Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sind die Worte Mergers und Acquisitions (M&A) in aller Munde. Unternehmen, die zu den Global Players gehören möchten, kommen an Firmenfusionen und Firmenkäufen nicht vorbei. Die abgebildete Grafik verdeutlicht, dass sich in den Jahren zwischen 1992 und 2000 das weltweite Transaktionsvolumen fast verzehnfacht hat.
Gründe für diese Entwicklung sind unterschiedlichster Natur. Sie reichen von der "Globalisierung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, der Deregulierung und Privatisierung ganzer Industriezweige, der Fokussierung der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen bis hin zur Nachfolgeproblematik im Mittelstand."
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aktuelle Situation bei Mergers and Acquisitions
1.2 Probleme bei Mergers & Acquisitions
2. Sozialkompetenzen
2.1 Allgemeine Begriffsbestimmung
2.2 Das sozial-kommunikative Handeln
2.3 Zugrunde liegende Modelle
2.4 Das Ordnungsmodell nach Dieter Euler
2.5 Die Verhaltenskomponenten und Mergers & Acquisitions
3. Schlußbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sozialkompetenzen im Kontext von Mergers & Acquisitions. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kommunikative Prozesse durch die Berücksichtigung von "weichen Faktoren" und spezifischen Verhaltenskompetenzen verbessert werden können, um das Scheitern von Unternehmensfusionen durch mangelhafte zwischenmenschliche Integration zu vermeiden.
- Die Analyse der aktuellen Problematik bei Mergers & Acquisitions mit Fokus auf den Faktor Mensch.
- Die theoretische Fundierung von Sozialkompetenzen basierend auf dem Modell des sozial-kommunikativen Handelns von Dieter Euler.
- Die Untersuchung der "4-Ohren"-Kommunikation nach Schulz von Thun und deren Relevanz für den Unternehmenserfolg.
- Die Ableitung konkreter Verhaltenskompetenzen für das Personalmanagement zur erfolgreichen Gestaltung von Fusionsprozessen.
Auszug aus dem Buch
2.2 DAS SOZIAL-KOMMUNIKATIVE HANDELN
Sozialkompetenzen werden durch Dieter Euler als „Handlungskompetenzen (1), die ein sozial-kommunikatives Handeln (2) über unterschiedliche Inhalte (3) in spezifischen Situationen ermöglichen (4)“ definiert. Im folgenden werde ich die einzelnen Begriffe noch weiter ausführen.
1. „Sozialkompetenzen werden als eine Teilklasse von Handlungskompetenzen verstanden“, die Verhaltensmöglichkeiten eines Menschen bezeichnen, die auf mittlere Sicht konstant bleiben.
Handlungskompetenzen lassen sich über drei Komponenten genauer beschreiben, nämlich über eine Verhaltenskomponente, eine Inhaltskomponente und eine Situationskomponente. Sozialkompetenz darf sich, nicht allein auf die Verhaltenskomponente beschränken, wie es so oft geschieht, sondern sie muss die Inhalts- und Situationskomponente miteinbeziehen. In einem Satz ausgedrückt kann man Sozialkompetenz als Handlungskompetenz verstehen, welche die Fähigkeit besitzt, in verbaler und nonverbaler Form bestimmte Äußerungen auf der Sach-, Beziehungs-, Selbstkundgabe- und Absichtsebene artikulieren bzw. entsprechende Äußerungen von Kommunikationspartnern interpretieren zu können.
2. „Sozialkompetenzen bilden die Grundlage und Möglichkeit für sozial-kommunikatives Handeln“ Da allerdings Kommunikation häufig durch situative und auch personale Merkmale gestört wird, wird sozial-kommunikatives Handeln über zwei Schwerpunkte bestimmt. Auf der einen Seite steht der agentive Schwerpunkt, bei dem eine störungsfreie soziale Kommunikation vorliegt.
Allerdings gibt es Ereignisse, die als störend empfunden werden und bei dem die soziale Kommunikation scheitern kann, hierbei ist ein Wechsel in den zweiten Schwerpunkt, dem Reflexiven, möglich. Hier kann der Kommunikationspartner erkunden und für sich klären, welche situativen oder personalen Bedingungen auf das sozial-kommunikative Handeln Einfluß nehmen und es möglicherweise beeinträchtigen könnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet den Anstieg des weltweiten Transaktionsvolumens bei Firmenfusionen und analysiert die Gründe für das häufige Scheitern dieser Prozesse aufgrund der Vernachlässigung menschlicher Faktoren.
2. Sozialkompetenzen: Definiert Sozialkompetenz als zentrale Handlungskompetenz und erläutert theoretische Modelle, insbesondere den Ansatz von Dieter Euler sowie die Kommunikationstheorie nach Schulz von Thun.
3. Schlußbemerkung: Betont die zentrale Rolle des Faktors Mensch und fordert eine transparente, kontinuierliche Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern als essenzielle Voraussetzung für den Erfolg von Mergers & Acquisitions.
Schlüsselwörter
Sozialkompetenz, Mergers & Acquisitions, Handlungskompetenz, Kommunikation, Unternehmensfusion, Personalmanagement, Soft Skills, Dieter Euler, Schulz von Thun, Dialogfähigkeit, Koordinationskompetenz, Kooperationskompetenz, Sozialverantwortungfähigkeit, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Sozialkompetenzen und deren gezielter Identifikation und Förderung im Kontext von Mergers & Acquisitions.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung von Sozialkompetenz, die Analyse sozial-kommunikativen Handelns sowie die praktische Anwendung dieser Kompetenzen bei Unternehmensfusionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine fundierte sozial-kommunikative Kompetenz des Managements Integrationsprobleme bei Firmenfusionen reduziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse bestehender didaktischer und kommunikationspsychologischer Modelle (insbesondere von Dieter Euler und Friedemann Schulz von Thun).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einbettung von Sozialkompetenzen, die Erläuterung der "4-Ohren"-Kommunikation sowie die Ableitung von Verhaltenskompetenzen für das Personalmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialkompetenz, M&A, Kommunikation, Handlungskompetenz und Personalführung charakterisiert.
Wie definiert Dieter Euler das sozial-kommunikative Handeln?
Er beschreibt es als Teilklasse von Handlungskompetenzen, die sich über Inhalts-, Verhaltens- und Situationskomponenten definieren und ein Handeln über verschiedene Ebenen (Sach-, Beziehungs-, Selbstkundgabe-, Absichtsebene) ermöglichen.
Welche Bedeutung hat das "4-Ohren-Modell" im Fusionskontext?
Es hilft dem Management, Kommunikationsstörungen bei Mitarbeitern besser zu verstehen und zu analysieren, um so Ängste und Widerstände im Veränderungsprozess gezielter abzufangen.
- Quote paper
- Daniela Thielepape (Author), 2002, Identifikation von Sozialkompetenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8313