Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken an der EUREX


Hausarbeit, 2007
30 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kreditderivate und Kreditrisiko
2.1 Kreditderivate-Markt
2.2 Kreditrisiko
2.3 Kreditderivate
2.3.1 Credit Default Swaps, Grundbaustein der Kreditderivate
2.3.2 Credit Linked Notes
2.3.3 First to Default Basket
2.3.4 Synthetische Collateralized Dept Obligations

3. EUREX
3.1 Allgemeines zur EUREX
3.2 EUREX Clearing AG

4. iTraxx
4.1 Allgemeines zum iTraxx
4.2 iTraxx Indizes
4.2.1 iTraxx Europe Benchmark
4.2.2 iTraxx Europe Hi Vol
4.2.3 iTraxx Crossover
4.2.4 EUREX iTraxx Credit Futures

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wachstum des Kreditderivate Marktes

Abbildung 2: Versicherte Referenzaktiva nach Branchen

Abbildung 3: Aufteilung der Risikokategorien

Abbildung 4: Überblick der Instrumente des Kreditrisikotransfers

Abbildung 5: Funktionsweise eines CDS

Abbildung 6: Cash-Settlement

Abbildung 7: Physical-Settlement

Abbildung 8: Cash Flow eines CDS ohne Default (A) und mit Default (B)

Abbildung 9: Grundstruktur eines CLN mit SPV

Abbildung 10: CLN ohne Credit Event

Abbildung 11: CLN mit Credit Event

Abbildung 12: Klassische synthetische CDO-Struktur

Abbildung 13: Cash-Flow-Profil eines CDO

Abbildung 14: EUREX Unternehmensstruktur

Abbildung 15: Aufbau der iTraxx Index Familie

Abbildung 16: Rating-Ausprägungen

Abbildung 17: Bloomberg-Auszug zu den Bid/Ask-Spreads zur Serie 7

Abbildung 18: Ermittlung Future Preis

Abbildung 19: Bloomberg Auszug zur Preisermittlung

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit sollen die wichtigsten Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken dargestellt werden. Da sich der Derivatemarkt, insbesondere der Kreditderivatemarkt, in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat, sollen hier die wichtigsten Instrumente in Bezug auf den Kreditderivate vorgestellt werden. Derivate bieten institutionellen Anleger neue Wege ihr Risiko abzusichern, zu diversifizieren und Arbitrage-Möglichkeiten zu nutzen. Durch die vielfältige Gestaltung der Produkte ergeben sich somit immer neue Wege, kostengünstiger und ertragserhöhender die Portfolien einer Bank zu managen. Besonders in Bezug auf die neuen Eigenkapitalvorschriften nach Basel II, bieten Kreditderivate eine Lösung um Klumpenrisiken abzubauen. Aus Platzmangel kann in dieser Hausarbeit nicht weiter auf die regulatorischen Vorschriften nach Basel II eingegangen werden. Die folgenden Kreditderivate werden alle als Produkte in Anlehnung an die Indizes an der EUREX gehandelt. Credit Default Swaps stellen die Grundbausteine der EUREX iTraxx Indizes dar. Diese Indizes etablierten sich in den letzten Jahren als Indikatoren für den europäischen Kreditmarkt.

2. Kreditderivate und Kreditrisiko

2.1 Kreditderivate-Markt

„Ein Kreditderivat ist ein bilateraler Finanzkontrakt, der es den Vertragsparteien (Sicherungsnehmer (Protection Buyer)/Sicherungsgeber (Protection Seller)) ermöglicht, Kreditrisiken isoliert handelbar zu machen und diese einander ohne den Transfer des zu grunde liegenden Instruments (Referenzaktivum/Reference Entity) weiterzugeben.“ (Zitat: Erste Bank, Kreditderivate: Fokus auf CDS)

Derivate werden in standardisierter Form, wie z.B. an der EUREX, oder direkt zwischen Vertragspartner auf OTC-Ebene (meist von Banken) gehandelt.

Exkurs OTC[1]

„Freiverkehrsmarkt der USA für Aktien und Anleihen im Interbankenhandel (…), der außerhalb der Verantwortung der Börse stattfindet, aber dennoch den geltenden gesetzlichen Bestimmungen für den Wertpapierhandel unterliegt. Im Optionshandel: Over-the-counter-Optionen zeichnen sich aus durch eine individuelle Laufzeit, fehlende Börsennotierung, wenig Transparenz und eine geringe Zugangsmöglichkeit für den privaten Investor.“

Das Wachstum des Kreditderivate Marktes hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und verzeichnete Zuwächse um bis das dreifachen. (s. Abbildung 1 Jahr 2004/2006)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:[2] Wachstum des Kreditderivate Marktes

Bei einem Kreditderivate möchte der Protection Buyer seine Position z.B. eine Unternehemensanleihe (Corporate Bond) versichern, gegen Zahlung einer Prämie an den Protection Seller. Versichert werden soll das Ausfall- und/oder Bonitätsrisiko des Referenzaktivums. Im Gegenzug verpflichtet sich der Protection Seller zu einer vertraglich vereinbarten Ausgleichszahlung im Falle einer Verschlechterung oder Ausfalls des Referenzaktivums.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:[3] Versicherte Referenzaktiva nach Branchen

Durch die neuen Instrumente wird das Management von Kreditrisiken vereinfacht. Das klassische Management der Banken Forderungspools bestand aus der Diversifikation und den damit verbunden Zukäufen oder Verkäufen am Primär- und Sekundärmarkt. Kreditderivate erlauben dem Risikokäufer, ohne Aufnahme von Finanzierungsmittel, durch Abtrennung des Kreditrisikos und anderer Risiken ihr Portfolio zu diversifizieren. Damit werden Transaktionskosten reduziert, die Geschwindigkeit und Flexibilität, mit der einzelne Risikopositionen verändert werden können nimmt zu, und ein aktives Portfolio Management wird möglich.[4]

2.2 Kreditrisiko

Wenn eine Bank ein Geschäft (z.B. Kredit, Unternehmensanleihen) abschließt, hat das Institut aus vielerlei Gründen ein Rückzahlungs-Risiko, in Verbindung mit einem evtl. daraus entstehenden Verlust. Das Risiko lässt sich in Abhängigkeit von verschiedenen Ursachen in unterschiedliche Kategorien einteilen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3:[5] Aufteilung der Risikokategorien

Für Kreditderivate soll das Kreditrisiko, welches weiter in Ausfall - und Bonitätsrisiko unterteilt werden kann, genauer beschrieben werden. Das Ausfallrisiko (Credit Event) beschreibt den Fall, dass bspw. der Schuldner eines Corporate Bonds bzw. einer andere Referenzadresse den Zahlungsverpflichtungen nur teilweise, verspätet oder gar nicht nachkommen kann oder will.

Credit Events

- Zahlungsunfähigkeit (bankrupcy)
- Zahlungsverzögerung (failure to pay)
- Zahlungsunwilligkeit
- Restrukturierung (restructuring)
- Down-Grading (Rating- bzw. Spread-Veränderungen,
(negative Änderung))

Dies kann sich auf die Erfüllung des zugrunde liegenden Geschäftes oder auf zwischenzeitlich anfallende Zahlungsströme, deren Höhe und Zeitpunkte, beziehen. Das Bonitätsrisiko beschreibt das Risiko einer Verschlechterung der Bonität (Down-Grading) des Schuldners oder der Referenz. Auswirkungen einer Verschlechterung zeigen sich darin, dass der Schuldner (z.B. Kreditnehmer) höhere Zinsen für Geldaufnahme zahlen muss, d.h. es werden durch den Gläubiger (z.B. Bank) höhere Risikoaufschläge verlangt. Sieht man sich einen klassischen Kredit an, bei dem die Bank dem Gläubiger einen Kredit gewährt, so fallen zu den Tilgungen auch periodisch anfallende Zinsen an. Für die in Kaufnahme des höheren Risikos, lasst sich die Bank einen höheren Zinssatz als bei vergleichbaren Krediten zahlen. Der übliche Kreditzins (risikofreier Zins), der Refinanzierungszins (EURIBOR, LIBOR) und der Risiko-Aufschlag (Risikoprämie oder Credit Spread) zusammen ergeben den zu zahlenden Zinssatz. Es kann somit gesagt werden, je höher die Rendite (risikofreier Zins + Credit Spread) desto höher ist das Risiko bzw. der Ausfall des Kredits. Ändert sich im Zeitverlauf die Bonität (Spezifisches Risiko) eines Schuldners oder des Marktsegments (Allgemeines Risiko), in welches das Unternehmen eingegliedert ist, so muss sich auch der Wert des Kredites bzw. der Credit Spread ändern. Das Spezifische Risiko kann wie erwähnt eine ganze Branche betreffen und für ein Unternehmen aus diesem Segment ist es schwer sich dieser Entwicklung zu entziehen. Das spezifische Risiko wird durch Einschätzungen des Marktes über die vermutliche Bonität des Schuldners (z.B. durch Nachrichte über das Unternehmen) dargestellt. Dies betrifft Unternehmen welche sich bspw. durch Unternehmensanleihen am Kapitalmarkt refinanzieren. Bonitätsschwache UN (Unternehmen) zahlen somit höhere Zinsen an ihre Shareholder, daher der Begriff Adressrisiko.[6]

Abbildung 4:[7] Überblick der Instrumente des Kreditrisikotransfers

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im nächsten Abschnitt sollen die Produkte, welche über Eurex-Plattform OTC dem Kreditrisikotransfer dienen vorgestellt werden. Dazu gehören die Gruppe der Kreditderivate im engeren Sinne (i.e.S.), die aus Verbriefungen und aus Kreditderivaten resultierenden hybriden Produkte.

2.3 Kreditderivate

2.3.1 Credit Default Swaps, Grundbaustein der Kreditderivate

CDS ermöglichen, durch Abtrennung des Kreditausfallrisikos vom zugrunde liegenden Geschäft, die Absicherung dieses Risikos gegen Zahlung einer Prämie (CDS-Spread). Durch den Kauf eines CDS (Short Position) kann z.B. ein Kreditportfolio oder ein Corporate Bond (einzeln: Single-Name-CDS oder ein CDS- Portfolio) gegen das genannte Risiko abgesichert werden (hedging). Teilnehmer am CDS sind: Sicherungskäufer/Protection Buyer, Sicherungsverkäufer/Protection Seller, Referezaktivum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5:[8] Funktionsweise eines CDS

Dies kann sinnvoll sein, wenn der kurzfristige Verkauf einzelner Engagements (Kredit/Forderung wird komplett verkauft und aus der Bilanz genommen (True Sale)) zu hohe Transaktionskosten verursachen würde. Der Verkauf (Long Position) von CDS kann zur Diversifikation über den Sekundärmarkt (Inter Banken Geschäft) des eigenen Portfolios führen und zur Ertragserhöhung beitragen.[9] Für den Verkauf eines CDS bzw. den Kauf des Risikos erhält der Protection Seller eine periodische Prämie (in Basispunkten (bps)) auf den Nominalbetrag des Referenzaktivums vom Protection Buyer. Im Falle eines Credit Events leistet der Protection Seller eine vorher vereinbarte Versicherungssumme. Die Credit Events und viele weitere Punkte der Verträgen sind mittlerweile über die International Swap and Derivative Association (ISDA) genau definiert und standardisiert worden. Die Standardverträge tragen zu einer größeren Transparenz im CDS-Markt bei. Tritt kein Credit Event ein, zahlt der Protection Buyer seine Prämie bis zum Laufzeitende (s. Abb. 4 A). Die am häufigsten gehandelte Laufzeit von CDS Kontrakten beträgt 5 Jahre. Tritt ein Credit Event ein, wird der Wertverlust durch einen Barausgleich (Cash-Settlement) oder durch einen physikalischen Ausgleich (Physical Settlement) bedient.

[...]


[1] http://boersenlexikon.faz.net/overthec.htm, Abgerufen am 10.05.2007

[2] EUREX, Credit Futures, 2006, S. 3

[3] Merril Lynch

[4] Vgl.: Kreditderivate: Fokus auf CDS, 2004, S.1

[5] Martin, Marcus R.W.; Reitz, Stefan; Wehn, Karsten; Kreditderivate und Kreditrisikomodelle, 2006, S. 2

[6] Vgl.: Martin, Marcus R.W.; Reitz, Stefan; Wehn, Karsten; Kreditderivate und Kreditrisikomodelle, 2006, S. 1 ff.

[7] Kreditderivate, 2005, S. 106

[8] Structured Credits, 2006, S. 6

[9] Vgl.: www.appkb.ch, abgerufen am 26.04.07

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken an der EUREX
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Finanzen
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V83878
ISBN (eBook)
9783638013864
Dateigröße
975 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Instrumente, Transfer, Kreditrisiken, EUREX, Finanzen
Arbeit zitieren
Nicole Nahlik (Autor), 2007, Instrumente zum Transfer von Kreditrisiken an der EUREX, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83878

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