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Literaturbericht zu den Westgoten der Spätantike und des Frühmittelalters

Title: Literaturbericht zu den Westgoten der Spätantike und des Frühmittelalters

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Matthias Buchholz (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Rahmen der Aufgabe, einen Forschungsbericht zur Geschichte der Westgoten zu liefern, entstand die vorliegende Arbeit, in der ich mich ganz speziell mit einem Forschungsschwerpunkt innerhalb der Frühgeschichte der Goten beschäftige. Wohlwissend, dass für diesen Zeitraum (ca. 1. - 2. Jahrhundert n. Chr.) noch nicht von Westgoten gesprochen werden kann, scheint mir ein thematischer Zusammenhang mit deren Geschichte dennoch erkennbar, da sich die Westgoten aus dem hier behandelten ursprünglichen Gotenstamm entwickelten.
Einer der wichtigsten Aspekte der Frühgeschichte der Goten ist die nach wie vor ungeklärte und durch die im Jahre 2005 erschienene Arbeit von Walter Goffart auch sehr aktuell diskutierte Frage nach der Herkunft der Goten, die nicht zuletzt deshalb mein Interesse gefunden hat, weil sie eine äußerst spannende Gratwanderung zwischen Mythos und Realität darstellt. Das Augenmerk der historischen Forschung richtet sich hierbei seit jeher ganz besonders auf die Stammessage des Jordanes, dessen ‚Getica’, die Hauptquelle für die Geschichte der Goten , davon berichtet, dass die Urheimat der Goten im skandinavischen Ostseeraum liegt.
Was die neuere Forschung zu diesem Thema angeht, ist es neben dem Aufsatz von Goffart vor allem die 1994 erschienene Arbeit von Volker Bierbrauer, die ich in meinem Bericht berücksichtigt habe. Diese ist besonders deshalb bedeutsam, weil sie den aktuellen Stand sowohl der historischen als auch der archäologischen Forschung berücksichtigt und diese erstmals auch umfassend interdisziplinär aufarbeitet. Das im Jahre 2002 erschienene Werk von Arne Soby Christensen wiederum verfolgt einen vor allem quellenkritischen Ansatz, indem die nach wie vor sehr umstrittene Hauptquelle Jordanes in Zusammenhang mit der ihm als Vorlage dienenden, aber leider verlorenen gegangenen Gotengeschichte Cassiodors diskutiert wird.
Wenngleich sich dieser Bericht in erster Linie mit zwei (ansatzweise drei) Publikationen der neueren Forschungsliteratur befasst, so versteht sich von selbst, dass eine Beschäftigung mit der älteren Forschung, aber auch begleitender Literatur unerlässlich ist, und so seien an dieser Stelle auch die Werke von Rolf Hachmann, Reinhard Wenskus, Walter Pohl und nicht zuletzt das „historische(...) Standardwerk(...)“ von Herwig Wolfram erwähnt, die im Hinblick auf die hier zu untersuchende Problematik jeweils bedeutsame Erkenntnisse lieferten und so auch für diese Arbeit eine Rolle spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die schriftlichen Quellen

3. Die Herkunftsgeschichte der Goten

3.1. Volker Bierbrauer

3.2. Walter Goffart

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Forschungsstand zur Frühgeschichte der Goten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der umstrittenen Frage ihrer Herkunft aus Skandinavien. Das primäre Ziel ist es, die quellenkritische Debatte sowie archäologische Erkenntnisse gegenüberzustellen, um den Wahrheitsgehalt der Stammessage des Jordanes zu bewerten.

  • Kritische Analyse der schriftlichen Quellen (insb. Jordanes' 'Getica')
  • Interdisziplinäre Betrachtung von Archäologie und Geschichtswissenschaft
  • Untersuchung der Wielbark-Kultur als kontinentaler Wohnsitz der Goten
  • Auseinandersetzung mit der These einer skandinavischen Migration
  • Diskussion der Ethnogeneseforschung

Auszug aus dem Buch

3. Die Herkunftsgeschichte der Goten

Wie der Titel unschwer erkennen lässt, befasst sich Bierbrauer in seinem stolze 121 Seiten umfassenden Aufsatz umfassend mit der gesamten Geschichte der Goten, und so genügt es, sich im Hinblick auf mein spezielles Thema auf das erste Kapitel zu beschränken. Bierbrauer geht in seinen Ausführungen mit klar erkennbarer Zielstellung zuwerke: Nach eigener Aussage habe es eine die Geschichtswissenschaft mit der Archäologie verbindende interdisziplinäre Erarbeitung der Geschichte der Goten so noch nicht gegeben, und so erhofft er sich, aus diesem Ansatz heraus entweder eine Einwanderung der Goten aus Skandinavien oder aber die kontinentale Ethnogenese der Goten belegen zu können.

Um eine Ausgangsbasis für seine Argumentation zu schaffen, beruft sich Bierbrauer zunächst auf die bekannten schriftlichen Quellen, so z.B. die antiken Autoren Strabo, Tacitus und Ptolemäus sowie natürlich die Hauptquelle Jordanes’. Ohne auf deren Aussage zu einer möglichen Einwanderung aus Skandinavien einzugehen, betont Bierbrauer zunächst nur, was sich anhand dieser Quellen und in der Forschung allgemein anerkannt sagen lässt, nämlich, dass es in der älteren römischen Kaiserzeit Wohnsitze der Goten im nordöstlichen Mitteleuropa gegeben hat. Ausgehend von diesem kleinsten gemeinsamen Nenner ist Bierbrauers nächster Schritt in der Beweisführung nun eine von Geschichtswissenschaft und den schriftlichen Quellen losgelöste Analyse der Erkenntnisse der Archäologie in diesem Raum. Diese seien im Folgenden kurz zusammengefasst:

Die archäologische Forschung macht in dem Raum, „in dem auch bei vorsichtigster Wertung der Schriftquellen ganz ohne Zweifel die kontinentalen Wohnsitze der Goten (...) gelegen haben müssen“, hauptsächlich drei Kulturgruppen fest: die Wielbark-Kultur, die Przeworsk-Kultur sowie die östlich benachbarten, sogenannten Westbaltischen Kulturgruppen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Aufgabenstellung des Forschungsberichts ein und umreißt die methodische Herangehensweise sowie die Bedeutung der Hauptquellen.

2. Die schriftlichen Quellen: Dieses Kapitel erörtert die schwierige Quellenlage und analysiert insbesondere das Werk des Jordanes sowie dessen Abhängigkeit von Cassiodor.

3. Die Herkunftsgeschichte der Goten: Der Hauptteil vergleicht die Ansätze von Volker Bierbrauer und Walter Goffart im Hinblick auf ihre archäologische und quellenkritische Bewertung der gotischen Herkunft.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Debatte zusammen und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Forschung.

Schlüsselwörter

Goten, Westgoten, Frühgeschichte, Jordanes, Getica, Skandinavien, Ethnogenese, Wielbark-Kultur, Quellenkritik, Archäologie, Cassiodor, Stammessage, Migration, Interdisziplinarität, Völkerwanderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit liefert einen Literaturbericht zur Frühgeschichte der Goten und analysiert den aktuellen Forschungsstand zu deren Ursprüngen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die quellenkritische Untersuchung der 'Getica' des Jordanes, die Lokalisierung der Goten durch archäologische Funde und die Debatte um eine mögliche Einwanderung aus Skandinavien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte darüber zu durchleuchten, ob die traditionelle Stammessage der Goten über eine Herkunft aus Skandinavien historisch belegbar ist oder als Legende einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine analytische und vergleichende Methode an, indem er verschiedene wissenschaftliche Publikationen (insbesondere von Bierbrauer, Goffart und Christensen) gegenüberstellt und ihre Argumentationen prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der schriftlichen Quellen und eine detaillierte Diskussion der Forschungsbeiträge von Volker Bierbrauer und Walter Goffart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Goten, Quellenkritik, Ethnogenese, archäologische Kulturgruppen und Jordanes.

Wie bewertet Bierbrauer die Verbindung der Goten zu Skandinavien?

Bierbrauer stützt sich auf archäologische Befunde der Wielbark-Kultur und kommt zu dem Schluss, dass die Stammessage des Jordanes aus dieser Sicht nicht haltbar ist und es sich wahrscheinlich um eine Legende handelt.

Welche neue Perspektive bringt Walter Goffart in die Diskussion ein?

Goffart kritisiert die bisherige Sichtweise auf Jordanes und argumentiert, dass dieser kein naiver Gote war, sondern ein gebildeter Bürger Konstantinopels, der seine Quelle bewusst veränderte, um eine ruhmreiche, aber suspekt erscheinende Herkunftsgeschichte zu erfinden.

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Details

Title
Literaturbericht zu den Westgoten der Spätantike und des Frühmittelalters
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar zur Geschichte des Mittelalters
Grade
2,5
Author
Matthias Buchholz (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V83641
ISBN (eBook)
9783638000611
ISBN (Book)
9783638910606
Language
German
Tags
Literaturbericht Westgoten Spätantike Frühmittelalters Proseminar Geschichte Mittelalters Mittelalter Goten Frühmittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Buchholz (Author), 2006, Literaturbericht zu den Westgoten der Spätantike und des Frühmittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83641
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