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Der systemdynamische Ansatz. Differntielles Lernen im Fußball.

Title: Der systemdynamische Ansatz. Differntielles Lernen im Fußball.

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 46 Pages , Grade: 1

Autor:in: Bacc. Manuel Pircher (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Unter differentiellem Lernen versteht man einen Ansatz im Bewegungslernen, der im Gegensatz zur methodischen Übungsreihe steht. Beim Ansatz des differentiellen Lernens und Lehrens (differential learning approach) wird die Offenheit, Dynamik und Komplexität des Systems Mensch für das erlernen von Bewegungsmustern genutzt, um durch eine Vielzahl von Übungsdifferenzen einen selbstorganisierenden Prozess auszulösen und das finden des eigenen Bewegungsoptimum zu ermöglichen, ohne ein fremdes Vorbild kopieren zu müssen (Birklbauer 2006).
Viele Studien belegen die Überlegenheit des differentiellen Ansatzes im vergleich zum klassischen Trainingsansatz (Römer & Schöllhorn 2003; Schöllhorn, Röber, Jaitner, Hellstern & Käubler 2001; Beckmann & Schöllhorn 2003; Sechelmann & Schöllhorn 2003; Schöllhorn, Sechelmann, Trockel, Westers 2004). Ziel der Arbeit ist es dem Leser die aktuellsten Untersuchungen zum differentiellen Lernen im Fußball näher zu bringen und ein grundlegendes Wissen über die Modelle der Bewegungsteuerung und des motorischen Lernens zu vermitteln.

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Inhaltsverzeichnis

1. Differentielles Training: Modeerscheinung oder Notwendigkeit?

2. Systemdynamische Modelle (action approaches)

2.1 Der Ansatz von Bernstein

2.1.1 Die Bernsteinsche Koordinationshypothese: „from freezing to freeing"

2.1.2 Der ganzheitliche Charakter der Bewegung

2.2 Der ökologische Ansatz nach Gibson (ecological approach)

2.2.1 Time to contact Hypothese

2.2.2 Affordanzen

2.2.3 Kritikpunkte am ökologischen Ansatz

2.3 Synergetik - Die Lehre vom Zusammenwirken

2.3.1 Grundbegriffe der Synergetik

2.3.2 Die Selbstorganisation des Lasers

2.3.3 Das Haken-Kelso-Bunz-Modell für gekoppelte Fingerbewegungen

3. Differentielles Lernen nach Schöllhorn

3.1 Traditionelles und differentielles Verständnis von Variation

3.2 Variationsmöglickeiten

3.3 Kritik an den klassischen Lernmethoden

3.4 Andere Konzepte des variablen Übens

4. Ausgewählte Studien zum differentiellem Lernen

4.1 Differenzielles Lernen im Kugelstoßen

4.2 Differentielles Training der Sprungkraft im Nachwuchshandball

4.3 Differentielles Training des Fußballtorschusses

4.4 Differentielles Training des Fußballpassspieles

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den systemdynamischen Ansatz sowie das Konzept des differentiellen Lernens als alternative Lehrmethode im Fußball, um die Förderung individueller technischer Fertigkeiten anstelle starrer, traditioneller Einschleifmethoden zu analysieren.

  • Grundlagen systemdynamischer Modelle und Selbstorganisation
  • Kritische Analyse traditioneller Lernmethoden im Sport
  • Theorie und Praxis des differentiellen Lernens nach Schöllhorn
  • Vergleichende Analyse empirischer Studien in verschiedenen Sportarten
  • Implikationen für die moderne Trainingspraxis und individuelle Leistungsentwicklung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Bernsteinsche Koordinationshypothese: „from freezing to freeing"

Nach Bernstein ist die Koordination die Organisation der Steuerbarkeit des Bewegungsapparates. (Bernstein, 1975)

Bernstein nahm an, dass das motorische Lernen, das in der allmählichen Beherrschung der Freiheitsgrade besteht, in drei Stadien erfolgt, der Verminderung, der Exploration und der Ausnutzung der Freiheitsgrade. (Pesce, 2003)

1. Verminderung, Fixierung überflüssiger Freiheitsgrade: Am Anfang des Lernprozesses von Bewegungen verfolgt der Lernende eine primitive Strategie: „Er fixiert alle Gelenke des Bewegungsvorganges durch gleichzeitige Anspannung aller Antagonisten und schaltet damit von vornherein alle Freiheitsgrade mit Ausnahme des einen oder der zwei aus, die für die betreffende Bewegungsphase unbedingt notwendig sind. Eine Reduktion der Freiheitsgrade ist notwendig, um dem Lernenden die Lösung der Bewegungsaufgabe mit seinem Leistungspotenzial überhaupt erst einmal zu ermöglichen, was z.B. mittels der Techniken Gelenkblockierung oder Bewegungssymetrisierung von rechten und linken Gliedmaßen geschehen kann. Die Bewegung wirkt in diesem Stadium somit eckig und ungeschickt, die Körperhaltung und Mimik gespannt, die Atmung angehalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Differentielles Training: Modeerscheinung oder Notwendigkeit?: Einleitung in die Problematik des modernen Fußballtrainings und Abgrenzung zum Ziel der individuellen Förderung.

2. Systemdynamische Modelle (action approaches): Darstellung der theoretischen Grundlagen der Bewegungssteuerung und motorischen Lernens aus systemdynamischer Sicht.

3. Differentielles Lernen nach Schöllhorn: Erläuterung des differentiellen Lernansatzes und dessen Abgrenzung zu klassischen, methodischen Trainingsreihen.

4. Ausgewählte Studien zum differentiellem Lernen: Präsentation empirischer Ergebnisse, die die Effektivität des differentiellen Trainings in verschiedenen Sportarten und Disziplinen belegen.

5. Zusammenfassung: Resümee des aktuellen Wissensstandes und Plädoyer für ein Umdenken in der Technikschulung.

Schlüsselwörter

Differentielles Lernen, Systemdynamik, Bewegungskoordination, Selbstorganisation, Freiheitsgrade, Techniktraining, Fußball, Motorik, Variabilität, Trainingslehre, Feedbackmechanismen, Bewegungslernen, Leistungsentwicklung, Synergetik, biomechanische Grundlagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Übergang von traditionellen, vorbildorientierten Trainingsmethoden hin zu einem systemdynamischen Ansatz, der die Individualität des Lernenden in den Mittelpunkt stellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Synergetik, die motorische Lernforschung, das Problem der Freiheitsgrade sowie die praktische Anwendung von Variationstraining.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, dem Leser die theoretischen Grundlagen des differentiellen Lernens zu vermitteln und anhand von Studien aufzuzeigen, wie diese Methode die motorische Leistungsfähigkeit effektiver steigern kann als klassische Verfahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Literatur, kombiniert mit der Darstellung und Diskussion empirischer Interventionsstudien (z.B. im Kugelstoßen oder Fußball).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die systemdynamischen Grundlagen (Bernstein, Gibson, Synergetik), die Konzepte nach Schöllhorn sowie den praktischen Nachweis der Effektivität in spezifischen sportlichen Disziplinen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Differentielles Lernen, Systemdynamik, Freiheitsgrade, Selbstorganisation, sportliche Leistung und Bewegungsvariabilität.

Was besagt die „from freezing to freeing“-Hypothese?

Sie beschreibt drei Stadien des motorischen Lernens, ausgehend von der anfänglichen Fixierung (freezing) überflüssiger Gelenke bis hin zur optimalen, ökonomischen Ausnutzung aller Freiheitsgrade (freeing).

Wie unterscheidet sich das differentielle Training vom klassischen Training?

Während klassisches Training versucht, eine idealisierte Zielbewegung durch ständige Wiederholung und Fehlerkorrektur einzuschleifen, fördert das differentielle Training durch bewusste Variation und Rauschen (Fehler) den Selbstorganisationsprozess des Sportlers.

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Details

Title
Der systemdynamische Ansatz. Differntielles Lernen im Fußball.
College
University of Innsbruck  (Institut für Sportwissenschaften)
Course
Seminar Bewegungswissenschaften
Grade
1
Author
Bacc. Manuel Pircher (Author)
Publication Year
2007
Pages
46
Catalog Number
V85535
ISBN (eBook)
9783638014106
ISBN (Book)
9783638917278
Language
German
Tags
Ansatz Differntielles Lernen Fußball Seminar Bewegungswissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bacc. Manuel Pircher (Author), 2007, Der systemdynamische Ansatz. Differntielles Lernen im Fußball., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85535
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