Mobilitäts- und Reiseverhalten sowie Verkehrsablauf zum FIFA Confederations Cup 2005 am Frankfurter Waldstadion


Diplomarbeit, 2005

160 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der FIFA Confederations Cup
2.1 Der FIFA Confederations Cup 2005 in Frankfurt

3 Mobilitäts- und Reiseverhalten FIFA Confederations Cup in Frankfurt
3.1 Mobilitäts- und Reiseverhalten
3.2 Der Fragebogen
3.3 Befragung und Auswertung der Daten
3.4 Darstellung und Erörterung der Ergebnisse
3.4.1 Persönliche Daten der Fußballfans
3.4.2 Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an den Spielort
3.4.3 Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an das Stadion
3.4.4 Allgemeine Angaben zum Mobilitäts- und Reiseverhalten
3.4.5 Das Verhalten in Bezug auf den Besuch von Fußballspielen
3.5 Persönliche Erfahrungen der befragenden Studenten

4 Verkehrsablauf während des FIFA Confederations Cups in Frankfurt
4.1 Durchführung der Aufnahme
4.2 Motorisierter Individualverkehr
4.2.1 Anbindung des Frankfurter Waldstadions an den MIV
4.2.2 Verkehrstelematik
4.2.3 Ruhender Verkehr
4.2.4 Verkehrsablauf Mörfelder Landstraße (B43/44)
4.2.4.1 Begegnung Deutschland - Australien
4.2.4.2 Begegnung Griechenland - Japan
4.2.4.3 Begegnung Griechenland - Mexiko
4.2.4.4 Finale: Brasilien - Argentinien
4.2.4.5 Sonstige Auffälligkeiten
4.3 Öffentlicher Verkehr
4.3.1 Taxiverkehr
4.3.2 Städtischer Busverkehr
4.3.3 Straßenbahnverkehr
4.3.4 Schnellbahn- und Regionalexpressverkehr
4.4 Radverkehr
4.5 Fußgängerverkehr
4.6 Barrierefreiheit

5 Fazit

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

Anlagen

Anlage 1 - 3.2 Fragebogen zur Mobilitätsbefragung

Anlage 2 - 3.4.1 Herkunftsgebiete Deutschland - Australien

Anlage 3 - 3.4.1 Herkunftsgebiete Griechenland - Japan

Anlage 4 - 3.4.1 Herkunftsgebiete Griechenland - Mexiko

Anlage 5 - 3.4.1 Herkunftsgebiete Finale Brasilien - Argentinien

Anlage 6 - 3.4.1 Herkunftsgebiete FIFA Confederations Cup Frankfurt

Anlage 7 - 4.1 Übersichtsplan

Anlage 8 - 4.2.2 Übersichtslageplan WW VZH

Anlage 9 - 4.2.2 Übersichtslageplan WW Stadt Frankfurt

Anlage 10 - 9.4.3 Liniennetzplan Bus-Straßenbahn-Schnellbahn

Anlage 11 - 4.3.2 Bushaltestellen im Stadionbereich

Anlage 12 - 4.3.4 Fahrplan zum FIFA Confederations Cup der DB AG

Anlage 13 - 4.4 Übersichtsplan Radverkehr

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Sportgroßveranstaltungen ziehen alljährlich Millionen von Zuschauern in ihren Bann und diese Zahl steigt von Jahr zu Jahr an. In der Fußballbundesligasaison 2004/2005 strömten beispielsweise über 11,4 Millionen Menschen in die Stadien der ersten Liga. Dies entspricht einem durchschnittlichen Besucheraufkommen von 37.250 Zuschauern pro Spiel. In der Sai- son 1963/1964 lag die Zahl noch knapp ein Drittel niedriger bei 25.000 Besuchern pro Spiel.1 Die hohe Anzahl von Fans bedeutet eine erhebliche Steigerung des Freizeitverkehrs an Spiel- tagen rund um die Stadien.

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland werden bis zu 3,2 Millionen Zuschauer zu 64 Spielen erwartet. Die Verkehrspolitik unternimmt daher große Anstrengungen, die Stadien perfekt an sämtliche Verkehrsgruppen anzubinden, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können. In Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft (WM) fand vom 15. bis 29. Juni der FIFA Confederations Cup 2005 in Deutschland statt. Hierbei wurden erste Eindrücke gewonnen, wie das Verkehrsaufkommen 2006 aussehen könnte. Vier der Spiele dieses Wettbewerbs fanden im neuen Frankfurter Waldstadion statt.

Studenten der Fachhochschule Darmstadt waren aufgrund des hochschulübergreifenden Lehrprojekts „Fan-Bewegung - Der Weg zum Finale 2006“ an den vier Spielen in Frankfurt aktiv, um Fußballfans über ihr Reise- und Mobilitätsverhalten an den Spielort zu befragen. Zeitgleich wurde im Rahmen dieser Arbeit die Verkehrssituation an strategisch wichtigen Punkten rund um das Stadion untersucht.

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der gewonnenen Daten der Befragung und der Verkehrserhe- bung umfassende Kenntnisse über Anfahrtswege und genutzte Verkehrsmittel zum Stadion zu erlangen. Zudem soll herausgefunden werden, welche Personen die Spiele besuchen, woher die Zuschauer kommen, wann diese an- und abreisen und welche Aktivitäten sie mit ihrem Aufenthalt am Spielort Frankfurt verbinden. Ebenso fließen Eindrücke, ob die vorhandene Verkehrsführung verständlich und ausreichend ist, in diese Arbeit ein. Des Weiteren wurde geprüft inwiefern die Anbindung des Frankfurter Waldstadions an sämtliche Verkehrsgruppen als ausreichend empfunden werden kann oder noch verbesserungswürdig ist.

Um die gewonnen Ergebnisse möglichst themenspezifisch auszuwerten und zu dokumentieren, wurde die Arbeit in folgende Kapitel untergliedert:

Mobilitäts- und Reiseverhalten sowie Verkehrsablauf zum

FIFA Confederations Cup 2005 am Frankfurter Waldstadion In Kapitel zwei wird kurz auf den FIFA Confederations Cup in Deutschland und speziell auf den Spielort Frankfurt eingegangen.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der Befragung zum Mobilitäts- und Reiseverhalten der Fans. Zu Beginn wird der Begriff Mobilität definiert. Danach wird auf die Befragung und deren Ablauf während der vier Spiele eingegangen. Anschließend wird die Auswertung der Daten beschrieben und die eingegangenen Ergebnisse werden dargestellt.

Das vierte Kapitel beschreibt die Art und Weise der Verkehrserhebung und erörtert für alle Verkehrsgruppen den Verkehrsablauf und ihre jeweilige Anbindung an das Frankfurter Wald- stadion. Dabei wird nach motorisiertem Individualverkehr, öffentlichem Verkehr, Radver- kehr, Fußgängerverkehr und der Barrierefreiheit für körperlich eingeschränkte Personen un- terschieden. Der Abschnitt zum motorisierten Individualverkehr beinhaltet die Darstellung des lückenlosen Verkehrsablaufes auf der wichtigsten Verkehrsanbindungsstraße des Frank- furter Waldstadions, der Mörfelder Landstraße, von zwei bis drei Stunden vor Beginn der Spiele bis kurz vor Anpfiff.

Zum Abschluss gibt ein Fazit Auskunft auf erkannte Schwachstellen des Verkehrssystems um das Frankfurter Waldstadion und Vorschläge zur Verbesserung.

2 Der FIFA Confederations Cup

2.1 Der FIFA Confederations Cup 2005 in Frankfurt

Der FIFA Confederations Cup gilt als zweitwichtigster Wettbewerb des Fußballweltverbands FIFA und wird alle zwei Jahre ausgespielt. In Deutschland galt er als Generalprobe für die Fußballweltmeisterschaft 2006. Das Turnier wurde vom 15. bis 29. Juni 2005 in den Fußballstadien in Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg ausgetragen.

Acht Mannschaften wurden hierzu von der FIFA nach Deutschland eingeladen. Neben dem Gastgeber Deutschland und dem Weltmeister Brasilien, traten der Südamerikameister Argen- tinien, der ozeanische Nations-Cup Gewinner Australien, der Afrikameister Tunesien, der Europameister Griechenland, der Gold-Cup Gewinner Mexiko und der Asienmeister Japan an.

Es wurden 16 Spiele innerhalb von zwei Wochen ausgetragen. Aus zwei Vierergruppen bildeten die Gruppensieger und die Zweitplatzierten die Halbfinalbegegnungen. Die Verlierer spielten um Platz drei und vier. Die Sieger bestritten das Finale am 29. Juni 2005. Insgesamt 603.086 Zuschauer besuchten die Spiele in den fünf Stadien.2

Von Mitte 2002 bis Mai 2005 wurde das neue FIFA WM-Stadion in Frankfurt am Main, eine moderne multifunktionale Arena für ca. 50.000 Zuschauer erbaut. Nach der Fertigstellung wurden sowohl das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Australien, als auch das Finale des FIFA Con-federations Cups Brasilien gegen Argentinien, hier ausgerichtet. Beide Spiele waren ausverkauft und wurden vor ca. 46.000 Zuschauern bestritten. Außer diesen Spielen fanden noch die beiden Gruppenspiele Griechenland gegen Japan (ca. 33.000 Zuschauer) und Griechenland gegen Mexiko (ca. 31.000 Zuschauer) in Frankfurt statt.

Frankfurt wird 2006 als „WM-Stadt“ fünf Spiele ausrichten. Daher war es ein großer Vorteil, das neue Stadion mitsamt seinen Sicherheitsvorkehrungen für das kommende Jahr jetzt schon testen zu können. Ebenso war diese Veranstaltung für die neu ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und den Öffentlichen Personennahverkehr ein wichtiger Testlauf, da Länderspiele von der Zuschauerkultur nicht mit Spielen auf nationaler Ebene vergleichbar sind. Kommen zu einem Bundesligaspiel nahezu ausschließlich Besucher aus Deutschland, werden bei internationalen Begegnungen auch Fußballfans aus dem Ausland erwartet, welche mit den Mobilitäts- und Verkehrsabläufen hier zu Lande nicht vertraut sind.

Mobilitäts- und Reiseverhalten sowie Verkehrsablauf zum FIFA Confederations Cup 2005 am Frankfurter Waldstadion Laut der FIFA überzeugten sowohl die Stadt Frankfurt als auch ihr neues Stadion und zeigten sich als Austragungsort für Weltmeisterschaftsspiele tauglich.3

3 Mobilitäts- und Reiseverhalten zum FIFA Confederations Cup in Frankfurt

3.1 Mobilitäts- und Reiseverhalten Theodor Fontane:

"Zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit gehört das Massenreisen. Sonst reisten bevorzugte Individuen, jetzt reist jeder und jede."4

Mobilität vom lateinischen mobilitas kommend, bedeutet Beweglichkeit und ist eine Grund- bedingung für die Befriedigung von physiologischen und sozialen Selbstverwirklichungsbe- dürfnissen. Ziel dabei ist es, Aktivitäten wie Erholen, Freizeitgestaltung, Wohnen, Arbeiten, (Aus-)Bildung, Versorgen, Reisen und die Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten raum- übergreifend wahrnehmen zu können. Verkehrssysteme übernehmen dabei eine vorwiegend dienende Funktion, indem sie die indirekt entstehenden Mobilitätsbedürfnisse befriedigen.5

Die Fachhochschule Darmstadt beteiligte sich zum Zeitpunkt dieser Arbeit am hochschul- übergreifenden Lehrprojekt „Fan-Bewegung - der Weg zum Finale 2006". Hierbei sollte un- tersucht werden, wie die Zuschauer des FIFA Confederations Cups zu den Stadien an- und abreisten. Weiter wurden die Aktivitäten und das Verhalten der Fans vor und nach dem Spiel erörtert.

Außer der Fachhochschule Darmstadt waren die Fachhochschulen Bochum, Braunschweig Wolfenbüttel sowie die Technischen Universitäten München und Berlin an diesem Projekt beteiligt.

Die Studenten der einzelnen Hochschulen beschäftigten sich in ihren Lehrveranstaltungen jeweils mit einem der fünf Spielorte des FIFA Confederations Cups. Die Fans wurden kurz vor den Spielen in den einzelnen Stadien von den Studenten interviewt. Der notwendige Fra- gebogen wurde in einem dreitägigen Workshop aller beteiligten Hochschulen von den Studie- renden gemeinsam erarbeitet. Er wurde in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache verfasst.

Einer der Hauptbestandteile der hier vorliegenden Arbeit war es, das Mobilitäts- und Reiseverhalten der Besucher der vier Spiele in Frankfurt anhand dieser Bögen zu erörtern und grafisch darzustellen.

3.2 Der Fragebogen

Der Fragebogen ist zum Ausklappen im Anhang in Anlage 1 - 3.2 hinterlegt. Er ist in sechs Teile gegliedert und besitzt einen Befragungskopf, welcher vor Beginn der einzelnen Interviews vom Befrager auszufüllen war.

Im ersten Abschnitt des Formulars werden Fragen zur Herkunft des Fußballfans gestellt. Kam der Gast aus Frankfurt oder Umgebung (50 km Umkreis von Frankfurt), wurde die Befragung mit dem 3. Teil fortgeführt. Hatte er seinen Hauptwohnsitz außerhalb dieses Gebietes, wurde mit den Fragen in Abschnitt 1.2 fortgefahren. Bei der Frage 1.3.1, wurde bezüglich des weiteren Aufenthalts getrennt. Übernachtete der Gast nicht in oder um Frankfurt, wurde seine Befragung mit dem dritten Teil fortgesetzt. Für alle anderen wurde das Interview in der im Fragebogen vorgegebenen Reihenfolge fortgeführt.

Die Fragen des zweiten Abschnitts wurden nur Gästen gestellt, die nicht aus Frankfurt und Umgebung kamen, aber in oder um Frankfurt übernachteten. Diese Fragen bezogen sich auf Informationen zur Aufenthaltsdauer sowie zu den An- und Abreisearten zum Spielort.

Die dritte Passage des Fragebogens war für jeden Gast bestimmt und bezog sich auf die An- reise zum Stadion am jeweiligen Spieltag. In Frage 3.2 wurde gefiltert, ob der Befragte Nut- zer öffentlicher Verkehrsmittel (ÖV) oder des Individualverkehrs (IV) war. Danach entschied sich, ob mit 3.2.1 (IV) oder 3.3.1 (ÖV) fortgefahren wurde. Die Fragen 3.4 bis 3.8 zielten beispielsweise auf die genutzten Informationsquellen vor der Anreise oder die genutzten Ver- kehrsmittel der Besucher. Diese Fragen wurden jedem Fußballfan gestellt. Hier waren auch Mehrfachnennungen möglich.

Der vierte Teil des Fragebogens bezog sich auf die Aktivitäten der Zuschauer vor Spielbeginn und nach dem Abpfiff.

Im fünften Abschnitt wurde untersucht, ob der Fan weitere Spiele des FIFA Confederations Cups besuchte und welche Art der Eintrittskarte (z.B. Einzelticket oder ein teamspezifisches Ticket) er erwarb. Dieser Fragenteil sollte Verhaltensunterschiede verschiedener Käufergrup- pen aufzeigen.

Der sechste und letzte Teil zielte auf eine möglichst hohe Vergleichbarkeit zu anderen Befragungen mit ähnlichen Thematiken ab. Mit diesen Daten lassen sich im Nachhinein Prüfungen bezüglich der Repräsentanz dieser Befragung vornehmen.

3.3 Befragung und Auswertung der Daten

Pro Spiel befragten ca. 30 Studenten der Fachhochschule Darmstadt die Zuschauer im Stadion und dem Außengelände. Beim Eröffnungsspiel und beim Finale waren zudem noch fünf wei- tere Studenten außerhalb des Waldstadions im Einsatz. Die Studenten erhielten eine Akkredi- tierung der FIFA, um während der vier Spieltage in Frankfurt die Besucher im Stadioninneren befragen zu können. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, waren die Befrager gleich- mäßig rund um das Stadion auf neun Innen- (I1 - I9) und zwei Außenbereiche (A1 + A2) ver- teilt (Abb. 1). Beginn der Befragung war jeweils ca. drei Stunden vor Spielbeginn. Interviewt wurde bis kurz vor Anpfiff.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Befragungsstellen im Stadionbereich

Insgesamt wurden bei den vier Spielen in Frankfurt 1.865 Besucher befragt.

15.06.2005: Deutschland - Australien 709 Befragte

19.06.2005: Griechenland - Japan 447 Befragte

22.06.2005: Griechenland - Mexiko 459 Befragte

29.06.2005: Finale: Brasilien - Argentinien 250 Befragte

Die aufgenommen Daten wurden nach dem FIFA Confederations Cup von den Studenten in eine Datenbank eingegeben. Die Eingabemaske dafür wurde von der TU Berlin in „Microsoft Access“ angefertigt.

Um die Werte aus der angelegten Datenbank auswerten zu können, wurde eine Abfrage mit dem Programm „Microsoft Access“ erstellt. Durch die Trennungen im Fragebogen (Bsp.: Übernachtet der Befragte in Frankfurt oder nicht) war es nötig, auch die Abfragen zu untertei- len. Hierzu wurden kurze Befehlsstrukturen geschrieben, um die Abfrage nur auf bestimmte Besuchergruppen zu beziehen. Danach wurde die Auswahl getroffen, welche Daten in der jeweiligen Abfrage angefordert und in welcher Form sie dargestellt werden sollten (z.B. Prozent oder Anzahl von Besuchern). Nun war eine Abfrage mit „Microsoft Access“ möglich (Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Abfrage mit „Microsoft Access“

Nach diesen Schritten konnten die Daten ausgewertet und in Diagrammen dargestellt werden. Der komplette Vorgang wurde für jeden einzelnen Punkt und Unterpunkt des Fragebogens separat durchgearbeitet. Insgesamt handelte es sich um 44 verschiedene Abfragen.

3.4 Darstellung und Erörterung der Ergebnisse

Die Darstellung der Ergebnisse des Fragebogens erfolgt in folgender Reihenfolge, zusammengefasst in fünf Punkte:

1. Persönliche Daten der Fußballfans
2. Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an den Spielort
3. Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an das Stadion
4. Allgemeine Angaben zum Mobilitäts- und Reiseverhalten
5. Das Verhalten der Zuschauer in Bezug auf den Besuch von Fußballspielen

Die einzelnen Spiele hatten verschiedene Randbedingungen, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden.

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Deutschland - Australien Eröffnungsfeier, 46.000 Mi Demonstration in Zuschauer 15.06. 21.00 Uhr 22.45 Uhr Stadionnähe Pressekonferenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Griechenland - Mexiko 31.000 Mi Keine besonderen Zuschauer 22.06. 20.45 Uhr 22.30 Uhr Ereignisse Pressekonferenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Randbedingungen der Spiele in Frankfurt

Von der Besucheranziehung sind vor allem das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Australien, aufgrund der deutschen Beteiligung, sowie das Finale Brasilien gegen Argentinien, durch seinen Spitzenspielcharakter, herauszuheben. Die beiden anderen Spiele besitzen keine gesteigerte Attraktivität. Sie sind jedoch für die in Deutschland lebenden Staatsangehörigen der jeweiligen Nationen interessant.

3.4.1 Persönliche Daten der Fußballfans

Geschlecht der Befragten

Beim Geschlecht der Besucher sind zwischen den vier Spielen kaum Unterschiede zu erken- nen. Ungefähr 20 Prozent sind Frauen (Abb. 3). Im Vergleich lag der Anteil weiblicher Besu- cher beim Länderspiel Deutschland gegen Ungarn am 9. September 1970 in Nürnberg bei ca. 3,8 %.6 Daran ist erkennbar, dass Fußball knapp 35 Jahre später wesentlich attraktiver für Frauen geworden ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Geschlecht der Befragten; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Aufteilung der Altersgruppen

Bei den verschiedenen Altersgruppen der Besucher ähneln sich die vier Spiele wiederum sehr (Abb. 4). Mehr als 60 % der Gäste sind zwischen 30 und 60 Jahren alt. Nur wenige Fans sind jünger als 18 und älter als 60 Jahre alt. Dieser Anteil liegt gerade mal bei durchschnittlich 8,2 %.

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Abb. 4: Altersgruppen der Befragten; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup) Berufsstand der Befragten

Die ersten größeren Unterschiede zwischen den vier Spielen waren bei der Frage nach dem Berufsstand (Abb. 5) zu erkennen. Beim Finale Brasilien - Argentinien lag der Anteil nicht erwerbstätiger Personen im Vergleich zum Durchschnitt aller Spiele von 2,3 % gerade mal bei 0,8 %.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Berufsstand der Befragten; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Eine mögliche Erklärung hierfür sind die hohen Ticketpreise für das Endspiel. Die Karten für das Finale waren ungefähr doppelt so teuer wie die für die Vorrundenspiele (Abb. 6).

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Abb. 6: Eintrittspreise des FIFA Confederations Cups 2005 (Quelle:

http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de/c/ticket/prices.html; Stand 20.07.05)

Einzugsbereiche und -gebiete der Fußballfans

Bei den Einzugsbereichen (Abb. 7) lassen sich große Unterschiede zwischen den Spielen er- kennen. Beim Eröffnungsspiel legten lediglich 20 % Besucher mehr als 200 km Weg zurück, um das Spiel zu sehen. Beim Spiel Griechenland - Japan lag der Anteil dagegen bei mehr als 30 %.

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Abb. 7: Einzugsbereiche der Befragten; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Dies ist mit dem Termin zu erklären. Das Spiel Deutschland gegen Australien fand an ei- nem Mittwochabend statt. Aus sportlicher Sicht war dieses Spiel eher uninteressant, auch wenn Deutschland beteiligt war. Das führte dazu, dass viele Fußballfans den weiten Weg nach Frankfurt nach der Arbeit nicht mehr auf sich nehmen wollten. Das Spiel Griechenland gegen Japan fand dagegen am späten Sonntagnachmittag statt. Dieser Termin ermöglichte eine zeitlich bequeme Anreise und Heimfahrt. Die Bereitwilligkeit der Fans größere Entfer- nungen für die Anreise zum Finale in Kauf zu nehmen, welches auch an einem Mittwoch- abend stattfand, ist mit dem Spitzenspielcharakter zu erklären. Die Herkunftsgebiete der Fuß- ballfans während der vier Begegnungen sind in den Anlagen 2 - 3.4.1 bis 5 - 3.4.1 grafisch dargestellt.

Bisherige Aufenthalte in Frankfurt

Bei der Auswertung der Häufigkeit der bisherigen Besuche in Frankfurt (Abb. 8) wurden nur Gäste berücksichtigt, die nicht aus dem Rhein-Main-Gebiet kamen. Hier spiegelt sich der vorherige Punkt wieder. Beim Sonntagsspiel Griechenland - Japan reisten wesentlich mehr Gäste an, die noch nie in Frankfurt waren. Die Mittwochsspiele dagegen weisen untereinander kaum Unterschiede auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Bisherige Aufenthalte in Frankfurt; Wohnort außerhalb des Rhein-Main-Gebietes; N=1014 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

3.4.2 Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an den Spielort Dieses Kapitel berücksichtigt nur auswärtige Gäste, die in Frankfurt und Umgebung über- nachteten.

Anteil der Übernachtungsgäste in Frankfurt und Umgebung Bei der Zahl der Übernachtungsgäste (Abb. 9) fallen das Eröffnungsspiel und das Finale im Gegensatz zu den beiden anderen Gruppenspielen mit wesentlich höheren Übernachtungsquoten auswärtiger Gäste auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Anteil der Übernachtungsgäste in Frankfurt und Umgebung; N=1014 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Eine mögliche Erklärung hierfür ist das an diesen Tagen ausverkaufte Stadion. Die Haupttri- büne war im Gegensatz zu den beiden anderen Spielen fast vollständig besetzt. Es wurden vermehrt Ehrengäste erwartet die ihren Aufenthalt beim Fußballspiel mit einem Hotelbesuch verbanden.

An- und Abreisezeitpunkte

In Abb. 10 und Abb. 11 zeigt sich, dass die meisten Zuschauer einige Stunden vor dem Spiel anreisten und am Vor- oder Nachmittag des darauffolgenden Tages Frankfurt wieder verließen. Die Ausnahme bildete das Sonntagsspiel Griechenland - Japan. Verhältnismäßig viele Gäste (57%, Ø 38 %) sind schon samstags, freitags oder sogar früher angereist und verknüpften den Besuch des Fußballspiels mit einem langen Wochenende in Frankfurt. Dies wird nochmals durch die relativ hohe Anzahl der Personen deutlich, welche sonntags nach Spielende noch die Heimreise antraten (14%, Ø 4 %).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Anreisezeitpunkt der Übernachtungsgäste nach Frankfurt; N=111 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

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Abb. 11: Abreisezeitpunkt aus Frankfurt; N=111 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Modal Split der An- und Abreise

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abb. 12 und Abb. 13 wird der Modal Split (Anteil der Verkehrsmittel am Verkehrsmarkt insgesamt) für An- und Abreise während der vier Spiele dargestellt. Hier spiegeln sich die Einzugsbereiche aus Abb. 7.

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Abb. 12: Modal Split der Anreise der Übernachtungsgäste nach Frankfurt; N=111 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Abb. 13: Modal Split der Abreise der Übernachtungsgäste aus Frankfurt; N=111 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Beim Eröffnungsspiel wurde das Flugzeug kaum als An- und Abreisemittel gewählt. Zu erklären ist das mit dem sehr niedrigen Anteil ausländischer Fußballfans bei diesem Spiel, der mit 0,71 % bei knapp einem Viertel des durchschnittlichen Anteils von 2,71% pro Spiel lag (Abb. 7). Dementsprechend mehr Zuschauer wählten beim Eröffnungsspiel die Fernverbindungen der Deutschen Bahn AG.

Aktivitäten während des Aufenthaltes in Frankfurt

Bei der Frage nach den Aktivitäten außerhalb des Fußballstadions während des Aufenthaltes in Frankfurt (Abb. 14) werden die Ergebnisse für alle vier Spiele zusammen dargestellt, da sich die Aktivitäten während der vier Spieltage kaum unterschieden. Hier waren auch Mehrfach-nennungen für die Befragten möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Aktivitäten der Übernachtungsgäste während des Aufenthalts in Frankfurt; N=111 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Die meisten Besucher, welche eine genaue Angabe über ihre Freizeitgestaltung machten, verbrachten ihre Zeit in Frankfurt mit Sightseeing und Museumsbesuchen.

3.4.3 Das Mobilitäts- und Reiseverhalten an das Stadion

Eine wichtige Frage in diesem Abschnitt ist die Wahl des Verkehrsmittels zum Stadion. Ziel ist es, dadurch einen eindeutigen Modal Split im An-reiseverkehr zum Veranstaltungsort erkennen zu können. Um an das Stadion zu gelangen, nutzten 24 % der Befragten ein zweites Verkehrs-mittel und 0,8 % der Gäste griffen auf drei Verkehrsmittel zurück.

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Abb. 15: Genutzte Verkehrsmittel auf dem Weg an das Stadion; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup) Modal Split an das Frankfurter Waldstadion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus Abb. 15 lässt sich folgender Modal Split für die Wahl des letzten Verkehrsmittels an das Stadion als Gesamtergebnis für alle vier Spieltage errechnen:

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Abb. 16: Modal Split für die Anreise aller Zuschauer an das Stadion; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Damit zeigt sich, dass die vom Organisationskomitee angestrebten 50 % ÖPNV-Anteil bei weitem nicht erreicht wurden. Jedoch ist hier wieder ein Vergleich mit dem vor knapp 35 Jahren stattfindenden Länderspiel Deutschland gegen Ungarn sehr interessant. Damals lag der Anteil des Öffentlichen Verkehrs gerade mal bei 13, 2 %.7

Genutzte Parkfläche des Kfz

In der Folge wurden die Nutzer des motorisierten Individualverkehrs befragt, wo sie ihr Fahrzeug abgestellt haben und wie sie die Wegweisung zu den Stellflächen empfanden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 17: Parkfläche des Kfz; N=1222 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Bei der Wahl der Parkfläche fällt das Eröffnungsspiel auf. Die Parkflächen in Stadionnähe wurden an diesem Tag sehr unwirtschaftlich gefüllt, da der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) wesentlich größer war als erwartet. Ein großer Anteil der Pkws musste ins Stadtgebiet geleitet werden.

Beurteilung der Wegweisung

Das Ergebnis aus Abb. 17 macht sich wiederum bei der Beurteilung der Wegweisung bemerkbar. Durch die sehr große Unzufriedenheit der Autofahrer und die Umleitung zu Parkflächen in den innerstädtischen Bereich fiel die Beurteilung am ersten Spieltag wesentlich schlechter aus als an den übrigen. Zudem war das dynamische Leitsystem an diesem Tag zum ersten Mal im Einsatz und es fehlte noch die nötige Routine bei den Verantwortlichen zur Erkennung notwendiger Veränderungen in den Anzeigen. Je länger das Turnier andauerte, desto stärker wurde das Leitsystem akzeptiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 18: Beurteilung der Wegweisung; N=1222 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Die meisten der unzufriedenen Nutzer des MIVs sahen die Schwäche der Wegweisung in ihrer Unübersichtlichkeit. Vielen Befragten gab es außerdem zu wenige Wegweiser. Ein geringer Teil der Autofahrer beschwerte sich über die schlechte Information, ob Parkplätze ausgelastet waren oder nicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 19: Schwächen der Wegweisung ; N=1222 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup) Ein-, Um- und Ausstiegshaltestellen im ÖPNV

Bei der Frage nach der Einstiegshaltestelle der Nutzer des ÖPNV wurde das Gesamtergebnis betrachtet. Es wurden die zehn meist frequentierten Abfahrtsstellen dargestellt. Die übrigen

88 angegebenen Orte lagen jeweils weit unter einem Prozent des Anteils der Antworten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 20: Abfahrtshaltestellen der Fußballfans an das Stadion; N=659 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Bei den Umsteigepunkten fallen vor allem das zweite und vierte Spiel auf. Durch die vielen überregional anreisenden Gäste bei diesen Spielen (Abb. 7), wurde der an das überregionale Schienennetz angeschlossene Frankfurter Hauptbahnhof vermehrt als Umsteigepunkt angefahren (Abb. 21). Bei den anderen beiden Spielen wurden die innerstädtischen und regionalen Umsteigemöglichkeiten verstärkt genutzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 21: Umsteigepunkte der Nutzer des ÖPNV an das Stadion; N=161 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Ausstiegshaltestelle spiegelt sich der Modal Split aus Abb. 16 wieder. Nutzer der S- Bahn steigen am Bahnhof Sportfeld aus der Bahn, die meisten Nutzer der Straßenbahn an der Endhaltestelle Stadion und die Nutzer der Linienbusse an den beiden Haltestellen in Stadionnähe. Die Aufteilung bei welcher Bushaltestelle der Beiden die Fans vermehrt ausstiegen ist aus den aufgenommenen Daten nicht nachvollziehbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 22: Endhaltestellen am Stadion; N=659 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Auffällig bei diesem Punkt ist, dass mehr als ein Prozent der Nutzer des ÖPNV, als Endhaltestelle den S-Bahnhof Neu Isenburg angaben. Hier wird deutlich, dass der Fußweg von der Arena nach Neu Isenburg eine sehr hohe Attraktivität besitzt.

Genutzte Fahrscheine im ÖPNV

Beim genutzten Fahrschein (Abb. 23) zum Erreichen des Stadions fällt vor allem das Spiel Griechenland - Japan auf. Im Vergleich mit dem Durchschnitt aller Spiele setzten ca. fünf Prozent weniger Zuschauer ihr Ticket zur Nutzung des ÖPNVs ein. Dies ist mit dem hohen Anteil ausländischer Zuschauer zu erklären. Das Kombiticket ist außerhalb Deutschlands eher unbekannt und es fehlte evtl. an ausreichender Öffentlichkeitsarbeit dafür.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 23: Genutzte Fahrscheine im ÖPNV ; N=659 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Gruppengröße auf dem Weg ins Stadion

Bei den Gruppengrößen der Zuschauer auf dem Weg ins Stadion ließen sich keine größeren Auffälligkeiten zwischen den vier Spielen erkennen.

Einzig bei den beiden Spielen der griechischen Mannschaft fällt auf, dass vermehrt Gruppen mit mehr als 10 Personen anreisten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 24: Gruppengröße auf dem Weg in das Stadion; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Durchschnittlich 87 % der Fußballfans besuchten in Gruppen mit maximal vier Personen oder gar alleine den Veranstaltungsort. Nur 13 % der Zuschauer waren in größeren Gruppen un- terwegs (Abb. 24). Ein durchschnittlicher Besetzungsgrad der Fahrzeuge im MIV lässt sich aus dieser Frage nicht ableiten, da die Anzahl der Fahrzeuge nicht hinterfragt wurde.

Ankunft im Stadion

Bei der Frage nach der Ankunft im Stadion unterscheidet sich das Verhalten der Fans beim Eröffnungsspiel und dem Finale zu den beiden anderen Gruppenspielen. Bei den Erstgenann- ten kamen die Fans zum größten Teil zwei bis drei Stunden vor Anpfiff an das Stadion (Abb. 25). Das lag daran, dass vor dem Eröffnungsspiel eine Eröffnungsfeier in der Arena stattfand und vor dem Finale das Spiel um den dritten Platz auf dem Videowürfel im Stadioninneren gezeigt wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 25: Ankunft am Stadion; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Aktivitäten vor dem Spiel

Bei den Aktivitäten der Fans direkt vor dem Spiel lassen sich viele Unterschiede erkennen (Abb. 26). Das Spiel Griechenland gegen Japan unterscheidet sich in erster Linie daher von den anderen dreien, dass es an einem Sonntag stattfand. Daraus lässt sich auch der Grund für den geringen Anteil der Personen schließen, welche direkt von der Arbeit, Schule oder der Universität in das Stadion gingen. Dafür wurde der Sonntag verstärkt für Sightseeing, Fanpartys oder zum Essen gehen genutzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 26: Aktivitäten vor dem Spiel; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Vergleicht man das Finale und das Eröffnungsspiel, welche beide mittwochs gegen 21.00 Uhr angepfiffen wurden, sind große Differenzen zwischen von der Arbeit und von zu Hause bzw. aus dem Hotel kommenden Personen zu erkennen. Dies kann an den in Abb. 7 dargestellten Einzugsbereichen der Fußballfans liegen. Es ist anzunehmen, dass auswärtige Zuschauer sich diesen Tag oder Nachmittag für den Besuch des Spiels freigehalten haben bzw. vor Reiseantritt nochmals zu Hause waren, um sich auf die längere Fahrt vorzubereiten.

Aktivitäten nach dem Spiel

Nach dem Spiel ging der größte Teil der Fans direkt nach Hause oder in ihr Hotel (Abb. 27). Ausnahme war das Spiel Griechenland - Japan.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 27: Aktivitäten nach dem Spiel ; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Sehr viele Personen besuchten noch die Innenstadt von Frankfurt. Dies lässt sich zum einen damit erklären, dass dieses Spiel gegen 19.45 Uhr beendet war im Gegensatz zu den anderen dreien, welche erst zwischen 22.30 Uhr und 23 Uhr abgepfiffen wurden. Zum anderen sind die Gründe darin zu finden, dass ein großer Anteil auswärtiger Gäste Frankfurt bisher noch nie besuchte (Abb. 8) und die Möglichkeit zu einem Abstecher in die Innenstadt nach dem Spiel nutzte.

3.4.4 Allgemeine Angaben zum Mobilitäts- und Reiseverhalten

In diesem Kapitel werden noch einige allgemeine Informationen über das Reiseverhalten vor und während des Aufenthalts erörtert. Diese Punkte werden zum größten Teil für alle Spiele als Gesamtes dargestellt, da bei der Auswertung klar wurde, dass es keine entscheidenden Unterschiede in diesen Verhaltensmustern zwischen den Besuchern der einzelnen Spiele gab.

Genutzte Informationen vor Reiseantritt

Bei den genutzten Informationen vor Reiseantritt (Abb. 28) sind vor allem diejenigen Fußballfans auffällig, welche gar keine Informationen genutzt haben. Das sind zum allergrößten Teil Personen, die aus dem Umkreis von Frankfurt stammen. Sehr deutlich hebt sich das Internet als Hauptinformationsquelle von anderen Informationsmedien ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 28: Genutzte Informationsquellen vor der Anreise; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Genutzte Informationsquellen während der Anreise

Das gleiche wie bei den Informationsquellen vor der Anreise zeigt sich bei denen während der Anreise. Der größte Teil der einheimischen Zuschauer verzichtete darauf, Informationen jeglicher Art zu nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 29: Genutzte Informationsquellen während der Anreise; N=1865 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Das Empfinden der Anreise

Diese Frage wurde in sechs Unterbereiche geteilt. Hier konnte der Be-fragte jeweils angeben, ob er den jeweiligen Bereich als „gut“, „mittel-mäßig“ oder „schlecht“ empfand. Wenn das Empfinden schlecht war, konnte der Interviewte den Grund dafür mitteilen. Das Ergebnis wird für alle vier Spiele zusammen dargestellt.

Es wurde unterteilt in

- Informationen über den Reiseverlauf im Vorfeld,

- Informationen während des Reiseverlaufs,

- Empfinden der Anreise im MIV,

- Zufriedenheit mit dem Park + Ride Angebot,

- Empfinden der Anreise im ÖV,

- und die Einstufung des Fußwegs an das Stadion.

Informationen im Vorfeld über den Reiseverlauf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 30: Informationen im Vorfeld über den Reiseverlauf ; N=1115 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup) Von den vier Prozent der Befragten, welche die Informationen als schlecht einschätzten, ga- ben

- 8 % die Informationen über das Kombiticket,

- 25 % die schlechte Wegbeschreibung und

- 67 % allgemein zu wenige Informationen

als Gründe an.

Informationen während des Reiseverlaufs:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 31: Informationen während des Reiseverlaufs; N=1081 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup)

Von den 14 % der Befragten, welche die Informationen als schlecht empfanden, gaben

- 12,50 % zu wenig Ordnungskräfte,

- 37,50 % schlechte Wegweisung und

- 50 % allgemein zu wenige Informationen

als Gründe an.

Empfinden der Anreise im MIV:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 32: Empfinden der Anreise im MIV; N=1098 (Quelle: Befragung FIFA Confederations Cup) Von den 20 % der Befragten, welche die Anreise als schlecht ein-schätzten, gaben

- 5 % zu hohe Parkplatzgebühren,

- 16 % schlechte Wegweisung,

- 28 % zu geringes Parkraumangebot und

- 51 % Stau als Gründe an.

Michael Dirschedl Seite 31

[...]


1 http://www.sportschau.de; Stand 23.07.05 Michael Dirschedl Seite 1

2 http://www.wm2006.frankfurt.de/ Stand: 07.07.05 Michael Dirschedl Seite 3

3 http://www.wm2006.frankfurt.de/, Stand: 07.07.05 Michael Dirschedl Seite 4

4 http://lexikon.freenet.de/Fremdenverkehr, Stand 20.08.05

5 Der Landtag Nordrhein Westfalen Enquete Kommission „Zukunft der Mobilität“ ,2000, S.15-17 Michael Dirschedl Seite 5

6 Baumann, H.: „Wirtschafts- und verkehrsgeographische Auswirkungen von Sportveranstaltungen hohen Publikumsinteresses“; Verlag Ingrid Czwalina; 1973; Seite 74 Michael Dirschedl Seite 10

7 Baumann, H.: „Wirtschafts- und verkehrsgeographische Auswirkungen von Sportveranstaltungen hohen Publikumsinteresses“; Verlag Ingrid Czwalina; 1973; Seite 74 Michael Dirschedl Seite 19

Ende der Leseprobe aus 160 Seiten

Details

Titel
Mobilitäts- und Reiseverhalten sowie Verkehrsablauf zum FIFA Confederations Cup 2005 am Frankfurter Waldstadion
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (Fachbereich Bauingenieurwesen, Vertiefungsrichtung Verkehrswesen)
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
160
Katalognummer
V85626
ISBN (eBook)
9783638909013
ISBN (Buch)
9783638911344
Dateigröße
14229 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
-Auszeichnung innerhalb des Fachbereichs Bauingenieurwesen zur besten Diplomarbeit der Vertiefungsrichtung Verkehrswesen. -Auszeichnung des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst mit dem ersten Platz im Wettbewerb für Examens- und Diplomarbeiten zum Thema Fußball und Weltmeisterschaft - Prämie 2.500 Euro (http://www.h-da.de/hochschule/teaser-single-view/ article/diplomarbeit-bauingenieurwesen-von- staatsekretaer ausgezeichnet/32/index.htm
Schlagworte
Mobilitäts-, Reiseverhalten, Verkehrsablauf, FIFA, Confederations, Frankfurter, Waldstadion
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. (FH) Michael Dirschedl (Autor), 2005, Mobilitäts- und Reiseverhalten sowie Verkehrsablauf zum FIFA Confederations Cup 2005 am Frankfurter Waldstadion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85626

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