Filmanalyse "In this world" unter der Betrachtung von Gründen für Migration in Verbindung mit der Tsunami-Katastrophe 2004


Seminararbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkung zur Filmanalyse

3. Fragestellung

Hauptteil A – Filmanalyse „In this world“
1. Filmtitel und Credits
2. Inhaltsangabe
3. Sequenzprotokoll
4. Regisseur
5. Kontextualisierung des Films
6. Charakterisierung der Hauptpersonen
6.1 Jamal
6.2 Enayat
7. Analyse des Visuellen
8. Analyse des Auditiven
9. Analyse des Narrativen
10. Ereignisprotokoll hinsichtlich der Fragestellung
10.1 Szene: Das Lager in Pakistan
10.2 Szene: Die Zukunft heißt London
10.3 Szene: Spontane Geschenke
10.4 Szenen: Istanbul und London
11. Interpretation und Zwischenresümee
11.1 Interpretation des Films und Meinung des Autors
11.2 Zwischenresümee hinsichtlich der Fragestellung

Hauptteil B – Gründe für Migration und Flucht – nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Tamil Nadu
1. Weitere Gründe für Migration
2. Tsunami-Katastrophe 2004 als Ursache für Migration und Flucht?
3. Fallbeispiel einer NGO: TSSS – Tuticorin social service society
4. Zusammenfassung von Berichten ausgewählter Betroffener im Distrikt
Tuticorin
5. Zusammenfassung von Berichten ausgewählter Helfern
6. Zusammenfassung von Berichten weiterer Helfern
7. Resümee zur Tsunami-Katastrophe 2004 als Ursache für Migration und Flucht
8. Literatur- und Rechercheverzeichnis

1. Einleitung

Diese Ausarbeitung wurde im Rahmen des oa. Seminars verfasst und besteht aus zwei Hauptteilen. Zunächst wird im Hauptteil A der Film „In this world“ einer Filmanalyse unterzogen und Teile der Fragestellung aus dem Film herausgearbeitet. Die methodische Vorgangsweise wird noch im Kapitel Vorbemerkung zur Filmanalyse kurz erläutert. Der Aufbau der Analyse ist angelehnt an die Vorschläge aus dem medienwissenschaftlichen Proseminar von Elisabeth Fraller.[1]

Im Hauptteil B wird die Fragestellung auf einige Literaturquellen sowie Berichten, Interviews und Erfahrungen einer Indien-Reise nach der Flutwelle durch die Tsunami-Katastrophe 2004 eingearbeitet.

2. Vorbemerkung zur Filmanalyse

In medienwissenschaftlichen Seminaren wird eine Vielzahl von Analysemöglichkeiten vorgestellt und praktiziert. Wie in jeder wissenschaftlichen Disziplin gibt es für jede Richtung BefürworterInnen und GegnerInnen, Pro- und Contra-Argumente für den jeweiligen Analysestrang.

Die vorliegende Filmanalyse wurde – im Rahmen der allgemeinen Analyse – an die Kommunikat-Analyse angelehnt und will vor allem auf folgende Fragen Antworten geben:[2]

- Frage nach den im Kommunikat entfalteten Gedanken
- Frage nach der gewünschten Kommunikationsabsicht
- Frage nach den Stilmitteln
- Frage nach der Verständlichkeit der im Kommunikat eingesetzten Mittel

Weiters wurde ein Ereignisprotokoll in die Analyse eingebettet, welche versucht, alle Ereignisse des Films im Zusammenhang mit der Fragestellung herauszuarbeiten. Im Zwischenresümee wird dieses Protokoll einer Kritik unterworfen und verarbeitet.

3. Fragestellung

Einen weiteren Schwerpunkt dieser Ausarbeitung stellt die Frage nach den Ursachen von Migration und Flucht. Neben den im Seminar behandelten Aspekten wie den vorrangig wirtschaftlichen Auswüchsen einer neoliberal-forcierten Welt, gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die auch im Zusammenhang mit Globalisierung zu betrachten sind.

So soll einerseits untersucht werden, welche Ursachen für Migration und Flucht im Film „In this world“ mittransportiert werden. Diese Frage soll durch eine Betrachtung des Ereignisprotokolls resümiert und beantwortet werden.

Weiters sollen noch andere Gründe für Migration untersucht werden. Beispielhaft wird der Bundesstaat „Tamil Nadu“ im Südosten Indiens ausgewählt, welcher sehr stark von der Tsunami-Katastrophe 2004 betroffen war. Es wurde daher vor der Reise die These aufgestellt, dass auch eine „einmalige“ Naturkatastrophe Flüchtlingsströme auslösen kann und einen Grund zur Migration darstellt.

Hauptteil A – Filmanalyse „In this world“

In diesem Teil wird, wie schon erläutert, nach ausgewählten Fragen der Kommunikat-Analyse der Film analysiert und einem Resümee unterworfen. Der Aufbau entspricht einem vorgeschlagenen Aufbau aus dem medienwissenschaftlichen Proseminar „Filmanalyse“ (Schwerpunkt: Italienisches Kino) geleitet von Elisabeth Fraller.[3]

1. Filmtitel und Credits

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Inhaltsangabe

Die beiden afghanischen Cousins Jamal und Enayat leben in der pakistanischen Stadt Peshawar nahe der afghanischen Grenze.

Weil ihr Leben in bitterster Armut keine Perspektiven bietet, beschließt der Familienrat, dass Enayat ins reiche Großbritannien gehen soll und dabei von Jamal, aufgrund dessen Englisch-Kenntnisse, begleitet werden soll.

Der mühsame Weg, von professionellen Fluchthelfern arrangiert, ins gelobte Land wird zur Odyssee über tausende Kilometer.

Ihre Route führt sie in den Iran, durch Kurdistan, in die Türkei, und von dort - versteckt in einem versiegelten Frachtcontainer - über das Meer nach Italien.

Nur Jamal überlebt die Überfahrt. Er reist allein mit dem Zug nach Frankreich weiter. Von dort gelangt er als blinder Passagier unter einem LKW nach London.

Jamals Flucht dauert vier lange Monate. In London ruft er die Familie von Enayat an, um sie über seine Ankunft zu benachrichtigen. Auf die Frage, wie es Enayat gehe, antwortet Jamal: „Er ist nicht in dieser Welt.“

3. Sequenzprotokoll

1. Das Lager in Pakistan
2. Die Zukunft heißt London
3. Wer hat die Musik erfunden
4. Spontane Geschenke
5. Ein neues Outfit
6. An der Grenze zu Teheran
7. Die letzte Geldreserve
8. Zwischen Obstkisten
9. Willkommen
10. Über die Berge in die Türkei
11. Istanbul
12. Auf der Fähre
13. Alleine in Italien
14. Mit dem Zug nach Frankreich
15. Blinde Passagiere
16. London/Abspann

4. Regisseur

Der britische Regisseur Michael Winterbottom (*29. März 1961 in Blackburn) studierte an der renommierten „Universität von Oxford“. Nach der Absolvierung mehrerer Aufbaustudiengänge im Bereich Film an der „Universität Bristol“ und an der „Polytechnic Of Central London“, ging Michael Winterbottom zum TV-Sender „Thames Television“, wo er zunächst im Schnittraum arbeitete. Als Regisseur debütierte er einige Zeit später mit zwei Dokumentationen über Ingmar Bergman und drehte danach „The Strangers und Forget About Me“. Seine erste Auszeichnung, einen Silver Award auf dem „New York Television Festival“, ließ nicht lange auf sich warten: die Adaption von Mark Rylances „Love Lies Bleeding“ wurde 1993 prämiert.[5]

Michael Winterbottom greift in seinen neueren Filmen häufig Themen von großer politischer Brisanz auf. Dabei arbeitet er oft mit AmateurInnen oder semi-professionellen SchauspielerInnen. Ein großer Erfolg war sein Film „Welcome to Sarajewo“ (1997) über den Krieg in Bosnien-Herzegowina. 2003 gewann Winterbottom mit „In this World“ den Goldenen Bären bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.

Für seinen neuesten Film „The Road to Guantanamo“, ein Doku-Drama über drei britische Häftlinge in Guantanamo Bay, Kuba, erhielt er als bester Regisseur einen Silbernen Bär bei der Berlinale 2006.[6]

5. Kontextualisierung des Films

Der halbdokumentarische Film personifiziert die weltweite Flüchtlingstragödie und verleiht dem Elend der illegalen Immigration ein Gesicht. Er versucht aufzuzeigen, dass wirtschaftliche und politische Migration nur in der Definition exakt getrennt werden können, nicht aber in der Realität.

Der Film, welcher exemplarisch zwei afghanische Flüchtlinge zwischen Angst und Hoffnung auf dem Weg nach Europa begleitet, macht darauf aufmerksam, welche Torturen und Gefahren Menschen für ein besseres Leben ohne Krieg, Hunger und Vertreibung auf sich nehmen. Es wurde an Originalschauplätzen und fast ausschließlich mit Laiendarstellern gedreht, die große Teile des Films improvisierten. Der Film hält sich mit Kommentaren zurück und verzichtet absichtlich gänzlich auf Wertungen. Allein die Bilder klagen an und appellieren dabei an die Menschlichkeit des Publikums.[7]

Das Drehbuch war mit seinen ca. 30 Seiten nur ein grobes „Rückgrat“ – der Rest wurde improvisiert. Dadurch sollte eine hohe Authentizität in den Dialogen erreicht werden.[8]

Die beiden Hauptdarsteller sind Paschtunen, die direkt in Peschawar „gecastet“ wurden und noch nie zuvor im Ausland waren.

Konkrete Anlässe diesen Film zu drehen, waren „flüchtlingsfeindliche“ Ankündigungen im Zuge von großbritannischen Wahlen und ein „Zwischenfall“, bei welchem 58 chinesische EinwanderInnen beim Versuch in einem Containerlastwagen nach Großbritannien zu gelangen, starben.[9]

6. Charakterisierung der Hauptpersonen

6.1 Jamal

Jamal ist der jüngere der beiden Reisegefährten und wird über weite Teile schlau, neugierig und aufgeweckt dargestellt. Er ist derjenige, der Englisch spricht und auch immer wieder die Führungsrolle übernimmt. Vor allem bei Verhandlungen und Telefonanrufen tritt sein Führungscharakter an den Tag. Weitere Beispiele sind die Aufforderung zum Eisessen oder das Verschenken des Walkmans von Enayat an einen Polizisten.

[...]


[1] Zum Aufbau siehe: http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.fraller/analyse.doc

[2] Vgl. Kuchenbuch (2005): S. 23ff sowie S. 28

[3] Vgl. Fraller, Elisabeth: Homepage

[4] Vgl. Wikipedia (a), kino-zeit.de sowie Offizielle Homepage des Films

[5] Vgl. Dirk Jasper FilmstarLexikon

[6] Vgl. Wikipedia (b)

[7] Vgl. Wikipedia (a)

[8] Vgl. YUMYUM Media Network

[9] Vgl. Offizielle Homepage des Films

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Filmanalyse "In this world" unter der Betrachtung von Gründen für Migration in Verbindung mit der Tsunami-Katastrophe 2004
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
"Die fetten Jahre sind vorbei". Neoliberalismus und Globalisierung im Film
Note
1,00
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V85845
ISBN (eBook)
9783638018364
ISBN (Buch)
9783640336111
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmanalyse, Betrachtung, Gründen, Migration, Verbindung, Tsunami-Katastrophe, Jahre, Neoliberalismus, Globalisierung, Film
Arbeit zitieren
Stefan Wurm (Autor), 2006, Filmanalyse "In this world" unter der Betrachtung von Gründen für Migration in Verbindung mit der Tsunami-Katastrophe 2004, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85845

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