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Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung

Jugend = Gesundheit: stimmt diese Formel und stimmt sie für alle Kinder und Jugendliche gleichermaßen?

Titre: Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung

Dossier / Travail , 2007 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Christian Schuschies (Auteur)

Santé - Divers
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Die demografische Entwicklung lässt erwarten, dass im Jahre 2050 nur etwa die Hälfte der Bevölkerung sich im Erwerbsalter befinden wird und daher die andere Hälfte zu versorgen hat. Von der heute jungen Bevölkerungsgruppe wird daher für die Zukunft eine hohe Leistungsfähigkeit erwartet. Daher ist es umso wichtiger, dass den folgenden Generationen die wichtige Ressource Gesundheit zur Verfügung steht. Zwar hält sich in der Gesellschaft die Meinung „Jugend = Gesundheit“, aber stimmt diese Formel und stimmt sie für alle Kinder und Jugendliche gleichermassen? Aus der Gesundheitsberichterstattung und den Berichten der bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ist ersichtlich, dass es im Gesundheitsverhalten und der körperlichen und psychischen Gesundheit sowohl von Erwachsenen, als auch von Kindern und Jugendlichen Unterschiede zwischen den sozialen Schichten gibt. In Bezug auf die Gesundheitsrisiken bestätigt sich die zentrale These der schichtspezifischen Sozialisationsforschung, dass die durch die ungleiche berufliche Alltagserfahrung und Bildung beeinflusste Persönlichkeitsstruktur der Eltern, in der familialen Interaktion durch bestimmte Erziehungspraktiken an die Kinder weitergegeben und auf diese Weise der soziale Status durch die Sozialisation vererbt wird. Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus haben ein grösseres Gesundheitsrisiko, als solche aus Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus.
Das Fazit lautet daher: Die Formel „Jugend = Gesundheit“ stimmt nicht. Aber: Jugend kann mit Gesundheit assoziiert werden, solange diese in einer höheren sozialen Schicht stattfindet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zur Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

1.2 Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft

2. Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Sozialforschung und der Gesundheitsberichterstattung.

2.1 Sozialisation und soziale Ungleichheit

2.2 Ausgewählte Ergebnisse der Expertise des Robert-Koch-Instituts zum Thema „Armut soziale Ungleichheit und Gesundheit“

2.3 Ausgewählte Ergebnisse der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS)

3. Zusammenfassung

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Formel "Jugend = Gesundheit". Das primäre Ziel ist es, mithilfe epidemiologischer Daten und Erkenntnissen der Gesundheitsberichterstattung zu analysieren, ob diese Annahme für alle Heranwachsenden gleichermaßen zutrifft oder ob soziale Ungleichheiten die Gesundheitschancen signifikant beeinflussen.

  • Zusammenhang zwischen sozialem Status und kindlicher Entwicklung
  • Einfluss von Armut auf die körperliche und psychische Gesundheit
  • Analyse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)
  • Prävalenz von gesundheitsrelevanten Risikofaktoren wie Tabakkonsum
  • Verbreitung von Übergewicht und Adipositas in verschiedenen sozialen Schichten
  • Perspektiven durch das Salutogenese-Konzept

Auszug aus dem Buch

2.1 Sozialisation und soziale Ungleichheit

„Eine gute körperliche psychische und soziale Gesundheit hilft Jugendlichen die Vielzahl von Herausforderungen des Heranwachsens produktiv zu bewältigen. Kindheit und Jugend sind sensible Perioden, in denen wesentliche Muster des Gesundheitsverhaltens entstehen und sich stabilisieren. In diesen Lebensphasen entwickeln sich Grundstrukturen individueller Verhaltensweisen, die im Erwachsenenalter fortgeführt werden“ (HURRELMANN et al 2006a, S.86).

An dieser Stelle wird eine Problematik sichtbar, denn soziale Unterschiede in der Gesellschaft zeigen hier ihre Wirkung. Die soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wird weitgehend vom sozialen Umfeld beeinflusst, das heisst in den meisten Fällen von der Familie in der sie leben.

Vor allem Kinder im Vorschulalter sind stark von den Möglichkeiten der Eltern abhängig, durch entsprechende Arrangements Erfahrungen ausserhalb der Wohnung zu erschliessen. Es gibt nur wenige Felder in denen sich kindliche Aktivitäten spontan und ungeplant in der räumlichen Umwelt entfalten können. Es sind die Erwachsenen mit ihrer eigenen sozialen Prägung und ihrem eigenen pädagogischem Verständnis, welche die möglichen Spielplätze ihrer Kinder einrichten. Die Möglichkeiten der Kinder zur Selbstbestimmung und Selbstregulierung wird dadurch eingeschränkt. Diese Situation wird noch dadurch geschärft, dass die soziale und ökonomische Lage einer Familie, also die Unterschiede in den wichtigsten Ressourcen Einfluss, Einkommen, Besitz und Bildung auf die Eltern-Kind-Beziehung ausstrahlen. Die Verteilung der materiellen und nichtmateriellen Ressourcen ist in unserer Gesellschaft durch eine erhebliche Ungleichheit gekennzeichnet. Die Stabilität der Verteilung der Ungleichheit von einer Generation zur nächsten erweist sich als hoch. Die soziale Position in der Gesellschaft wird in grossem Umfang an die Generation der Kinder weitergegeben, was im eigentlichen Sinne eine Reproduktion der sozialen Ungleichheit von einer Generation zur nächsten bedeutet (vergl. HURRELMANN 2002/2006b S. 170f, S. 251).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Epidemiologie sowie Gesundheitsberichterstattung und erläutert die Bedeutung der Generationengerechtigkeit für eine alternde Gesellschaft.

2. Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Sozialforschung und der Gesundheitsberichterstattung.: Dieser Teil analysiert den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit, Armutsrisiken und dem Gesundheitszustand von Kindern, gestützt durch Daten des Robert-Koch-Instituts und den KiGGS-Survey.

3. Zusammenfassung: Die Kernaussage betont, dass die Formel "Jugend = Gesundheit" durch nachgewiesene soziale Gradienten entkräftet wird, da Heranwachsende aus unteren sozialen Schichten höhere Gesundheitsrisiken tragen.

4. Ausblick: Hier wird diskutiert, dass soziale Ungleichheit nicht zwangsläufig in Krankheit münden muss und das Salutogenese-Konzept als Ansatz für zukünftige Gesundheitsförderung vorgestellt.

Schlüsselwörter

Gesundheitssituation, Kinder, Jugendliche, Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung, Sozialisation, soziale Ungleichheit, Armut, KiGGS, Suchtprävention, Tabakkonsum, Adipositas, Gesundheitsrisiken, Salutogenese, Gesundheitsverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die verbreitete Annahme, dass Jugend automatisch mit guter Gesundheit gleichzusetzen ist, und prüft diese auf ihre Allgemeingültigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit, familiärem Hintergrund und Armut auf die körperliche sowie psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, anhand empirischer Daten aufzuzeigen, ob der soziale Status eine gesundheitliche Ungleichheit unter Kindern und Jugendlichen verursacht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, epidemiologische Daten der Gesundheitsberichterstattung sowie Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Sozialisationsforschung, der Expertise des Robert-Koch-Instituts zu Armut und Gesundheit sowie spezifischen Daten zu Suchtmittelkonsum und Adipositas bei Heranwachsenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind soziale Ungleichheit, Gesundheitsberichterstattung, KiGGS-Studie, Prävention und Salutogenese.

Welche Bedeutung haben die Brandenburger Einschulungsuntersuchungen für die Arbeit?

Diese Daten dienen als Fallbeispiel, um die Korrelation zwischen der sozialen Herkunft und dem Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Schulkindern direkt zu belegen.

Warum wird das Salutogenese-Konzept im Ausblick thematisiert?

Es wird angeführt, um aufzuzeigen, dass trotz belastender sozialer Faktoren Ansätze existieren, die Menschen trotz dieser Umstände gesund erhalten können.

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Résumé des informations

Titre
Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung
Sous-titre
Jugend = Gesundheit: stimmt diese Formel und stimmt sie für alle Kinder und Jugendliche gleichermaßen?
Université
University of Applied Sciences Hamburg
Note
1,3
Auteur
Stefan Christian Schuschies (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
17
N° de catalogue
V84750
ISBN (ebook)
9783638015325
ISBN (Livre)
9783638918312
Langue
allemand
mots-clé
Gesundheitssituation Kindern Jugendlichen Ergebnisse Epidemiologie Gesundheitsberichterstattung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Christian Schuschies (Auteur), 2007, Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und der Gesundheitsberichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84750
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Extrait de  17  pages
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