Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das Interesse, den Prozess des Verstehens einer fremden Kultur genauer zu untersuchen, eine wissenschaftliche Eingrenzung zu versuchen und Faktoren ausfindig zu machen, die den Prozess fördern oder behindern.
Hierzu werden zunächst die Grundzüge einer Theorie vorgestellt, die Verstehen als Kommunikationsprozess sieht. Zugleich wird aufgezeigt, wie dieser Ansatz helfen kann, Konflikte bei interkulturellen Begegnungen zu vermeiden.
Nach einer notwendigen Antwort auf die Frage ,,Was ist interkulturelle Kommunikation?" soll gezeigt werden, welcher Bezugsrahmen die interkulturelle Forschung umgibt, welche Theorien ihr zugrunde liegen und mit welchen Problemen sie sich auseinandersetzen muss. Anschliessend wird die Vermittlung von interkultureller Kompetenz und ihrer Anwendung in der Praxis untersucht. Den Schluss bilden neben einem Fazit, ein Plädoyer an die Kulturwissenschaften sich mit dem Thema interkulturelle Kommunikation stärker zu befassen.
Was wir bei der Suche nach geeignetem Material finden, sind Statements, Fragen, Probleme und manchmal schlicht Hoffnungen; handfeste Definitionen hingegen selten. Denn, so scheint es, wer definiert, legt (sich) fest. Daher soll erst nach Aufbau eines Analyseinstrumentariums den Fragen nachgegangen werden, wie Interkulturelle Kompetenz vermittelt werden kann und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.
So gliedert sich diese Arbeit wie folgt:
Das erste Kapitel versucht gegenwärtige Gesellschaftsprozesse wiederzugeben, um deutlich zu machen, was das Thema interkulturelle Kommunikation zu einem erörterungswürdigen Thema macht.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte des Begriffs der Interkulturelle Kommunikation, sowie mit dem Versuch, eine fachliche Identität ausfindig zu machen.
Im dritten Kapitel wird der Versuch unternommen, die beiden Grundpfeiler des Begriffs interkulturelle Kommunikation, Kultur und Kommunikation, voneinander abzulösen und einzeln zu klären. Den nächsten Schritt bildet eine Analyse zu möglichen Auswirkungen, welche unterschiedliche Kulturteilhabe auf die Kommunikation haben kann, Grundlagen interkultureller Kommunikation werden behandelt und zentrale interkulturelle Kommunikationstheorien vorgestellt.
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Einführung in das Thema der interkulturellen Kommunikation
1.1 Gesellschaftliche Herausforderungen
1.2 Neue Anforderung erfordern neues Wissen
1.3 Was ist interkulturelle Kommunikation?
2 Interkulturelle Kommunikation im wissenschaftlichen Kontext
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Kultur (und Kommunikation)
2.1.2 Kommunikation (und Kultur)
3 Interkulturelles Lernen
3.1 Ziele interkulturellen Lernens
3.2 Formen des interkulturellen Lernens
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess des Verstehens fremder Kulturen und beleuchtet die Möglichkeiten sowie Hindernisse in der interkulturellen Kommunikation. Ziel ist es, ein wissenschaftliches Verständnis für dieses Feld zu entwickeln und den Bedarf an interkultureller Kompetenz vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Globalisierungsprozesse kritisch zu reflektieren.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen von Kultur und Kommunikation
- Analyse des interkulturellen Lernprozesses und seiner Lernziele
- Gegenüberstellung von Ausbildungsformen und Trainingsmodellen
- Reflektion der Rolle der Kulturwissenschaften in der Praxisberatung
Auszug aus dem Buch
Kommunikation (und Kultur)
Ebenso wie der Begriff “Kultur“ trifft man beim Begriff “Kommunikation“ auf eine große Anzahl an Definitionen, die zudem in manchen Fällen synonym mit “Verständigung“ gebraucht werden. Auch in der Linguistik kann man sich kaum auf einen Kommunikationsbegriff einigen. Um einer begrifflichen Unschärfe aus dem Wege zu gehen, sollen einige für den hier entwickelten Gedankengang relevante Eigenschaften von Kommunikation zwischen Menschen mit verschiedenen kulturellen Codes aufgezeigt werden.
Kommunikation kann als ein wechselseitiger Prozess angesehen werden, in dem mindestens zwei Menschen einander geben und nehmen. Für einen Reibungslosen Ablauf sollten Sender und Empfänger über weitestgehend gleiche Codes verfügen, die neben sozialen und kulturellen Normen etc. auch Kommunikationsregeln umfasst. Aus der Gemeinsamkeit der kulturell-kommunikativen Codes, z.B. des Wissens kultureller Zeichensysteme, entstehen Beziehung und Gemeinschaft. Die sich aus Kommunikation entwickelnden Beziehungen könnten nicht entstehen, wenn Kommunikation nur inhaltliche, sachliche Aspekte enthielte würde. So formulieren Watzlawick u.a. den Grundgedanken, dass jede Kommunikation neben einem Inhalts- auch einen Beziehungsaspekt enthält.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird das Forschungsinteresse dargelegt, den Prozess des Verstehens fremder Kulturen wissenschaftlich zu fundieren und Faktoren zur Konfliktvermeidung zu identifizieren.
1 Einführung in das Thema der interkulturellen Kommunikation: Das Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die Notwendigkeit von neuem Wissen im Kontext zunehmender globaler Vernetzung.
2 Interkulturelle Kommunikation im wissenschaftlichen Kontext: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung und Begriffsdiskussion, wobei insbesondere das Verhältnis von Kultur und Kommunikation zueinander analysiert wird.
3 Interkulturelles Lernen: Dieses Kapitel widmet sich den Zielen und verschiedenen Formen der Vermittlung von interkultureller Kompetenz, wie etwa Ausbildung und Training.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse und plädiert für eine stärker anwendungsorientierte, aber dennoch theoretisch fundierte kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Kultur, Kommunikation, Interkulturelle Kompetenz, Interkulturelles Lernen, Ethnozentrismus, Kulturwissenschaft, Interdisziplinarität, Sozialisation, Trainingsmodelle, Globale Vernetzung, Fremdverstehen, Kulturkonflikt, Kulturelle Codes, Akkulturation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Bedeutung von interkultureller Kommunikation aus kulturwissenschaftlicher Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Begriffe Kultur und Kommunikation, der Prozess des interkulturellen Lernens sowie die Vermittlung interkultureller Kompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Prozess des Verstehens einer fremden Kultur zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie interkulturelle Begegnungen durch theoretisch fundiertes Wissen erfolgreicher gestaltet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kulturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene disziplinäre Ansätze aus Linguistik, Psychologie und Soziologie integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Entstehungsgeschichte der interkulturellen Kommunikation, definiert zentrale Begriffe und vergleicht verschiedene Lernmodelle wie Trainings und universitäre Ausbildungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Kommunikation, Kultur, interkulturelle Kompetenz, Ethnozentrismus und Kulturwissenschaft.
Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit von rein praxisorientierten Leitfäden?
Die Arbeit hinterfragt kritisch die theoretische Absicherung der oft spekulativen und unsystematischen Trainingsangebote und fordert eine fundiertere kulturwissenschaftliche Basis.
Warum ist der Begriff der "Kulturteilhabe" für den Autor von Bedeutung?
Der Begriff hilft zu erklären, wie Individuen durch ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen (Nation, Religion, Schicht) spezifische Kommunikationsstile entwickeln, die in interkulturellen Situationen aufeinandertreffen.
- Arbeit zitieren
- Andreas von Richthofen (Autor:in), 2002, Interkulturelle Kommunikation aus kulturwissenschaftlicher Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8118