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Zur Propaganda des Augustus

Planung, Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit in der Gymnasialen Oberstufe

Title: Zur Propaganda des Augustus

Lesson Plan , 1995 , 105 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Martin Biastoch (Author)

Didactics - Latin
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Propaganda - ein ungewöhnliches Thema im Lateinunterricht! Propaganda ist jedoch in der Hauptsache ein sprachliches Phänomen, weil ihr Urheber in erster Linie die Sprache und ihre Wirkungsmöglichkeiten nutzt, um möglichst viele Menschen in seinem Sinne für geistig-kulturelle, wirtschaftliche oder politisch-ideologische Ziele zu beeinflussen.
In der Sachanalyse wird kurz skizziert, daß der Begriff in seiner heutigen Bedeutung jung ist - im Gegensatz zur Sache an sich. Um so reizvoller erscheint mir dieser Versuch, Schüler im Rahmen einer lateinischen Unterrichtsreihe Propagandamethoden am Beispiel der augusteischen Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten zu lassen. Denn sie können dabei unter anderem die wichtige Einsicht gewinnen, daß dieses Phänomen kein Spezifikum der Gegenwart darstellt, sondern der Sache nach zu den kommunikativen Grundbedingungen des Menschen und der Intention von Sprache immanent ist. In diesem Sinne ermöglicht der Unterrichtsversuch einen existentiellen Transfer im Lateinunterricht, weil Schüler hier an einem Modell aus der antiken Vergangenheit isomorphe, also epochenunabhängige anthropologische oder genauer sprach- und kommunikationsimmanente Phänomene erarbeiten können.
Eine wichtige Intention meiner Unterrichtsreihe besteht darin zu versuchen, das Potential des Lateinunterrichts auszuschöpfen: Die Schüler sollen im Verlaufe des Unterrichtsversuches problemorientiert mit Gegenständen aus wichtigen altertumswissenschatlichen Bezugsdisziplinen des Lateinunterrichts in Berührung kommen, um mit ihnen umgehen und sie aufeinander beziehen zu lernen, so daß sie aus einer komplementär-kontrastiven Betrachtung Interpretationsgesichtspunkte gewinnen. Zu diesem Zwecke werden die Schüler mit Erkenntnisobjekten aus der lateinische Philologie, der Archäologie, der Epigraphik und der Numismatik konfrontiert, deren Interpretation auch Einblicke in die Alte Geschichte erfordern. In diesem Sinne soll diese Sequenz auch wissenschaftspropädeutisch wirken, da die moderne lateinische Philologie ebenso wie andere auf das Altertum gerichtete Fächer selbstverständlich Erkenntnisse aus ihren Nachbardisziplinen in ihren Interpretationsvorgang einbeziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

BEGRÜNDUNG DER THEMENWAHL

I. PLANUNG

A. Pädagogische Intentionen

1) Die Modellhaftigkeit augusteischer Propaganda

2) Augustus und seine Epoche in der Schule

B. Themenanalyse

1) Das historische Umfeld in der neueren Forschung

2) Didaktische Reduktion

3) Kriterien für die Materialauswahl

4) Analyse der ausgewählten Texte und Materialien

a) Das Monumentum Ancyranum

1) Auszüge aus den Kapiteln 1-6

2) Das Kapitel 34

b) Münzlegenden und Münzbilder

c) Die Inschrift vom Ehrenbogen für Augustus auf dem Forum Romanum in Rom

e) Tacitus, Annalen I 2

C. Lerngruppe und Lehrer

D. Methoden und Medien

1) Allgemeine methodische Überlegungen

2) Textpräsentation und Materialauswahl

3) Texterschließung

4) Interpretation

E. Globale Lernziele

1) Kognitive Lernziele

2) Affektive Lernziele

3) Instrumentale Lernziele

F. Geplanter Verlauf der Unterrichtseinheit

1) Grobplanung der Einheit

2) Verlaufspläne der Einzelstunden mit Feinlernzielen

II. DOKUMENTATION DER DURCHFÜHRUNG

A. Überblick über den Gesamtverlauf

B. Der Verlauf einzelner Stunden

1) Die erste Stunde

2) Die erste Doppelstunde

3) Die zweite Doppelstunde

4) Die vierte Doppelstunde

III. AUSWERTUNG UND KRITISCHE REFLEXION

A. Kritische Reflexion einzelner Stunden

1) Die erste Stunde

2) Die erste Doppelstunde

3) Die zweite Doppelstunde

4) Die dritte Doppelstunde

5) Die vierte Doppelstunde

B. Eignung der ausgewählten Texte und Materialien

C. Methoden- und Medienreflexion

1) Textaufbereitung und Hilfen

2) Texterschließungs- und Übersetzungsmethoden

3) Interpretation

4) Medieneinsatz und Arbeitsformen

D. Auswertung der Lernzielkontrolle

E. Der Unterrichtsversuch im Urteil der Schülerinnen

IV. RÜCKBLICK UND AUSBLICK: EINE SCHLUßBETRACHTUNG

SITZPLAN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülern der gymnasialen Oberstufe anhand augusteischer Quellen ein problemorientiertes Verständnis für Methoden der Meinungsbeeinflussung und politischer Propaganda zu vermitteln, wobei der Fokus auf dem Transfer antiker Phänomene in heutige Kontexte liegt.

  • Analyse augusteischer Propagandamethoden (Literatur, Münzen, Baupolitik)
  • Wissenschaftspropädeutische Heranführung an altertumswissenschaftliche Bezugsdisziplinen
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Selbstdarstellung und politischer Realität
  • Kritische Reflexion von Informationspolitik und Sprachwirkung

Auszug aus dem Buch

1) Die Modellhaftigkeit augusteischer Propaganda

Augustus betrieb nicht als erster Propaganda für sich und seine Sache, aber er ist die erste historische Persönlichkeit, die in umfassender Weise über viele Jahrzehnte hindurch alle damals verfügbaren öffentlichkeitswirksamen Medien meinungsbildend zur Stabilisierung und Perpetuierung seiner Herrschaft einsetzte. Zudem ist er der erste, dessen umfassende Mittel zur Meinungsbeeinflussung durch die Überlieferung nachweisbar und erhalten sind. Die Wirkungsgeschichte der in der augusteischen Zeit praktizierten Methoden öffentlichkeitswirksamer Selbstdarstellung und Selbststilisierung zeugt von ihrer zeitlosen Einsetzbarkeit: Spätere Herrscher und Politiker in der Antike, der mittelalterlichen Welt und in der Moderne verwandten Formen und Methoden der augusteischen Propaganda für ihre Zwecke. Immer wieder diente eine politische Autobiographie als Rechtfertigung des eigenen Tuns. Münzpropaganda, die politische Leistungen, den Herrscher oder seine Familie verherrlichte, ist bis auf den heutigen Tag verbreitet. Bauprogramme, die die Hauptstadt eines Reiches zum Repräsentationsplatz der herrschenden Dynastie oder Ideologie umgestalteten, lassen sich in der Geschichte und der Gegenwart immer wieder feststellen. Auch die künstlerische und dichterische Verherrlichung gehört in diesen Zusammenhang.

Zusammenfassung der Kapitel

I. PLANUNG: Dieses Kapitel erläutert die pädagogischen Intentionen, die thematische Analyse und die didaktische Reduktion für eine Unterrichtsreihe zur augusteischen Propaganda.

II. DOKUMENTATION DER DURCHFÜHRUNG: Dieser Teil beschreibt den tatsächlichen Unterrichtsverlauf und reflektiert die praktischen Erfahrungen mit der Lerngruppe.

III. AUSWERTUNG UND KRITISCHE REFLEXION: Hier erfolgt eine kritische Analyse der einzelnen Unterrichtsstunden, der gewählten Materialien sowie der Methoden und Medien.

IV. RÜCKBLICK UND AUSBLICK: EINE SCHLUßBETRACHTUNG: Eine abschließende Zusammenfassung des Unterrichtsversuchs und eine Einschätzung über die Übertragbarkeit des altertumswissenschaftlichen Ansatzes.

Schlüsselwörter

Augustus, Propaganda, Lateinunterricht, Prinzipat, Meinungsbeeinflussung, Monumentum Ancyranum, Münzpropaganda, Inschriften, Textinterpretation, gymnasiale Oberstufe, Herrschaftsstabilisierung, historische Quellen, Sprachreflexion, altertumswissenschaftlicher Ansatz, Selbstdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsreihe für die gymnasiale Oberstufe, in der Schüler anhand augusteischer Dokumente Methoden politischer Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Analyse augusteischer Selbstinszenierung durch Texte, Münzen und Architektur sowie die Vermittlung wissenschaftspropädeutischer Arbeitsweisen im Lateinunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Schüler für die manipulative Kraft von Sprache und Bildern zu sensibilisieren und einen existentiellen Transfer von antiken Kommunikationsmustern auf moderne Informationsgesellschaften zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine philologisch-historische Interpretation angewandt, die interdisziplinäre Bezüge zur Archäologie, Epigraphik und Numismatik herstellt, um ein ganzheitliches Verständnis der augusteischen Ära zu fördern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Planungsphase mit didaktischer Reduktion, eine Dokumentation der Unterrichtsdurchführung und eine detaillierte kritische Reflexion aller methodischen Schritte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Augusteische Propaganda", "Prinzipat", "Textinterpretation", "interdisziplinärer Ansatz" und "Medienwirkung".

Warum ist das "Monumentum Ancyranum" für den Unterricht zentral?

Es dient als primäre Quelle für die Selbstdarstellung des Augustus und eignet sich hervorragend dazu, den Widerspruch zwischen dem offiziellen Anspruch auf Wiederherstellung der Republik und der faktischen Alleinherrschaft zu untersuchen.

Welche Rolle spielt die Arbeit der Schüler im Unterricht?

Die Schüler arbeiten problemorientiert an originalsprachlichen Texten und Realien, wobei sie dazu angeleitet werden, in Teamarbeit selbstständig Erkenntnisse über Machtstrukturen und deren mediale Verbreitung zu gewinnen.

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Details

Title
Zur Propaganda des Augustus
Subtitle
Planung, Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit in der Gymnasialen Oberstufe
Grade
1,0
Author
Dr. Martin Biastoch (Author)
Publication Year
1995
Pages
105
Catalog Number
V86187
ISBN (eBook)
9783638027182
ISBN (Book)
9783638930987
Language
German
Tags
Propaganda Augustus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Martin Biastoch (Author), 1995, Zur Propaganda des Augustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86187
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