Einleitung
Meine Hausarbeit hat das Thema männliche Adoleszenz. Ich möchte aber innerhalb dieses Themenhintergrundes auf das spezielle Thema ausländischer Jugendlicher eingehen, da ich bei meiner Arbeit in einem offenen Jugendtreff und an einer Gesamtschule viel mit ausländischen Jugendlichen zu tun habe. Ich erlebe diese Jugendlichen als sehr nette, offene Menschen, die allerdings mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Ich möchte in meiner Hausarbeit näher auf deren Probleme eingehen, wie die Identitätsfindung, das Verhältnis zu peers (deutsche wie auch andere ausländische Jugendliche), das Verhältnis zur Familie und den Zusammenhang von Migration und Bildung.
Ich werde am Anfang kurz auf die körperliche Entwicklung der männlichen Jugendlichen allgemein eingehen, da ich diese für wichtig halte, um einige Dinge zu verstehen, bevor ich speziell auf männliche Adoleszente mit Migrationshintergrund eingehen möchte. Mir ist sehr wichtig, immer die allgemeine Entwicklung Jugendlicher zu zeigen, bevor ich spezieller auf die Problematik ausländischer Jugendlicher eingehe. Denn diese Jugendlichen haben mit einer Doppelbelastung zu kämpfen: Einerseits mit den Problemen, die alle Jugendlichen betreffen, andererseits damit, den Spagat zwischen den Kulturen zu vollziehen und sich nirgendwo richtig beheimatet zu fühlen.
Ich habe dazu mit einigen Jugendlichen gemeinsam einen Videofilm über ihre Situation gedreht, auf dem sich auch Teile der Interviews, die ich mit ihnen durchgeführt habe, befinden. Teile der Interviews sowie Zitate daraus habe ich bereits in einige Kapitel der Hausarbeit einfließen lassen; die Beschreibung der statistischen Daten sowie die Auswertung der Interviews befinden sich im Kapitel „Auswertung der Interviews“.
Ich hoffe, dass durch die Interviews und den Film die doppelte Problemlage, die diese Jugendlichen zu bewältigen haben, noch deutlicher wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Prolog
2 Begriffsdefinitionen
3 Körperliche Entwicklung
4 Das männliche Gehirn
5 Identitätsentwicklung
6 Identitätsfindung von ausländischen Jugendlichen
7 Die Rolle der Familie
8 Die Rolle der peer-group
9 Verhältnis zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen
10 Migration und Bildung in Deutschland
11 Auswertung der Interviews
12 Zusammenfassung und Fazit
13 Literaturangaben
14 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Lebenssituation und die damit verbundenen Herausforderungen männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund im Kontext der Adoleszenz, wobei ein besonderer Fokus auf Identitätsfindung, familiäre Beziehungen und Bildungsbiografien gelegt wird.
- Phasen der körperlichen Entwicklung und neurobiologische Grundlagen im Jugendalter.
- Die identitätsstiftende Rolle von Familie und Peer-Groups.
- Soziale Dynamiken und das Verhältnis zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen.
- Einfluss von Migrationshintergrund auf Bildungs- und Integrationschancen.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der peer-group
Die peer-group (Gruppe Gleichaltriger) ist im Allgemeinen von sehr großer Bedeutung für die Entwicklung der Identität von Jugendlichen. Sie verbringen ungefähr 53% des Tages mit ihren Freunden, und nur 5% mit ihren Eltern.
Die Gruppe gibt oft Halt und ein Zugehörigkeitsgefühl, kann aber auch enormen Druck auf einen Jungen ausüben.
Oft gibt es eine Rangordnung innerhalb der Gruppe und die einzelnen Mitglieder müssen sich mühsam ein Image aufbauen, um in dieser Gruppe bestehen zu können. Die Jungen können sich dort oft nicht so zeigen, wie sie wirklich sind.
Anders hingegen sind richtige Freundschaften unter Jungen. Diese weisen meist eine hohe Stabilität auf, was man daran erkennt, dass diese oft bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.
Befreundete junge Männer verstehen sich dabei oft ohne viele Worte. Sie tauschen zwar persönliche Informationen aus, dies geschieht aber meist kurz, knapp und ohne viele Emotionen. Intimität wird dagegen oft durch gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse ausgedrückt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Prolog: Einleitende Schilderung der subjektiven Sicht eines Jugendlichen auf Coolness, Kampf und Zugehörigkeit.
2 Begriffsdefinitionen: Definition der zentralen Konzepte Adoleszenz, Migration sowie der rechtlichen Einordnung von Ausländerinnen und Ausländern.
3 Körperliche Entwicklung: Darstellung der biologischen Veränderungen, insbesondere des Wachstumsschubs und der Auswirkungen des Testosterons.
4 Das männliche Gehirn: Analyse geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Gehirnentwicklung und deren Auswirkungen auf Lern- und Sozialverhalten.
5 Identitätsentwicklung: Theoretische Einführung in die Identitätsbildung während der Pubertät und des Übergangs zum Erwachsenenalter.
6 Identitätsfindung von ausländischen Jugendlichen: Erörterung der spezifischen Doppelbelastung durch Adoleszenz und Migrationshintergrund.
7 Die Rolle der Familie: Untersuchung des Respekts vor den Eltern und des familiären Rückhalts im Spannungsfeld kultureller Normen.
8 Die Rolle der peer-group: Bedeutung von Gleichaltrigengruppen für das Zugehörigkeitsgefühl und den sozialen Druck.
9 Verhältnis zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen: Analyse von Kontaktmöglichkeiten und gegenseitigen Wahrnehmungen basierend auf der Shell Jugendstudie.
10 Migration und Bildung in Deutschland: Darstellung systemischer Benachteiligungen und Ansätze der Integrationspolitik im Bildungswesen.
11 Auswertung der Interviews: Qualitative Analyse der geführten Gespräche mit Jugendlichen und Lehrkräften.
12 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Belastungslage und Appell für mehr Anerkennung und Unterstützung.
13 Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
14 Anhang: Dokumentation des für die Interviews verwendeten Interviewleitfadens.
Schlüsselwörter
Adoleszenz, Migration, Identitätsfindung, Männlichkeit, Testosteron, Bildungsbenachteiligung, Integration, Peer-Group, Familie, Migrationshintergrund, Jugendtreff, Sozialisation, Doppelbelastung, Respekt, Shell Jugendstudie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Entwicklungsphase der Adoleszenz bei männlichen Jugendlichen mit besonderem Augenmerk auf die Herausforderungen, die durch einen Migrationshintergrund entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die biologische Entwicklung, die Identitätsbildung, familiäre Bindungen, der Einfluss von Peer-Groups sowie die Bildungssituation in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die doppelte Problemlage der Jugendlichen aufzuzeigen, die sowohl die allgemeinen Schwierigkeiten des Älterwerdens als auch die Herausforderungen der Migration bewältigen müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer qualitativen Analyse durch 15 offene, teilstrukturierte Interviews mit Jugendlichen sowie Gesprächen mit Lehrkräften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die körperlichen und neuronalen Grundlagen der männlichen Pubertät, die Identitätsentwicklung und die spezifischen sozialen Kontexte in Familie, Schule und Freizeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adoleszenz, Migrationshintergrund, Identitätsfindung, soziale Integration und Bildungschancen charakterisiert.
Wie gehen die Jugendlichen mit der Doppelbelastung zwischen zwei Kulturen um?
Die Untersuchung zeigt, dass sich viele Jugendliche in Deutschland zwar wohlfühlen, aber oft nirgendwo vollständig "zu Hause" fühlen und eine starke Bindung zu ihrer Herkunftskultur aufrechterhalten.
Welchen Stellenwert nimmt die Peer-Group ein?
Die Peer-Group bietet den Jugendlichen Halt und ein Zugehörigkeitsgefühl, fungiert aber gleichzeitig als Ort, an dem ein mühsam aufzubauendes Image den enormen Druck auf das Individuum erhöht.
Welche Rolle spielen Lehrer bei der Bewältigung der Adoleszenz?
Die Interviews mit Lehrern deuten auf eine teils problematische Situation hin, in der Resignation bei den Pädagogen auf den Wunsch der Jugendlichen nach mehr Unterstützung und Anerkennung trifft.
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- Janina Heß (Author), 2007, Männliche Adoleszenz , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/82915