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Netzwerkbildung unter spieltheoretischen Gesichtspunkten

Erklärungsansätze zur Bildung intra- und interorganisationaler Unternehmensnetzwerke aus Sicht der klassischen Spieltheorie und der Behavioral Game Theory

Title: Netzwerkbildung unter spieltheoretischen Gesichtspunkten

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Vogelmann (Author)

Business economics - General
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Die wirtschaftliche Globalisierung vor allem innerhalb der Triade ließ seit dem Ende der bipolaren Weltordnung und dem Durchbruch der neuen IuK-Technologien den Grad des ökonomischen Wettbewerbs und Wandels in der Welt verstärkt zunehmen. Unternehmen sind in komplexeren Umfeldern gezwungen, auf die neuen Herausforderungen sowohl in ihren Strategieprozessen als auch in ihren Organisationsstrukturen dynamisch zu reagieren und klassische strategische Dilemmata etwa zwischen den Koordinationsformen Markt und Hierarchie oder den Wettbewerbsstrukturen Konkurrenz und Kooperation in hybrider Art zu vereinen. In diesem Sinne wurde in den letzten 25 Jahren in der empirischen Wirklichkeit des postfordistischen Wirtschaftssystems vor allem das Netzwerkprinzip sowohl unternehmensintern als auch in den interorganisationalen Beziehungen zunehmend dominant.
Dennoch bleiben viele Dynamiken ökonomischer Kooperation bzw. Netzwerkbildungen nach wie vor fragmentarisch erforscht bzw. theoretisch vage beschrieben. Die spieltheoretische Betrachtung der Netzwerkformierung kann hierbei den Zugang der Wirtschaftswissenschaften zu den angesprochenen Fragestellungen ontologisch und epistemologisch erweitern und ist deshalb Hauptgegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Erklärung intra- und interorganisationaler Netzwerkbildungen aus spieltheoretischen Ansätzen heraus könnte somit neue, grundlegende Einsichten in die heute globalisierten „Wirtschaftsspiele“ innerhalb des Paradigmas von „make, buy or ally“ erbringen.
Die vorliegende Arbeit wird nach einem kurzen Überblick über Terminologie und Einordnung von Konzepten der betriebswirtschaftlichen Netzwerkforschung zunächst in die Grundzüge der Spieltheorie einführen und die „Ausgangssituation“ statisches Gefangenendilemma bzw. Nichtkooperation erläutern. Im Anschluss daran wird sie sich der Überwindung der dargestellten Problematiken zuwenden und zeigen, wie Kooperation und Netzwerkbildung letztlich doch spieltheoretisch deduziert werden können. Es folgt ein Verlassen des engen Rahmens der klassischen Spieltheorie durch einen Blick auf die Kontexte der Netzwerkformation aus Sicht der noch jungen Behavioral Game Theory, bevor im Fazit die Essentials einer spieltheoretischen Explikation der Netzwerkbildung nochmals aufgegriffen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. NETZWERKE

3. NETZWERKBILDUNG UNTER SPIELTHEORETISCHEN GESICHTSPUNKTEN

3.1 ÜBERBLICK ÜBER DIE SPIELTHEORIE

3.2 EIN SPIELTHEORETISCHER AUSGANGSPUNKT: DAS GEFANGENENDILEMMA

3.3 DIE ÜBERWINDUNG DES GEFANGENENDILEMMAS: KOOPERATION

3.4 ERWEITERUNGEN DER SPIELTHEORIE: BEHAVIORAL GAME THEORY

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung intra- und interorganisationaler Unternehmensnetzwerke aus der Perspektive der klassischen Spieltheorie sowie der Behavioral Game Theory. Ziel ist es, die spieltheoretischen Bedingungen und Dynamiken zu identifizieren, unter denen Kooperation trotz möglicher Anreize zum opportunistischen Verhalten stabil realisiert werden kann.

  • Spieltheoretische Grundlagen der Kooperation
  • Analyse des Gefangenendilemmas im Netzwerkkontext
  • Mechanismen zur dauerhaften Etablierung von Kooperation
  • Integration behavioristischer Ansätze und begrenzter Rationalität
  • Einfluss von Vertrauen und Reputationsaufbau auf die Netzwerkbildung

Auszug aus dem Buch

3.1 Überblick über die Spieltheorie

Die Spieltheorie gilt heute als wichtiges Mittel zum Verständnis moderner Geschäftswelten. Sie entsprang als Zweig der angewandten Mathematik vor allem den taktischen Überlegungen des Zweiten Weltkrieges und das von Morgenstern und von Neumann 1944 in ihrem Klassiker „Theory of Games and Economic Behaviour“ erstmals publizierte Gedankengebäude lieferte die Grundlage für die Verwendung der Spieltheorie in vielen Fachdisziplinen. So wurden z.B. in der Politikwissenschaft und speziell den Internationalen Beziehungen vor allem in der neoinstitutionalistischen Großtheorie bereits seit den 1980er Jahren spieltheoretische Analysen angewandt, und ihre Ergebnisse zur Kooperations- und Netzwerkbildung von Staaten trotz (neo-)realistischem Sicherheitsdilemma waren ausgesprochen bedeutsam für zentrale Fragen der internationalen Politik.

Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre hat die klassische Spieltheorie mit den Theorien der Neuen Institutionenökonomie den methodologischen Individualismus und die Prämissen einer individuellen, opportunistischen Nutzenmaximierung gemein, ist anderseits aber keinesfalls auf nur dyadische Austauschbeziehungen festgelegt und trägt in ihrer modernen, behavioristischen Orientierung auch entsprechenden Rationalismuskritiken Rechnung (vgl. Kapitel 3.4).

In Abgrenzung zur klassischen Entscheidungstheorie, die Situationen analysiert, in denen ein rationaler Agent zwischen mehrere Aktionsmöglichkeiten diejenige mit dem höchsten Erwartungswert auswählt (oder auswählen soll), befasst sich die Spieltheorie als Theorie sozialer Interaktion mit komplexen Entscheidungssituationen unter Unsicherheit (Spielen), an denen mehrere bewusst handelnde Entscheidungsträger (Spieler) beteiligt sind, die mögliche Handlungsergebnisse unterschiedlich bewerten. Somit ist hier das Eintreten eines Ergebnisses von den Aktionen und Verhaltensplänen (Strategien) mehrerer Entscheider abhängig bzw. Konsequenz des Verhaltens aller – eine Situation, die in jeder Form von Kooperation mehr oder minder gegeben ist. Entscheidend für die Lösung von Spielen sind somit die Erwartungen der Spieler über die Strategiewahl ihrer Mitspieler. Dieser Allozentrismus der Spieltheorie ist somit auch Basis ihrer Erklärungskraft in Bezug auf die Netzwerkformation: „[wichtig für Unternehmen] ist, daran zu denken, ein Spiel aus vielfältigen Perspektiven zu betrachten - aus .. [der eigenen] Perspektive und aus den Perspektiven aller anderen Spieler.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die zunehmende Bedeutung des Netzwerkprinzips im Zuge der Globalisierung und stellt die spieltheoretische Betrachtung als Forschungsgegenstand vor, um die Entstehung von Netzwerken besser zu verstehen.

2. NETZWERKE: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Netzwerks in der Betriebswirtschaftslehre und hebt die Herausforderung der terminologischen Vielfalt sowie die grundlegenden Wettbewerbsvorteile von Netzwerkkooperationen hervor.

3. NETZWERKBILDUNG UNTER SPIELTHEORETISCHEN GESICHTSPUNKTEN: Das zentrale Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen der Spieltheorie, das Gefangenendilemma als Ausgangspunkt, Strategien zur Überwindung von Kooperationshürden sowie die Erweiterung durch die Behavioral Game Theory.

5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass wiederholte Interaktionen und die Berücksichtigung psychologischer Verhaltensmotive wesentliche Faktoren für die Entstehung und Stabilität von Unternehmensnetzwerken sind.

Schlüsselwörter

Netzwerkbildung, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Kooperation, Behavioral Game Theory, Strategisches Management, Unternehmensnetzwerke, Neue Institutionenökonomie, Rationalität, Vertrauen, Reputation, Opportunismus, Tit-for-Tat, Interorganisationale Beziehungen, Spielsituation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der spieltheoretischen Erklärung der Entstehung von Unternehmensnetzwerken und untersucht, wie Kooperation zwischen Organisationen entstehen und stabil bleiben kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die klassische Spieltheorie, das Gefangenendilemma als strategisches Entscheidungsproblem, kooperationstheoretische Lösungsansätze sowie die Behavioral Game Theory.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Bildung intra- und interorganisationaler Netzwerke zu gewinnen, indem spieltheoretische Ansätze genutzt werden, um die Lücke zwischen Kooperation und individuellem Nutzenstreben zu schließen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt spieltheoretische Analysen, vergleicht klassische Konzepte mit neueren behavioristischen Ansätzen und bezieht Erkenntnisse aus der Strategieforschung sowie der Sozialwissenschaft mit ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Spieltheorie, das Gefangenendilemma als Modell für Nichtkooperation, Wege zur Überwindung dieses Dilemmas durch Kooperation (wie den "Schatten der Zukunft") und die Erweiterung dieser Sichtweise durch die Behavioral Game Theory.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Netzwerkbildung, Gefangenendilemma, Kooperation, Spieltheorie, Behavioral Game Theory, Vertrauen und Rationalität.

Warum ist das Gefangenendilemma für Unternehmensnetzwerke relevant?

Es dient als Standardmethode, um die Spannung zwischen dem Anreiz zum opportunistischen Verhalten (Defektion) und dem kollektiven Vorteil durch Kooperation abzubilden, was ein typisches Problem bei Netzwerkbildungen darstellt.

Wie trägt die Behavioral Game Theory zur Erklärung der Netzwerkbildung bei?

Sie integriert menschliche Faktoren wie begrenzte Rationalität, soziale Normen und Emotionen in die spieltheoretische Analyse, was eine realistischere und oft positivere Einschätzung der Kooperationswahrscheinlichkeit ermöglicht als die klassische Spieltheorie.

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Details

Title
Netzwerkbildung unter spieltheoretischen Gesichtspunkten
Subtitle
Erklärungsansätze zur Bildung intra- und interorganisationaler Unternehmensnetzwerke aus Sicht der klassischen Spieltheorie und der Behavioral Game Theory
College
University of Stuttgart  (Betriebswirtschaftliches Institut, Lehrstuhl für Planung und Strategisches Management )
Course
Betriebswirtschaftliches Planungsseminar (WS 2006/2007) - Gestaltungsaspekte des Strategischen Managements -
Grade
1,0
Author
Jörg Vogelmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V81662
ISBN (eBook)
9783638875448
ISBN (Book)
9783638904360
Language
German
Tags
Netzwerkbildung Gesichtspunkten Betriebswirtschaftliches Planungsseminar Gestaltungsaspekte Strategischen Managements
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Vogelmann (Author), 2006, Netzwerkbildung unter spieltheoretischen Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81662
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