Kohlbergs Konzept der Just Community - ein Überblick


Studienarbeit, 2007

34 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Der Begriff der Moral
2.2 Begriffsbestimmung „Moralisches Urteilen“
2.3 Begriffsbestimmung „Moralisches Handeln“

3. Der Begründer des Modells- Lawrence Kohlberg

4. Theoretische Voraussetzungen des Modells
4.1 Modell der kognitiven Entwicklung
4.2 Domäne der Moral

5. Kohlbergs Stufenmodell
5.1 Niveaustufe 0 - Vormoralisches Denken
5.2 Niveaustufe 1 - Präkonventionelle Ebene
5.2.1 Stufe 1- Heteronome Moral
5.2.2 Stufe 2- Individualismus, Zielbewusstsein und Austausch
5.3 Niveaustufe 2 - Konventionelle Ebene
5.3.1 Stufe 3- Wechselseitige Erwartung, Beziehung und interpersonelle Konfirmität
5.3.2 Stufe 4- Soziales System und Gewissen
5.4 Niveaustufe 3 – Postkonventionelle Ebene
5.4.1 Stufe 5- Sozialer Kontrakt und individuelle Rechte
5.4.2 Stufe 6- Universell ethische Prinzipien

6. Arbeit mit Dilemmata als Grundlage für moralische Urteilsbildung

7. Just Community
7.1 Entstehungsgeschichte
7.2 Prinzipien einer gerechten Gemeinschaft
7.3 Struktur des Modells
7.4 Schwierigkeiten bei der Realisierung des Modells

8. Just Community in der Praxis
8.1 Die Cluster Schule- die Anfänge einer gerechten Gemeinschaft
8.2 Der Just Community Versuch an einer Schule in der Schweiz
8.3 Die Realschule in Langenfeld- eine Darstellung der Prinzipienumsetzung
8.4 Der Jugendstrafvollzug- Das Modell in der JVA Adelsheim

9. Nachwort

10. Literatur

1. Vorwort

In einer Zeit der Moderne, der Individualisierung und des oft in den Medien so beklagten sozialen und politischen Zerfalls der Gesellschaft, rückt die Werteerziehung unserer Kinder und Jugendlichen wieder stärker in den Vordergrund. Bereits in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigte sich einer der bedeutendsten Pädagogen, Lawrence Kohlberg mit der Frage nach der moralischer Entwicklung des Menschen. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht nach einer universellen Moral zu suchen und hat ein Modell entwickelt, dass bis heute von großer Bedeutung für das Verständnis von Erziehung und Schule ist.

Kohlbergs Interesse für Fragen der Moral wird schon zur Schulzeit geweckt, u.a. durch die Lektüre des Buches „Die Brüder Karamasow“, in dem moralische und religiöse Fragen aufgeworfen werden. Nach der Schulzeit macht er einige Erfahrungen, die in ihm die Frage nach einer universellen Moral erheben: „Gab es eine universelle Moral, oder waren alle moralischen Entscheidungen relativ, das heißt von der Kultur oder von den eigenen persönlichen und gefühlsmäßigen Neigungen abhängig?“[1]

Um Antworten auf seine Fragen zu finden, studiert er zunächst Philosophie und später dann Psychologie. Im Rahmen seiner Dissertation zur Entwicklung einer Moral beim Individuum beginnt er 1955 mit Untersuchungen zu diesem Thema. Dabei ist er der Ansicht, dass diese Forschung von Annahmen und Definitionen der Moralphilosophie ausgehen müsse. Stark beeinflusst wird er dabei von Jean Piaget (1896 – 1980), der 1932 erste empirische Untersuchungen zu diesem Thema durchführte.

Im Folgenden werde ich versuchen aufzuzeigen, wie der Ansatz Kohlbergs zu verstehen ist. Hierbei werde ich näher auf sein Stufenmodell eingehen und die praktische Seite seines Modells- die Just Community näher beleuchten.

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Der Begriff Moral

Der Begriff Moral kann je nach Autor unterschiedlich definiert werden. Nach Bins bezeichnet die Moral eine Gesamtheit von normativen Begriffen, Auffassungen, Einstellungen, Handlungsregeln und Werten von einzelnen Personen, Personengruppen oder ganzen Sozialkulturen bezogen auf den guten oder schlechten Umgang mit der eigenen Person, anderen Personen und der Kultur. Moral kann bewusst, teilbewusst oder unbewusst sein. Sie kann aufgezwungen, einsozialisiert oder frei gewählt sein und bezieht sich auf ein allgemeines Wertgefüge mit individuell unterschiedlichen Wertpräferenzen.[2]

Piaget hingegen definiert Moral folgendermaßen:

„Jede Moral ist ein System von Regeln, und das Wesen jeder Sittlichkeit besteht in der Achtung, welche das Individuum für diese Regeln empfindet.“

„Das Kind empfängt die moralischen Regeln, die es zu beachten lernt, zum größten Teil von den Erwachsenen, d.h. in fertiger Form, wobei ihre Aufarbeitung oft nicht allmählich den kindlichen Bedürfnissen entsprechend und im Hinblick auf diese erfolgte, sondern ein für allemal auf Grund der ununterbrochenen Aufeinanderfolge der früheren Generationen von Erwachsenen.“[3]

An dieser Stelle ließen sich noch unzählige Betrachtungsweisen bedeutender Pädagogen wie Maier, Höffe oder Weber über den Begriff der Moral anfügen. Ich möchte mich aber auf diese beiden beschränken.

2.2 Begriffsbestimmung „Moralisches Urteilen“

Moralisches Urteilen bezieht sich, nach Kohlberg, auf normative Entscheidungen, die vorschreiben welche Formen des Handelns verpflichtend oder richtig sind. Hierbei geht es nicht um beschreibende Stellungnahmen, sondern um Urteile über Werte. Diese enthalten verallgemeinerbare Vorschriften über Rechte, Pflichten und Verantwortungsbereiche.

Sie stellen nicht einfach Werturteile dar, die sich an Vorurteilen oder Neigungen orientieren, sondern sie sagen uns was wir in bestimmten Situationen tun sollten, in denen verschiedene Forderungen von Individuen miteinander in Konflikt stehen. Erst das moralische Urteilen verleiht den Handlungen ihre spezifische moralische Qualität.[4]

Moralische Urteile basieren nach Kohlberg auf drei Kategorien, den Normen, den modalen Elementen und den Wertelementen.

Normen beziehen sich auf den Gegenstand des Interesses und umfassen zum Beispiel Bereiche wie das Leben, Eigentum, zwischenmenschliche Beziehungen und Wahrheit.

Modale Elemente bringen die moralische Sprache zum Ausdruck und beziehen sich auf Rechte und Pflichten, Tadeln und Gehorchen und Vergeltung.

Die Wertelemente bilden die Moralphilosophie eines Menschen. Sie sind die letzte Begründung, die hinter den Normen und modalen Elementen steht. Sie umfassen die Gründe und Einstellungen, die hinter einer Entscheidung stehen. Dazu gehören zum Beispiel, egoistische und nützliche Folgen, Ideal erfüllende und Harmonie herstellende Folgen und Fairness.

Diese Normen und Elemente bilden die Grundlage für Kohlbergs Stufenmodell des moralischen Urteilens.

2.3 Begriffsbestimmung „Moralisches Handeln“

Zwischen dem moralischen Urteilen und dem moralischen Handeln besteht ein genauso großer Zusammenhang wie auch Unterschied. So wie logisches Denken eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für moralisches Urteilen ist, so ist ein reifes moralisches Urteil eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für moralisches Handeln. Man kann moralischen Prinizizpien nur folgen, wenn man diese auch verstanden und akzeptiert hat. Allerdings kann man auch prinzipienorientiert argumentieren, ohne dann diesen Prinzipien gemäß zu leben. Reifes, verantwortungsvolles, moralisches Handeln wird also bedingt von einem rreifen moralischen Urteil, dass nur möglich ist, wenn eine hohe kognitive Stufe erreicht worden ist.[5]

3. Der Begründer des Modells- Lawrence Kohlberg

Lawrence Kohlberg wurde am 25. Oktober 1927 in Bronxville, einer guten, ländlichen Wohngegend südwestlich von New York, als jüngstes von vier Geschwistern geboren. Seine Mutter Charlotte Albrecht, eine angesehene Chemikerin, und sein Vater Alfred Kohlberg, der einen erfolgreichen Seiden- und Taschentuchhandel führte, trennten sich 1932 nach zehnjähriger Ehe. Bis 1941 führten beide Eltern das Sorgerecht für ihre Kinder aus, die sich dann jedoch in Folge einer richterlichen Anordnung für ein Elternteil entscheiden mussten. Lawrence Kohlberg fühlte sich eher zu seinem Vater hingezogen.

Seine Schulzeit verbrachte er an der Phillipps Academy in Andover, Massachusetts, einem der ältesten Internate der USA. Zwar war Kohlberg ein ausgezeichneter Schüler, stand aber dennoch die meiste Zeit wegen irgendwelcher Vergehen "unter Bewährung". Unter seinen Mitschülern galt Lawrence Kohlberg als ziemlich chaotisch, doch immer zugänglich und solidarisch, außerdem soll er einen gewissen Hang zum Abenteuer gehabt haben.

Nachdem Kohlberg 1945 das College abgeschlossen hatte, gelangte er mit der amerikanischen Handelsmarine nach Europa. Die noch sehr deutlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs bewogen Lawrence Kohlberg jedoch dazu schon nach wenigen Monaten diese Tätigkeit aufzugeben.

Stattdessen wurde Lawrence Kohlberg unbezahlter Ingenieur auf einem Frachtschiff, das im Auftrag einer jüdischen militärischen Organisation jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa nach Palästina schmuggelte. Nachdem das Schiff durch britische Einheiten geentert worden war, wurde Kohlberg mit der übrigen Mannschaft und den Passagieren auf Zypern interniert.

Mit gefälschten Papieren und einem Umweg über Palästina gelang Kohlberg die Rückkehr in die USA, wo er nach Praktika an psychiatrischen Kliniken 1948 sein Psychologiestudium an der angesehenen University of Chicago begann. Nach nur einem Jahr erwarb Kohlberg den Titel des Bachelor of Arts (üblich waren dafür vier Jahre), seine Promotion schloss Kohlberg aber erst nach neunjähriger Studiendauer im Jahr 1958 ab. Während seines Studiums lernte Kohlberg mit Bruno Bettelheim, Carl Rogers, Robert Havighurst, Jacob Gewirtz und Anselm Strauss einige der renommiertesten Wissenschaftler seiner Zeit kennen. Geprägt wurde Kohlberg auch durch die Philosophie John Deweys, der von 1894 bis 1904 in Chicago gelehrt hatte und dessen Einfluss an der Universität noch immer spürbar war.

Nach einer kurzen Tätigkeit im Children's Hospital in Boston von 1958 bis 1959 wurde Kohlberg von 1959 bis 1961 Assistenzprofessor für Psychologie an der Yale University. Nach einem Aufenthalt als Fellow am Institute for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Palo Alto von 1961 bis 1962 gelangte Kohlberg an die Psychologische Fakultät der University of Chicago, an der er von 1962 bis 1965 als Assistenzprofessor und im Anschluss daran bis 1968 als Associate Professor lehrte. 1968 erhielt er eine ordentliche Professur für Erziehungswissenschaft und Sozialpsychologie an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. In diese Zeit fällt auch der wissenschaftliche Durchbruch Kohlbergs, der ihm mit seinem 1969 veröffentlichten Werk "Stage and Sequences" gelang, in dem er seine in den 60er Jahren entwickelte kognitive Entwicklungstheorie veröffentlichte. An der Graduate School of Education der Harvard University gründete Kohlberg das Zentrum für moralische Entwicklung und Erziehung, das er bis zu seinem Tod leitete.

Während seiner Lehrtätigkeit an der Harvard University wuchs Kohlbers Bekanntheitsgrad zusehends, was aber nicht alleine sein Verdienst war, sondern auch eine Folge aus einer Reihe zeitgeschichtlicher Ereignisse: Die Bürgerrechtsbewegung, der Vietnam-Krieg oder der Watergate-Skandal waren Themen, die die Bevölkerung beschäftigten und die in einer engen Verbindung zu Kohlbergs Forschungsgebiet, der Gerechtigkeit, standen.

Während eines zehntägigen Forschungsaufenthalts von Dezember 1971 bis Januar 1972 in Punta Gordon (Belize) infizierte sich Kohlberg mit Giardia lambia, doch erst im Mai 1973 wurde diese Viruserkrankung diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt war der Krankheitsverlauf aber schon soweit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich war. Dennoch versuchte Kohlberg seine berufliche Aktivität nicht einzuschränken und arbeitete zunächst unermüdlich weiter. Doch dann resignierte er und ertränkte sich am 17. Januar 1987 im Atlantik in der Nähe von Boston. Erst am 6. April wurde seine Leiche gefunden, nachdem sie vom Meer ans Land gespült worden war.

4. Theoretische Voraussetzungen des Modells

4.1 Modell der kognitiven Entwicklung

Der Ansatz von Kohlberg gründet auf Annahmen und Forschungsstrategien, wie sie zum Beispiel von dem Psychologen James Baldwin, dem Soziologen George Mead und dem Schweizer Epistemologen Jean Piaget ausgearbeitet wurden. Jean Piaget benutzte dieses Modell um zu erforschen wie sich die Entwicklung des Denkens über materielle Objekte bei Kindern vollzieht und wie sich ihre Moralität entwickelt. Den Aspekt der Moralität betrachtet Kohlberg noch genauer als Piaget um Phänomene wie Nachahmung, Identifikation, soziale Zugehörigkeit und soziomoralisches Urteilen zu erfassen. Einen zentralen Stellenwert hat bei Kohlberg die Auffassung, dass sich die Weltauffassung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verändere, wenn sich ihr kognitiver Entwicklungsstand verändert. Dieser von Kohlberg ausgearbeitete Ansatz der kognitiven Entwicklung beruht auf den sieben Grundannahmen Strukturalismus, Phänomenalismus, Interaktionismus, Selbst, Rollenübernahme, Gleichgewicht und den kognitiven Stufen. Diese Grundannahmen möchte ich im Folgenden näher erläutern. Der Strukturalismus meint, dass Denkoperationen in organisierten Mustern stattfinden. Diese Denkoperationen weisen in vielen Fällen Regelmäßigkeiten in der Entwicklung auf und besitzen kulturübergreifende Allgemeingültigkeit. Der Inhalt des Denkens hingegen variiert hingegen von Situation zu Situation und zwischen verschiedenen Personen und Kulturen. Die Funktion des Denkens besteht also darin, Verbindungen zwischen Ereignissen und Dingen herzustellen. Der Phänomenalismus geht davon aus, dass das Verhalten einer Person nur im Rahmen der bewusst gemachten Erfahrungen dieses Menschen verstanden werden kann. Im Bereich der Moral ist es die vom Individuum vorgenommene Interpretation der Situation, die seinen Handlungen einen moralischen Status verleiht. Der Interaktionismus beschreibt das Muster der Strukturen, die zwischen den Strukturen des Organismus und den Strukturen der Umwelt ablaufen. Diese kognitiven Strukturen entwickeln sich durch Interaktionsprozesse. Die Grundannahme des Selbst beschreibt die Selbstreflexion. Auf jeder neuen Entwicklungsstufe erfährt das Selbstkonzept eine Veränderung und wird immer wieder neu konzipiert. Die differenzierten Konzepte des Selbst sind bedingt durch die Rollenübernahme des Individuums. Der Prozess der Rollenübernahme ist grundlegend für symbolische Kommunikation, für das Einnehmen sozialer Standpunkte und für die moralische Entwicklung, da höhere Stufen der moralische Entwicklung auf jeweils komplexeren Prozessen der Rollenübernahme basieren. Die sechste Grundannahme für Kohlbergs Ansatz ist die des Gleichgewichts. Er sagt, soziale Entwicklung verläuft in Richtung eines Gleichgewichts oder in Richtung der Wechselseitigkeit von Handlungen des Selbst und anderer Individuen.[6] Ein soziales Gleichgewicht bildet den Endpunkt der Moral und von diesen ausgewogenen Formen der Moral wird erwartet, dass sie die Gebote der Gerechtigkeit erfüllen. Kohlberg nutzt diese auch zur Kennzeichnung der Domäne der Moral, worauf ich im Folgenden noch zu sprechen komme. Zuvor möchte ich aber die siebte und letzte Grundannahme Kohlbergs benennen und kurz erläutern- die kognitiven Stufen. Diesen kommt eine zentrale Position im Modell der kognitiven Entwicklung zu und sie lassen sich durch vier allgemeine Kriterien kennzeichnen:

1. Die Stufen unterscheiden sich in ihrer qualitativen Struktur, dienen aber einer gemeinsamen Grundfunktion.
2. Die Stufen haben eine unveränderliche Abfolge, beziehungsweise sie folgen einem festen Verlauf, der nicht verändert werden kann.
3. Jede dieser Stufen bildet eine strukturelle Einheit, die nicht rückgängig gemacht werden kann.
4. Die Stufen sind hierarchisch geordnet. Jede Stufe setzt die Vorherige voraus und damit kann keine der Stufen übersprungen werden.

Zusammenfassend kann man zu den Grundannahmen Kohlbergs sagen, dass er jedes Individuum als aktiv lernende Persönlichkeit ansieht, das seine Welt selbst konstruiert. Die Entwicklungsprozesse des Kindes entstehen durch die Interaktion mit der Umwelt. Kohlberg geht davon aus, dass das Kind in seiner moralischen Entwicklung unterstützt werden kann, weil der Mensch ein moralisches Bewusstsein in sich trägt. Ein sich entwickelnder Mensch oder ein Jugendlicher ist eine Person, die nach dem Selbst in der Welt sucht und daher alle Gegebenheiten neu hinterfragt. Die Entwicklung ist daher eine Suche nach Strategien, wenn die bisherigen Denkstrategien nicht mehr ausreichend sind. Die kognitive Begründung oder das Urteil zu einer Sachlage oder einem Problem verleiht den Gedanken, Gefühlen und Handlungen eine Moral und im Mittelpunkt dieser steht das Prinzip der Gerechtigkeit als Balance zwischen den Ansprüchen und den Bedürfnissen eines jeden Menschen.

Kohlbergs Erziehungskonzept geht davon aus, dass jeder Mensch in seiner moralkognitiven Entwicklung gefördert werden kann und muss, denn nur so lernt das Kind selbstständiges Denken und Urteilen, eine sittliche und politische Moral und eigenverantwortliches und solidarisches Handeln. Das moralische Bewusstsein wird durch Diskussionsprozesse, genannt Dilemmadiskussionen geschärft, auf die ich später noch zu sprechen komme. Die individuelle Entwicklung findet statt durch regulierende Lösungsprozesse in Konfliktsituationen zwischen Bedürfnissen und Ansprüchen. Das Ziel ist die Entwicklung zur nächsthöheren moralischen Stufe bis hin zur Endstufe.

[...]


[1] FOCUS Magazin 33/2005: Jung und moralisch flexibel. S. 11

[2] Bins, L.: Erfolgsstrategie Moral. Das neue Erziehungs- und Bildungskonzept. Berlin 2003, S.22f

[3] Piaget, J.:Das moralische Urteil beim Kinde. 1976, S.7

[4] Gielen, Uwe: Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung. In: Kuhmerker, Gielen, Hayes: Lawrence

Kohlberg: Seine Bedeutung für die pädagogische und psychologische Praxis. 1996. S.9

[5] Lind, Raschert (Hrsg.): Moralische Urteilsfähigkeit. Eine Auseinandersetzung mit L. Kohlberg. Beltz 1987

[6] Gielen, Uwe: Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung. In: Kuhmerker, Gielen, Hayes: Lawrence

Kohlberg: Seine Bedeutung für die pädagogische und psychologische Praxis. 1996. S.8f

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Kohlbergs Konzept der Just Community - ein Überblick
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V83037
ISBN (eBook)
9783638896894
ISBN (Buch)
9783638897167
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit soll das Just Community Konzept von Lawrence Kohlberg vorstellen und anhand von Beispielen näher erläutern.
Schlagworte
Kohlbergs, Konzept, Just, Community
Arbeit zitieren
Milena Höppner (Autor), 2007, Kohlbergs Konzept der Just Community - ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83037

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