese durch die jeweiligen Vertragspartner abgeschöpft werden können (Marshall 1890, Book II, Chapter III). Freilich wurden die entsprechenden Implikationen für institutionelle Arrangements und Vertragsgestaltungen von Marshall noch nicht betrachtet. Er zeigt jedoch implizit erste Ansätze der Notwendigkeit ihrer Berücksichtigung auf.

Die erste im engeren Sinn der Entwicklung der Transaktionskostenökonomik zuzurechnende Arbeit ist „Risk, Uncertainty, and Profits“ (Knight 1922) von Knight. Knight betrachtet ein Unternehmen als Transaktionsstruktur und weißt neben der Zweiseitigkeit von Transaktionen darauf ihn, dass es entscheidend ist, im Rahmen der Analyse dieser Transaktionsbeziehungen das tatsächliche menschliche Verhalten zu untersuchen um korrekte Vorhersagen treffen zu können. Das menschliche Verhalten ist dabei geprägt von Misstrauen und der Gefahr, dass es bei der Zusicherung und Durchführung von Transaktionen zu einer nicht vereinbarungskonformen Erfüllung kommt, da für die Transaktionspartner Anreize bestehen, diese Situation zum eigenen Vorteil auszunutzen (Knight 1922, S. 270). Im Zuge dessen stellt die von Knight als moralisches Risiko bezeichnete Annahme über menschliches Verhalten jenen entscheidenden Aspekt dar, den es innerhalb von Transaktionsbeziehungen zu überwinden gilt (Knight 1922, S. 260). Ein vollkommen ehrliches und vertragskonformes Verhalten entsprechend des Menschenbildes in der Neoklassik ist folglich nicht weiter aufrecht zu erhalten und Knight gibt implizit eine Beschreibung dessen, was als Opportunismus eine grundlegende Verhaltensannahme innerhalb des Untersuchungsrahmens der Transaktionskostenökonomik darstellt.

Hinsichtlich der in die Transaktionskostenökonomik einbezogenen rechtswissenschaftlichen Literatur stellt die Arbeit „What Price Contract? An Essay in Perspective“ (Llewellyn 1931) von Llewellyn einen grundlegenden Beitrag dar. Llewellyn setzt sich mit der Bedeutung des Vertrages für die Ordnung der Gesellschaft und ihre Individuen auseinander und kritisiert die klassische Vertragstheorie für die Vernachlässigung der zu erzielenden Vertragszwecke und der Schwerpunktsetzung auf formale Einzelheiten. Eine derartige Fokussierung auf einzelne Ausgestaltungsfragen könne dazu führen, dass die eigentliche Beantwortung einer sachlichen Fragestellung verzögert wird (Llewellyn 1931, S. 728). Zur Lösung entwickelt Llewellyn seine Vorstellung von Verträgen als rechtliche Rahmenbedingungen und unterscheidet zwischen eisernen und nachgiebigen Regeln (Llewellyn 1931, S 729). Die Bedeutung eines Vertrages sollte demzufolge maßgeblich darin liegen, dass ein rechtlicher Rahmen geschaffen wird, der möglichst umfassend die Beziehungen zwischen handelnden Menschen regeln und in Zweifelsfällen eine juristische Richtlinie vorgeben kann. Erst für den Fall, dass es in Einzelfällen einer darüber hinausgehenden Klärung bedarf, ist vorgesehen dass Gerichte als zusätzliche Institutionen und letzte entscheidende Instanzen eingreifen (Llewellyn 1931, S. 736-737). Llewellyn kritisierte damit offen die vorherrschende Annahme der Rechts- und Wirtschaftstheorie, dass für die Erfüllung von Verträgen stets Gerichte eingeschaltet werden und sowohl die Idee eines Vertrages als Rechtsrahmen als auch die Bedeutung der Vertragszwecke wurden später ebenfalls von Williamson aufgegriffen und betont.

Maßgebliche wirtschaftstheoretische Arbeiten zur Berücksichtigung von Transaktionen in der Analyse von Institutionen wurden von Commons sowohl in dem Aufsatz „Institutional Economics“ (Commons, 1931) als auch ausführlich in der darauf aufbauenden Arbeit „Institutional Economics. It’s Place in Political Economy“ (Commons, 1934) vorgenommen. Wie später von Williamson übernommen, stellt Commons Transaktionen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen und erhebt sie zur Basiseinheit der Institutionenanalyse (Commons 1931, S. 652; Commons 1934, S. 4-8).[2] Hierbei werden Transaktionen als kleinste Einheit der Institutionenökonomik angesehen und im Zuge dessen wird eine stärkere mikroökonomische Analyse von Tauschbeziehungen vertreten: […] the smallest unit of the institutional economists is a unit of activity - a transaction, with its participants“ (Commons 1931, S. 652). Commons sieht institutionelle Regelungen ebenfalls als eine Möglichkeit zur Vermeidung oder zumindest Minimierung von Konflikten zwischen Individuen an (Commons 1934, S. 6). Commons Überlegungen, dass Individuen durch den Zusammenschluss in einer Institution wie zum Beispiel einer Unternehmung erfolgreicher und effizienter als alleine handeln können, wurden später wiederum von Williamson in seiner These aufgegriffen und ausgearbeitet, dass unternehmensinterne Transaktionen oder Kooperationen zwischen Unternehmungen einem reinen marktlichen Tausch wirtschaftlich überlegen sein können.[3] Zudem wirft Commons die Überlegung auf, dass die Ausgestaltung von Institutionen durch die wechselseitige Abhängigkeit und das kollektive Handeln von Menschen einen direkten Einfluss auf ihre wirtschaftliche Situation hat und Erlöse nicht nur durch Handel, sondern auch durch die Organisationsstruktur einer Unternehmung beeinflusst werden (Commons 1934, S. 69).

In dem Aufsatz „The Nature of the Firm“ (Coase 1937) beschäftigt sich Coase mit der Frage, warum in einer Marktwirtschaft Unternehmen existieren und wirtschaftliche Aktivitäten nicht ausschließlich über Märkte, sondern auch innerhalb von Unternehmen abgewickelt werden. Die Existens von Unternehmen begründet Coase dadurch, dass mit der Nutzung von Märkten Kosten verbunden sind und die Institution der Unternehmung dazu beitragen kann, diese „costs of using the price mechanism“ (Coase 1937, S. 390) einzusparen.[4] Jedoch ist auch die unternehmensinterne Koordination mit Kosten verbunden, womit Märkte und Unternehmen unterschiedliche Koordinationsmechanismen darstellen. Die Entscheidung Markt versus Unternehmung wird von einem rational handelnden Unternehmer folglich solange pro unternehmensinterner Abwicklung ausfallen, bis die damit verbundenen Kosten höher sind als die einer entsprechenden Abwicklung über Märkte (Coase 1937, S. 404-405).

Barnard untersucht in seiner der Organisationstheorie zuzuordnenden Arbeit „The Functions of the Executive“ (Barnard 1938) unter anderem Organisationen und ihre Anpassung an sich unablässig im Wandel befindliche Umgebungen. Unter Organisationen werden in Zuge dessen alle Arten der bewussten, vorsätzlichen und auf ein Ziel gerichteten Zusammenarbeit von Menschen verstanden (Barnard 1938, S. 4). Dabei betont Barnard bereits die durch physische, biologische und soziale Faktoren beeinflussten Schranken menschlicher Rationalität und folgert, dass sämtliche Organisationen in der Realität nicht vollkommen rational ausgestaltet werden können (Barnard 1938, S. 12-45). Vielmehr sind hinsichtlich des fortgesetzten Wandels von Organisationen, vor dem Hinterrund einer lediglich intendierten Rationalität menschlichen Handelns und der damit verbundenen hohen Komplexität von Entscheidungssituationen adaptive Entscheidungsprozesse unter Einbeziehung von implizitem Wissens notwendig, welche sich an den jeweiligen institutionellen Gegebenheiten orientieren (Barnard 1938, S. 291). Infolgedessen dienen Organisationen sowohl instrumentalen wie auch menschlichen und sozialen Zielen und schrittweise Entscheidungsprozesse sind für die Entwicklung und Handlungsfähigkeit einer Organisation entscheidend (Barnard 1938, S. 120-122). Diese von Barnard für die interne Organisation und die Kooperation von Unternehmen aufgezeigten Faktoren nach denen Organisationen lediglich der Intension nach rational ausgestaltet werden können, wurden später vor allem von Simon mit seinem Konzept der begrenzten Rationalität und von Williamson ebenfalls im Rahmen der begrenzten Rationalität und den Überlegungen zu relationalen Verträgen aufgegriffen.

Als herausragender Vertreter der Österreichischen Schule untersuchte Hayek nicht nur die Entstehung und Funktion von sozialen Institutionen sondern auch ihre Verwurzelung in der menschlichen Psyche (Feldmann 1995, S. 36). Im Zuge seines ordnungsökonomischen Forschungsprogramms betont Hayek speziell die institutionelle Abhängigkeit von Ordnungen und diskutiert im Hinblick einer kritischen Auseinandersetzung mit den praktischen und theoretischen Versuchen sozialistischer Planung während der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Grenzen einer sozialistischen Planung und die Vorzüge kapitalistischen Wirtschaftens. Konträr zur herrschenden wirtschaftstheoretischen Lehre sieht Hayek das zentrale ökonomische Problem innerhalb einer Gesellschaft in schnellen Anpassungsprozessen und der Wissensteilung und betont die Notwendigkeit der Analyse adaptiver Systeme unter Einbeziehung individuellen Wissens (Hayek 1945, S. 523-524). Dies insbesondere vor dem Hintergrund und mit dem Ziel vom individuellen subjektiven und nicht zentralisierbaren Wissen einer Gesellschaft Gebrauch zu machen (Streit und Wohlgemuth 1999, S. 3). Die Erkenntnis der ungeplanten Wissensteilung als Minderung der Folgen konstitutionellen Wissensmangels der Akteure wurde zum Ausgangspunkt einer Vielzahl seiner Untersuchungen der spontanen Ordnungsbildung wirtschaftlichen Handelns. Speziell betont Hayek die Bedeutung von begrenzter Rationalität, Unsicherheit und individuellem Wissen in dem hier relevanten Zusammenhang in seiner Arbeit „The Use of Knowledge in Society“ (Hayek 1945). Dabei konzentriert sich Hayek traditionell auf die Rolle des Marktes, der als Institution zur Bildung von Preisen führt, welche entsprechende Informationen übermitteln und dadurch individuelles Handeln bei begrenzter Rationalität und Unsicherheit koordinieren. Hayek wies zudem auf den für ihn selbstverständlichen Umstand hin, dass Unternehmen grundlegend durch individuelles Wissen beeinflusst sind und es ihnen auf Grundlage dessen möglich ist, bei gleichen technischen Gegebenheiten zu gänzlich unterschiedlichen Kosten zu produzieren und im Verlauf entsprechende Anpassungen vornehmen zu können (Hayek 1945, S. 523).[5]

Seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte Simon die Rationalitätsanalyse von Barnard in vielseitigen Arbeiten weiter, befasste sich ausführlich mit Fragen der Entscheidungsfindung in Unternehmen unter Unsicherheit und entwickelte im Gegensatz zum Ansatz des rational handelnden homo oeconomicus sukzessive das Konzept der begrenzten Rationalität (siehe ausführlich Simon 1957).[6] Demnach verfügen Menschen lediglich über eingeschränkte Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung und unterliegen systematischen Fehleinschätzungen bezüglich der vorhandenen Informationen, der eigenen kognitiven Fähigkeiten und den Ergebnissen des Entscheidungsfindungsprozesses (Simon 1957, S. 198). Menschen handeln folglich nur der Intention nach rational, was zu eingeschränkt rationalen Ergebnissen ihres Handelns führt (Simon 1961, S. xxiv). So werden zusätzliche Informationen nur gesucht, wenn die damit verbundenen Kosten den Nutzen dieser Informationen nicht übersteigen und aufgrund der Kosten der Informationsbeschaffung wird nicht mehr aus allen, sondern nur noch aus den nahe liegenden Handlungsmöglichkeiten gewählt. Daher wird letztlich in der Praxis nicht immer der optimale Lösungsweg beschritten (Simon 1972, S. 170-176). Darauf aufbauend entwickelt Simon die Hypothese des satisfizierenden Verhaltens, wonach bedingt durch die oben geschilderte beschränkte Rationalität Menschen Entscheidungen nicht als (Nutzen-) Maximierer, sondern als Satisfizierer treffen. Also realistisch zu erreichende Ziele menschlichen Handels gesetzt werden, bei deren Erreichen eine Bedürfnisbefriedigung einritt; im Fall eines Nichterreichens wird entweder das Zielniveau oder die Entscheidung angepasst (Simon 1957, S. 204-205). Von Williamson wurde die Hypothese des satisfizierenden Verhaltens nicht übernommen, sondern wie später gezeigt wird, unterstellt er ein eigeninteressiertes und opportunistisches Verhalten. Das Konzept der begrenzten Rationalität hingegen spielt in der Transaktionskostenökonomik eine bedeutende Rolle.

In einer scheinbaren Kehrtwendung zu „The Nature of the Firm“ fokussiert Coase in „The Problem of Social Cost“ (Coase 1960) eine imaginäre Welt ohne Transaktionskosten, in der jeder über alles sofort und vollkommen informiert ist und Transaktionen kostenlos erfolgen können. Dies besagt, dass unabhängig von der ursprünglichen Ausstattung von Verfügungsrechten das Externalitäten-Problem durch die privaten Akteure im Zuge von Verhandlungen gelöst werden kann und ein pareto-effizientes Ergebnis erzielt wird:[7] „[In] a world without transaction costs, it does not matter what the law is, since people can always negotiate without cost to acquire, subdivide and combine rights whenever this would increase the value of production.“ (Coase 1960, S. 14). Coase zeigt somit, dass es in der zugrunde gelegten Welt keine pareto-relevanten externen Effekte geben kann, da sich die Akteure angesichts fehlender Transaktionskosten spontan und augenblicklich auf einen pareto-optimalen Zustand verständigen werden. Paradoxerweise ging das nur in dieser imaginären Welt gültige „Coase-Theorem“[8] insbesondere in die deutschsprachige umweltökonomische Literatur als Verhandlungslösung ein (exemplarisch Siebert 1978, S. 90-95; Weimann 1995, S. 38-59; Fees 1995, S. 99-113). Es wurde gefolgert, dass staatliche Eingriffe zur Lösung des Externalitäten-Problems nicht notwendig sind und entsprechende Institutionen irrelevant seien. Vermeintliche Kritiker des Coase-Theorems wiesen dann auch schnell darauf hin, dass eine derartige Verhandlungslösung in der Realität angesichts hoher Transaktionskosten in vielen Fällen nicht zustande kommen werde. Zudem wurde Coase Inkonsistenz dahin gehend vorgeworfen, dass er im krassen Gegensatz zu seiner 1937er Arbeit Transaktionskosten nun gänzlich ignorieren würde (Streissler 1993, S. 90-93). Coase hatte jedoch das genaue Gegenteil von dem bewiesen, was weithin als Verhandlungslösung bekannt geworden ist. In der von Coase geschilderten Welt kann es keine pareto-relevanten externen Effekte geben. Daraus kann gefolgert werden, dass tatsächlich beobachtete pareto-relevante Externalitäten in der Existenz von Transaktionskosten begründet sind und die Betrachtung von externen Effekten somit eine detaillierte Untersuchung des Einflusses von Transaktionskosten auf eine spontane Internalisierung erfordert. Die Arbeit von Coase muss demzufolge vielmehr so interpretiert werden, dass sie deutlich macht, wie grundlegend der tatsächliche Einfluss von Transaktionskosten und damit verbunden der maßgeblichen Institutionen im hier betrachteten Kontext ist: „Economic policy involves a choice among alternative social institutions, and these are created by the law or are depent on it.“ (Coase 1960, S. 28). Somit lässt sich Marktversagen durch diesen Aufsatz nunmehr auf Transaktionskosten zurückführen.

Der Bedeutung von mit einer Informationsbeschaffung verbundenen Kosten hat sich Stigler mit seinem Aufsatz „The Economics of Information“ (Stigler 1961) gewidmet und Transaktionskosten weitestgehend mit Such- und Informationskosten gleich gesetzt (Stigler 1961, S. 213-216). Dabei untersucht Stigler den Einfluss der Suche und Bewertung potentieller Vertragspartners hinsichtlich der von ihnen angebotenen Gütern und deren Preisen auf die ökonomischen Aktivitäten von Wirtschaftssubjekten. Stigler kommt zu dem Schluss, dass Akteure so lange Such- und Informationsgewinnungsaktivitäten anstellen werden, bis der erwartete Grenznutzen den damit verbundenen Grenzkosten gleich ist (Stigler 1961, S. 216). Da die hier betrachteten Transaktionskosten je nach Transaktionsbeziehung sehr hoch sein können, argumentiert Stigler, dass Unternehmungen entstehen und sich Marktinnovationen entwickeln um diese Kosten zu minimieren (Stigler 1961, S. 224). Der Argumentation von Stigler folgend betrachtet Alchian in „Information Costs, Pricing and Resource Unemployment“ (Alchian 1969) die im Rahmen der Beschaffung und Verarbeitung von Informationen bei Marktaktivitäten auftretenden Informationskosten, welche seinerseits implizit als Transaktionskosten angesehen werden (Alchian 1969, S. 109-111).

Im Anschluss an „The Problem of Social Costs“ und der dortigen Betonung des Zusammenhangs von Marktversagen und Transaktionskosten entstanden zahlreiche Arbeiten, die den Ansatz von Coase aufgegriffen und weiter entwickelt haben (Williamson 1990a, S. 9). Die erste hier betrachtete Arbeit ist „The Organisation of Economic Activity: Issues Pertinent to the Choice of Market versus Non-Market Allocation” (Arrow 1969) von Arrow. Arrow behandelt die Frage des Marktversagens im Bereich der Theorie der Öffentlichen Güter und betont, dass Marktversagen nicht als etwas Absolutes aufgefasst werden kann und es zielführender ist, eine allgemeine Kategorie wie Transaktionskosten zu betrachten, welche als „costs of running the economic system“ (Arrow 1969, S. 48) bezeichnet werden. Für Arrow sind diese Betriebskosten des Wirtschaftssystems die entscheidende Größe für die Einschränkung oder – im Fall so hoher Transaktionskosten, dass eine Tauschbeziehung gar nicht zustande kommt – sogar einer völligen Verhinderung der Entstehung von Märkten (Arrow 1969, S. 48). Die Identifizierung des Einflusses von Transaktionskosten sollte folglich innerhalb der Bewertung verschiedener Allokationsmechanismen und Vertragsformen unter Berücksichtigung kulturspezifischer Einflussfaktoren eine zentrale Rolle einnehmen (Arrow 1969, S. 63). In einer anschließenden Arbeit zur Informationsökonomik greift Arrow den Opportunismus explizit auf und führt ihn für zentrale Probleme von Tauschbeziehungen an, da sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer hinsichtlich der verfügbaren Informationen opportunistisches Verhaltens des Tauschpartners relevant ist (Arrow 1970, S. 152).

In seinem Aufsatz „The Vertical Integration of Production: Market Failure Considerations“ (Williamson 1971) betrachtet Williamson ebenfalls den Zusammenhang zwischen Marktversagen und Transaktionskosten. Williamson bezieht sich eingangs auf die oben angesprochenen Arbeiten von Coase und Arrow, betrachtet dann Marktversagen jedoch nur eingeschränkt als Versagen, da das Vorhandensein und die Höhe von Transaktionskosten dazu führen können, dass Markttransaktionen durch unternehmensinterne Organisationen substituiert werden: „What are refferd to here as market failures are failures only in the limited sense that they involve transaction costs that can be attenuated by substituting internal organization for market exchange.“ (Williamson 1971, S. 114). Das führt mit dem Problem der vertikalen Integration zu einer auch für weitere Arbeiten von Williamson zentralen Fragestellung; der unternehmerischen „Make-or-buy-Entscheidung“. Also der Frage ob ein Unternehmen – in diesem Fall – ein Zwischenprodukt von einem anderen Unternehmen über den Markt kaufen oder es selbst herstellen soll. Vertikale Integration meint somit die Entscheidung gegen einen Kauf und für die Eigenproduktion. Zur Lösung der Fragestellung stellt Williamson folgende drei Vorgehensweisen gegenüber: einen langfristigen Vertrag, mehrere zeitlich begrenzte kurzfristige Verträge und letztlich die vertikale Integration (Williamson 1971, S. 27-28). Einsichtig ist, dass ceteris paribus die relativen Nachteile marktlicher Verträge als die relativen Vorteile der unternehmensinternen Abwicklung betrachtet werden können. Auch im Rückgriff auf bestehende Arbeiten kommt Williamson zu dem Schluss, dass es unmöglich ist bzw. prohibitiv hohe Kosten verursachen würde, alle Eventualitäten vorauszusehen und ex-ante in Verträgen zu berücksichtigen. Daher sind Verträge in der Praxis immer unvollständig und stellen in Kombination mit opportunistischem Verhalten das zentrale durch die Wahl einer geeigneten Beherrschungsstruktur zu lösende Problem dar (Williamson 1971, S. 27-28). Beispielsweise machen sich vertragliche Unvollständigkeiten dort negativ bemerkbar, wo sich die individuellen Interessen der Vertragspartner im Zeitablauf stark verändern können und sich demzufolge eine unternehmensinterne Abwicklung als vorteilhaft erweisen wird (Williamson 1971, S. 113). Zusammenfassend können marktliche Verträge und vertikale Integration als alternative Mechanismen aufgefasst werden, die zu unterschiedlichen Kosten führen und Effizienzkriterien letztlich ausschlaggebend für die Wahl einer Alternative sind. In seinen späteren Arbeiten greift Williamson entsprechende Probleme vertieft auf und rückblickend stellt dieser Aufsatz den Beginn der von Williamson geprägten Transaktionskostenökonomik dar.

Nachdem sowohl Alchian (Alchian 1950; 1965; 1969) als auch Demsetz (Demsetz 1967; 1968; 1969) mit eigenen Arbeiten zur Entwicklung der Transaktionskostenökonomik beigetragen haben, veröffentlichten sie mit „Production, Information Costs and Economic Organisation“ (Alchian und Demsetz 1972) eine maßgebliche Arbeit zur Theorie der Unternehmung und anreizorientierten Verträgen unter Berücksichtigung von Transaktionskosten. Hierzu werden Unternehmen als vertragliche Gebilde betrachtet und Fragen der effizienten und zielgenauen Messung von individuellen unternehmensinternen Leistungen und ihrer Entlohnung untersucht, wobei die Organisationsstruktur im Sinne einer Teamproduktion angesehen wird (Alchian und Demsetz 1972, S. 777-781). Das zu lösende Hauptproblem ist die Messung des individuellen Beitrags eines Teammitglieds zur Gesamtleistung, denn der einzelne Akteur verfügt über Anreize, seine Anstrengungen bei der Erreichung eines gemeinsamen Ziels zu reduzieren und eine Position als Trittbrettfahrer einzunehmen, ohne negativ aufzufallen und finanzielle Restriktionen auferlegt zu bekommen. Da alle Teammitglieder identischen Anreizen unterliegen, wird niemand seine bestmögliche Leistung erbringen und individuell rationales Verhalten führt zu einem nicht optimalen Gesamtergebnis (Alchian und Demsetz 1972, S. 778-781). Zur Lösung dieses so genannten Gefangenendilemmas argumentieren Alchian und Demsetz mit der Implementierung eines Überwachers oder auch Unternehmers, der die individuellen Beiträge zum Gesamtergebnis kontrollieren und entlohnen kann (Alchian und Demsetz 1972, S. 780-783). Zur Lösung des Anreizproblems des Überwachers erhält dieser wiederum das durch die Teamleistung erwirtschaftete Residualeinkommen und im Ganzen können die Kosten zur Aufdeckung von abweichendem individuellem Verhalten reduziert und die Teamproduktion effizienter gestaltet werden (Alchian und Demsetz 1972, S. 794-795).

Die zweite in diesem Zusammenhang maßgebliche Arbeit von Williamson ist „Markets and Hierachies“ (Williamson 1975). Sie stellt die Aufbauphase der Transaktionskostenökonomik dar und beschäftigt sich mit der systematischen Analyse des Problems der vertikalen Integration. Dabei wird das Ziel verfolgt, durch die Verbindung von Verhaltensannahmen bezüglich der handelnden Akteure und Umwelteigenschaften auf Probleme marktlicher Verträge hinzuweisen und aufzuzeigen, wann eine entsprechende Transaktion relativ besser unternehmensintern oder ganz allgemein gesprochen hierarchisch abgewickelt werden kann. Das zugrunde gelegte Menschenbild ist definiert durch die für die gesamte Transaktionskostenökonomik maßgeblichen Annahmen begrenzte Rationalität und Opportunismus (Williamson 1975, S. 20-30). Das Konzept der begrenzten Rationalität wurde durch Williamson von Simon (Simon 1957; 1972) übernommen (Williamson 1975, S. 21). Als Umwelteigenschaften führt Williamson Unsicherheit und Abhängigkeit ein und untersucht einerseits die Kombination von begrenzter Rationalität mit Unsicherheit und andererseits die Kombination von Opportunismus und Abhängigkeit hinsichtlich der damit verbundenen vertraglichen Transaktionsprobleme auf Märkten (Williamson 1975, S. 20-40). Im Ergebnis kommt Williamson hinsichtlich dieser vier Einflussfaktoren zu folgenden Schlüssen. Je stärker die Faktoren der begrenzten Rationalität und der Unsicherheit über zukünftige vertragsrelevante Einflüsse ausgeprägt sind, desto ungeeigneter erscheint der Einsatz von langfristigen Verträgen zur Absicherung von Transaktionen auf Märkten. Eine unternehmensinterne Abwicklung von Transaktionen ist hier von Vorteil, da Entscheidungen sequentiell erfolgen und Probleme dann gelöst werden können, wenn sie tatsächlich absehbar sind und keine ex-ante Absicherung aller prinzipiell möglichen Probleme erforderlich ist. Somit kann das Verhalten unternehmensintern besser abgestimmt und Unsicherheit reduziert werden. Hinsichtlich des Zusammenwirkens von Opportunismus und Abhängigkeit – also beispielsweise der Abhängigkeit von wenigen oder nur einem Transaktionspartner – erweist sich der Markt in Form einer Serie von kurzfristigen Verträgen als problematisch, da Wettbewerb als Disziplinierungsinstrument nicht oder nur unzureichend greifen kann. Je stärker die beiden Faktoren ausgeprägt sind, desto größer ist die Gefahr, dass es zu Interessenskonflikten der Marktpartner kommt und die Transaktionskosten steigen oder eine Transaktion nicht zustande kommt. Die unternehmensinterne Abwicklung weißt hier spezifische Vorteile auf, da Vorkehrungen gegen opportunistisches Verhalten einfacher getroffen werden können und das Problem von Abhängigkeiten reduziert werden kann (Williamson 1975, S. 39-40 und S. 249-258). Zusammenfassend hat Williamson Faktoren identifiziert, von denen Transaktionsprobleme ausgehen und die eine institutionelle Lösung erfordern. In diesem Kontext erweisen sich Unternehmen bzw. Hierarchien unter bestimmten Bedingungen gegenüber marktlichen Verträgen als vorteilhaft, was ihre Existenz und ihr Wachstum durch vertikale Integration erklären kann. Darüber hinaus führt Williamson in dieser Arbeit auch erstmals den Begriff der Neuen Institutionenökonomik ein: „A broad based interest among economists in what might be referred to as the „new institutional economics“ has developt in recent years“ (Williamson 1975, S. 1).

[...]


[1] Die Darstellung ist aufgrund der Fülle an Arbeiten zur Transaktionskostenökonomik zwangsläufig nicht vollständig, sondern beleuchtet vielmehr einige ausgewählte Arbeiten, in denen erstmals die jeweiligen fundamentalen Aspekte der hier zugrunde liegenden Transaktionskostenökonomik aufgezeigt wurden.

[2] Siehe hierzu ausführlich Kapitel 1, Abschnitt 2: From Exchange to Transactions (Commons 1934).

[3] Ein Gedanke, der ebenfalls in das Schema der von Coase in „The Nature of the Firm“ angestellten Überlegungen passt.

[4] Der Begriff der Transaktionskosten wurde von Coase noch nicht verwendet.

[5] Die in jener Zeit vorherrschende Gleichgewichtsbetrachtung innerhalb der Wirtschaftstheorie wurde von Hayek lediglich als Vorübung zur Analyse der tatsächlich relevanten Fragestellungen angesehen (Hayek 1945, S. 530).

[6] Siehe hierzu maßgeblich die in Form einer Aufsatzsammlung grundlegende Arbeit von Simon (Simon 1957).

[7] Entsprechende Wohlfahrtseffekte sind nicht Teil der Analyse von Coase, denn er beschränkt sich bewusst auf die Frage einer effizienten Ressourcenallokation.

[8] Wobei Coase selbst den Begriff „Coase-Theorem“ nicht verwendet hat.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Oliver E. Williamsons Transaktionskostenökonomik. Entwicklung und Grundlagen
Autor
Jahr
2007
Seiten
63
Katalognummer
V80823
ISBN (eBook)
9783638838757
ISBN (Buch)
9783638838504
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transaktionskostenökonomik, Oliver E. Williamson, Transaktionskosten, Begrenzte Rationalität, Neue Institutionenökonomik, Opportunismus
Arbeit zitieren
Dr. Markus Groth (Autor), 2007, Oliver E. Williamsons Transaktionskostenökonomik. Entwicklung und Grundlagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80823

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