Agrarstrukturen in Niederschlesien bzw. Polen im Kontext der Transformation


Seminararbeit, 2006

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Eingrenzung des Untersuchungsraumes

III. Natürliche Grundlagen der Agrarproduktion in Polen
1. Klima
2. Böden
3. Relief
4. Bevölkerungsdichte

IV. Historische Entwicklung des Agrarsektors
1. Der Agrarsektor vor der Transformation
2. Der Agrarsektor in der Transformationsphase
3. Veränderungen durch den EU- Beitritt
4. Aktuelle Problemfelder

V. Fazit

Anhang: Literaturverzeichni

I. Einleitung

Mit seinem Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 ist Polens Landwirtschaft in eine neue Dimension vorgedrungen: einerseits ist nun der Zugang zu Fördergeldern, zu technischer und wirtschaftlicher Hilfe wesentlich einfacher möglich als zuvor. Andererseits hat sich die Konkurrenzsituation für die polnischen Betriebe aber nochmals verschärft. Es sind sowohl Chancen, als auch Risiken für den Agrarsektor Polens mit dem EU Beitritt verbunden. Erleichtert wurde die Anpassung an die EU Normen sicherlich durch die umfassende Transformation seit 1990, weshalb innerhalb der vorliegenden Arbeit die historische Entwicklung der Landwirtschaft Polens kritisch dargestellt werden soll, um am Ende ein prägnantes Fazit der genutzten und verpassten Chancen zu erlauben. Fokus der Arbeit soll hierbei die Wojewodschaft Niederschlesien sein. Deshalb wird zu Beginn die Verwaltungsreform von 1990 kurz vorgestellt, um die räumliche Eingrenzung des Untersuchungsraumes zu verdeutlichen.

II. Eingrenzung des Untersuchungsraumes

Polen grenzt mit seinen westlichen Gebieten direkt an die Bundesrepublik Deutschland an. Dort wurden in jüngster Zeit viele so genannte „Euro- Regionen“ gegründet, welche die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erleichtern sollen. Aber auch innerhalb Polens wurden die territorialen Verwaltungseinheiten neu gegliedert um sich besser in ein „Europa der Regionen“ einzupassen.

Zum ersten Januar 1999 trat das dreistufige Verwaltungsreformgesetz in Kraft. Es beinhaltet eine Reduktion der Wojewodschaften von ehemals 49 kleineren (seit 1975 bestehenden), zu 16 größeren Wojewodschaften, welche in ihrer Funktion etwa den deutschen Bundesländern entsprechen (Abb.1). Darunter bilden die Kreise und Gemeinden die unteren Verwaltungseinheiten. Die Zielsetzung der Reform ist eine möglichst hohe Dezentralisierung gemäß dem Subsidiaritätsprinzip, eine allgemeine Stärkung der Wojewodschaften und damit die Ermöglichung von interregionalen und transnationalen Kooperationen. Selbiges wurde durch die Gründung der genannten Euro- Regionen teilweise schon in befriedigendem Maße erreicht. Jedoch sind insbesondere die früheren Oberzentren der (kleineren) damaligen Wojewodschaften Verlierer der Reform, zugunsten der neuen Kreisstädte und größeren Agglomerationen[1].

Abb. 1: Polens administrative Gliederung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Droth/Grimm/Haase, 2000: 102

Die Raumschaft Niederschlesien fällt heute mit der Wojewodschaft „Dolnoslaskie“ zusammen. Da es aber auch eine Wojewodschaft „Slaskie“ gibt, empfiehlt es sich, bei jener von Oberschlesien anstatt nur von Schlesien zu sprechen, um semantische Irritationen zu vermeiden. Niederschlesien umfasst im südwestlichen Teil Polens ein Gebiet von etwa 20.000 km2 mit knapp 3 Mio.. Einwohnern. Wichtigste Städte sind Breslau, Waldenburg, Liegnitz, Hirschberg und Glatz.

III. Natürliche Grundlagen der Agrarproduktion in Polen

1. Klima

Polen liegt im Übergang vom osteuropäischen Kontinentalklima zum atlantisch bestimmten Klima. Ersteres zeichnet sich durch relative Trockenheit, warme Sommer und kalte Winter aus, letzteres erreicht insbesondere im Winter deutlich höhere Niederschlagssummen und ist allgemein gemäßigter. Die höchsten Temperaturen werden im Juli, die niedrigsten im Januar erreicht, wobei wie angesprochen die Durchschnittstemperaturen nach Osten hin abnehmen, ebenso wie die Randgebirge deutlich kühler und feuchter sind als Zentralpolen (vgl. Abb. 3)[2].

Niederschlesien ist von Klima sehr begünstigt (vgl. Abb. 2), es hat eine Vegetationsperiode von über 230 Tagen, gegenüber 210 Tagen im Durchschnitt Polens[3]. Im schlesischen Tiefland werden auch absolut die höchsten Temperaturen erreicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.klimadiagramme.de (24.05.2006)

2. Böden

Landwirtschaftlich hervorragend nutzbare Böden finden sich in Polen nur auf 11,5 % der Landesfläche, wohingegen über ein Drittel der Böden eine schwache oder gar sehr schwache Fruchtbarkeit aufweist[4]. Wiederum hat Niederschlesien hier eine Sonderstellung inne, da es mit seinen Lößböden äußerst fruchtbar ist; deshalb werden hier auch Zuckerrüben angebaut, was anderswo nicht möglich ist. So ist der Ertrag pro Hektar Ackerland in Niederschlesien trotz des relativ geringen Düngemitteleinsatzes sehr hoch[5].

3. Relief

Im Westen Niederschlesiens, in den Sudeten, aber auch in den anderen Randgebirgen wie beispielsweise den Karpaten, ist die Reliefenergie sehr hoch, was einen großflächigen Einsatz von Maschinen verhindert und somit einen hohen Arbeitseinsatz erfordert. Die Produktivität ist in diesem Gebieten daher sehr eingeschränkt und erstreckt sich häufig nur auf familiäre Subsistenzbetriebe. In Zentralpolen sind hingegen weite Beckenflächen bestens für den Einsatz von Großmaschinen geeignet (Abb. 3).

[...]


[1] Droth/ Grimm/ Haase, 2000: 101-103.

[2] www.wikipedia.de (18.05.2006)

[3] Bingen, 1998: 7- 12.

[4] Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, 2005: 11; Slodowa- Helpa, 1997: 18-20.

[5] Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, 2005: 30.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Agrarstrukturen in Niederschlesien bzw. Polen im Kontext der Transformation
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Kulturgeographie)
Veranstaltung
Regionales Proseminar: Euro-Region-Neiße
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V84285
ISBN (eBook)
9783638002578
ISBN (Buch)
9783638912563
Dateigröße
1002 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Einige Tabellen und Figuren und umfangreiche Bibliographie
Schlagworte
Agrarstrukturen, Niederschlesien, Polen, Kontext, Transformation, Regionales, Proseminar, Euro-Region-Neiße
Arbeit zitieren
Johannes Ohnmacht (Autor), 2006, Agrarstrukturen in Niederschlesien bzw. Polen im Kontext der Transformation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84285

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