Watergate. Dieser Name eines Washingtoner Appartementkomplexes ist in den USA zu einem Synonym für einen nationalen Alptraum geworden. Watergate - es ist eine Affäre, die es so nur einmal in den USA, im US-amerikanischen politischen System, gab. Wie aber konnte „Watergate" geschehen, was ist überhaupt „Watergate" ?
Es ist jedenfalls mehr als nur das Ereignis, das dieser Affäre seinen Namen gab, der Einbruch in den beschriebenen Appartementkomplex, in dem sich das Wahlkampf-
hauptquartier der Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf 1972 befand. Für den namhaften New Yorker Rechtsanwalt und ehemaligen Berater von John F. Kennedy von 1961 bis 1963, Theodore C. Sorensen, war diese Affäre eine Verfassungskrise, die durch „den Versuch einer getarnten Änderung unserer Regierungsform" ausgebrochen ist. Die Wahrheit dürfte hierbei zwischen den beiden Positionen liegen.
Es ist keine Verfassungskrise, sondern eine Vertrauenskrise in das politische System gewesen. Wie es zu dieser Affäre kam und wie sie gemeistert wurde, soll ein Teil dieser Arbeit werden. Bevor in dieser die Watergate-Affäre untersucht werden wird - auf Entstehung, Verlauf und Auswirkungen auf das US-Regierungssystem, muss eben dieses selbst in seinen Grundzügen dargestellt werden, d.h. die drei Gewalten - Exekutive, Legislative, Judikative - für sich und in ihrer Verschränkung untereinander. In diesem Zusammenhang soll der Begriff „imperial presidency" erklärt werden.
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zur Person Richard Milhous Nixon
2. Grundzüge des Regierungssystems der USA
3. „Watergate”
3.1. Gründe für „Watergate "
3.2. Verlauf von „Watergate“
3.3 Auswirkungen von „Watergate“
4. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Watergate-Affäre als eine tiefgreifende Vertrauenskrise in das politische System der USA. Ziel ist es, die Ursachen, den Verlauf und die langfristigen Auswirkungen auf das US-Regierungssystem zu analysieren, wobei insbesondere die Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen der Exekutive und der Legislative im Vordergrund steht.
- Biografische Einordnung von Richard M. Nixon
- Grundlegende Funktionsweise des amerikanischen Regierungssystems
- Ursachenforschung der Watergate-Affäre im Kontext der "imperial presidency"
- Analyse des Verlaufs und der direkten politischen Konsequenzen
- Langfristige strukturelle Auswirkungen auf die parlamentarische Kontrolle
Auszug aus dem Buch
3.1. Gründe für „Watergate "
Die erste Frage, die man sich stellt, ist, wie kam es zur Watergate-Affäre? Und die Frage ist ebenfalls, wieso liegen die beiden Ereignisse, die die USA noch jahrelang beschäftigten - Vietnam und Watergate - zeitlich so eng beieinander? Gibt es etwa zwischen „Watergate", einem innenpolitischen Ereignis, und „Vietnam", einem außenpolitischen, eine Verbindung?
Es ist tatsächlich kein Zufall, dass Vietnam und Watergate chronologisch so dicht beieinander liegen. Ein kurzer Ausflug in die Geschichte wird eine Ursache für Watergate an das Tageslicht bringen.
Als 1933 Franklin Delano Roosevelt, Demokrat, Präsident wurde, wurden zwei Interdependenzen in der US-amerikanischen Politik anerkannt, nämlich die innen- und die außenpolitische Interdependenz. Diese Einsicht beförderte unter Roosevelt einen für US-amerikanische Verhältnisse starken Ausbau der Exekutive, der in der Literatur unter dem Stichwort „imperial presidency“ eingegangen ist. Was bedeutet dieser Begriff? Welche Entwicklungen innerhalb des amerikanischen Regierungssystems beschreibt dieser Terminus?
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Watergate-Affäre und Darstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Verfassungs- bzw. Vertrauenskrise.
1. Zur Person Richard Milhous Nixon: Biografischer Abriss des Lebensweges von Richard Nixon von seiner Herkunft bis zu seiner Präsidentschaft.
2. Grundzüge des Regierungssystems der USA: Erläuterung der Gewaltenteilung und der Kompetenzen von Exekutive, Legislative und Judikative.
3. „Watergate”: Umfassende Untersuchung der Gründe, des chronologischen Verlaufs und der unmittelbaren Auswirkungen der Watergate-Affäre.
4. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Bewertung der Watergate-Affäre als Vertrauenskrise und deren Bedeutung für das politische System der USA.
Schlüsselwörter
Watergate, Richard M. Nixon, US-Regierungssystem, Exekutive, Legislative, imperial presidency, Vietnamkrieg, Vertrauenskrise, Kongress, parlamentarische Kontrolle, Machtkonzentration, Impeachment, Rechtsstaatlichkeit, politische Geschichte, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Watergate-Affäre im Kontext der amerikanischen Präsidentschaft unter Richard Nixon und deren Auswirkungen auf das politische System der USA.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Untersuchung der "imperial presidency", die Rolle des Kongresses bei der Kontrolle der Exekutive und der Einfluss der Ereignisse um Vietnam und Watergate auf das Regierungssystem.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie es zu Watergate kommen konnte und ob diese Affäre als systemische Vertrauenskrise zu verstehen ist, die die Machtverhältnisse nachhaltig verschoben hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Ereignisse, politische Strukturen und Literaturquellen synthetisiert, um die systemischen Folgen der Watergate-Affäre aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Biografie Nixons, die Funktionsweise des US-Regierungssystems, die Entstehung und den Verlauf der Watergate-Affäre sowie deren kurz- und langfristige Auswirkungen auf die Machtbalance im Staat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Watergate, imperial presidency, Gewaltenteilung, Vertrauenskrise und parlamentarische Kontrolle.
Inwiefern beeinflusste die "imperial presidency" das Handeln Nixons?
Die Arbeit argumentiert, dass die gewachsenen Strukturen der exekutiven Machtfülle es Nixon ermöglichten, eine weitgehend vom Kongress unabhängige Außenpolitik zu führen, was letztlich zu einer illegalen Geheimhaltungspraxis führte.
Welche Rolle spielte der Kongress nach der Affäre?
Nach der Watergate-Affäre erstarkte der Kongress durch verschiedene Reformen und den Aufbau eigener Kontrollinstanzen, wodurch die Handlungsfreiheit nachfolgender Präsidenten stärker begrenzt wurde.
- Arbeit zitieren
- M.A. (Magister Artium) L.-Maximilian Rathke (Autor:in), 1995, Watergate und die Schwächung der amerikanischen Präsidentschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83333