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Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus

Title: Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Althaus (Author)

German Studies - Linguistics
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Einleitung
Beschreibung, Erzählung, Argumentation – das sind die drei großen Textformen, von denen diese Seminararbeit handeln soll. Dass sie allzu oft nicht als reine, klare Formen in Erscheinung treten, liegt auf der Hand – sei es aus Unwissenheit um die Begrenzungen oder sei es aus stilistischen oder inhaltlichen Beweggründen. In dem von mir gewählten Beispiel treten alle drei Formen in den verschiedensten Erscheinungen auf - und das aus vielerlei verschiedenen Gründen! Ich möchte einen der „Berichte“ der vielbesprochenen Varusschlacht einmal näher betrachten und unter unserer Fragestellung genauestens analysieren. Dass es sich dabei um ein von antiken Autoren behandeltes Geschehnis handelt, ist nicht zufällig gewählt, gehörten doch Exkurse und Ausschweifungen der verschiedensten Art zur ars scribendi und zum individuellen Signum. Dies bedeutet für uns eine Fülle von Exempeln für die unterschiedlichsten Textformen in einem einzigen Schriftstück. habe mich für den Autor Velleius Paterculus entschieden, der nicht nur mit der Historia Romana eines der bedeutendsten Quellen für Historiker verfasst hat (einem Kompendium der römischen Geschichte von den Anfängen bis zum Konsulat des Augustus-Sohnes Tiberius), sondern dem darüber hinaus aufgrund seiner Stellung als Biograph des kaiserlichen Hofes besondere Bedeutung zukommt. Weiterhin weist er differenzierte Kenntnisse des römischen Kriegs- und Soldatenwesens auf, da er selbst zunächst als Militärtribun, dann als Reitoberst und Legionssoldat in vielen Kriegen der Römer kämpfte, unter anderen in den pannonischen Feldzügen gegen die Germanen unmittelbar vor der hier thematisierten Varusschlacht. Er weist also eine gute Kenntnis von dem Feind, dem Kriegswesen und den topographischen Gegebenheiten auf, woraus sich folgern lässt, dass er seine Aufmerksamkeit auf stilistische Details lenken konnte. Velleius Paterculus lebte vermutlich von 20 vor Christus bis etwa 30 nach Christus.
Dieser eignet sich zudem in meinen Augen besonders, da er einerseits sehr ausführlich über unseren Themenkomplex schreibt, was eine Fülle von zu untersuchendem Textmaterial mit sich bringt und andererseits einer der interessantesten und kunstfertigsten Stilisten ist, was ein bewusstes Einsetzen der gewählten Textform implizieren darf.
Ich werde in meinen Untersuchungen derart vorgehen, dass ich den Autor zunächst zitiere und wir dann ihre Vorgehensweise und die Begründungen dieser (die mir durch mein Studium der Geschichte bekannt sind) gemeinsam betrachten. Durch die Vielfalt der unterschiedlichen Aspekte des Geschehens ergibt sich ein äußerst interessantes Untersuchungsfeld

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus

Einleitung

1.) Das historische Geschehen

2. Die Varusschlacht nach Velleius Paterculus

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Bericht von Velleius Paterculus über die Varusschlacht im Hinblick auf die Anwendung der drei großen Textformen: Beschreibung, Erzählung und Argumentation. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie diese Formen in dem antiken Werk ineinandergreifen, um sowohl historische Sachverhalte zu vermitteln als auch die Wahrnehmung des Lesers im Sinne einer patriotischen römischen Sichtweise zu beeinflussen.

  • Analyse der narrativen, deskriptiven und argumentativen Textstrukturen
  • Untersuchung der Rolle des Autors als Biograph des kaiserlichen Hofes
  • Die Darstellung von Personen und Ereignissen als stilistisches Mittel
  • Kausalzusammenhänge zwischen Feldern des Geschehens und der Charakterisierung der Akteure
  • Der Einfluss von antiken Weltbildern auf die historische Berichterstattung

Auszug aus dem Buch

2. Die Varusschlacht nach Velleius Paterculus

„117. (1) Caesar hatte gerade jetzt letzte Hand an den Pannonischen und Dalmatischen Krieg gelegt, als innerhalb von fünf Tagen nach Beendigung dieses großen Werkes ein unheilvoller Brief aus Germanien brachte, Varus sei gefallen und drei Legionen und ebenso viele Reiterabteilungen und sowie sechs Kohorten seien niedergemetzelt, so als habe das Schicksal allein wenigstens darin Nachsicht gegen uns geübt, dass ... der Feldherr nicht mehr in Anspruch genommen war.“

Hier stellt sich uns zunächst die klassische Erzählung dar: Der Autor versetzt den Leser in die Situation des Geschehens, indem er kurz das Vorangegangene im Sinne einer Einleitung referiert. Anschließend steigt er direkt in das Geschehen ein und erreicht mit der Wendung „unheilvoller Brief“ eine Komplexion des Geschehens. Diese ergibt sich einerseits daraus, dass dem bewanderten Rezipienten die dramatische Lage deutlich wird: Nur fünf Tage nach dem großen Dalmatisch-Pannonischen Aufstand, den der Autor selbst (sonst gern euphemistisch) als „großes Werk“ bezeichnen muss, geschieht erneut ein Unglück! Hier wird eine dramatische Komplexion geschaffen, die den abergläubigen und götterfürchtigen Römern große Worte wie Schicksal oder Götterzorn in den Sinn ruft und dadurch eine Situation des Ausgeliefertseins suggeriert, ganz wie sie die Komplikationskonstellationen moderner Erzählungen aufweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus: Einführung in das Thema der textformorientierten Analyse antiker Geschichtsschreibung.

Einleitung: Vorstellung der methodischen Herangehensweise und Begründung der Wahl von Velleius Paterculus als zentralem Autor.

1.) Das historische Geschehen: Zusammenfassung der historischen Ereignisse rund um die Varusschlacht, inklusive der Rolle von Quinctilius Varus und Arminius.

2. Die Varusschlacht nach Velleius Paterculus: Detaillierte textanalytische Untersuchung der überlieferten Fragmente des Autors hinsichtlich ihrer narrativen und deskriptiven Strukturen.

Schlussbemerkung: Resümee über die Erkenntnisse der Untersuchung und Einordnung des Berichts in den Kontext antiker Schreiberinteressen.

Schlüsselwörter

Varusschlacht, Velleius Paterculus, Textformen, Beschreibung, Erzählung, Argumentation, Historische Berichterstattung, Quinctilius Varus, Arminius, Römische Geschichte, Antike, Narratologie, Historiographie, Germanien, Klassische Rhetorik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung und die verwendeten Textformen in den Berichten des antiken Historikers Velleius Paterculus über die Varusschlacht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen historischem Geschehen und der literarischen Form, wobei insbesondere narrativ-deskriptive und argumentative Elemente betrachtet werden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Velleius Paterculus durch gezielte sprachliche Mittel – etwa durch die Einbettung von Exkursen oder affektive Formulierungen – eine spezifische Interpretation der Niederlage des Varus erzeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Herangehensweise, bei der die antiken Textabschnitte auf ihre narrativen, deskriptiven und argumentativen Funktionen hin untersucht und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Passagen aus der Historia Romana analysiert, wobei die Darstellung der Person des Varus, das Wesen der Germanen und der dramatische Aufbau der Nachricht über die Niederlage im Vordergrund stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Varusschlacht, Textformen, Historische Berichterstattung, Narratologie und Historiographie charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Schicksals in der Niederlage des Varus?

Der Autor interpretiert das Unglück als Götterwille, was in der Arbeit als klassisches antikes Weltbild gedeutet wird, um die Verantwortung des Feldherrn teilweise zu relativieren.

Warum spielt die Person des Arminius eine so zentrale Rolle in der Analyse?

Arminius wird als Gegenpart zu Varus analysiert, wobei Velleius dessen "Geistesgaben" zwar bewundert, ihn jedoch als Urheber des "Verbrechens" gegen die römische Ordnung darstellt.

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Details

Title
Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus
College
University of Hannover
Course
Deskriptive, narrative und argumentative Texte und Textformen
Grade
1,3
Author
Carolin Althaus (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V86930
ISBN (eBook)
9783638027557
Language
German
Tags
Varusschlacht Beschreibung Paterculus Deskriptive Texte Textformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Althaus (Author), 2007, Die Varusschlacht in der Beschreibung von V. Paterculus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86930
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