Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Culture, Technology, Nations

"Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas"

Zum Artikel von Bartholomäus Grill „Die Stellvertreterin“, in: Die Zeit Nr. 43 vom 14. Oktober 2004)

Title: "Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas"

Term Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Jahr 2000 versammelten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen zum UNMillenniumsgipfel mit dem Ziel die „Millenniums-Erklärung“ zu verabschieden. Diese
enthält wichtige Handlungsmaxime bezüglich der Entwicklungspolitik, welche unter
anderem die Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung, die Förderung der
Gleichstellung der Geschlechter, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung
der Gesundheit von Müttern und die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten umfassen. Dieses und ähnliche Treffen werden durch zahlreiche politische und wissenschaftliche Debatten bezüglich der Wirksamkeit und der Folgen entwicklungspolitischer Maßnahmen begleitet. Die Grundlage vieler Beiträge, die sich mit der Bevölkerungsdynamik von Entwicklungsländern beschäftigen, verwenden die Theorie der demographischen Transition. Anhand der Kenntnisse dieses Prozesses, den die Industrienationen bereits durchlaufen haben, wird immer wieder versucht die Theorie mit ihren Phasen auf die Entwicklungsländer zu übertragen und die Entwicklungsziele anhand dieser Informationen auszurichten. Im Verlauf dieser Arbeit sollen angesichts der herrschenden Diskussionen wesentliche Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowohl hinsichtlich der Ausgangsbedingungen für die demographische Transition als auch hinsichtlich der Ursachen der verschieden Entwicklungen herausgearbeitet werden. Zusätzlich sollen die Erkenntnisse die Möglichkeit bieten, Handlungsoptionen bezüglich der Entwicklungspolitik
aufzuzeigen. Bearbeitet werden sollen diese Vorhaben je nach vorhandener Datenlage
anhand Westeuropa oder Deutschland als Vertreter für Industrienationen und anhand der Länder des subsaharischen Afrikas, die stellvertretend für die Entwicklungsländer stehen sollen. Ausgewählt wurden diese Länder bzw. Ländergruppen aufgrund der Tatsache, dass sie die Entwicklungen, die typisch für die jeweilige Gruppe sind , im besonderen Maße darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demographische Grundüberlegungen

2.1. Die Theorie der demographischen Transition

2.2. Begleitprozesse des demographischen Übergangs

2.2.1. Ökonomische Begleitprozesse

2.2.2. Soziale Begleitprozesse

2.3. Zusammenfassende Bemerkungen

3. Demographische Situation der Entwicklungsländer

3.1. Entwicklungsmerkmale der subsaharischen Länder Afrikas

3.1.1. Lebensumstände

3.1.2. Lebenserwartung und Sterblichkeit

3.1.3. Elternschaft und Familienplanung

3.1.4. Bildung und Fertilität

3.2. Schlussfolgerungen

4. Entwicklungspolitische Handlungsoptionen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Theorie der demographischen Transition auf Entwicklungsländer, speziell auf die Länder des subsaharischen Afrikas, übertragbar ist, und arbeitet dabei die wesentlichen Unterschiede zu den Industrienationen heraus, um entwicklungspolitische Handlungsoptionen abzuleiten.

  • Theorie der demographischen Transition und ihre Phasen
  • Ökonomische und soziale Begleitprozesse des demographischen Wandels
  • Vergleich der Bevölkerungsentwicklung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
  • Analytische Untersuchung der Lebensumstände, Fertilität und Bildung in Subsahara-Afrika
  • Handlungsoptionen für eine effektive Entwicklungspolitik

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Lebensumstände

In den Ländern Afrikas, die südlich der Sahara liegen, hat bisher ein kaum bemerkenswerter Rückgang der Fertilität stattgefunden. Die Fertilität liegt hier bei ungefähr sechs Kindern pro Frau (Vgl. Abbildung 6). Das liegt unter anderem an den verbreiteten Lebensformen, welche meist stark durch kulturelle Norm- und Wertvorstellungen geprägt sind. So ist beispielsweise eine hohe Kinderzahl von großer Bedeutung für den Erhalt der Abstammungslinie. Um dies zu gewährleisten lebt ein Großteil der Bevölkerung der subsaharischen Afrikas in polygynen Gemeinschaften. Das Zusammenleben in solchen Gemeinschaften ist jedoch auch abhängig von dem Bildungsgrad der Frau. So leben nur 13 Prozent der Frauen mit einem Hochschulabschluss und 55 Prozent ohne Abschluss in einer polygynen Lebensgemeinschaft. Die Rolle der Frau bzw. die Untergebenheit der Frau, ist ebenfalls von großer Bedeutung für die Betrachtung der Gründe der noch immer hohen Fertilität in den Ländern südlich der Sahara. Da die meisten Frauen sehr früh heiraten, begeben sie sich in die Abhängigkeit des Mannes, der in diesen Ländern zum einen das Familienoberhaupt darstellt und über alle Familienbelange entscheidet und zum anderen meist viel älter ist als die Frau, wodurch die Autorität des Mannes zusätzlich gestärkt wird.

Das durchschnittliche Heiratsalter der Frauen liegt im subsaharischen Afrika bei 21 Jahren, was im Vergleich zu Deutschland mit 29,4 Jahren sehr niedrig ist (Statisches Bundesamt). An die frühe Heirat ist im allgemeinen das Elternwerden geknüpft, wodurch sich die Ausbildung der Frauen enorm verkürzt. Männer unterliegen solchen Problemen meist nicht, da sie bei der Heirat wesentlich älter sind als ihre Partnerin und zudem einen ganz anderen sozialen Status haben als die Frauen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den Hintergrund der Arbeit, benennt die Millenniums-Erklärung als Ausgangspunkt und definiert das Ziel, die Übertragbarkeit der Theorie der demographischen Transition auf Entwicklungsländer zu prüfen.

2. Demographische Grundüberlegungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des demographischen Übergangs sowie die ökonomischen und sozialen Begleitprozesse, die diesen in Industrienationen maßgeblich prägten, erörtert.

3. Demographische Situation der Entwicklungsländer: In diesem Hauptteil wird die demographische Lage insbesondere im subsaharischen Afrika analysiert, wobei Faktoren wie Lebensumstände, Sterblichkeit, Familienplanung und Bildung im Fokus stehen.

4. Entwicklungspolitische Handlungsoptionen: Das abschließende Kapitel diskutiert Möglichkeiten zur Beeinflussung der Bevölkerungsentwicklung durch entwicklungspolitische Maßnahmen und betont die Bedeutung der Gleichstellung der Geschlechter.

Schlüsselwörter

Demographische Transition, Bevölkerungsentwicklung, Entwicklungsländer, Subsahara-Afrika, Fertilität, Sterblichkeit, Industrienationen, Industrialisierung, Familienplanung, Geschlechtergleichstellung, Bildung, Modernisierung, Sozialstruktur, Geburtenrate, Bevölkerungswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Anwendbarkeit der Theorie der demographischen Transition auf heutige Entwicklungsländer unter besonderer Berücksichtigung der Region südlich der Sahara.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die demographischen Phasen, die Rolle der Industrialisierung als Treiber für sozialen Wandel sowie die spezifischen soziokulturellen Gegebenheiten in Afrika.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, warum die Theorie der demographischen Transition nicht eins zu eins auf Entwicklungsländer übertragbar ist und welche entwicklungspolitischen Handlungsoptionen sich daraus ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literatur- und Datenanalyse basiert, indem sie die historische Entwicklung der Industrienationen mit aktuellen Daten aus Entwicklungsländern vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Lebensumständen, Lebenserwartung, dem Kinderwunsch und dem Einfluss von Bildung auf die Fertilitätsrate in subsaharischen Ländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie demographische Transition, Fertilität, Entwicklungspolitik, Subsahara-Afrika und soziale Begleitprozesse charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Stellung der Frau für die Fertilität?

Die Arbeit identifiziert die Unterordnung der Frau als einen entscheidenden Faktor, da sie oft keinen Einfluss auf die Familienplanung hat und durch frühe Heirat Bildungschancen verliert.

Warum ist eine einfache Übertragung der Transitionstheorie schwierig?

Da der demographische Wandel in Europa durch eigene ökonomische Kraft und Industrialisierung entstand, fehlt den Entwicklungsländern diese spezifische Ausgangsbasis, was eine bloße Übertragung problematisch macht.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Entwicklungshilfe?

Die Autorin stellt fest, dass Entwicklungshilfe zwar eine Richtung weisen kann, aber die notwendigen kulturellen Veränderungen und Einstellungsänderungen bei den Individuen selbst geschehen müssen.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
"Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas"
Subtitle
Zum Artikel von Bartholomäus Grill „Die Stellvertreterin“, in: Die Zeit Nr. 43 vom 14. Oktober 2004)
College
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Course
Soziologie der Entwicklungsländer
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V82136
ISBN (eBook)
9783638037341
Language
German
Tags
Aber Frauen Hoffnung Afrikas Soziologie Entwicklungsländer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2006, "Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82136
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint