Die österreichische Landwirtschaft in ihrer Entwicklung nach 1945

Entwicklung und Perspektiven - Der primäre Sekor im Umbruch


Seminararbeit, 2007
20 Seiten, Note: keine

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die landwirtschaftliche Ausgangssituation nach 1945

3. Entwicklung der Landwirtschaft ab Beginn der Wirtschaftlichen Rekonstitutionsphase Österreichs nach dem 2. Weltkrieg

4. Entwicklungen und Folgen der Mechanisierung, Rationalisierung und Automatisierung in der Österreichischen Landwirtschaft:

5. Neu erschlossene, zusätzliche Einkommensquellen in der Österreichischen Landwirtschaft

6. Perspektiven der Landwirtschaft in Österreich - Ein Ausblick

7. Schlussbetrachtung

Literatur und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit versucht, den Wandlungsprozess in der Österreichischen Landwirtschaft, nach 1945, unter Berücksichtigung der technischen und sozialen Fortschritte sowie die Strukturveränderungen durch den Beitritt zur Europäischen Union zu skizzieren.

„Der Agrarbereich war in diesem Jahrhundert grundlegenden Veränderungen unterworfen. Die Produktionszuwächse erfuhren nach dem Zweiten Weltkrieg eine massive Beschleunigung, gleichzeitig veränderte sich die Technologie und damit das Faktoreinsatz-verhältnis grundlegend“[1].

Nie stand die Landwirtschaft seid der Neolitischen Revolution und den Veränderungen, welche die Industrialisierung mit sich brachte, größeren Wandlungs- und Transformations-prozessen gegenüber als heute.

Durch den Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 änderten sich die bis dahin ausschließlich landeshoheitlich regulierten Rahmenbedingungen im Zuge des Prinzips der überstaatlichen Gesetzgebungskompetenz der EU gegenüber den Einzelstaaten erneut.

Die Wandlungsprozesse in der Erzeugung landwirtschaftlicher Güter in Österreich in der Nachkriegszeit, können unter den Schlagworten: Rationalisierung, Mechanisierung und Automatisierung benannt werden. Ebenso lassen sich deutliche Unterschiede, welche auch durch höhere Erträge bestimmt sind, in den Absatz-, Vermarktungs- und Nutzungsstrategien der Erzeugnisse erkennen. Diese sind durch Globalisierung zum einen und regionale wie überregionale Tendenzen, wie z.B. Selbstvermarktung der Landwirte, Lobbyismus und gesteigerte Bedürfnisse an die Produkte der Landwirte, z.B. Ökoanbau, für Österreich und Europa entstanden.

In der vorliegenden Arbeit versuche ich, mit der landwirtschaftlichen Situation nach dem 2. Weltkrieg, in deskriptiver Form zu beginnen und anschließend die Entwicklungen der letzten 60 Jahre nachzuzeichnen. Ebenfalls beschreibe ich heute schon existente und sich möglicherweise schon abzeichnende Trends im Agrarsektor.

Die Bandbreite der wirtschaftlichen Aktivitäten des primären Sektors dürfen heute nicht mehr nur auf die Erzeugung landwirtschaftlicher Güter im engeren begrenzt werden.

Vielmehr verlangt die Betrachtung auch ein Miteinbeziehen der Neben- Einnahmequellen der Österreichischen Landwirte. Dabei sind etwa Themengebiete wie die Energiegewinnung mittels Biomassenverbrennung oder Vergasung, die Versehung von Betriebsflächen mit Photovoltaikanlagen und der Handel mit Waren neu erschlossener wirtschaftlicher Betätigungsfelder wie z.B. Handel mit Holzpellets oder Hackschnitzelaufbereitung.

2. Die landwirtschaftliche Ausgangssituation nach 1945

Während in Westösterreich noch die verbleibenden NS – Funktionäre Verteidigungs-maßnahmen vornahmen, konstituierte sich im mittlerweile durch die Sowjets eroberten Osten die provisorische Regierung unter Dr. Karl Renner.

Unter der Maßgabe der Moskauer Deklaration von 1943 und der 1945 erfolgten Unabhängigkeitserklärung musste Österreich wieder zu einem lebensfähigen Staat gemacht werden. Hierzu musste zuerst die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sichergestellt werden. Daher kam der Landwirtschaft eine herausragende Rolle zu.

Die Landwirtschaft hatte unter den Kriegswirren gelitten und befand sich strukturell aus mehreren Gründen in der Krise:

Es fehlten viele der aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrten Bauern, Maschinen waren zerstört oder zu Kriegszwecken requiriert worden und Pferde, welche damals noch einen großen Stellenwert bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen genossen, waren ebenfalls absolute Mangelware. Dennoch ließ der Präsident des Bauernverbandes Österreichs am 8. Mai 1945, dem Tag nach der Kapitulation Deutschlands verlauten: „ Durch das Entgegenkommen der Roten Armee sei es nun soweit, dass die Bauern mit der Feldarbeit beginnen können.“[2]. Weiterhin ließ man verlautbaren, dass die Rote Armee das Requirieren von Erzeugnissen und Landmasse einstellen würde, sogar bei der Bewirtschaftung der Äcker logistische Hilfestellung leisten würde.

In der Realität zeigte sich ein anderes Bild als das, welches der Bauerpräsident zeichnete. Zwar gab es hier und da tatsächlich Hilfestellungen seitens der Roten Armee, jedoch unter dem Aspekt der Mangelversorgung der Bevölkerung und Besatzungsarmee blieben Requirierungen an der Tagesordnung. Trotz der immensen Arbeitsleistungen die in den Jahren 1945-1947 mit den primitivsten Mitteln erbracht wurden war eine Selbstversorgung nicht möglich und die Ernährung der Bevölkerung war nur durch Hilfe von außen, d.h. Alliierte mit dem Marshallplan etc. möglich. Die Hilfen, die Österreich in den Jahren zwischen 1945 und 1955 erhielt, belaufen sich, gemessen an den Kursen des Jahres 1955, auf ca. 1.5 Milliarden $. Diese Zuwendungen sorgten nicht nur für eine Stabilisierung der Ernährungssituation, sondern auch für ein rasches Wirtschaftswachstum.

Die Grundlage für eine Wiederbelebung der Volkswirtschaft kann auch in den 2 Verstaatlichungsgesetzen von 1946 und 1947 gesehen werden. Diese wirkten sich indirekt auch auf die Landwirtschaft aus, da diese durch die sich stabilisierende Wirtschaft auch gestützt wurde.

3. Entwicklung der Landwirtschaft ab Beginn der Wirtschaftlichen Rekonstitutionsphase Österreichs nach dem 2. Weltkrieg

Durch das gemeinsame Bekenntnis aller zum Wiederaufbau und die erhaltenden Stützen

(Marshallplan etc. ) wurde die Landwirtschaft „von einer Modernisierungswelle erfasst“[3]

Diese Modernisierungswelle und die damit verbundenen Rationalisierung führte zu einem starken Rückgang der Beschäftigungszahlen im Agrarbereich, waren um 1850 noch 75% der Bevölkerung im primären Sektor beschäftigt „waren es 1961 nur noch rund 16%“[4] und schließlich 1992 noch 6,9 %. Heute rangiert der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten bei ca. 2-3% der erwerbstätigen Bevölkerung. Gleichsam mit dem Rückgang der Beschäftigungszahlen sank auch die Anzahl der Betriebe. Waren es 1970 noch 337444, so sank die Zahl binnen 23 Jahren auf 267444 in 1993. Ebenfalls zeigt sich die hohe Marktabhängigkeit Österreichischer Landwirte, aufgrund von geringen Betriebsgrößen in der Zahl der Nebenerwerbsbetriebe, die den Spitzenwert in Europa darstellen mit 56,2 %. Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Österreich kann nicht allein an Zahlen gemessen werden, vielmehr sind auch kulturelle Aspekte zu berücksichtigen, welche die Landwirtschaft in ihrer Bedeutung als Kulturträger in der Österreichischen Gesellschaft begreifen. Betrug der Anteil am BIP in 1954 noch 16,4 % so sank dieser auf 9,7% in 1963 auf 2,4 in 1993.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

Beim Betrachten der Graphik muss allerdings berücksichtigt werden, dass in den letzen Jahren eine Sensibilisierung der Bevölkerung stattgefunden hat. Die Gründe hierfür sind in Tierkrankheiten wie BSE, Schweinepest und Vogelgrippe zu sehen, welche eine Diskussion um Versorgungssicherheit und Produktionsqualität, sowie Ethik in der Landwirtschaft ausgelöst haben. Die Landwirtschaft stellt keine besondere Größe in der Volkswirtschaft dar, wird jedoch überproportional stark wahrgenommen . Der Schwerpunkt der Landwirte liegt mehrheitlich in der Tierproduktion ( eingeschlossen Molkereiprodukte ), das Verhältnis liegt bei ca. 2 zu 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[6]

[...]


[1] Prof. Dr. Markus F. Hofreither, Österreichs Landwirtschaft – Situation und Optionen zur Jahrtausendwende, Schriftreihe für Agrarpolitik und Agrarsoziologie, Facultas Universitätsverlag, Wien, 1995

[2] Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Ernst Bruckmüller, Roman Sandgruber, Gebundene Ausgabe - Ueberreuter (Okt 2002) - 900 Seiten

[3] http://.ooegeschichte.at/nachkriegs-wirtschaft_in_ooe.26.0.html

[4] http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.l/l173333.htm

[5] http://www.eu2006.at/includes/images/Spezialgrafiken/Economy/GDPSectorsDE.jpg

[6] http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-SF-07-011/DE/KS-SF-07-011-DE.PDF

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die österreichische Landwirtschaft in ihrer Entwicklung nach 1945
Untertitel
Entwicklung und Perspektiven - Der primäre Sekor im Umbruch
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
PS – Österreichische Politik
Note
keine
Autor
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V83535
ISBN (eBook)
9783638907385
ISBN (Buch)
9783638910460
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Landwirtschaft, Entwicklung, Politik
Arbeit zitieren
Wendt-Dieter Freiherr v. Gemmingen (Autor), 2007, Die österreichische Landwirtschaft in ihrer Entwicklung nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83535

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die österreichische Landwirtschaft in ihrer Entwicklung nach 1945


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden