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„Komödie ist Gemälde der menschlichen Gesellschaft...“

Die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz - mit Bezug auf „Der neue Menoza“ und „Der Engländer“)

Title: „Komödie ist Gemälde der menschlichen Gesellschaft...“

Examination Thesis , 2005 , 78 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Stephanie Pick (Author)

German Studies - Genres
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit versteht sich als Versuch, das neu entdeckte Interesse an Lenz zu unterstützen und die Wichtigkeit seiner dramentheoretischen Äußerungen nicht nur für die Sturm-und-Drang-Zeit, sondern auch bis in die zeitgenössische Gegenwart hinein hervorzuheben. Die Anmerkungen übers Theater signalisieren zwar eine deutliche Kritik an der bestehenden Praxis, deuten aber Lenzens eigene Alternative nur an. Da die Annmerkungen vor der Vollendung seiner meisten Dramen formuliert wurden, sind sie nur im Zusammenhang mit seinen späteren dramentheoretischen Äußerungen und seiner Dramen zu interpretieren. Eben dies will ich im Rahmen dieser Arbeit versuchen. Beginnen werde ich mit einer Einführung in die Poetik des Aristoteles, da eben diese die Grundlage der Lenzschen Kritik an den zeitgenössischen Gattungskonventionen darstellt. Um einen Einblick in Lenzens literarische Gegenwart zu bekommen, folgt darauf eine Übersicht zu allgemeinen Strömungen im Sturm und Drang, wobei nicht nur die Literatur, sondern auch der Geniekult und das Vorbild Shakespeares eine Rolle spielen soll. Auch Lessings Dramentheorie wird an dieser Stelle Beachtung finden, da er es ist, auf den sich Lenz unausgesprochen in den Anmerkungen übers Theater bezieht, wenn die aristotelische Regelpoetik kritisiert wird. Der Fokus dieser Arbeit soll auf den nun folgenden Teilen liegen. Es wird sich dabei um eine genaue Analyse der Anmerkungen übers Theater sowie anderen dramentheoretischen Äußerungen Lenzens handeln. Ob Lenz seine Forderungen an das neue Theater in die literarische Praxis umsetzen kann, zeigen die darauf folgenden Teile, die sich mit der Analyse zwei seiner Dramen beschäftigen werden. Den neuen Menoza bezeichnete Lenz nach einigem Wanken als Komödie, den Engländer hingegen als dramatisches Phantasei. Jeweils am Ende einer Dramenanalyse soll eine dramentheoretische Einordnung des Stücks in Lenzens theoretische Forderungen folgen.
Abschließend wird geprüft, ob die Ziele dieser Arbeit erreicht wurden und inwiefern von einer „ungemein fruchtbar[en]“ Schrift gesprochen werden kann

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aristoteles: Poetik

2.1 Die Entstehungszeit der Poetik

2.2 Dichtung als Nachahmung

2.3 Die Tragödientheorie

2.4 Die Komödientheorie

3. Allgemeine Strömungen im Sturm und Drang

3.1 Dichtung des Sturm und Drang

3.2 Geniekult und das Vorbild Shakespeares

3.2.1 Der Shakespeare-Aufsatz Herders

3.2.2 Goethe: Zum Schäkespears Tag

3.2.3 Lenz: Über die Veränderung des Theaters im Shakespear

3.3 Die Dramentheorie Gotthold Ephraim Lessings

3.3.1 Die Hamburgische Dramaturigie Gotthold Ephraim Lessings

4. Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater

4.1 Die Entstehung der Anmerkungen übers Theater

4.2 Die Form der Anmerkungen übers Theater

4.3 Der Aufbau der Anmerkungen übers Theater

4.4 Das Wesen der Poesie

4.5 Zum Gegenstand der Nachahmung

4.6 Die drei Einheiten

4.7 Das französische Theater und Shakespeare

4.8 Lenz und Aristoteles

4.9 Die Dramentheorie

4.9.1 Die Tragödientheorie

4.9.2 Die Komödientheorie und Mischung der Gattungen

4.10 Lenz´ Notiz Für Wagnern (Theorie der Dramata)

5. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der neue Menoza oder Geschichte des cumbanischen Prinzen Tandi

5.1 Entstehung- und Textgeschichte des neuen Menoza

5.2 Analyse des Stücks Der neue Menoza

5.2.1 Die Handlungsstruktur im neuen Menoza

5.2.2 Zeit und Raum

5.2.2.1 Zum Umgang mit der Zeit

5.2.2.2 Zum Umgang mit dem Raum

5.2.3 Das dramatische Personal

5.2.4 Das Prinzip des Zufalls

5.2.5 Die Schlussszenen

5.3 Gattungstheoretische Einordnung des neuen Menoza

6. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Engländer

6.1 Entstehungs- und Textgeschichte des Engländers

6.2 Analyse des Engländers

6.2.1 Handlungsstruktur

6.2.2 Umgang mit den drei Einheiten

6.2.2.1 Einheit des Ortes

6.2.2.2 Einheit der Zeit

6.2.2.3 Einheit der Handlung

6.2.3 Das dramatische Personal

6.3 Gattungstheoretische Einordnung des Engländers

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz unter Berücksichtigung seiner kritischen Auseinandersetzung mit der aristotelischen Regelpoetik und den dramatischen Konventionen seiner Zeit, insbesondere durch eine Analyse der "Anmerkungen übers Theater" sowie der Dramen "Der neue Menoza" und "Der Engländer".

  • Kritische Analyse der aristotelischen Dramentheorie und deren Rezeption.
  • Untersuchung der ästhetischen Strömungen im Sturm und Drang.
  • Eingehende Analyse von Lenz' programmatischer Schrift "Anmerkungen übers Theater".
  • Erarbeitung der Gattungstheorie und Dramenanalyse von "Der neue Menoza" und "Der Engländer".
  • Interpretation des Geniebegriffs und des Einflusses von Shakespeare auf Lenz.

Auszug aus dem Buch

4.5 Zum Gegenstand der Nachahmung

Hauptgegenstand der Nachahmung ist bei Lenz der Mensch, ganz im Gegensatz zum antiken griechischen Drama, in dem Menschen ausnahmslos als dem Schicksal Unterworfene dargestellt wurden. Der individuelle Charakter, der „kenntliche Umriß eines Menschen auf der Bühne“, hat nun nichts mehr mit schicksalsbefohlenen Ereignissen zu tun. Damit wendet Lenz sich ganz bewusst und radikal gegen Aristoteles, den er immer wieder zitiert und kritisiert. Dies ist auch der zentrale Punkt von Lenzens radikaler Polemik gegen Aristoteles und damit auch gegen Lessing. Aristoteles bestimmt zum Hauptgegenstand der Nachahmung in der Tragödie das Schicksal des Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Lenz' dramentheoretischen Schriften für die Epoche des Sturm und Drang heraus und definiert das Ziel der Arbeit, diese Theorie anhand von Lenz' Dramen zu analysieren.

2. Aristoteles: Poetik: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der aristotelischen Gattungspoetik, insbesondere den Mimesis-Begriff sowie die Theorie der Tragödie und Komödie als Basis für die spätere Kritik durch Lenz.

3. Allgemeine Strömungen im Sturm und Drang: Hier werden die ästhetischen Voraussetzungen der Zeit, der Geniekult und das Shakespeare-Bild als Kontext für Lenz' Schaffen beleuchtet.

4. Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater: Das Kapitel bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit Entstehung, Aufbau und zentralen Thesen der "Anmerkungen übers Theater", insbesondere der Abkehr von Aristoteles.

5. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der neue Menoza oder Geschichte des cumbanischen Prinzen Tandi: Eine Analyse von Lenz' Komödie, in der untersucht wird, ob das Stück die theoretischen Forderungen an die neue Komödienform erfüllt.

6. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Engländer: Eine Untersuchung des dramatischen Phantaseis "Der Engländer", wobei die gattungstheoretische Einordnung und die Parodie klassischer Formen im Zentrum stehen.

7. Schluss: Das Fazit resümiert die Aktualität von Lenz' Dramentheorie und die Bestätigung seiner theoretischen Forderungen durch seine literarische Praxis.

Schlüsselwörter

Lenz, Sturm und Drang, Dramentheorie, Aristoteles, Poetik, Nachahmung, Mimesis, Geniebegriff, Shakespeare, Komödie, Tragödie, Gattungstheorie, Der neue Menoza, Der Engländer, Regelpoetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz und untersucht, wie er die aristotelische Poetik kritisch hinterfragt und durch eigene, für den Sturm und Drang charakteristische Konzepte ersetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Nachahmung (Mimesis), die Definition von Tragödie und Komödie, die Bedeutung des Geniekults sowie die radikale Abkehr von klassischen Regelkonventionen zugunsten einer neuen dramatischen Struktur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Lenz' dramentheoretische Äußerungen nicht nur historisch im Sturm und Drang zu verorten, sondern deren Bedeutung für die moderne Dramatik aufzuzeigen und durch die Analyse seiner Werke zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische und literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie primäre dramentheoretische Texte von Aristoteles, Lessing und Lenz kontrastiert und Lenz' eigene Dramen einer strukturellen Analyse unterzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der aristotelischen Poetik und die Analyse der Sturm-und-Drang-Strömungen, gefolgt von einer tiefgehenden Betrachtung von Lenz' Hauptschrift "Anmerkungen übers Theater" sowie der Untersuchung der Stücke "Der neue Menoza" und "Der Engländer".

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dramentheorie, Regelpoetik-Kritik, Geniebegriff, Mimesis, Charakterdrama und die spezifische Gattungsbestimmung von Komödie und Tragödie bei Lenz charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Lenz' Komödienverständnis von der klassischen Auffassung?

Lenz setzt die Komödie an die Stelle der Tragödie und fordert, dass nicht der Charakter, sondern die "Sache" bzw. die "Begebenheit" das Hauptstück der Komödie sein soll.

Warum wird "Der Engländer" als "dramatisches Phantasei" bezeichnet?

Die Bezeichnung verweist auf die bewusste Ungebundenheit des Stücks an klassische Gattungsvorschriften und stellt eine Parodie auf das aristotelisch-klassische Regeldrama dar.

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Details

Title
„Komödie ist Gemälde der menschlichen Gesellschaft...“
Subtitle
Die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz - mit Bezug auf „Der neue Menoza“ und „Der Engländer“)
College
University of Hamburg
Grade
1,2
Author
Stephanie Pick (Author)
Publication Year
2005
Pages
78
Catalog Number
V85758
ISBN (eBook)
9783638900638
Language
German
Tags
Gemälde Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Pick (Author), 2005, „Komödie ist Gemälde der menschlichen Gesellschaft...“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85758
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