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Das britische Lohnfindungsmodell

Benchmarking-System und Abwärtsnominallohnstarrheit

Title: Das britische Lohnfindungsmodell

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Economy and Industry
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit untersucht die Frage, durch welche Prozesse das britische Lohnfindungsmodell beeinflusst wird?

Im ersten Teil werden dazu die theoretischen Grundlagen und Ergebnisse der Studie von Schmidt/ Dworschak (2006): „Pay Deve-lopments in Britain and Germany: Collective Bargaining, „Benchmarking“, and „Mime-tic Wages““ (kurz) nachgezeichnet. Ihre vergleichende Studie stellt den Versuch einer soziologischen Erklärung von Lohn- und Gehaltsentwicklungen in Großbritannien und Deutschland dar, wobei das Augenmerk der vorliegenden Arbeit auf der Wiederaufnahme des Themas und der Überprüfung der Ergebnisse für Großbritannien liegen soll.
Im darauf folgenden zweiten Teil werden die Ergebnisse der Studie dargestellt und mit weiteren empirischen Daten verglichen, die über den von Schmidt/Dworschak (2006) gewählten Zeitraum hinausgehen.
Der dritte Teil befasst sich mit der Abwärtsstarrheit von Nominallöhnen in Großbritannien und dessen Einfluss auf die Lohnentwicklung. Abschließend werden einige Schlussfolgerungen in Bezug auf das Lohnfindungsmodell in Großbritannien gezogen und ein kurzer Ausblick über weitere Forschungsmöglichkeiten gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lohnentwicklungen in Großbritannien: „Mimetische Löhne“

2.1. Theoretische Grundlagen

2.1.1. „Neo-klassische“ Perspektive

2.1.2. „Effizienzlohn-Theorie“

2.1.3. Bewleys „Moral-Theorie“

2.1.4. „Neo-institutionalistischer“ Ansatz

2.2. Entwicklungstendenzen der Löhne

2.2.1. Lohnentwicklungen in den Sektoren Maschinenbau und Einzelhandel

2.2.2. Überraschende Ergebnisse?

2.3. „Mimetische Löhne“ – eine idealtypische Erklärung

2.4. Vorraussetzungen

2.4.1. Bedingungen

2.4.2. Akteure

2.4.3. Einschränkungen

2.5. Zwischenfazit: Das „Benchmarking System“

2.6. Empirische Befunde 1995-2005

2.6.1. Reallohnsteigerungen

2.6.2. Lohnerhöhungen und Einkommensverteilung

3. Abwärtsstarrheit und Verteilung von Lohnerhöhungen in Großbritannien

3.1. Abwärtsstarrheit von Nominallöhnen

3.2. Das Modell: Theoretische Annahmen und Vorhersagen

3.3. Die empirische Einordnung

3.3.1. Daten

3.3.2. Ergebnisse

3.4. Makroökonomische Effekte von Nominallohnabwärtsstarrheit

4. Einige Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prozesse, durch die das britische Lohnfindungsmodell beeinflusst wird, mit besonderem Fokus auf das Zusammenspiel von „mimetischen Löhnen“ innerhalb eines „Benchmarking Systems“ und der ökonomischen Abwärtsstarrheit von Nominallöhnen.

  • Analyse des britischen Lohnfindungsmodells nach der Ära Thatcher.
  • Überprüfung der soziologischen Erklärung von Lohnentwicklungen durch „mimetische Löhne“.
  • Untersuchung der Bedeutung von Arbeitgeber-Agenturen als Benchmarking-Instanzen.
  • Analyse der Abwärtsstarrheit von Nominallöhnen (NLAS) und deren Einfluss auf die Lohnverteilung.
  • Evaluation makroökonomischer Effekte von Lohnstarrheit in Großbritannien.

Auszug aus dem Buch

„Mimetische Löhne“ – eine idealtypische Erklärung

Jede Entscheidung eines Arbeitgebers über die Lohnhöhe unterliegt dem Problem der Unsicherheit erstens, durch Konkurrenz um Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt und zweitens, durch den Kostendruck (Lohnstückkosten) auf den Warenmärkten. Die angemessene Lohnhöhe wird also nicht nur durch interne Verhandlungen und Prozesse bestimmt, sondern auch durch die Entscheidungen anderer Arbeitgeber. Es ergibt sich ein „doppeltes Kontingenzproblem“: Kein Arbeitgeber weiß wie hoch andere Arbeitgeber das Lohnniveau setzen werden und was ein angemessener Lohn ist. In der Praxis ergeben sich dennoch Lösungsmöglichkeiten (Schmidt/ Dworschak 2006: 99).

Historisch gesehen hatten kollektive Abkommen in Großbritannien nie die gleiche Bedeutung wie z.B. in Deutschland. Üblich war ein zweigeteiltes System durch das das Kontingenzproblem gelöst wurde: Gewerkschaften forderten normalerweise „mehr“ als andere Gewerkschaften in der gleichen Branche und Region. Arbeitgeber wiederum versuchten ein Abkommen unter der Gewerkschaftsforderung zu erreichen – sie brauchten also eine gute Taktik oder eine Strategie um Gewerkschaftsvertretung in ihrem Betrieb zu verhindern. Betriebe ohne Gewerkschaftsvertretung orientierten sich an ähnlichen Betrieben oder der „ortsüblichen Lohnhöhe“. Die größte Sorge der Arbeitgeber war es dabei, ohne zwingenden wirtschaftlichen Druck, nicht „aus der Reihe zu tanzen“ (Ross 1948: 50, in: Schmidt/ Dworschak 2006: 99-100).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Wandel der industriellen Beziehungen in Großbritannien nach 1979 und führt in die Fragestellung ein, wie das britische Lohnfindungsmodell heute funktioniert.

2. Lohnentwicklungen in Großbritannien: „Mimetische Löhne“: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Lohnbildung und führt das „Benchmarking System“ als Erklärungsmodell für das Lohnverhalten in einem dezentralisierten Arbeitsmarkt ein.

3. Abwärtsstarrheit und Verteilung von Lohnerhöhungen in Großbritannien: Hier wird die Abwärtsstarrheit von Nominallöhnen untersucht und analysiert, wie diese als Gegenmaßnahme zur Vermeidung von Lohnkürzungen die Lohnstruktur beeinflusst.

4. Einige Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst zusammen, dass das britische Lohnfindungsmodell ein rationales System ist, das durch das Benchmarking und die Komprimierung von Löhnen bei Abwärtsstarrheit geprägt ist.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Lohnfindung, Mimetische Löhne, Benchmarking System, Nominallohnabwärtsstarrheit, NLAS, Tarifverhandlungen, Industrielle Beziehungen, Arbeitnehmerbeziehungen, Reallohnsteigerung, Einkommensverteilung, Arbeitsmoral, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Lohnfindungssystems in Großbritannien nach der Dezentralisierung der industriellen Beziehungen ab den 1980er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft das soziologische Konzept der „mimetischen Löhne“ mit ökonomischen Theorien zur Nominallohnabwärtsstarrheit, um das Verhalten von Arbeitgebern bei der Lohnfestsetzung zu erklären.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine theoretische und empirische Analyse zu klären, welche Prozesse das britische Lohnfindungsmodell beeinflussen und ob es trotz des Fehlens flächendeckender Tarifverträge zu einer stabilen Lohnentwicklung kommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Studien sowie die Auswertung empirischer Daten (z.B. NESPD), um Erklärungsmodelle zur Lohnbildung zu validieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des „Benchmarking Systems“ und eine Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen von Nominallohnabwärtsstarrheit auf die Lohnverteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Lohnfindung, Mimetische Löhne, Benchmarking System und Nominallohnabwärtsstarrheit definieren.

Warum ist das „Benchmarking System“ für das britische Modell so wichtig?

Da in Großbritannien das System der flächendeckenden Tarifverhandlungen weitgehend fehlt, dient das Benchmarking als Mechanismus, über den Betriebe durch Informationen von Agenturen Lohntrends folgen und Unsicherheit bei der Lohnfestsetzung reduzieren.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Lohnungleichheit in der Untersuchung?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass die Einführung des nationalen Mindestlohns 1997 dazu beigetragen hat, die Lohnungleichheit am unteren Ende der Einkommensverteilung moderat zu verringern.

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Details

Title
Das britische Lohnfindungsmodell
Subtitle
Benchmarking-System und Abwärtsnominallohnstarrheit
College
University of Tubingen  (Institut für Soziologie)
Course
Konflikt um Lohn und Leistung
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V85838
ISBN (eBook)
9783638007061
ISBN (Book)
9783638913492
Language
German
Tags
Lohnfindungsmodell Konflikt Lohn Leistung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2007, Das britische Lohnfindungsmodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85838
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