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Können wir über unser Leben selbst bestimmen?

Am Beispiel der sophokleischen Tragödie "König Ödipus"

Title: Können wir über unser Leben selbst bestimmen?

Term Paper , 2007 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Kies (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der griechische Tragödiendichter Sophokles gibt in seiner berühmten Tragödie „König Ödipus“ eine negative Antwort auf die Frage nach der absoluten Selbstbestimmung des Lebens. Obwohl Ödipus über sein Schicksal früh aufgeklärt wird und genau weiß, was er vermeiden sollte, damit die schreckliche Offenbarung des Orakels nicht in Erfüllung geht, gerät er trotz aller Vorsicht dennoch in die Falle. Diese Falle besteht darin, dass er seinen Vater umbringt und seine Mutter heiratet.

Man könnte an dieser Stelle das Argument bringen, dass es sich bei „König Ödipus“ sowie bei vielen anderen Werken wie z. B. „Homo Faber“ von Max Frisch um eine Fiktion handelt, und man die fatalistische Betrachtungsweise in diesen Werken aus dem Grund nicht ernst nehmen sollte. Dieser Gedanke verflüchtigt sich sehr schnell, wenn man hinter die Fassade der sophokleischen Tragödie blickt und sich fragt, ob es zu unserer Wirklichkeit Parallelen gibt.

In diesem Essay werde ich nicht auf den Ödipus-Komplex eingehen, mich interessieren vor allem folgende Fragen: Wann sind wir unserem Schicksal völlig ausgeliefert? Und sind wir in der Lage, Schicksal zu spielen, d. h. selbst Regie über unser Leben zu übernehmen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der innere Kerker

3. Erkenne dich selbst!

4. Bewusstes und Unbewusstes

5. Die Außenwelt

6. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Das Ziel dieses Essays ist es, die Grenzen der menschlichen Selbstbestimmung zu untersuchen, indem hinterfragt wird, inwieweit wir durch unbewusste psychische Prozesse oder externe Lebensumstände determiniert sind, anstatt autonom Regie über unser Leben zu führen.

  • Die Analyse der Determiniertheit durch unbewusste psychische Strukturen.
  • Die Untersuchung der sophokleischen Tragödie „König Ödipus“ als Modell für Schicksalsgebundenheit.
  • Die Rolle der Selbsterkenntnis bei der Vergrößerung des eigenen Handlungsspielraums.
  • Der Einfluss der sozialen und physischen Umwelt auf unsere Lebenswege.
  • Die Wechselwirkung zwischen bewussten Entscheidungen und unbewussten Triebkräften.

Auszug aus dem Buch

Bewusstes und Unbewusstes

Nimmt man den menschlichen Organismus, so wird klar, dass er genau das zur Erfüllung bringt, was in ihn in Form von Genetik hineingelegt wurde: Aus dem Samen einer Pflanze wird sich niemals ein Tier entwickeln.

Die Tatsache, dass auch auf der psychischen Ebene im Laufe des Lebens das zum Ausdruck kommt, bzw. sich in Wünschen, Gefühlen und Gedanken äußert, was wir erlebt haben, leuchtet sofort ein. Es ist unter anderem der Stoff, der unsere Persönlichkeit ausmacht und bestimmt.

Das Ödipus-Beispiel macht deutlich, dass wir von unseren Primärvorgängen - die inneren Ursachen für unsere Gedanken und Gefühle, die den Willen und damit unsere Handlungen beeinflussen - unbewusst gesteuert werden. Auch bewusste Sekundärvorgänge – Auswirkungen der Primärvorgänge – können in den meisten Fällen nichts daran ändern, solange die Ursachen unerkannt bleiben. Zum einen liegt es an der Kindheitsamnesie, zum anderen an dem Widerstand gegen das Auftauchen der verdrängten Erinnerungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Einstieg führt in die Problemstellung ein, ob absolute Selbstbestimmung möglich ist, und nutzt „König Ödipus“ als Ausgangspunkt für die kritische Reflexion über Schicksal und Fiktion.

Der innere Kerker: Dieses Kapitel thematisiert die lebenslange Prägung durch die frühe Kindheit, vererbte Anlagen und die Wirkmacht verdrängter traumatischer Erlebnisse.

Erkenne dich selbst!: Es wird untersucht, inwiefern Selbsterkenntnis und Achtsamkeit gegenüber inneren Regungen dazu beitragen können, dem eigenen Schicksal konstruktiver zu begegnen.

Bewusstes und Unbewusstes: Das Kapitel erläutert die Dynamik zwischen Primär- und Sekundärvorgängen und verdeutlicht, wie unbewusste Programmierung unser Handeln steuert.

Die Außenwelt: Hier wird der Fokus auf externe, nicht beeinflussbare Faktoren wie soziale Interaktionen und Katastrophen gerichtet, die unsere Lebensplanung von außen korrigieren.

Fazit: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass Selbsterkenntnis zwar die Freiheit vergrößert, der Mensch jedoch aufgrund unbewusster Determiniertheit nie vollständig autonom über sein Leben bestimmen kann.

Schlüsselwörter

Selbstbestimmung, Schicksal, König Ödipus, Unbewusstes, Primärvorgänge, Kindheitsamnesie, Selbsterkenntnis, Determinismus, Willensfreiheit, Psychologie, Charakterformung, Persönlichkeit, Philosophie, Identität, Tragödie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Frage, ob der Mensch tatsächlich in der Lage ist, sein Leben vollkommen selbst zu bestimmen, oder ob er durch innere und äußere Faktoren determiniert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Unbewusstem und Bewusstsein, die Rolle von Prägungen in der Kindheit sowie der Einfluss des Schicksals auf das menschliche Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wann wir unserem Schicksal völlig ausgeliefert sind und ob wir in der Lage sind, selbst Regie über unser Leben zu übernehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und philosophische Analyse, indem sie literarische Beispiele, insbesondere die Tragödie „König Ödipus“, mit psychologischen Konzepten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die determinierenden Kräfte der Psyche, wie unbewusste Motive und Kindheitstraumata, sowie die limitierenden Einflüsse der Außenwelt detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbstbestimmung, Schicksal, Unbewusstes, Selbsterkenntnis, Determinismus und Willensfreiheit.

Inwieweit spielt die Figur des Ödipus eine Rolle für moderne Menschen?

Ödipus dient als Gleichnis für den Menschen, der glaubt, durch freie Entscheidungen sein Schicksal zu lenken, dabei aber unbewusst genau in die vorherbestimmte Falle steuert.

Warum ist laut der Autorin Selbsterkenntnis so wichtig?

Selbsterkenntnis gilt als der Schlüssel, mit dem wir den „inneren Kerker“ unserer unbewussten Steuerung besser verstehen und somit den Radius unserer tatsächlichen Selbstbestimmung vergrößern können.

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Details

Title
Können wir über unser Leben selbst bestimmen?
Subtitle
Am Beispiel der sophokleischen Tragödie "König Ödipus"
College
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
Schreibkurs
Grade
1,3
Author
Julia Kies (Author)
Publication Year
2007
Pages
10
Catalog Number
V82562
ISBN (eBook)
9783638888165
ISBN (Book)
9783638935210
Language
German
Tags
Können Leben Schreibkurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kies (Author), 2007, Können wir über unser Leben selbst bestimmen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82562
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