Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum (kooperativ-integrative Pädagogik)

Geschichte und Bedeutung im Rahmen reformpädagogischer Prozesse


Seminararbeit, 2007

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Geschichte und Bedeutung, sowie Grundlagen kooperativ-integrativer Pädagogik im Rahmen reformpädagogischer Prozesse

3. Integration von kooperativ-integrativer Pädagogik und Sozialraum- orientierung
3.1 Fehlende Sozialraumorientierung in der kooperativ-integrativen Praxis
3.2. Umsetzung sozialräumlich methodischer Prinzipien in der kooperativ- integrativen Pädagogik

4. Prävention: Exklusion eines untauglichen Konzepts für die kooperativ-integrative Pädagogik

5. Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum (Zusammenfassung)

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1. Einleitung

Mein Referat „Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum (kooperativ-integrative Pädagogik) – Geschichte und Bedeutung im Rahmen reformpädagogischer Prozesse“ schreibe und referiere ich im Rahmen des Seminars Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe bei Helga Treeß.

Das Referat soll die geschichtliche Entwicklung der kooperativ-integrativen Pädagogik wiedergeben, wobei die reformpädagogischen Prozesse eine wichtige Rolle spielten.

Im Anschluss daran möchte ich die Ingeration der kooperativ-integrativen Pädagogik und der Sozialraumorientierung beleuchten. Ich werde auf die fehlende Sozialraumorientierung in der kooperativ-integrativen Pädagogik eingehen. Anschließend auf die Umsetzung sozialräumlich methodischer Prinzipien in der kooperativ-integrativen Pädagogik. Auf die Umsetzung der sozialräumlichen Prinzipien werde ich im schriftlichen Teil ausführlicher eingehen, als ich sie referieren werde, da diese bereits referiert wurde.

Prävention wird von der kooperativ-integrativen Pädagogik als ein untaugliches Konzept verstanden. Ich halte es für mein Referat unabdingbar darauf kurz einzugehen, was ich in Gliederungspunkt vier tun werde.

Zum Ende meines Referates fasse die Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum, vor meinem Fazit, zusammenzufassen.

Grundlage für mein Referat ist das Buch Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe – Theoretische Grundlagen, Handlungsprinzipien und Praxisbeispiele einer kooperativ-integrativen Pädagogik von Wolfgang Hinte und Helga Treeß.

2. Geschichte und Bedeutung, sowie Grundlagen kooperativ-integrativer Pädagogik im Rahmen reformpädagogischer Prozesse

Der Ausgangspunkt für die kooperativ-integrative Pädagogik war politisch begründet.

Ende der 1970er Jahre begann sich eine allgemeine Pädagogik durchzusetzen.

Dies war unter anderem begründet durch die Integrations- und Normalisierungsdiskussion, ursprünglich aus Italien und Skandinavien stammend.

Die allgemeine Pädagogik sollte den „Sonderpädagogiken“ vorgezogen werden, da sie bessere Entwicklungs- und Lernchancen bietet.

Besonders Eltern betroffener Kinder versuchten die allgemeine Pädagogik durchzusetzen.

„Von der akademischen Ebene her wurde diese `Integrationsbewegung` vor allem unterstützt aus der Richtung einer konsequent integrativ/inklusiv argumentierenden Sonder- bzw. Behindertenpädagogik, die mit einer schlagkräftigen Gruppe von Eltern behinderter Kinder kooperierte.“ (Hinte/Treeß. 2006. S.173) Die Umsetzung von Integrationsgruppen und –klassen fand hauptsächlich in sozialdemokratischen Bundesländern statt. (vgl. Hinte/Treeß. 2007. S.172f)

„Bereits 1990 wurde unter der Überschrift: Methoden in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Fall- und Feldorientierung und dem Stichwort eines methodenintegrativen Handlungskonzepts im 8. Jugendbericht der Bundesregierung für eine sozialräumliche Wende in der Jugendhilfe plädiert. Wer allerdings „die Jugendhilfe“ ist, blieb –wie so oft- im Dunkeln. So fühlte sich der überwiegende Teil der institutionalisierten Kinder- und Jugendhilfe auch nicht so recht angesprochen.“ (Hinte/Treeß. 2007. S.132)

Mittlerweile sind in pädagogischen Institutionen jedoch die sozialräumlichen Öffnungsbewegungen herangeschritten. Gelegentlich verbinden auch kleine Träger die politischen-pädagogischen Ansprüche nicht aussondernder Pädagogik mit dem sozialraumorientiertem Ansatz. Ermutigende Ansätze findet man auch in Schulen, so genannten Quartierschulen. (vgl. Hinte/Treeß. 2007. S.132f)

Die kooperativ-integrative Pädagogik verfolgt Grundlagen, die die Arbeitsweise Kooperation mit Jugendlichen verdeutlichen:

Kooperativ-integrative Pädagogik hat den Vorsatz „Selektion und Aussonderungsprozesse durch pädagogische Institutionen aufzugeben und sie durch Kooperation und Integration zu ersetzen.“ (Hinte/ Treeß. 2007. S.172)

„Für die sozialräumliche Arbeit ist jede aussondernde Praxis unakzeptabel.“ (Hinte/Treeß. 2006. S.182)

Demnach sollen alle Kinder und Jugendliche, ohne und mit Defiziten (bspw. AD(H)S, Behinderungen etc) gemeinsam aufwachsen, lernen und leben.

Vertreter/innen kooperativ-integrativer Pädagogik prägten das Motto „`Mit den Kindern gemeinsame Sachen machen`“. Dadurch war umgangssprachlich das kooperativ-integrative Konzept geschaffen, welches sich gegen das zu der Zeit dominierende „`medizinische Modell`“ und den „`Machbarkeitswahn´ medizinisch-therapeutischer `Kopfkorrektur`“ (Aly 1971 nach Treeß 2006. S. 173) richtete.

Therapeuten, Behindertenpädagogen und „Allgemeinpädagogen“ entwickeln bis heute eine reflektierende Praxis der Kooperation mit allen Kindern. Begonnen wurde dabei mit schwerst mehrfach behinderten Kindern, zu denen nichtbehinderte Kinder am schwersten Zugang finden. Regeleinrichtungen mussten dadurch ihre Integrationstauglichkeit beweisen. (vgl. Hinte/ Treeß. 2007. S.173f)

Bei der integrativ-kooperativen Pädagogik stehen „die Haltungen, die Verbesserung der Dialogfähigkeit und die Rahmenbedingungen für die pädagogische Praxis im Vordergrund.

Kooperativ-integrative Pädagogik setzt weiterhin an den entwicklungspsychologisch belegten, unbedingten Kooperationsfähigkeit und –bereitschaft, ihrem hohen Aktivitätspotenzial, der Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstbestimmung, sowie dem Willen zur Übernahme von Verantwortung und Erforschung von Zusammenhängen bei Kindern an. […] Außerdem `punktet` das Konzept der kooperativ-integrativen Pädagogik damit, dass es sich von jeher her ganz bewusst den frühen Entwicklungs- und Lernprozessen, der volitiven Steuerung der eigenen Handlungen und den sozialökologischen, vor allem auch den institutionellen Bedingungen einer voraussichtlich günstig verlaufenden frühkindlichen Sozialisation gewidmet hat und zwar bis in die didaktisch-methodische Gestaltung von Lernsituationen in heterogenen Gruppen.“ (Hinte/ Treeß. 2007. S. 174)

„Erziehung im Sinne kooperativ-integrativer Pädagogik lässt Bedingungen menschlicher Existenz als von den Menschen gestaltete und daher auch von den Menschen neu zu gestaltende erkennen.

Diese Erziehung soll dazu befähigen, Widerstand zu leisten gegen Einflüsse, die menschliches Leben beeinträchtigen und Einfluss nehmen zugunsten menschenwürdiger Lebensformen.“ (AKOP.1981 nach Treeß. 2007. S.176)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum (kooperativ-integrative Pädagogik)
Untertitel
Geschichte und Bedeutung im Rahmen reformpädagogischer Prozesse
Hochschule
Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V83108
ISBN (eBook)
9783638898706
ISBN (Buch)
9783656899112
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperation, Heranwachsenden, Sozialraum, Pädagogik)
Arbeit zitieren
Melanie Bolls (Autor), 2007, Kooperation mit Heranwachsenden im Sozialraum (kooperativ-integrative Pädagogik), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83108

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