Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › VWL - Mikroökonomie, allgemein

Marktversagenstatbestände als Begründung für technologiepolitische Maßnahmen

Theoretische Diskussion und praktische Umsetzung

Titel: Marktversagenstatbestände als Begründung für technologiepolitische Maßnahmen

Diplomarbeit , 2006 , 63 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jasmina Djulic (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Diplomarbeit soll die aktuelle, emotional geführte Diskussion um die optimale Forschungs- und Technologiepolitik versachlichen helfen.
Hierzu wird zunächst untersucht, inwiefern überhaupt staatliche Eingriffe in die Forschung und Entwicklung notwendig sind und wie sie auf Basis von klassischen
Marktversagenstatbeständen gerechtfertigt werden können. Um über die Effizienz
staatlicher Eingriffe urteilen zu können, werden daraufhin mögliche Ursachen eines
Staatsversagens beleuchtet. Aufbauend auf den Ursachen für das Marktversagen in der FuE sollen dann, unter Einbezug der Möglichkeit eines Staatsversagens allgemeine Aussagen über die optimale Ausgestaltung staatlicher Maßnahmen zur Erreichung eines optimalen FuE-Niveaus abgeleitet werden. Ziel des zweiten Kapitels ist es der Frage nachzugehen, inwieweit der neoklassische Ansatz des Marktversagens einen geeigenten Rahmen zur Ableitung forschungs- und technologiepolitischer Maßnahmen darstellt. Hierzu wird der neoklassische Ansatz kritisch aus der Sicht der evolutorischen Ökonomik - einem neueren Ansatz zur Ableitung staatlicher Forschungs- und Technologiepolitik, dessen Konzepte in der Praxis zunehmend Berücksichtigung finden – beleuchtet. Wie die deutsche Forschungs- und Technologiepolitik letztlich in der Praxis ausgestaltet wird und wie diese vor dem Hintergrund der vorgestellten Theorie zu beurteilen ist, sollen vor dem abschließenden Fazit die Kapitel 4 und 5 verdeutlichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wohlfahrtstheoretische Rechtfertigung staatlicher FuT-Politik

2.1 Der „ideale Markt“ der paretianischen Wohlfahrtsökonomik

2.2 Marktversagen und seine Ursachen

2.2.1 Positive Externalitäten von FuE-Aktivitäten

2.2.2 Technologisches Wissen als öffentliches Gut

2.2.3 Unteilbarkeiten und technische Großrisiken

2.2.4 Risikoscheue, Unsicherheit und Informationsasymmetrien

2.3 Staatsversagen und seine Ursachen

2.3.1 Eigeninteressen politischer Entscheidungsträger

2.3.2 Informations- und Effizienzprobleme

2.4 Zwischenfazit

3. Kritik am Ansatz des Marktversagens und evolutorische Sicht

3.1 Allgemeine Kritik am Modell der vollständigen Konkurrenz

3.1.1 Nirwana-Vorwurf

3.1.2 Statische Natur der Analyse

3.2 Neoklassik vs. Evolutorik

3.2.1 Evolutorische Kritik an der neoklassischen Theorie

3.2.2 (Vermeintliches) Marktversagen – Neoklassik vs. Evolutorik

3.2.3 Zur Natur von Innovationsprozessen – Neoklassik vs. Evolutorik

4. Die bundesdeutsche Forschungs- und Technologiepolitik

4.1. Einführung

4.1.1. Evolution der bundesdeutschen FuT-Politik bis heute

4.1.2. Ziele der bundesdeutschen FuT-Politik

4.1.3. Wichtige Begriffe der FuT-Politik

4.2. Instrumente der bundesdeutschen FuE-Förderung

4.2.1. Projektförderung

4.2.2. Institutionelle Förderung

4.3. Niveau und Struktur der bundesdeutschen FuE-Förderung

4.3.1. FuE-Ressourcen im Überblick

4.3.2. FuE-Ausgaben des Bundes nach Förderarten

4.3.3. FuE-Ausgaben des Bundes nach Forschungsbereichen

4.4. Die Förderung von FuE in der Wirtschaft

4.4.1. Die Förderung von FuE in der Wirtschaft insgesamt

4.4.2. Die Förderung von FuE und Innovationen in KMU

4.4.2.1. Förderlinie „Innovation“

4.4.2.2. Förderlinie „Forschungskooperation“

5. Kritische Würdigung der staatlichen FuT-Politik und einzelner Maßnahmen

5.1 Die Intensität der staatlichen Einflussnahme

5.2 Ökonomische Würdigung der staatlichen FuT-Politik vor dem Hintergrund

5.1.1 ...des Marktversagensansatzes

5.1.2 ...des evolutorischen Ansatzes

5.3 Probleme selektiver FuT-Politik

5.3.1 Ökonomische Begründung selektiver FuT-politischer Maßnahmen?

5.3.2 Probleme selektiver FuT-politischer Maßnahmen

5.3.2.1 Mitnahmeeffekte

5.3.2.2 Wettbewerbsverzerrung und gesamtwirtschaftliche Flexibilitäts- und Anpassungsfähigkeitsverluste

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische Rechtfertigung sowie die praktische Ausgestaltung staatlicher Forschungs- und Technologiepolitik (FuT-Politik) in Deutschland, mit dem Ziel, die Angemessenheit staatlicher Interventionen kritisch zu evaluieren und die Diskussion um die optimale Förderung des technischen Fortschritts zu versachlichen.

  • Theoretische Grundlagen des Marktversagens und Staatsversagens bei FuE
  • Kritische Analyse des neoklassischen Modells aus evolutorischer Sicht
  • Detaillierte Darstellung der deutschen Forschungsförderlandschaft
  • Kritische Würdigung selektiver Fördermaßnahmen
  • Bedeutung von Wissens-Spillovern und Innovationssystemen

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Technologisches Wissen als öffentliches Gut

Einen Extremfall positiver externer Effekte, stellen öffentliche Güter dar. Öffentliche Güter sind durch zwei Eigenschaften gekennzeichnet: Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit im Konsum (vgl. z.B. Baßeler et al. 2002, S. 45). „Nicht-Rivalität“ bedeutet dabei, dass die Nutzung des Gutes durch einen zusätzlichen Nutzer keine oder sehr geringe Grenzkosten verursacht. „Nicht-Ausschließbarkeit“ besagt, dass ein Ausschluß von Nutzern vom Konsum des Gutes nicht möglich ist. Die Argumentation, dass „technologisches Wissen“ ein öffentliches Gut ist, wird wie folgt geführt: Wurde neues Wissen einmal produziert, kann es häufig in vollem Maße, innerhalb kurzer Zeit und ohne große Kosten von jedem Individuum genutzt werden, ohne dass das Wissen sich bei einer Zunahme von Nutzern verringert (Nicht-Rivalität) und ohne dass jemand von der Nutzung ausgeschlossen werden könnte (Nicht-Ausschließbarkeit). Auf Grund der Eigenschaft der Nicht-Ausschließbarkeit wird kein ökonomisch rational handelnder Konsument bereit sein für das Gut zu bezahlen bzw. die Höhe seines individuellen Grenznutzes preiszugeben.

Diese Nutzung bei gleichzeitiger Zahlungsunwilligkeit nennt man „Trittbrettfahrerproblematik“ bzw. „Free-Rider-Problem“ (vgl. Baßeler et al. 2002, S. 45). Für den Fall, dass trotz allem eine Zahlungsbereitschaft bestünde, wäre es auf Grund der Eigenschaft der Nicht-Rivalität nicht pareto-optimal eine Gebühr für die Nutzung des Wissens zu verlangen und damit Konsumenten vom Konsum auszuschließen, da durch zusätzliche Nutzer kein zusätzlicher Ressourcenverbrauch entsteht (vgl. Klodt 1995, S. 7). Auf Grund der Nicht-Ausschließbarkeit und damit verbundener Nicht-Appropriierbarkeit von Forschungsergebnissen und deren kommerzieller Vermarktung wird kein privater Unternehmer bereit sein technologisches Wissen zu produzieren. Es kommt bei rein marktlicher Bereitstellung von technologischem Wissen folglich zu einem Marktversagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die deutsche Forschungs- und Technologiepolitik ein und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.

2. Wohlfahrtstheoretische Rechtfertigung staatlicher FuT-Politik: Dieses Kapitel erläutert die klassischen Argumente für staatliche Eingriffe in den FuE-Bereich basierend auf Marktversagen sowie mögliche Ursachen für Staatsversagen.

3. Kritik am Ansatz des Marktversagens und evolutorische Sicht: Hier wird der neoklassische Marktversagensansatz kritisch aus der Perspektive der evolutorischen Ökonomik hinterfragt und diskutiert.

4. Die bundesdeutsche Forschungs- und Technologiepolitik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Evolution, die Ziele sowie die Instrumente und Strukturen der deutschen Forschungsförderung.

5. Kritische Würdigung der staatlichen FuT-Politik und einzelner Maßnahmen: Es erfolgt eine ökonomische Analyse und Bewertung der staatlichen Förderintensität sowie der Probleme selektiver Politikinstrumente.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der staatlichen Politik und Handlungsempfehlungen zur Stärkung eines innovationsfreundlichen Umfelds.

Schlüsselwörter

Forschung und Entwicklung, FuE, Technologiepolitik, Marktversagen, Staatsversagen, Evolutorische Ökonomik, Forschungsförderung, KMU, Innovationssysteme, Wissens-Spillover, Öffentliche Güter, Patentrecht, Technischer Fortschritt, Innovationsoutput, Subventionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit staatliche Eingriffe in den Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE) auf Basis ökonomischer Theorien gerechtfertigt sind und wie diese in Deutschland praktisch umgesetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Theorie des Marktversagens, die Kritik durch die evolutorische Ökonomik, der Überblick über die deutsche Forschungs- und Technologiepolitik sowie die Problematik selektiver Subventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskussion um eine optimale Forschungs- und Technologiepolitik zu versachlichen und aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen staatliche Maßnahmen ökonomisch sinnvoll sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen wohlfahrtstheoretischen sowie evolutorischen Ansatz zur Analyse und verknüpft diese mit einer empirischen Bestandsaufnahme der deutschen Forschungsförderung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Marktversagen vs. Evolutorik) und eine praktische Analyse der deutschen FuT-Politik, inklusive der Förderung von KMU und selektiver Maßnahmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind FuE-Förderung, Marktversagen, technologische Spillover, nationale Innovationssysteme, KMU und Mitnahmeeffekte.

Inwieweit werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der FuT-Politik berücksichtigt?

Die Arbeit zeigt, dass KMU einen besonderen Schwerpunkt in der aktuellen deutschen Politik bilden, da sie aufgrund ihrer Größe spezifische Finanzierungs- und Risikohemmnisse bei Innovationsvorhaben aufweisen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der staatlichen Förderung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass staatliche Politik sich primär auf die Schaffung institutioneller Rahmenbedingungen konzentrieren sollte, statt diskriminierende Einzeltechnologien oder Branchen zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Marktversagenstatbestände als Begründung für technologiepolitische Maßnahmen
Untertitel
Theoretische Diskussion und praktische Umsetzung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre/Mikroökonomie)
Note
2,0
Autor
Jasmina Djulic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
63
Katalognummer
V82167
ISBN (eBook)
9783638847803
ISBN (Buch)
9783638852258
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marktversagenstatbestände Begründung Maßnahmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jasmina Djulic (Autor:in), 2006, Marktversagenstatbestände als Begründung für technologiepolitische Maßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82167
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  63  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum