Das Frauenbild im Theater Lope de Vegas

Mit besonderem Augenmerk auf den Werken "El Acero de Madrid", "Peribáñez y el Comendador de Ocaña" und "El Caballero de Olmedo"


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Rein äußerlich

Ausdruck der Schönheit der Frau und ihre Metaphern

Schönheit und Ehre

Tugenden

Schluss

Bibliographie

Einleitung

Lope de Vega, einer der berühmtesten spanischen Figuren des Siglo de Oro schrieb zwischen 1585 und 1631 zahlreiche Theaterstücke, die zu damaliger und heutiger Zeit mit großer Begeisterung gelesen oder dargeboten und aufgenommen wurden. Es wird geschätzt, dass Lope insgesamt mehr als 1500 Theaterstücke schrieb, von denen uns leider nur noch rund ein Drittel erhalten sind.

Lope de Vega, selbst aus einfachen Verhältnissen stammend, gilt als der Begründer des spanischen Nationaltheaters. In seinen Theaterstücken spielen auffällig oft als wunderschön angepriesene Frauen eine große Rolle. Diese Frauen und die mit ihnen verbundene Ehre ihrer Männer stellen in vielen Stücken einen Streitpunkt dar, den es für die verschiedenen Parteien des Theaterstücks natürlich immer zu verteidigen gilt- und lohnt. Jedoch führt dies in den meisten Fällen zu einem unlösbaren Konflikt, der logischerweise tragisch enden muß:

Die Frau in vielen seinen Comedias lässt diese somit zu Tragicomedias werden. Ohne die Rolle der Frau wären viele der Stücke Lopes schier unvorstellbar, da sie dann ganz ohne Problemstellung existieren würden und somit ihre Wirkung als Theaterdrama weit verfehlt hätten.

Glücklicherweise ist dies in den Stücken Peribañez y el Comendador de Ocaña und El caballero de Olmedo nicht der Fall. Die Schöne macht die Dramen zu dem, was sie sind- es sind Dramen, in denen die Verteidigung, Wiederherstellung der Ehre und der Besitzanspruch auf eben diese schöne Frau der Grund für packende Szenen und ein zumeist blutiges Ende sind.

Doch auch in den etwas gewaltfreieren Dramen wie beispielsweise im El Acero de Madrid spielt die Liebe der Frauen die zentrale Rolle des Stückes.

Zwar fliest in El Acero de Madrid kein Blut, doch stiftet dieses Thema doch reichlich Verwirrung und lässt auch einmal den Degen ziehen.

In Lopes eigenem Leben gab es eine Reihe von Frauen mit denen er in heftige Liebesaffären verstrickt war, die ihn auch einmal in ein Exil nach Valencia verbannten.

Diese Bewegung von der Komödie hin zur Tragikomödie weist somit vielleicht sogar autobiografische Züge auf.

Was hat es nun auf sich mit der geheimnisvollen Schönen Frau, wie wird diese in Lopes Dramen dargestellt?

Gibt es einheitliche Richtlinien oder Tendenzen, wie die schöne begehrenswerte Frau dieser Dramen aussieht und gekleidet ist?

Oder ist etwa das Verhalten dieser Schönen reglementiert; und wenn ja, warum?

Nur aufgrund ihrer Schönheit?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ihrem Äußeren und den ihr auferlegten Verhaltensregeln?

Gerade weil die Frau in jedem von uns bisher gelesenen Drama soviel Konflikte und auch soviel fliesendes Blut provoziert hat, sind dies einige der fragen, die sich mir beim Umgang mit Lopes Werken über den Lauf der Zeit gestellt haben und genau deshalb finde ich, dass die Erörterung des Themas „Das Frauenbild im Theater Lope de Vegas“ ein zentraler Aspekt zum Verständnis Lopes Theaterstücke darstellt.

Rein äußerlich

Wie schon in meiner Einleitung angedeutet, vertrete ich den Standpunkt, dass Lopes Komödien durch einen sehr positiven Aspekt, die natürliche Schönheit einer schönen jungen Frau einen Wandel zur Tragikomödie durchmachen., die, wie der Name schon besagt ein tragisches, zumeist blutiges Ende hat.

Auch ganz generell bestand im Äußeren der spanischen Frau des Siglo de Oro, ganz unabhängig von Lope de Vegas Sicht der Dinge, ihre wichtigste Eigenschaft in ihrer Schönheit. Genauso sieht es auch Smith , die ich an dieser Stelle zitieren möchte:

We have seen, for example, that physical beauty and its trappings were of paramount concern to women of Golden Age Spain.

Smith verweist daraufhin auf die Feministin Naomi Wolf, die in der Schönheit einer Frau auch das sieht, was die Frauen den Männern untertan gemacht hat, beziehungsweise das, was die Männer um die Frau streiten lässt und nicht andersherum.

Doch in meiner Hausarbeit geht es gar nicht so sehr darum, wer um wen wirbt, sondern will ich einen Schritt weitergehen und mir selbst die Frage stellen, warum diese Dramen eine Frau in den Mittelpunkt stellen, beziehungsweise den Streit, den Konflikt um sie.

Es erscheint fast so, als ob die Schönheit einer Frau proportional zum Streit den sie dadurch auslöst, wirkt.

Ein erstes Beispiel ist Doña Inés, die im ersten Akt des El Caballero de Olmedo in einem Zwiegespräch von Don Alonso, dem Ritter von Olmedo und Fabia, einer alte Kupplerin von beiden Seiten gleichermaßen mit Lobpreisungen auf ihr Äußeres überhäuft wird (Verse 74- 182).

Don Alonso beginnt in dieser Szene, über seine erste Begegnung mit Doña Ines zu sprechen, und beschreibt sie sogleich als das zweite Aufgehen der Sonne an diesem Tage. Er preist zunächst ihr schönes Haar an, und schon hier verweist er schon im nächsten Vers darauf, dass diese Schönheit Probleme verursachen könnte. Er spricht vom Anlocken vieler Männer, die in eine Falle treten. Schon hier bekommt die Schöne und dem Leser sowie Don Alonso selbst noch unbekannte Inés Züge einer „Femme Fatale“ aufgedrückt.

Doch damit nicht genug: Die Schilderung Don Alonsos setzt sich fort:

Ihre Augen bestätigen dies noch zunehmend: Er schreibt, dass sich jeder Mann darum reißen würde, wegen dieser Augen in den Tod zu stürzen, ja sogar glücklich darüber zu sein.

Und weiter geht die Reise durch den Körper Inés.

Als nächstes kommen ihre Hände zur Geltung. Es wird ein Bild einer geschickten Klinge erstellt, die zweifelsohne verwunden wird.

Bis zu diesem Punkt wurde jeder einzelne von Don Alonso genannte Punkt der Schönheit Inés mit einem tragischen Bild behaftet, das uns sehr wohl unmissverständliche Hinweise auf den Ausgang des Stückes geben könnte.

Vielleicht sind uns diese Bilder und die Tatsache, dass sie alle in die gleiche Richtung hinauslaufen beim ersten Lesen noch nicht ganz eindeutig gewesen, doch spätestens wenn man das Ende des Stückes kennt, liest man etwas ganz anderes in diesen Anpreisungen der Schönheit:

Don Alonsos frühe Vorahnungen von seinem Tode.

Die Hindernisse, die die beiden Liebenden, die Schöne und ihr meist auch sehr schöner und sympathischer Geliebter, nicht aus dem Wege räumen konnten, führen zu den von der Schönheit der Frau heraufbeschworenen Probleme:

Im Falle Alonsos stellt Rodrigo das hauptsächliche Hindernis dar, weiter ist der noch nicht in Kenntnis gesetzte Vater Inés, Don Pedro, sowie Fernando, Rodrigos Kumpane, der Liebe auch im Weg.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Frauenbild im Theater Lope de Vegas
Untertitel
Mit besonderem Augenmerk auf den Werken "El Acero de Madrid", "Peribáñez y el Comendador de Ocaña" und "El Caballero de Olmedo"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar: Lope de Vega
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V84882
ISBN (eBook)
9783638014090
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbild, Theater, Lope, Vegas, Proseminar, Lope, Vega
Arbeit zitieren
Christian Dunke (Autor), 2005, Das Frauenbild im Theater Lope de Vegas , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84882

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