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Untersuchung zu Konrads Minnesang unter Einbeziehung poetologischer Äußerungen in seiner Epik

Titre: Untersuchung zu Konrads Minnesang unter Einbeziehung poetologischer Äußerungen in seiner Epik

Epreuve d'examen , 2007 , 60 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Johanna Zeiß (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Ziel dieser Arbeit soll es sein, anhand von Überlegungen zur Poetologie Konrads, die den Prologen zu ‘Partonopier und Meliur’ und zum ‘Trojanerkrieg’ entnommen werden, einen Teil seines lyrischen Werks, genauer gesagt die Lieder 13, 26 und 30, als Produktionen kenntlich zu machen, die mit einem gewissen Wahrscheinlichkeitsgrad schriftlich und zunächst einmal ‘zum eigenen Vergnügen’ entstanden sind. Die kunstvolle überbordende Reimfreudigkeit dieser Minnelieder, die in Auftragswerken in dieser ausgeprägten Form so nicht zu finden ist, steht unter anderem in Zusammenhang mit der von ihm in den Prologen geforderten delectare-Funktion, die seiner Ansicht nach das dominierende Moment im Falle einer Produktion ohne Zuhörerschaft sein sollte. Die Überbewertung von ‘Freude’ beim Zusammenfall von Produzent und Rezipient lässt sich mittels eines Kompensationsversuches erklären, bei dem durch Klangästhetik die mangelnde prodesse-Funktion bei eigener Rezeption in den Hintergrund tritt.
Die Arbeit ist so gegliedert, dass zunächst der soziokulturelle Hintergrund, zum Beispiel Konrads sozialer Status in Basel und die Zusammensetzung des Basler Gönnerkreises, in Erinnerung gerufen werden. Danach erfolgt die Analyse der beiden Prologe, die seine Einstellung zur Dichtung und sein Selbstverständnis als Dichter beleuchten soll, sowie ein Kapitel, das sich anhand exemplarischer Betrachtungen ausschließlich mit der Ausgestaltung der Reime in seinen Minneliedern beschäftigt, damit ein klareres Bild von Konrads meisterlicher Reimkunst und dessen Extraordinarität in manchen Liedern innerhalb des Gesamtœuvres gewonnen werden kann. Schließlich wird ein Blick auf die textinterne Sprechsituation der Lieder geworfen. Diese lässt, neben den verallgemeinernden Tendenzen und dem Hang zur Minnelehre, erkennen, dass einige seiner Lieder durch ihre deiktischen Verweise auf eine Vortragssituation vor Publikum hindeuten, dabei die Lieder 26 und 30 allerdings erneut aus der Reihe fallen, da sie weder Publikumsaufforderungen enthalten, noch es vorstellbar erscheint, dass diese reimlastigen Lieder, deren formale Untersuchung breiteren Raum einnehmen wird, Ad-hoc-Produktionen vor Publikum waren. Dadurch wird meine während der Analyse der Prologe aufgestellte These bezüglich des konkret verstandenen Dichtens zum eigenen Vergnügen im Falle dieser zwei Lieder bestätigt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Werk und Wirkung Konrads von Würzburg

2. Konrad als Dichter

2.1 Zum poetologischen Konzept

2.1.1 Ez ist ein gar vil nütze dinc

2.1.2 Dichtkunst als Gottesgabe

2.2 Konrads Minnesang

2.2.1 Klangspiele

2.2.2 Zur Imagination von Publikum und Sänger in den Minneliedern

3. Konrads Lieder als Kunststücke im späten 13. Jahrhundert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Konrads Minnesang unter Berücksichtigung seiner poetologischen Äußerungen in den Prologen zu 'Partonopier und Meliur' und 'Trojanerkrieg', mit dem Ziel, bestimmte Lieder als bewusste, klangorientierte Produktionen für das eigene Vergnügen zu identifizieren und das Verhältnis von Form und Inhalt in seinem Werk kritisch zu beleuchten.

  • Poetologische Analyse der Prologe von Konrad von Würzburg
  • Untersuchung der klangästhetischen Merkmale und Reimstrukturen in den Minneliedern
  • Erforschung der Rezeptionsbedingungen und der Rolle des Publikums in der Stadt Basel
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kompensationstheorie von Form über Inhalt
  • Einordnung von Konrads Minnesang in den literarhistorischen Kontext des 13. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Ez ist ein gar vil nütze dinc

Der Prolog, genauer prologus praeter rem, zu ‘Partonopier und Meliur’ beginnt, den Vorschriften mittelalterlicher Rhetorik entsprechend, mit einer Sentenz, also nach Heinrich Lausberg mit einem locus communis, „[...] der mit dem Anspruch auftritt, als anerkannte Norm der für die Lebensführung relevanten Weltkenntnis oder der Lebensführung selbst zu gelten [...].“

Ez ist ein gar vil nütze dinc, daz ein bescheiden jungelinc getihte gerne hœre und er niemen stœre, der singen unde reden kan. (V.1-5)

Diese Sentenz enthält die Aussage, dass es für junge Leute nützlich ist, rede und sanc (Dichtung) zu hören und einen Vortrag nicht zu stören. Gleich zu Beginn betont Konrad also den Nutzen, der von der Rezeption von Dichtung ausgeht, und legitimiert sie auf diese Weise. Denn Kunst war im Mittelalter immer verknüpft mit einer Absicht des Dichters, sie war nie vollkommen zweckfreies Schaffen, niemals ‘l'art pour l'art’. Ästhetische Unterhaltung geht eine feste Verbindung mit einer fördernden lehrhaften Wirkung ein.

Durch diese Sentenz wird von Beginn an „eine Gemeinsamkeit zwischen dem Verfasser und seinen Hörern (Lesern) [begründet]. [...] Der Empfängerkreis wird durch das Werk in seinen Erfahrungen und Überzeugungen bestätigt.“

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Die Arbeit erläutert ihre Zielsetzung, den lyrischen Teil des Werks von Konrad von Würzburg durch eine poetologische Analyse der Prologe neu zu bewerten und als bewusst 'zum eigenen Vergnügen' verfasste, klangorientierte Produktionen zu charakterisieren.

1. Werk und Wirkung Konrads von Würzburg: Dieses Kapitel zeichnet den Nachruhm und das Ansehen Konrads bei Zeitgenossen und nachfolgenden Dichtern nach und reflektiert seine biographischen Daten sowie seine sesshafte Lebensweise in Basel.

2. Konrad als Dichter: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Konrads poetologischem Konzept, wobei die Dominanz der Form über den Inhalt in seinen Werken und die spezifische Legitimation seiner Dichtkunst im Mittelpunkt stehen.

3. Konrads Lieder als Kunststücke im späten 13. Jahrhundert: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass Konrads virtuose Lieder als bewusste Kunstübungen konzipiert wurden, die ein Publikum erforderten, das bereit war, sich auf rein ästhetische Genüsse einzulassen, ungeachtet der in den Hintergrund tretenden inhaltlichen Belehrung.

Schlüsselwörter

Konrad von Würzburg, Minnesang, Poetologie, Prologanalyse, Klangästhetik, Reimkunst, Basler Gönnerkreis, Mittelalterliche Literatur, Rezeptionssituation, Kunststücke, Autonomie des Dichters, Form und Inhalt, Literaturgeschichte, 13. Jahrhundert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Konrads Minnesang und seine Poetologie, um zu verstehen, warum er in seinen Liedern eine solch ausgeprägte klangliche Virtuosität an den Tag legt, die den inhaltlichen Aspekt oft in den Hintergrund drängt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die poetologischen Aussagen in Konrads Prologen, die Analyse der klanglichen Reimstrukturen sowie die soziokulturellen Rezeptionsbedingungen in Basel am Ende des 13. Jahrhunderts.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Hauptziel ist es, nachzuweisen, dass bestimmte klanglich überladene Minnelieder Konrads nicht als bloße Zufallsprodukte, sondern als konsequente Umsetzung seiner poetologischen Ideen und als bewusste 'Kunststücke' für ein literarisch gebildetes Publikum zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, insbesondere durch die enge Verknüpfung von poetologischen Selbstzeugnissen in Prologen mit der textnahen, formalen Untersuchung der lyrischen Werke (Reimstrukturen, Vokalspiel, rhetorische Figuren).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Konrads Selbstverständnis als Dichter, die Untersuchung seiner spezifischen Poetologie sowie eine ausführliche, formanalytische Betrachtung der klanglichen Struktur ausgewählter Minnelieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Konrad von Würzburg, Minnesang, Poetologie, Klangästhetik, Rezeptionsverhältnisse und die Wechselwirkung von Form und Inhalt im mittelalterlichen Dichten.

Warum spielt die Metapher der 'Nachtigall' eine so wichtige Rolle für Konrad?

Die Nachtigall dient Konrad als Metapher für den Dichter, der seine Kunst auch ohne Publikum aus eigenem Antrieb und Freude am Klang ausübt, was die Autonomie des Künstlers gegenüber den Erwartungen des Gönnersystems unterstreicht.

Wie ist Konrads 'Schüttelreim'-Technik in seinen Liedern einzuordnen?

Die Nutzung von Schüttelreimen und hochkomplexen Reimschemata wird als bewusste artistische Leistung interpretiert, die die Dominanz der Form über den Inhalt verdeutlicht und den klangorientierten Charakter seiner 'Kunststücke' betont.

Welche Bedeutung kommt dem 'Baum-Vergleich' in Konrads Prologen zu?

Der Vergleich dient als Modell für die Funktion von Dichtung: Die 'Blüte' repräsentiert das ästhetische Vergnügen und den klanglichen Genuss, während die 'Frucht' den didaktischen, lehrhaften Nutzen symbolisiert.

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Résumé des informations

Titre
Untersuchung zu Konrads Minnesang unter Einbeziehung poetologischer Äußerungen in seiner Epik
Université
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Note
1,0
Auteur
Johanna Zeiß (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
60
N° de catalogue
V83702
ISBN (ebook)
9783638877275
Langue
allemand
mots-clé
Untersuchung Konrads Minnesang Einbeziehung Epik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Johanna Zeiß (Auteur), 2007, Untersuchung zu Konrads Minnesang unter Einbeziehung poetologischer Äußerungen in seiner Epik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83702
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