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Die Dreyfus-Affäre als schwerste innenpolitische Krise der 3. Republik Frankreichs

Title: Die Dreyfus-Affäre als schwerste innenpolitische Krise der 3. Republik Frankreichs

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages

Autor:in: Jacqueline Herrmann (Author)

French Studies - Culture
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit behandelt die Staatsaffäre um den jüdischen Offizier Alfred Dreyfus im Frankreich der Dritten Republik, dessen Verlauf und deren Konsequenzen.
Spricht man in Frankreich von „Affaire“, geht es meistens um Alfred Dreyfus und damit um die schwerste innenpolitische Krise der 3. Republik Frankreichs.
Der Geheimdienst der französischen Armee fand 1894 im Papierkorb der Deutschen Botschaft eine Nachricht, die an den deutschen Militärattaché Maximilian von Schwartzkoppen gerichtet war. Dieses so genannte „Bordereau“ enthielt Militärgeheimnisse, die den Deutschen zum Kauf angeboten wurden.
Man verdächtigte sofort Dreyfus, den einzigen Hauptmann jüdischer Abstammung, da er neben wenig anderen Zugang zu diesen Informationen hatte.
Er wurde trotz sehr schlechter Beweislage verhaftet und in einem mysteriösen Gerichtsverfahren zur Höchststrafe für Hochverrat - das heißt Degradierung, Deportation und lebenslanger Haft auf der Teufelsinsel - verurteilt.
Das Urteil rief anfangs in Frankreich eine positive Reaktion hervor,
„[…] da ein reicher Mann und zudem ein Jude verurteilt worden war“ (Bergmann:2002, S.56)
Bis zur tatsächlichen Aufklärung des Falles sollte jedoch noch ein langer Kampf geführt werden. Mit der Zeit kamen immer mehr Zweifel am Verfahren und Hinweise auf Dreyfus Unschuld auf, was zur Folge hatte, dass sich zwei Lager herausbildeten: die Dreyfusards, die um die Rehabilitierung von Dreyfus gegen die so genannten Anti-Dreyfusards kämpften. Dies zog einen regelrechten innenpolitischen Machtkampf nach sich.
Der wahre Täter wurde „[…] trotz massiver Behinderungen von offizieller Seite […]“ (Bergmann: 2002; S.56)gefunden, doch schnell wieder freigesprochen.
Eine bedeutende Rolle auf der Seite der Dreyfusards nahm Émile Zola ein. Er wendete sich 1898 mit seinem berühmten Brief „J´accuse“ an die Öffentlichkeit, der als eine Art Wende in der Affäre gilt. Das Beweismaterial für den wahren Schuldigen häufte sich immer mehr und entlastete zunehmend Dreyfus. Nach mehreren Verfahren wurde erst 1906 das Urteil gegen Dreyfus annulliert und er wurde vollständig rehabilitiert.
Im Teil I sollen die historischen Grundlagen dargestellt werden. Ich versuche dabei ein Bild Frankreichs unter der Dritten Republik zu skizzieren und mich näher mit dem in der Zeit aufkommendem Antisemitismus auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund schließt sich im Teil II ein Rückblick auf den historischen Ablauf der gesamten Affäre an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Teil I: Grundlagen

2.1. Frankreich während der III. Republik (1870-1940)

2.2. Antisemitismus und Judenintegration in der III. Republik

3.) Teil II: Historischer Verlauf der Affäre

3.1. Alle gegen Einen: Alfred Dreyfus als Verräter

3.1.1. Der Fund des „Bordereau“

3.1.2. Die Suche nach dem Verräter

3.1.3. Das Verhör und die Verhaftung

3.1.4. Die Verhandlung von 1894

3.1.5. Dreyfus Degradierung und Deportation

3.2. Die Wahrheit dringt ans Licht

3.2.1. Das „Petit bleu“

3.2.2. Der wahre Schuldige und seine Verurteilung

3.3. Die „Grand Affaire“

3.3.1. Die Spaltung der Gesellschaft

3.3.2. Die Rolle der Intellektuellen

3.3.3. Zolas Engagement, „J´accuse“ und dessen Folgen

3.4. Die Wende

3.4.1. Major Henrys Geständnis und Selbstmord

3.5. Der Weg zur Rehabilitation

3.5.1. Die Revision des Falles von 1894

3.5.2. Begnadigung und Amnestie

3.5.3. Vollständige Rehabilitation

4.) Schlusswort:

4.1. Bilanz und Bedeutung der Affäre

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert die Dreyfus-Affäre als die schwerste innenpolitische Krise der Dritten Republik Frankreichs, untersucht die Hintergründe der politischen Instabilität sowie des Antisemitismus jener Zeit und arbeitet die Etappen der Aufklärung sowie die Bedeutung des gesellschaftlichen Machtkampfes heraus.

  • Historische Rahmenbedingungen der Dritten Republik (1870-1940)
  • Entwicklung und Einfluss des Antisemitismus in Frankreich
  • Chronologie der Affäre: Von der falschen Anschuldigung bis zur Rehabilitation
  • Die Rolle der Intellektuellen und Émile Zolas „J´accuse“ als Wendepunkt

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Die Suche nach dem Verräter

Ende September überreichte Henry das Bordereau seinen Kollegen der „Sektion für Statistik“, die von Oberst Sandherr geleitet wurde. Da die Informationen im Bordereau sehr vertraulich und zudem schwer zu erhalten waren, wurde sofort angenommen, dass der Verfasser ein Offizier des Generalstabs sein musste.

Die Sprache, die zur Beschreibung der Kanone verwendet wurde war sehr fachspezifisch. Es war daher nahe liegend, dass der Verdächtigte aus der Artillerie stammte. Es wurde geschlussfolgert, dass der Verräter wahrscheinlich einer der so genannten „stagiaires“ sein musste (eine Art Praktikant oder Offizier in der Ausbildung, die verschiedene Bereiche des Generalstabs durchlaufen mussten), da diese Zugang zu dieser Art Informationen hätten.

Es wurde eine Liste von möglichen Praktikanten erstellt und der Verdacht fiel sofort auf den Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus. Er absolvierte gerade ein Praktikum im Großen Generalstab und war zudem dort der einzige jüdische Offizier.

Beim ersten kurzen Vergleich wurde eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen der Handschrift im Bordereau und der Handschrift Dreyfus festgestellt. Damit passte Dreyfus gut in das Profil des Verräters.

Zudem wurde die „Sektion für Statistik“ seit geraumer Zeit von einem Verräter gewarnt, den Schwartzkoppen in einem seiner Briefe an Colonel Panizzardi als „Schurke D“ beschrieb. Als man dann Dreyfus Namen hörte, war es einleuchtend, dass nur er der Verräter sein konnte. Man bemühte sich nicht, Untersuchungen und Betrachtungen anderer Verdächtigen vorzunehmen

„Most of the pieces seemed to fit, and those that did not would soon be made to do so“ (Johnson: 1999; S.9)

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dreyfus-Affäre als schwerste politische Krise der Dritten Republik ein und skizziert den Verlauf von der fälschlichen Verurteilung bis zur späten Rehabilitation.

2.) Teil I: Grundlagen: Das Kapitel beleuchtet die fragile politische Situation Frankreichs nach dem Deutsch-Französischen Krieg sowie die Rolle des aufkommenden Antisemitismus in der Gesellschaft.

3.) Teil II: Historischer Verlauf der Affäre: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die chronologische Entwicklung der Affäre, beginnend mit der Suche nach dem Verräter, den manipulierten Prozessen bis hin zur Wende durch Major Henrys Geständnis.

4.) Schlusswort: Das Kapitel zieht Bilanz über die Auswirkungen der Affäre auf die französische Nation und reflektiert deren Bedeutung für den Kampf um Gerechtigkeit, die Rolle der Intellektuellen und die Festigung der republikanischen Werte.

Schlüsselwörter

Dreyfus-Affäre, Alfred Dreyfus, Dritte Republik, Antisemitismus, Bordereau, Émile Zola, J'accuse, Dreyfusards, Anti-Dreyfusards, Generalstab, Spionage, Justizirrtum, Rehabilitation, Intellektuelle, Frankreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Dreyfus-Affäre, die als schwerwiegendste innenpolitische Krise der Dritten Republik in Frankreich gilt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf die historischen Hintergründe, die Rolle des Antisemitismus in dieser Ära, den chronologischen Verlauf der Affäre sowie deren langfristige Bedeutung für die französische Demokratie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, das Geschehen der Dreyfus-Affäre aufzuarbeiten, die Mechanismen der falschen Anschuldigung offenzulegen und den Weg der langwierigen Rehabilitation darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung zeitgenössischer Dokumente und Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen und eine detaillierte Aufarbeitung des Verlaufs, von der Entdeckung des Bordereaus über die Zola-Kampagne bis zur schließlichen Rehabilitation Dreyfus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dreyfus-Affäre, Antisemitismus, Justizirrtum und Republik beschreiben.

Welche Rolle spielte Émile Zola für den Ausgang der Affäre?

Zola trug durch seinen offenen Brief „J'accuse“ wesentlich dazu bei, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die Affäre zu einer nationalen politischen Debatte auszuweiten.

Warum war das „Petit bleu“ so entscheidend für die Aufdeckung der Affäre?

Das „Petit bleu“ war ein Dokument, das auf die tatsächliche Schuld von Esterházy hinwies und damit die Beweiskette gegen den unschuldigen Dreyfus erschütterte.

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Details

Title
Die Dreyfus-Affäre als schwerste innenpolitische Krise der 3. Republik Frankreichs
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Course
Politik und Unterhaltung: Die Bildpublizistik der Dritten Republik
Author
Jacqueline Herrmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V86909
ISBN (eBook)
9783638027502
Language
German
Tags
Dreyfus-Affäre Krise Republik Frankreichs Politik Unterhaltung Bildpublizistik Dritten Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jacqueline Herrmann (Author), 2004, Die Dreyfus-Affäre als schwerste innenpolitische Krise der 3. Republik Frankreichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86909
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