Die Arbeit behandelt die sieben als solche (mehr oder weniger allgemein) anerkannten Bildnistypen des römischen Kaisers Hadrian (1117-138 n.Chr.)
1) Bildnistypus „Stazione Termini“
2) Typus Vatikan Chiaramonti 392
3) Typus Rollockenfrisur
4) Typus Panzer-Paludamentumbüste Baiae
5) Typus Panzerbüste Imperatori 32
6) Panzerbüste Vatican Busti 283
7) Typus Tarragona
und untersucht sie auf Abfolge, Zeitstellung und Ausgabeanlaß hin.
Aktualisierung der Arbeit: in die Auflistung der Portraitköpfe muß inzwischen noch ein im August 2007 in Sagalassos (110km nördlich Antalya/Türkei) gefundenes Stück aufgenommen werden (Frankfurter Rundschau Nr. 189, 16.08.2007, Magazin S. 47), daß m.E. (soweit der Presseabbildung zu entnehmen) zum Typus Rollockenfrisur gehören dürfte.
Inhaltsverzeichnis
1) Biographie
2) Die Portraits
2.1) Typus Stazione Termini
2.2) Typus Vatikan Chiaramonti 392
2.3) Typus Rollockenfrisur
2.4) „Typus“ Panzer-Paludamentumbüste Baiae
2.5) Typus Panzerbüste Imperatori 32
2.6) Panzerbüste Vatican Busti 283
2.7) „Typus“ Tarragona
3) Einzelbildnisse?
4) Provinzialportraits – Schlechte Kopien oder fremder Wertekanon?
5) „Klitterungen“
6) Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Typologie der rundplastischen Porträts des Kaisers Hadrian auseinander. Ziel ist es, die wissenschaftliche Einordnung der sieben Haupttypen sowie die Phänomene der „Klitterungen“ und Provinzialporträts zu untersuchen und deren chronologische Abfolge kritisch zu hinterfragen.
- Systematische Analyse der sieben Hadrian-Bildnistypen
- Untersuchung der Entstehung und Datierung der Porträts
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der „Klitterungen“
- Bewertung von Provinzialporträts im Hinblick auf Qualität und regionale Einflüsse
- Synthese der bisherigen Forschung zur kaiserlichen Selbstdarstellung
Auszug aus dem Buch
2.1) Typus Stazione Termini
Der Typus Stazione Termini wurde von Wegner nach dem im Jahre 1941 beim Bau des gleichnamigen Bahnhofes in Rom gefundenen Bildnis so benannt. Von Fittschen/Zanker und Evers wird heute als beste Wiedergabe des Originals jedoch die Replik im Palazzo dei Conservatori in Rom, Scala I 4. Inv. 817 eingeschätzt.
Typenkennzeichen ist – wie auch bei allen weiteren Bildnissen Hadrians - vor allem die Frisur: Das Haar ist vom Wirbel aus in alle Richtungen gekämmt und bildet kürzere Flocken, die sich schuppenartig überlagern. Zur Stirn hin sind die Strähnen länger und rollen sich ein: „die Lockenenden kriechen wie Schnecken von beiden Schläfen die Stirn empor“ und treffen sich über dem linken Auge. Von der Profilseite sieht das aus wie eine Reihe übereinandergestaffelter Schaufeln.
Der Bart ist kurz gestutzt und besteht aus dem Haupthaar ähnlichen, aber kürzeren Haarflocken. Am Gesicht ist charakteristisch die breite, leicht gebogene Nase, die flächigen Wangen, der kleine Mund, die unter dem Schnurrbart verborgene Oberlippe. Die Ohrläppchen haben eine senkrechte Furche, die charakteristisch für Hadrian ist, ebenso das überkragende Orbital links. Die Wendung des Kopfes geht bei diesem Typus, wie auch bei allen anderen Hadriansportraits vorwiegend nach links, nur in Ausnahmefällen nach rechts.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Biographie: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über das Leben Hadrians, seine Ämterlaufbahn, seine Reisen und den umstrittenen Übergang der Macht auf seinen Nachfolger.
2) Die Portraits: Hier erfolgt eine detaillierte Katalogisierung und Analyse der sieben anerkannten Bildnistypen Hadrians, inklusive der jeweiligen Repliken und stilistischen Kennzeichen.
3) Einzelbildnisse?: Es wird die Frage diskutiert, ob vereinzelte, nicht eindeutig zuordenbare Fundstücke tatsächlich als eigenständige Porträts gelten können oder ob sie modifizierte Varianten bestehender Typen sind.
4) Provinzialportraits – Schlechte Kopien oder fremder Wertekanon?: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen für die abweichende Qualität von Porträts außerhalb Roms und diskutiert, ob hier ein anderer künstlerischer Anspruch vorlag.
5) „Klitterungen“: Hier wird das Phänomen analysiert, bei dem Elemente zweier unterschiedlicher Typen kombiniert wurden, und welche Bedeutung dies für die chronologische Abfolge hat.
6) Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wissenschaftliche Diskussion um die sieben Typen zusammen und reflektiert über die Verlässlichkeit der aktuellen Forschungsmeinung.
Schlüsselwörter
Hadrian, Kaiserbildnis, Klassische Archäologie, Typologie, Stazione Termini, Porträt, Repliken, Klitterungen, Provinzialporträts, Rom, Kaiser, Skulptur, Antike, Kunstgeschichte, Typus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die rundplastischen Bildnisse des römischen Kaisers Hadrian und deren Einteilung in spezifische Typologien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Identifikation und chronologische Anordnung der sieben Haupttypen, die Problematik der "Klitterungen" (Mischformen) sowie die Qualität von Provinzialporträts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Bestandsaufnahme der archäologischen Forschung zu Hadrians Porträts und eine Überprüfung der geltenden Typenreihenfolge.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kunsthistorisch-archäologische Typologie-Analyse durchgeführt, die auf dem Vergleich von Repliken und deren Merkmalen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der sieben Bildnistypen (von Stazione Termini bis Tarragona) sowie der Analyse von Einzelstücken und regionalen Abweichungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Hadrian", "Typologie", "Repliken" und "Klitterungen" charakterisiert.
Was versteht die Forschung unter „Klitterungen“ bei den Hadrian-Porträts?
Als „Klitterungen“ werden Stücke bezeichnet, bei denen Merkmale von zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Bildnistypen kombiniert auftreten, was deren Einordnung erschwert.
Warum wird die Datierung des „Typus Tarragona“ in der Forschung kontrovers diskutiert?
Die Datierung ist umstritten, da sowohl stilistische Gründe für eine späthadrianische Einordnung sprechen, als auch das Fehlen von Augenbohrungen – einem üblichen Zeitkriterium – Widersprüche aufwirft.
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- Florian Gils (Author), 2007, Die Bildnisse des Kaisers Hadrian, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86554