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John Hersey: Hiroshima, 6. August 1945 - eine Reportage

Titel: John Hersey: Hiroshima, 6. August 1945 - eine Reportage

Hausarbeit , 2006 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eva Lindner (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die Reportage und ihr Produzent, der Reporter, sind landläufig die Begriffe, die am ehesten mit Journalismus in Verbindung gebracht werden.“
Der heute unbekannte Korrespondent der New York Times, William L. Laurence, der am 9. August 1945 Zeuge der Zerstörung Nagasakis wurde, hat den ersten Bericht über den zweiten Atombombenabwurf der Geschichte geschrieben. Jedoch zeigt sein Bericht wenig Recherche und ist der betroffenen Zivilbevölkerung gegenüber völlig gefühllos. Das Ergebnis ist eine schlechte Berichterstattung des Ereignisses. Laurence verschenkte so den Ruhm einer Pionierarbeit. Kritiker sagen seine Engstirnigkeit sei nicht zu entschuldigen, Laurence ziehe den Ruf des Reporters in den Dreck.
John Hersey dagegen, der erst im Nachhinein mit einigem Abstand zu seinem Augenzeugenbericht über die Opfer der ersten Atombombe in Hiroshima schrieb, ist dem amerikanischem Publikum ein geläufiger Name. Er setzt mit seiner Reportage „Hiroshima, 6.August 1945, 8 Uhr 15“, einer Reihe von personell verknüpften Augenzeugenberichten, den Markstein, der eigentlich Laurence hätte gehören müssen. Nüchtern und doch einfühlsam berichtete Hersey von den Gefühlen, dem Leid und den Gedanken sechs Betroffener. Er wählt hierfür die Form der journalistischen Reportage, die 1946 in dem Magazin „The New Yorker“ gedruckt wurde und auf großes Interesse stieß.
In folgender Arbeit wird aufgezeigt, inwiefern „Hiroshima“ als Reportage gilt.
Über die Begriffsbestimmung und den geschichtlichen Hintergrund, nähert sich dieser Aufsatz der Praxis des Reportageschreibens. Dabei werden sowohl Funktion und Anforderung an die Reportage, als auch mögliche Themenfelder und Vorraussetzungen besprochen.
Zum Schluss grenzt diese Arbeit die Elemente einer spannenden Reportage ein.
All diese Punkte sollen direkt am Beispiel von „Hiroshima“ aufgezeigt werden und mit Exempeln aus dem Text belegt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 John Hersey: Hiroshima, 6.August 1945, 8 Uhr 15- Eine Reportage

2.1 Begriff der Reportage am Beispiel Hiroshima

2.2 Geschichte der Reportage am Beispiel Hiroshima

2.2.1 Augenzeugen- und Reisebericht

2.2.2 Kriegsberichterstattung

2.3 Praxis des Reportageschreibens am Beispiel Hiroshima

2.3.1 Funktion der Reportage

2.3.2 Anforderungen an die Reportage

2.3.3 Themenfelder einer Reportage

2.3.4 Drei Elemente der Reportage

2.3.5 Drei Vorraussetzungen für eine Reportage als Darstellungsform

2.3.6 Elemente einer spannenden Reportage

3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern John Herseys Werk „Hiroshima“ als journalistische Reportage klassifiziert werden kann. Dabei wird analysiert, wie der Autor durch die methodische Aufarbeitung von Augenzeugenberichten und eine gezielte Spannungsdramaturgie ein Modell der Wirklichkeit entwirft, das trotz notwendiger subjektiver Färbung durch gründliche Recherche Glaubwürdigkeit gewinnt.

  • Begriffsbestimmung und historische Einordnung der Reportage
  • Analyse der Kriegsberichterstattung am Beispiel Hiroshima
  • Untersuchung der Funktionsweise und Anforderungen an das Genre Reportage
  • Identifikation stilistischer Mittel und Spannungsaufbau (Storytelling)
  • Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Objektivität und Subjektivität im Journalismus

Auszug aus dem Buch

2.3.6 Elemente einer spannenden Reportage

Wie in keinem anderen journalistischen Genre versucht der Autor einer Reportage Spannung zu erzeugen, um den Leser an sein Werk zu fesseln. Dabei ist der Einstieg der wichtigste Aspekt einer packenden Reportage. Meist wird ein szenischer Anfang gewählt, um dem Leser einen einfachen, aber interessanten Einstieg in den Text zu gewähren, ihm das Weiterlesen leicht zu machen und ihn somit an den Text zu binden.

John Herseys Einstieg seiner Reportage „Hiroshima“ ist sowohl szenisch, als auch nüchtern und direkt. Er überrascht seinen Leser ohne Umschweife mit dem ersten Halbsatz „Am Morgen des 6.August 1945, Punkt acht Uhr fünfzehn japanischer Zeit, in dem Augenblick, da die Atombombe über Hiroshima explodierte […]“. Nüchtern und sachlich nennt er die Fakten, bevor er zu der szenischen Vorstellung seiner sechs nichts ahnenden Protagonisten überleitet: „[…], hatte Fräulein Sasaki, Beamtin in der Personalabteilung der Ostasiatischen Zinnwerke, sich eben auf ihrem Platz im Fabrikkontor niedergelassen und wandte den Kopf, um mit dem Mädchen am Nachbartisch zu sprechen.“ Es folgt die Situationsbeschreibung der anderen fünf Hauptpersonen zum Zeitpunkt der Denotation. Auf diese Weise verbindet Hersey die Tatsache des Bombeneinschlags geschickt mit den persönlichen Schicksalen der Betroffenen und fädelt so einen roten Faden ein, der sich durch die Reportage zieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und stellt den Vergleich zwischen der Berichterstattung von William L. Laurence und John Hersey dar, um die Relevanz der Untersuchung von „Hiroshima“ als Reportage zu begründen.

2 John Hersey: Hiroshima, 6.August 1945, 8 Uhr 15- Eine Reportage: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem der Begriff der Reportage, ihre Geschichte, sowie die spezifische Praxis und die Anforderungen an das Reportageschreiben anhand von Herseys Werk detailliert analysiert werden.

3 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung hinsichtlich des Spannungsfeldes von Subjektivität und Objektivität im Journalismus und bestätigt Herseys Werk als bedeutendes Beispiel der Reportagekunst.

Schlüsselwörter

Reportage, Journalismus, John Hersey, Hiroshima, Augenzeugenbericht, Kriegsberichterstattung, Authentizität, Storytelling, Spannungsaufbau, Subjektivität, Objektivität, Recherche, Pressedokumentation, Zeitgeschichte, Medienanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Hiroshima“ von John Hersey und analysiert, wie es die Kriterien des journalistischen Genres der Reportage erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Geschichte der Reportage, der Praxis des Reportageschreibens sowie der Anwendung dieser Merkmale auf Herseys detaillierte Schilderung der Atombombenopfer.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie „Hiroshima“ trotz seiner subjektiven narrativen Form durch hohe journalistische Standards und gründliche Recherche authentische Berichterstattung leistet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Literatur- und Journalismusforschung, um anhand von Definitionen (u.a. Michael Haller, Claudia Mast) die journalistische Qualität von Herseys Reportage zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsbestimmung, historische Wurzeln der Augenzeugenberichterstattung, Kriegsberichterstattung sowie eine Untersuchung der formalen und erzählerischen Elemente der Reportage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reportage, Kriegsberichterstattung, Augenzeugenbericht, Authentizität und Storytelling bestimmt.

Wie geht John Hersey mit dem Problem der fehlenden eigenen Augenschaft um?

Hersey reiste zehn Monate nach dem Ereignis nach Hiroshima und stützte sich ausschließlich auf die detaillierten Erzählungen von sechs Überlebenden, um die Ereignisse für den Leser rekonstruierbar zu machen.

Warum spielt die Dramaturgie für Herseys Reportage eine so zentrale Rolle?

Die Dramaturgie ermöglicht es, die individuellen Schicksale der sechs Protagonisten miteinander zu verknüpfen und durch erzählerische Mittel wie die „Verrätselung“ eine anhaltende Spannung aufzubauen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
John Hersey: Hiroshima, 6. August 1945 - eine Reportage
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Wissenschafts- und Literaturgeschichte der Atombombe
Note
1,3
Autor
Eva Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V85683
ISBN (eBook)
9783638020374
ISBN (Buch)
9783640522774
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Hersey Hiroshima August Reportage Wissenschafts- Literaturgeschichte Atombombe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Lindner (Autor:in), 2006, John Hersey: Hiroshima, 6. August 1945 - eine Reportage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85683
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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