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Die Etablierung der Kalmarer Union und die Folgen für die drei skandinavischen Staaten

Mit Ausblick bis zur Gegenwart

Titel: Die Etablierung der Kalmarer Union und die Folgen für die drei skandinavischen Staaten

Seminararbeit , 2007 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sebastian Putzier (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die wohl bekannteste Union der nordischen Staaten ist die Kalmarer Union (1397). Die Verbindung der Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden wurde in einer Personalunion vollzogen. Der Herrscher konnte aus jedem Königshaus der drei Staaten stammen. Die "große Allianz" der skandinavischen Königreiche wurde durch Handels- und Interessenkonflikte mit der Hanse auf eine große Probe gestellt. Letztendlich konnte sich das schwedische Reich unter Gustav Vasa aus der Union befreien und für einige Zeit zu einer europäischen Großmacht avancieren. Es gab aber nicht nur diese bedeutende Union sondern auch später bis in unsere Zeit hinein Verträge und Vereinigungen der skandinavischen Staaten. Schweden und Dänemark unterstützen einander zeitweise im Dreißigjährigen Krieg, erklärten im Ersten Weltkrieg ihre Neutralität, bauten ein Verteidigungsbündnis auf, bildeten den Nordischen Rat und trafen Wirtschaftsabkommen. Die Zusammenarbeit im Norden ist bis heute noch nicht unterbrochen. Einige Krisen und Rückschläge mussten die Bündnispartner hinnehmen und ihre Politik der Gegenwart anpassen. Viele politische und soziale Umbrüche in Nordeuropa wurden Vorbilder für die Politik auf dem europäischen Festland. Erst vor kurzem wurde in Kalmar die 600 Jahrfeier der Kalmarer Union begangen.
Alle drei Länder blicken mit verschiedenen Erinnerungen auf die Union zurück. Die Dänen verbinden mit der Auflösung des Bundes 1532 durch den Aufstand Gustav I. Vasa auch den Verlust des Status einer Großmacht. Für Schweden war das Ende der Union also eher ein Befreiungsschlag und der Schritt zur "politischen Emanzipation". Auch Norwegen konnte erst 1905 die Souveränität gegenüber Dänemark behaupten.
Im 19.Jahrhundert scheinen die Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden eher nebensächlich gewesen sein. Die Schweden unterstützen ihre Nachbarn im Kampf um Schleswig/ Holstein und im 20.Jahrhundert finden sich Vereinigungen wie der Nordische Ministerrat, die Nordische Interparlamentarische Union oder die Nordeuropäische Wirtschaftsorganisation.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die nordische Zusammenarbeit von der Kalmarer Union bis zu ausgewählten gegenwärtigen Ereignissen aufzuzeigen. Dabei geht es um die gegenseitige Einflussnahme bzw. Wechselwirkungen zwischen den skandinavischen Staaten und dem europäischen Festland.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Kalmarer Union

1.1 Margarete I. ordnet die unklaren Erbansprüche in Skandinavien

1.2 König Erich etabliert einen neuen Regierungsstil in Skandinavien – Der Weg in eine Zentralregierung?

1.2.1 Das neue „Reichssiegel“ als Bindeglied

1.2.2 Die Verwaltungsstruktur in der Kalmarer Union bringt wirtschaftlichen Aufschwung, außenpolitisches Ansehen und innenpolitische Unruhen

1.2.3 Erichs Herrschaft unterliegt einem Wendepunkt

2. Ein pommerscher Bayer auf dem Unionsthron

3. Die Oldenburger „Dynastie“ in Skandinavien

3.1 Christian I. von Oldenburg

3.2 Johann I.

4. Das Blutbad von Stockholm und der letzte Unionskönig

5. Ausblick

5.1 Der Kampf um die Hegemonie im Ostseeraum

5.2 Der Skandinavismus

5.3 Der beginn der Neutralitätspolitik

5.4 Die Zusammenarbeit im 20. Jahrhundert – ein kurzer Überblick

6. Abschlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die nordische Zusammenarbeit von der Entstehung der Kalmarer Union bis hin zu ausgewählten gegenwärtigen Entwicklungen. Das Hauptziel besteht darin, die gegenseitigen Einflussnahmen und die komplexen Wechselwirkungen zwischen den skandinavischen Staaten sowie deren Verhältnis zum europäischen Festland im historischen Verlauf aufzuzeigen.

  • Struktur und Entwicklung der Kalmarer Union (1397–1523)
  • Regierungsstile und Zentralisierungsbestrebungen der Unionskönige
  • Konflikte innerhalb der Union und der Zerfallsprozess
  • Die Rolle von Bündnispolitik, Hegemoniekämpfen und Neutralität
  • Skandinavismus und moderne nordische Zusammenarbeit

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Das neue „Reichssiegel“ als Bindeglied

Um Verfügungen und amtliche Vorgänge offiziell zu machen ist es vor allem im Mittelalter Gang und Gebe ein Siegel zu nutzen. Erst die Anbringung eines Siegels an einem Schriftstück beweist die Vollziehung oder Beglaubigung.

„Das Siegel ist also ein Erkennungs- und Beglaubigungszeichen. Um als solches verwendet werden zu können, bedarf es zweier Vorraussetzungen: einmal, dass das Siegelbild eine ganz bestimmte Persönlichkeit (den Siegelinhaber) zweifelsfrei bezeichnet, mithin eine einmalige Formgebung zeigt, zum andern, dass es ausschließlich von jenem Inhaber gebraucht wird. Dagegen verstoßen die beiden Siegelverbrechen der „Siegelfälschung“ und der „Siegelanmaßung“. Ihre besonders strenge Ahnung ist also notwendig, um dem Siegel die hohe rechtliche Qualität zu sichern, die es seit dem Mittelalter bis heute besitzt.“16

Jedes der Reiche besaß ein eigenes Siegel, dass von König und Reichsrat genutzt wurde um staatliche Verfügungen zu bestätigen. Nebenher besaßen die Könige mehr oder weniger private Siegel, um Privilegien oder Erlässe ihres eigenständigen Bestimmungsbereiches zu beurkunden. Zum ersten Mal in der skandinavischen Geschichte war es notwendig geworden, ein „gesamtterritoriales“ Siegel einzusetzen. Auf der einen Seite war Erich pommerscher Herkunft und musste um sich auszuweisen, sein Stammland in seinem Siegel vereinigen. Auf der anderen Seite war er der König, der in allen drei nordischen Reichen die Insignien der Macht in der Hand hielt. So war es nur logisch, dass er die für die Länder typischen Wappenelemente in sein Siegel aufnahm. Die Schaffung eines einzigen Siegels war zudem auch ökonomisch sinnvoll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Kalmarer Union: Analysiert die Gründung unter Margarete I. sowie den Versuch König Erichs, durch Zentralisierungsmaßnahmen und ein einheitliches Reichssiegel eine gefestigte Union zu schaffen.

2. Ein pommerscher Bayer auf dem Unionsthron: Beschreibt die Regierungszeit von Christoph III., der nach dem Zerfall der Union durch gezielte Rechtsreformen und die Stärkung Kopenhagens für eine erneute Stabilisierung sorgte.

3. Die Oldenburger „Dynastie“ in Skandinavien: Erläutert die Herrschaftsjahre von Christian I. und Johann I., die trotz interner Konflikte und Widerstände versuchten, die Vormachtstellung des dänischen Königtums innerhalb der Union zu festigen.

4. Das Blutbad von Stockholm und der letzte Unionskönig: Dokumentiert das Scheitern der Union unter Christian II., dessen Vorgehen in Stockholm zum endgültigen Bruch und dem Aufstieg von Gustav I. Wasa führte.

5. Ausblick: Untersucht die Epoche nach der Union, geprägt von hegemonialen Kämpfen im Ostseeraum, dem Aufkommen des Skandinavismus und der Entwicklung einer neutralitätsbasierten Außenpolitik.

6. Abschlussbetrachtungen: Fasst zusammen, dass trotz fehlender rechtlich bindender Institutionen in der frühen Neuzeit die nordische Zusammenarbeit historische Wurzeln besitzt, die im 20. Jahrhundert durch Gremien wie den Nordischen Rat institutionalisiert wurden.

Schlüsselwörter

Kalmarer Union, Skandinavien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Personalunion, Erich von Pommern, Zentralisierung, Reichssiegel, Hanse, Skandinavismus, Neutralitätspolitik, Nordischer Rat, Machtpolitik, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung der politischen Einheit zwischen den skandinavischen Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden, beginnend mit der Etablierung der Kalmarer Union im Jahr 1397 bis hin zur modernen nordischen Zusammenarbeit.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Thronfolge- und Heiratspolitik, der herrschaftlichen Zentralisierung, den Konflikten zwischen den Unionspartnern sowie der späteren Entwicklung hin zu einem Nordischen Staatenverbund im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gegenseitige Einflussnahme der skandinavischen Reiche aufeinander sowie ihre wechselhafte Beziehung zum europäischen Festland und den damaligen Machtstrukturen wie der Hanse aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verfolgt?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Analyse historischer Quellen, Unionsakten sowie zeitgenössischer wissenschaftlicher Literatur, um den Prozess der Integration und des späteren Zerfalls der Union objektiv nachzuvollziehen.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil werden detailliert die Regierungsstile der Unionskönige, die Bedeutung politischer Symbole wie des Reichssiegels, wirtschaftliche Faktoren und die internen Krisen analysiert, die schließlich zum Ende der Union im Jahr 1523 führten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Kalmarer Union, Personalunion, Zentralisierungsbestrebungen, skandinavische Kooperation, Hegemonialkämpfe und nordische Einheitsbestrebungen.

Warum war das „Reichssiegel“ für die Unionskönige so bedeutsam?

Das Reichssiegel diente als Symbol für die angestrebte Zentralgewalt. Es ermöglichte die Beglaubigung von Gesetzen für alle drei Reiche durch den König, ohne dass dieser ständig persönlich in allen Ländern präsent sein musste.

Was führte historisch zum Untergang der Kalmarer Union?

Neben den wachsenden Konkurrenzkämpfen und der wirtschaftlichen Privilegierung Dänemarks gegenüber den anderen Partnern, stellte das „Blutbad von Stockholm“ im Jahr 1520 den entscheidenden Wendepunkt dar, der den Widerstand unter Gustav Wasa endgültig radikalisierte.

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Details

Titel
Die Etablierung der Kalmarer Union und die Folgen für die drei skandinavischen Staaten
Untertitel
Mit Ausblick bis zur Gegenwart
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut - Nordische Geschichte)
Veranstaltung
Nordische Unionen 1319-1905
Note
2,0
Autor
Sebastian Putzier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V84047
ISBN (eBook)
9783638004602
ISBN (Buch)
9783638912334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Etablierung Kalmarer Union Folgen Staaten Nordische Unionen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Putzier (Autor:in), 2007, Die Etablierung der Kalmarer Union und die Folgen für die drei skandinavischen Staaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84047
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Leseprobe aus  25  Seiten
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