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Fiktionalität und doppelte Ich-Konstruktion

Zur Konstituierung literarischer Ich-Perspektivität am Beispiel des ersten Briefes im "Frauendienst" Ulrichs v. Liechtenstein

Title: Fiktionalität und doppelte Ich-Konstruktion

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna Panek (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Ulrich von Lichtensteins um 1255 verfaßter „Frauendienst“ gilt als der erste Roman in deutscher Sprache, in dem die Perspektive eines Ich-Erzählers realisiert wird. Mit den Mitteln der literarischen Textanalyse soll hier Ulrichs bewußtes Spiel mit den Perspektiven fiktiver Ich-Erzählerinstanzen sowie mit den sich dadurch eröffnenden Möglichkeiten multipler Fokalisierungen durch Erzählerstimme- und Erzählermoduspluralität anhand des ersten 'Büchleins' veranschaulicht werden. Das ,Büchlein’, ein Minnegeschenk des Erzählers an seine Dame, stellt als 'Erzählung in der Erzählung' eine in den äußeren Erzählrahmen einmontierte eigenständige Texteinheit und somit den geeigneten Untersuchungsgegenstand dar, an dem exemplarisch die eingebauten narrativen Ebenen wie auch die Gestaltung der jeweiligen Erzählerfiguren veranschaulicht werden können.



und hier der nichtoffizielle abstract für literaturinteressierte und studis:
hot! spannender kram. ne tunte von 1255, echt jetzt. hatte seine kleine meise gepflegt, aber sympathischer kleiner verrückter, der ulrich. von seiner frau erzählt er nicht viel, dafür von einer leicht überkandidelten teuer berockten angehörigen der 'besseren gesellschaft', die elite von damals, ihr wißt schon, wo jede zehnte gerade mal zwei seiten hintereinander lesen konnte, bevor sie vor erschöpfung zusammenbrach, von den anderen neun starben zwei an kindbettfieber, bevor sie in das alter der erwachsenenliteratur kamen, die verbliebenen sieben waren gut gestylt, fast so gut wie heutige junge damen bei studiVZ und konsorten. die prozentzahlen des lesefähigen maskulinen bevölkerungsanteils verschweigen wir dezentdiskret an dieser stelle. ihr denkt: boah, mittelalter? augen auf. wir schreiben jetzt batschi-ära. die jetzigen angehenden eliteeinheiten der 'besseren gesellschaft', also die heutigen BA-studis... können in den seminaren sehr, sehr gut freecell spielen, und zwar online an ihren frischen macbooks.
und? wer schreibt jetzt?
minnebüchlein?

also frisch: hausi schnappen, lernen, wie minnebüchlein geschrieben wird und werden.
: ]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das erste 'Büchlein': erzählerischer Ort und Einbindung in den Erzählrahmen

2. Übersicht über die einzelnen Abschnitte des ersten Büchleins

2.1. Ulrich an das Büchlein: Vv. 1 - 94

2.2. Büchlein an Ulrich: Vv. 94 - 146

2.3. Ulrich an das Büchlein: Vv. 147 - 223

2.4. Büchlein an Ulrich: Vv. 224 - 233

2.5. Büchlein an die Dame: Vv. 234 - 322

2.6. Ulrich an die Dame: V. 323 - 381

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die literarische Gestaltung des fiktiven, intradiegetischen Ich-Erzählers in Ulrich von Lichtensteins „Frauendienst“. Ziel ist es, anhand einer exemplarischen Textstelle aufzuzeigen, wie Ulrich durch die Inszenierung multipler Erzählebenen und Erzählerinstanzen mit Perspektiven spielt, um Kommunikation jenseits höfischer Konventionen zu ermöglichen.

  • Literarische Analyse des „Frauendienstes“ als Roman mit Ich-Erzählerschaft
  • Untersuchung der fiktionalen Ebenen und Erzählmodi
  • Die Funktion der „Büchlein“-Binnenhandlung als Minnegeschenk
  • Perspektivwechsel und narrative Strategien bei der Botenkommunikation
  • Verhältnis zwischen Mündlichkeit, Schriftlichkeit und höfischer Distanz

Auszug aus dem Buch

1. Das erste 'Büchlein': erzählerischer Ort und Einbindung in den Erzählrahmen

Ein ganzer Sommer voller Turniere, 'rehter tyoste' und 'ritterschaft' ist vorübergegangen, seit Ulrich von Liechtenstein seine Dame nach Jahren geduldigen Minnedienstes zum ersten Male von Angesicht zu Angesicht hatte sprechen dürfen. Das Gespräch, wiewohl eine deutliche Absage der Dame an Ulrich enthaltend, hatte ihn trotz allem 'innecliche vro' werden lassen über die Möglichkeit, sich ihr nach Jahren stummer Anbetung zumindest mitgeteilt haben zu können. Höfisch-hochgestimmt ('hohes muotes rich') verbringt er die Turniersaison mit allerlei Wettkämpfen, bis der Winter dem sportlichen Treiben ein Ende bereitet und Gelegenheit zum Dichten bietet. Über den Boten seiner Verwandten läßt Ulrich der Dame ein Lied mit einem Büchlein zukommen, das seine 'botschaft' enthält und von der Dame zunächst verwundert begutachtet wird:

"Daz püechel sâ diu süeze nam, / als ez ir tugenden wol gezam; / si wânde, dâ stüend an ein gepet. / diu reine, guot ez ûf tet, / si schouwet ez hie, si schouwet ez dort: dâ stuonden an vil süeziu wort, / dort und hie siez gar gesach. / nu hoeret wie daz püechel sprach!"

Wie ein Gebetbüchlein erscheint der Dame die Sendung, die Ulrich hier einleitet mit der Allegorie der sprechenden Schrift. Bemerkenswert an dieser Einleitung zur im Anschluß daran beginnenden Binnenhandlung ist jedoch zunächst der Wechsel der Perspektive, ohne den die Schilderung der Reaktion der Dame erzähltechnisch nicht umsetzbar gewesen wäre: vergleichbar mit späteren Nachrichten- und Lied-Übergabeszenen, in denen der Botenbericht in direkter Rede auf eine Schilderung des der Erzählerfigur eigentlich unbekannten Geschehens folgt, greift er in den Versen 160/161 vorübergehend zur Narration vom auktorialen Standpunkt aus, welche allein ihm neben der Schilderung des Blätterns und Betrachtens auch die Wiedergabe der Gedanken der Dame ("si wande") ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Forschungsgeschichte zum Wahrheitsgehalt des „Frauendienstes“ und setzt den Fokus auf die literarische Analyse des Ich-Erzählers.

1. Das erste 'Büchlein': erzählerischer Ort und Einbindung in den Erzählrahmen: Dieses Kapitel beschreibt die narrative Einbettung des „Büchleins“ und analysiert den Perspektivwechsel bei dessen Übergabe.

2. Übersicht über die einzelnen Abschnitte des ersten Büchleins: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte textanalytische Untersuchung der verschiedenen Dialogphasen innerhalb des ersten „Büchleins“.

2.1. Ulrich an das Büchlein: Vv. 1 - 94: Das Kapitel analysiert die Kommunikation zwischen dem Sender und dem Medium (Buch) sowie die Umgehung höfischer Konventionen.

2.2. Büchlein an Ulrich: Vv. 94 - 146: Hier wird die Angst des Boten thematisiert und wie diese an das situative Umfeld höfischer Kommunikation gebunden ist.

2.3. Ulrich an das Büchlein: Vv. 147 - 223: Das Kapitel behandelt den Wunsch Ulrichs, mit dem Boten den Platz zu tauschen, und die Einbettung privater Sehnsüchte in die Geheimnisfiktion.

2.4. Büchlein an Ulrich: Vv. 224 - 233: In diesem Teil versichert das „Büchlein“ den Sender seiner Treue und bittet um den Erfolg des Botendienstes.

2.5. Büchlein an die Dame: Vv. 234 - 322: Dieses Kapitel analysiert die direkte Ansprache an die Dame und die rhetorische Gestaltung der Bitte um Gnade.

2.6. Ulrich an die Dame: V. 323 - 381: Hier übernimmt der Ich-Erzähler wieder direkt das Wort und reflektiert die Inszenierung seiner Abwesenheit.

Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Bedeutung der verschachtelten Kommunikationsformen und die literarische Bewältigung höfischer Distanz zusammen.

Schlüsselwörter

Ulrich von Liechtenstein, Frauendienst, Ich-Erzähler, Minnedienst, Erzählperspektive, Fiktionalität, Binnenhandlung, Botenkommunikation, höfische Konvention, Erzählerinstanz, Narratologie, Mittelalter, Kommunikationsmodell, Perspektivwechsel, Intradiegetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den „Frauendienst“ von Ulrich von Liechtenstein als literarisches Werk, wobei der Fokus auf der narrativen Gestaltung und dem Spiel mit verschiedenen Erzählerinstanzen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Fiktionalität, das Verhältnis von Autor und Erzähler sowie die Darstellung komplexer Kommunikationssituationen innerhalb einer höfischen Binnenhandlung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die narrative Gestaltung des fiktiven Ich-Erzählers aufzuzeigen und zu belegen, wie durch den Einsatz von Erzählmodi und -stimmen Räume geschaffen werden, die über die Möglichkeiten konventioneller höfischer Kommunikation hinausgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt Methoden der literarischen Textanalyse sowie erzähltheoretische Ansätze, insbesondere die Unterscheidung von „Modus“ (Fokalisierung) und „Stimme“ nach Genette.

Was wird im umfangreichen Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Abschnitte des ersten „Büchleins“, von der Kommunikation mit dem Boten bis zur direkten Ansprache der Dame durch den Erzähler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ich-Erzähler, Minnedienst, narrative Ebenen, Botenkommunikation und die Inszenierung von Privatheit versus Öffentlichkeit.

Wie unterscheidet sich die Kommunikation im „Büchlein“ von einer direkten Begegnung?

Die Arbeit zeigt auf, dass der „Umweg“ über das fiktive „Büchlein“ eine Kommunikation erlaubt, die bei einer direkten face-to-face-Begegnung aufgrund höfischer Höflichkeitsnormen und Distanzzwängen nicht möglich wäre.

Welche Rolle spielt das „Büchlein“ in Bezug auf den Erzählrahmen?

Das „Büchlein“ dient als „Erzählung in der Erzählung“ und bietet Ulrich von Liechtenstein die Möglichkeit, eine eigene Kommunikationssphäre zu schaffen, die sowohl eine Innenperspektive als auch eine Distanzierung zum Geschehen ermöglicht.

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Details

Title
Fiktionalität und doppelte Ich-Konstruktion
Subtitle
Zur Konstituierung literarischer Ich-Perspektivität am Beispiel des ersten Briefes im "Frauendienst" Ulrichs v. Liechtenstein
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Aufbauseminar Ältere Deutsche Literatur: Ulrich von Liechtenstein
Grade
1,0
Author
Anna Panek (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V82155
ISBN (eBook)
9783638890748
ISBN (Book)
9783638918152
Language
German
Tags
Fiktionalität Ich-Konstruktion Aufbauseminar Deutsche Literatur Ulrich Liechtenstein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Panek (Author), 2007, Fiktionalität und doppelte Ich-Konstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82155
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